Qualmfrei genießen

Qualmfrei genießen

« Zurück zum Forum

Schwank aus der Jugend

gestartet von Landstreichler (13.09.2007, 14:06)

Benutzerfoto: Landstreichler

Landstreichler

13.09.2007, 14:06

Zu meiner Zeit als Steppke rauchte mein Vater gerne und häufig. Ich beobachtete, daß ein Hauptteil des störenden Rauches entstand, ohne je konsumiert zu werden. Die Zigarette qualmte, während sie im Ascher parkte, sie qualmte während sie zwischen den Fingern hing.

Das gab die Idee für das nächste Geburtstagsgeschenk:
Eine Teedose. Ein Elektro-Motor mit kleinem Propeller + Batterie. Zwei Meter Kunstoff-Flexschlauch + diverses Verbrauchsmaterial. Daraus bastelte ich einen Ascher mit Entlüftung, der Schlauch mußte natürlich durch das Fenster oder ähnliches hinausgelegt werden.

Am Geburtstag dann die feierliche Übergabe samt Testlauf. Das Gerät funktionierte blendend. Sobald man die Zigarette in den Ascher legte, wurde der Rauch abgesaugt.

Dennoch war die Akzeptanz durch Papa letztlich sehr schlecht. Wegen der Zugwirkung verkürzte sich die Lebensdauer der Zigarette im Ascher ganz dramatisch. Ich fand das besser, weil gesünder für alle Beteiligten. Wozu selber rauchen, wenn das eine Maschine für einen besser erledigen kann. Mein Vater war damals anderer Ansicht. So verstaubte das Geschenk bald in der Ecke.

Link_to_post_icn

Benutzerfoto: MManuel

MManuel

16.09.2007, 17:52

Klasse Idee für die damalige Zeit. Heutzutage machen sich die Suchtkranken jedoch keine Gedanken darüber, wer den Rauch ihrer Drogen einatmet.

Link_to_post_icn

Dummy_user

gelöschtem Nutzer

21.01.2008, 13:21

(verbirgt das Feuerzeug hinter dem Rücken)
Tun sie nicht? Ach?

Ein Urlaubsschwank. Wir sind auf den Kanaren, kurz nachdem das dortige Rauchergesetz in Kraft getreten war, das Wirten bis 100 qm Fläche die Entscheidung selbst überließ:

“Eine sehr schöne Situation erlebte ich in diesem Urlaub, als eine junge Familie mit einem Baby im Kinderwagen im Rauchertrakt eines Restaurants saß:
Alle haben auf ihre Zigarette verzichtet, bzw. gingen zum Rauchen vor die Tür, solange die Familie anwesend war. Einfach so, da bedurfte es keines Wortes. Nachdem die Familie das Restaurant verlassen hatte, und die Erwachsenen unter sich waren, klickten natürlich wieder die Feuerzeuge, aber dieses Musterbeispiel an sozial kompatiblem Raucherverhalten wollte ich Ihnen nicht vorenthalten!”

Link_to_post_icn

Benutzerfoto: Kay

Kay

Administrator

21.01.2008, 15:29

Dieses Verhalten wäre wirklich wünschenswert, ist jedoch eher die Ausnahme.

Link_to_post_icn

Dummy_user

gelöschtem Nutzer

21.01.2008, 17:10

Och, weißt Du, ich gehe einfach mit guten Beispiel voran und schaue meine Mitrauchenden motivierend an. Wenn das nicht hilft, hilft meine recht laute Stimme mit Sätzen wie “Das ist doch selbstverständlich, dass wir in Kindernähe die Kippe auslassen, kein Problem!”

Gepaart mit meinem Augenaufschlag ist durch diese Methode schon so mancher dem Leitwolfsyndrom erlegen ….

Link_to_post_icn

Benutzerfoto: VerenaAnna

VerenaAnna

22.01.2008, 09:18

Wir warenn Silvester beim Inder in Freising essen und ich hatte mir gleich meine kleine Nichte, 10 Wochen alt, gebunkert, “damit die Eltern mal in Ruhe essen können” (wunderbare Ausrede, die Schnecke dann nicht mehr rauszurücken).
Jedenfalls saß am Nebentisch eine junge Frau, strahlt der Kleinen ins Gesicht, steckt sich eine Zigarette in den Mund und sagt rauchausblasend: Gott, ist die süß.
Wäre ich nicht aufgestanden und hätte mich auf die ganz andere Seite vom Tisch gesetzt, hätte die noch nicht mal gemerkt, was sie gemacht hat.
Die hat das natürlich gar nicht böse gemeint.
Ich denke, dass viele Raucher sich gar nicht groß Gedanken darüber machen, ob es jemanden stören könnte, wenn sie rauchen - sie wollen einfach ihre Kippe geniessen.
Für künftige Zigaretten ging sie dann mit ihrem Freund netterweise dann auch raus und meinte: wir üben schon mal für´s neue Jahr.
Nach 12 war dann eh Schluss in Bayern mit Rauchen in Gaststätten.

Link_to_post_icn

Dummy_user

gelöschtem Nutzer

22.01.2008, 10:40

Es gibt schon viele, die ordentlich Nachhilfeunterricht brauchen, das stimmt. Aber über rücksichtsvolle, sozial-kompatible Raucher spricht keine Sau, als gäbe es uns nicht. Stattdessen haut die Gesellschaft drauf, als gäbe es nur Danebenbenehmer, so dass man sich als kriminell stigmatisiert fühlt - und das nervt.

Ich finde, Du hast der Qualmpusterin sehr elegant eine verdiente Lektion erteilt.

Link_to_post_icn

Benutzerfoto: Kay

Kay

Administrator

22.01.2008, 10:54

Leider stimmt das: Gruppen werden oft an ihren negativ auffallenden Mitgliedern beurteilt. Wenn ich auf dem Bahnhof stehe, fallen mir natürlich nur die Raucher auf, die das Rauchverbot ignorieren. Rauchen, die sich daran halten, sind dagegen schwer zu erkennen.

Leider stimmt auch, dass den meisten Rauchern gar nicht bewusst ist, wenn sie irgendjemanden mit ihren Rauch belästigen. Das ist oft keine Absicht sondern nur Unaufmerksamkeit, weil das Rauchen ganz unterbewusst passiert.

Link_to_post_icn

Dummy_user

gelöschtem Nutzer

22.01.2008, 11:10

Da fällt mir ein Kinderarzt ein, dem ich seinerzeit am liebsten eine geschallert hätte:

Ich brachte ein mich etwas länger besuchendes Kind mit Husten hin (es war erkältet).
Erste Frage an mich: “Rauchen Sie?” - “Ja.”

Reaktion:
“Dann ist es ja kein Wunder, dass das Kind krank ist - wenn Sie es umzubringen versuchen!”

Ich kam nicht einmal andeutungsweise zu der Frage, wieso ein Kind in meinem Gästezimmer schlafend stirbt, während ich auf dem Balkon meine Abendzigarette nehme.

Die Frage hätte auch nichts genutzt - ich war abgestempelt als Kindermörderin!

In dem Moment wusste ich, warum unsere Sprache das Wort “Arschloch” hervorgebracht hat.

Link_to_post_icn

Bitte log dich ein oder melde dich an um zu antworten oder ein neues Thema zu starten.
  • Allowed formatting
  • *fett*
  • _kursiv_
  • bq. Zitate-Text
  • "Qype": http://www.qype.com
  • * oder # (Listen)
Diese Seite aufEnglischFranzösisch ansehen