gestartet von buchstäblich (13.09.2007, 20:59)
Der Weg zur Weißglut ist nicht weit:
Umso größer der Pudding, umso länger muss man löffeln.
(Es geht nicht um den Pudding oder geistigen Nährwert, sondern das doppelte umso ... grrr!
Ein für alle mal, es heißt: “Je größer der Pudding, desto länger muss man löffeln.”
“Das ist effektiv.” statt “Das ist effizient.”
(Unser Fernseher ist stets in Gefahr, wenn wieder einmal jemand, der das Quatschen bezahlt bekommt, nicht weiß, was er sagt!)
Aus dem Geschäftsbereich (freundliche Leihgaben von dbaE - dem besten aller Ehemänner):
“Habt Ihr Euch schon committet?”
“Wir sollten auf unser wording achten, und in den meetings nicht zuviele englische Wörter benutzen!”
buchstäblich hat diesen Beitrag 14.09.2007, 09:59 geändert
Die Frage nach dem “adequaten Wortschatz”?
Ist die Freiheit der Rede nicht im Grundgesetz garantiert worden? Vielleicht verwechsle ich da was?
Sind davon Satzstrukturen, Satzmuster, ...
u. ä. ausgenommen?
Diese englischsprachige Struktur lernt jeder Schüler:
“The [comparative] ..., the [comparative) ....”
Soweit ist doch alles überschaubar!
Warum sollte daraus eine deutsche
“Je …, um so….”-Konstruktion werden?
Warum nicht eine deutsche “je einfacher, je lieber”
-Formulierung daraus entwickeln?
“The more you know …”
???
Warum fällt mir hier neben Sigi Zimmerschied
auch eine Zigarettenwerbung mit Halbsatz ein?
Einerseits hätten viele oder vielleicht sogar alle Nutzer einer bestimmten Sprache gern einen verläßlichen Sprach-Standard, andrerseits möchte sich jeder so artikulieren dürfen, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Ob das gleichzeitig funktionieren kann?
Hilfsarbeiter hat diesen Beitrag 13.09.2007, 23:12 geändert
Eindeutig pickelgefährdet bin ich immer dann, wenn mal wieder jemand (fast jeder!) sagt, dass etwas Sinn macht.
Nicht ganz so schlimm ist es, wenn jemand “sorry” sagt, statt ordentlich um Entschuldigung zu bitten (dass man sich nicht selbst entschuldigen kann, wissen wahrscheinlich auch die wenigsten).
Casting-Show
Das Wort als solches ist grauenhaft, die Sendungen sind so grauenhaft, dass man hier und da schon wieder hinschauen muss. Denn sonst entgehen einem Bonmots wie:
“Du wirst gegen ihn battlen!”
Lieber Herr Detlef D. Soost, Sie sind ein netter Kerl, aber ist Ihnen je aufgefallen, dass dieser Begriff klingt wie “betteln”? Auf die Idee, dass es sich um ein Um-die-Wette-tanzen handelt, muss der bereits erwachsene Zuschauer erst einmal kommen!
“Du hast heute nicht gut performt!”
AAAAHHHHHHHHHHHHH!!!!!!!!
Auch immer wieder gern gehört: “im Vorfeld” im Sinne von “rechtzeitig”, “vorbereitend”. Oft gebraucht als: “vor der eigentlichen Aufgabe”. Aber andererseits: wenn die erwähnte Tätigkeit irgendwie zu der Aufgabe gehört, warum muss man dann extra erwähnen, sie sei “im Vorfeld” passiert?
Synonym dazu gebraucht, aber wirklich indiskutabel: im Vorhinein. Wovor? Wo hinein?
Ein anderes Thema wäre der inflationäre Gebrauch von Hilfsverben: machen, sein, haben. (Und alle anderen Verben werden durch Anglizismen subsitutiert. Zumindest sieht es danach aus. Na bravo.)
Hasswörter (gleich nach Committen und Wording): Synergie, Konvergenz
Hasssätze: “wir sind gut aufgestellt”, “ich sach ma”
Die Businesskasper (das Wort mag ich wiederum, warum nur?) sagen heutzutage Pönale, wenn sie Vertragsstrafe meinen - allein der Klang weckt so unangenahme Assoziationen, dass der Reiz zu speien sich regt! Lächerlich.
A propos Businesskasper: ich kenne bei uns niemanden, der nicht dauernd davon redet, ein (oder mehrere) “Meeting(s) zu haben”. Man könnte ja auch sagen, dass man ein Treffen veranstaltet (oder an einem Treffen teilnimmt).
musicafides hat diesen Beitrag 14.09.2007, 11:12 geändert
Bei Radio Hamburg werden die Hörer gern zum “voten” aufgerufen.
In der Agentur “downloaden” wir leider alle viel zu häufig.
Ein großer Medienkonzern - so hörte ich - hat ein eigenes Konzernwörterbuch herausgegeben, an das sich die Mitarbeiter doch bitte halten sollen.
Es enthält Zuckerstückchen wie:
englisch:....................Konzerndeutsch:
pay-tv….....................PayTV
buchstäblich hat diesen Beitrag 14.09.2007, 12:19 geändert
und warum wird hier in Qype ein “feedback” versendet. Was wäre ein Ersatz dafür?
Bin schon auf der Suche, doch bisher leider ohne Erfolg.
Vorschläge aus dieser sicherlich kompetenten Runde?
Ottogang,
ich bekäme auch lieber eine “Rückmeldung”.
Weil Qype Web2.0 ist. Aber mal im Ernst: Wenn ich “Feedbacks” bekomme, bedanke ich mich stets für die “positiven Rückmeldungen”. Das ist zwar länger, aber stört mich weit weniger.
Gelegentlich bedank ich mich auch für ein Fütter-Gebäck -grins-