gestartet von musicafides (06.12.2007, 18:09)
Halt, so mag der eine oder andere sagen, das hatten wir doch schon? Richtig, bezogen auf Formulierungen.
Aus aktuellem Anlass aber heute: wie steht Ihr zum Wort “lecker”? Ich persönlich halte es für nicht sehr hilfreich, um zu differenzieren (was heißt es denn, wenn etwas “lecker” schmeckt?), aber es löst auch keine Aversionen bei mir aus. Für mich als Süddeutschen eher ungewohnt, und manchmal finde ich, es wird etwas inflationär gebraucht.
Lecker rutscht mir schon mal in der Retrospektive von der Feder, wird man doch angehalten, so zu schreiben, wie man es einem Freund erzählen würde.
Wirklich unangenehm wüsste ich keinen Begriff, der gehäuft auftritt. Da bin ich wohl eher empfindlicher ggü. allzu freier Absatzgestaltung und Rechtschreibung.
Matthias,
das Wort “lecker” ist genauso konkret wie das Wort “schön”.
Und so, wie mancher Mensch ein Bild oder ein Blümchen “schön” findet, so sagt derjenige “lecker”, wenn er damit ausdrücken möchte, dass eine Speise oder ein Getränk ihm “gut” (genauso unkonkret, weil subjektiv, nicht wahr?) schmeckt(e).
Genau genommen taugt das Wort - wie viele andere Wörter auch - dazu, Spucke zu sparen. Denn wenn ich jedes Mal, wenn mir etwas mundet, in epischer Breite konkretisieren sollte, warum und wieso, hätte mein Tag nicht genügend Stunden. Außerdem wäre das genauso wenig konkret wie “lecker”, denn “wat dem einen sien Uhl is dem annern sien Nachtigall”.
Sagt einer “lecker”, sagt dies, dass es ihm geschmeckt hat, aber nicht, dass es auch mir schmecken muss. Es drückt aber dessen Befindlichkeit aus.
Inflationär? Deiner Umwelt scheint das Essen zu schmecken - das ist doch etwas Feines!
Und wenn die Bedienung auch noch ein “lecker Dirn” war, um so besser … ;)
Telakin,
wenn Du die anderen vier Finger auch noch lüftest, dann gebe ich Dir 5! :-D
Aber, Matthias:
Ich war grad bei Qype kontrovers spinxen und habe nachgelesen, wie Du darauf gekommen bist, dich hier über das Wort “lecker” zu echauffieren.
Vielleicht fragst Du mal höflich bei Mitglied Bemo an, dann erklärt er Dir bestimmt in Ruhe, wie er das mit dem “lecker” gemeint hat.
Ich weiß, wie er es gemeint hat, aber ich habe keine Lust auf abendlichen Erklärbärenstatus.
buchstäblich hat diesen Beitrag 06.12.2007, 20:35 geändert
guten abend allerseits,
@telakin, wie soll ich dich verstehen?
sind qyper wie ich nicht willkommen weil sie, wie ich, rechtschreib und formulierungsfehler machen?
solche qyper kriegt man ja problemlos ausgemerzt, kurze mail und schon ist alles erledigt, jedenfalls was mich betrifft.
ob das ganze ungeziffer sich so leicht ausmerzen lässt, ist mir wierum nicht bekannt. probiere einfach.
übrigens, wenn du als ehrenamtlicher lektor für mich tätig sein willst, gerne nehme ich einen angebot von dir entgegen.
clodyboy hat diesen Beitrag 07.12.2007, 15:00 geändert
@clodyboy - Ich sehe das etwas lockerer - erstmal ist mir jeder Qyper schon aus Prinzip willkommen. Und wer sich um Qype bemüht, obwohl ihm das Texten nach gängiger Rechtschreibung und Grammatik schwer fällt, ist für seine zusätzliche Anstrengung eigentlich noch lobenswerter.
Das heißt aber nicht, dass ich auch an jedem Beitrag wiederum gleich viel Spaß beim Lesen habe und darum geht es mir hier.
Unangenehm sind mir vor allem die Texte, bei denen ich das Gefühl habe, da hat jemand etwas “hingerotzt” ohne Punkt und Komma und noch einem Haufen Vertipper obenauf, obwohl er es mit wenig Aufwand besser könnte (natürlich rein subjektiv, woher weiß ich den Kenntnistand der Einzelnen).
Wer keine Zeit hat, zumindest seinen eigenen Text vor dem Abschicken nochmal einmal gegenzulesen, tut weder sich noch anderen einen Gefallen. Und im aktuellen Firefox ist es zum Beispiel äußert einfach, eine Rechtschreibprüfung zu aktivieren, da fallen 99% aller Schreibfehler sofort auf.
In Gruppen ist mir das egal, da wird ja geplaudert, aber bei Beiträgen zu Plätzen sehe ich das kritischer.
Immerhin steht und fällt die Reputation von Qype mit den Eindrücken, die Benutzer beim Verwenden von Qype als Branchenbuch haben. Und ich für meinen Teil würde mich freuen, wenn es Qype noch eine ganze Zeit gibt!
telakin hat diesen Beitrag 06.12.2007, 21:20 geändert
@buchstäblich

:)
@buchstäblich: Wenn ich mich mal echauffiere, dann fliegen aber hier die Fetzen! Nein, wirklich, es bestand dazu überhaupt kein Grund, zumal ich ja “lecker” nicht wirklich schlimm finde.
Was Bemo dazu geschrieben hat, weiß ich natürlich. Ich habe nur den Gesprächsfaden aufgenommen und in die richtige Gruppe verlagert (zumindest finden das andere so).
Ich vermute, man muss jemanden ganz gut kennen, um zu wissen, was genau mit schön, lecker usw. gemeint ist, sofern mich das interessiert. Andernfalls muss ich eben nachfragen, was er damit meint, und schon ist es mit der Sprachökonomie wieder vorbei …
Ihr Lieben,
mal eben über den Tellerrand geschaut.
Ja, die lobende Bezeichnung “lecker” bei all den vielen vorgestellten Restaurants und Buden, Bäckereien… schrecklich einseitig und inflationär. Aber Wanderer, kommst du nach Holland, dann darfst du staunen. Verlässt du Amsterdam, dann grüßt dich im Berufsverkehr eine Hauswand mit der Aufschrift: ” Lekker gewerkt?” - lecker gearbeitet?
und in Holland hat das Wort lecker (lekker) eine breite Bedeutung. Dort kann das Wetter ebenso lecker sein wie der Geschlechtsverkehr. Und natürlich Kekse und anderes Essbares, und wenn dich jemand fragt, wie es dir geht, und du wilst keine genaue Auskunft geben, dann sagst du einfach: Ja, lecker.
Leckere Grüße,
Hexje
Hexje,
das holländische “lekker” ist eine holländische Vokabel. Natürlich wird diese im dortigen kulturellen Kontext benutzt.
In den deutschen Sprachraum schwappt dies im Grenzgebiet zwar ein wenig herüber, allerdings vorrangig im Zusammenhang von Dialektsprache (z. B. das rheinische “lecker Mädsche”).
Ich war jedoch davon ausgegangen, dass Matthias sich mit seiner Frage auf allgemein gültiges Hochdeutsch bezog.
Falls nicht, so möge er dies nachreichen.
@ telakin: “Patsch!”
@clodyboy:
Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob jemand in einer Fremdsprache schreibt, so wie Du (Du schreibst französischen Akzent, und das finde ich charmant!), bzw. ob jemand fehlerhaft schreibt, weil er es schlicht nicht besser kann - das ist mitunter unbequem zu lesen, aber verzeihbar.
Wo ich (also nur ich, nicht der Rest der Welt, weil ich für den nicht sprechen kann) ungnädig werde:
Wenn ich erkenne (und das kann ich!), dass jemand schlicht aus Faulheit und mangelnder Achtung für das Gegenüber und sich selbst rhetorischen Sondermüll abliefert. Das mag ich nicht, und das wird sich in 100 Jahren nicht ändern. Ob man mich für diese Einstellung steinigt, ist mir genau so egal wie einigen Sprachschlampern das, was der arme Leser denkt, wenn er lesen muss, was diese schriftlich von sich geben.
buchstäblich hat diesen Beitrag 07.12.2007, 11:14 geändert
“Lecker” im kulturellen Kontext. Nett, da scheint es, wie bei vielen Worten, gewaltige Unterschiede zu geben zwischen dem Norden, dem Süden und dann sogar noch den Rheinländern. In “Qype Kontrovers” las ich, daß “lecker” gar “piefkianisch” ist. Was wohl heißen soll, daß es von Österreichern nicht verwendet wird.
“Lecker” ist für mich gleichbedeutend mit der Bedeutung aus dem Duden. Also: fein schmeckend, wohlschmeckend
Groß geschrieben, mitten im Satz, ist es vielleicht eher unanständig.
Verwendete ich anstatt “lecker” das Wort “wohlschmeckend” in einem Beitrag, so würde mancher Leser wohl Ironie vermuten, weil es fehl am Platz wirkte.
Landstreichler hat diesen Beitrag 07.12.2007, 14:53 geändert
Wahrscheinlich bin ich jetzt auch ein Piefkianer - was immer dies bedeuten mag - in meinem Wörterbuch taucht es nämlich nicht auf. Aber in meinem letzten Bericht verwendete ich doch tatsächlich die Vokabel “Leckereien”.
Und da steckt das angebliche Pfui-Bah-Wort ja drinnen.
Wer meint, ich solle mich nun schämen gehen, dem sei anheimgestellt, mich auf seine persönliche Schietliste piefkianischer Schreiber setzen: “So what?!”, würde der Brite hier anmerken, wenn er hier wäre.
musicafides hat diesen Beitrag 08.12.2007, 00:49 geändert
Ich muß mich korrigieren. Die Österreicher nennen es “piefkinesisch”. Sorry (Oh ein Anglizismus!) Entschuldigung, ist so weit weg von hier. Ich kann es ja mit den nicht so fernen Dänen halten und ab jetzt “smakelig” sagen.
Das darf ich auch, denn mein Wohnort (bei Hamburg) war in seiner Geschichte sowohl österreichisch als auch dänisch. Wobei die Dänen deutlich länger verweilten.
Landstreichler hat diesen Beitrag 07.12.2007, 15:13 geändert
@buchstäblich,
danke dir für deine zeilen.
in der tat, es ist schwer ein gutes deutsch zu sprechen bzw. zu schreiben.
ich mag deine beiträge sehr weil ich mich sicher bin, dass sie einwandfrei gechrieben sind.
in diesem zusammenhang, wäre ich dir sehr dankbar wenn du mir einige qyper nennen könntest die wirklich ein sauberes deutsch ebenso schreiben.