gestartet von musicafides (15.09.2007, 13:04)
Neben aller Kritik am unreflektierten Gebrauch der Sprache stellt man gerade in der neueren Lyrik Sprachspielereien und einen kreativen Umgang mit der Sprache fest, der durchaus seine Reize hat. Nicht jeder muss Kurt Schwitters oder Ernst Jandl mögen, um das zumindest einmal festzustellen. Trotzdem ist es, ähnlich wie in der bildenden Kunst oder in der Musik, ein schöpferischer Akt, über dessen Ergebnisse man eben durchaus unterschiedlicher Meinung sein kann.
Wo sind die Grenzen für den so skizzierten kreativen Umgang mit Sprache? Ich vermute, diese haben mit der Verständlichkeit für die Adressaten zu tun. Steht es mir frei, ob ich einen Gedichtband mit moderner Lyrik lese oder nicht, so scheint mir für gelungene Kommunikation zwischen Menschen doch erforderlich zu sein (oder zumindest förderlich), dass gewisse sprachliche Konventionen eingehalten werden - aber woraus leiten diese sich ab? (Dass die Einhaltung solcher Konventionen nicht hinreichend ist für gelungene Kommunikation, scheint mir ein etwas anderes Thema zu sein)
Ich antworte mit Hape Kerkeling: Hurz!
Mir fällt kein Grund dafür ein, warum es für den kreativen Umgang mit Sprache irgendwelche Grenzen geben sollte. Ich überlasse es lieber den jeweiligen Kreativen zu entscheiden, mit wem sie eine “gelungene Kommunikation” führen wollen.
Matthias, du schriebst anderswo: “Und wenn dann mal wieder jemand chillt, dann begreif ich rein gar nichts mehr.”
“Chillen” ist in weiten Kreisen auch Teil der deutschen Umgangssprache geworden. Ich nehme an, dass jeder, der das Wort bewusst verwendet, damit leben könnte, wenn du hier “rein gar nichts mehr” begreifst. Genauso dürftest du wenig verpassen, wenn du von “Events” (= Veranstaltungen) ausgegrenzt wirst, bei denen es vorrangig um “Chillen” geht. ;-)
Anderes Beispiel: Der deutsche Maler und Dichter Matthias Koeppel hat 1972 eine Kunstsprache namens Starckdeutsch erfunden. Das haben damals nicht alle verstanden, heute wäre Starckdeutsch sicherlich noch weniger für “gelungene Kommunikation” geeignet. Was mich nicht im Geringsten stören würde.
Du schreibst von “Verständlichkeit für die Adressaten”: Ich denke, es bleibt jedem Kreativen überlassen, welche Adressaten er ansprechen will. Wenn ein Text für einen potenziellen Adressaten nicht verständlich ist, war es halt nur ein potenzieller Adressat, und kein tatsächlicher … ;-)
Wer seine Sprache im Griff hat, und obendrein kreativ ist, kann so ziemlich alles machen, was er/sie will. Da unterstelle ich Verantwortungsbewusstsein.
Wer nicht kreativ ist, dem ist nicht zu helfen, ob mit oder ohne sonstige Regeln!
Da muss ich doch gleich zurückfragen: was bedeutet es, seine Sprache im Griff zu haben? Gibt es dafür irgendwelche objektive Kriterien?
Es kann auch jemand, der seine Sprache nicht im Griff hat, damit machen, was er möchte.
Was bedeutet in diesem Zusammenhang eigentlich Verantwortungsbewusstsein?
Serano,
ich habe große Schuld auf mich geladen,
wie liebreizend sind doch Deine Beiträge.
Und ich Schelm wollte sie entdoppelpfauen.
Ich habe einen großen Fehler gemacht und bitte also untertänigst um Verzeihung.
Dein Andreas
Aber hier stand mal:
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Eine Frage in die Runde: Hat Serano auf der Deutschland-Tour
- Eine Wette verloren?
- Zuviel Alkohol getrunken?
- Schlechten Umgang gehabt?
oder warum verschandelt er seine Beiträge bis zur Unkenntlichkeit mit dem pseudocoolen Doppelvau. Dort, wo ein wohl wirklich wonnenhaft wunderbares W stehen muss?
Serano, lass das nach, das sieht nicht gut aus und macht Deine Beiträge schwer lesbar. Und cool bist Du doch sowieso, also hast Du solche Spielchen nicht nötig.
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Andreas Gradert hat diesen Beitrag 18.09.2007, 12:20 geändert
Da Serano meines Wissens nicht mitliest: Mir ist aufgefallen, dass er ungefähr zu der Zeit in Hohenhameln bei Nicola war, und Nicola seit eh und je ihre Beiträge mit Doppel-Vau schreibt - wobei ich den Eindruck hatte, dass sie das nicht als Masche macht, sondern weil die W-Taste defekt ist. Aber das ist nur eine Vermutung. (Das ist immer noch besser, als eine defekte oder nicht genutzte Shift-Taste)
[Hohenheim und Hohenhameln kann auch nur ein geographisch völlig ignorantes Subjekt wie ich verwechseln. Ich gehe dann auch mit Andreas Kohlen schaufeln, dann ist er nicht mehr so allein]
musicafides hat diesen Beitrag 18.09.2007, 12:15 geändert
Ich weiß es, ich weiß es,
gibt es dafür einen Preis?
sonst sag ich nichts und lass euch im Dunkeln hocken.
War mein Text jetzt von Verantwortungsbewusstsein geprägt oder ist meine Sprache aus dem Griff gelaufen?
Du kriegst einen Preis, ich verspreche es.
@Matthias
Das wäre ja ein völlig unreflektierter Kommentar von mir.
Ich sollte dann wohl Kohlen schaufeln.
Andreas Gradert hat diesen Beitrag 18.09.2007, 12:10 geändert
Er war nicht ungefähr sondern exakt zu dem Zeitpunkt in Hohenhameln
Und ansonsten wie oben schon vermutet.
Wo Hohenheim ist, kann ich leider nicht schreiben, weiß ich nicht.
Die beste Möglichkeit, seine Sprache im Griff zu haben ist der Griff nach dem Wörterbuch.
Wer diesen Griff beherrscht, beweist Verantwortungsbewusstsein.
Matthias,
Du schriebst:
“Es kann auch jemand, der seine Sprache nicht im Griff hat, damit machen, was er möchte.”
Da muss ich aber heftigst widersprechen. Wer seine Sprache nicht (wenigstens einigermaßen) beherrscht, dem fehlt das Handwerkszeug dazu, mit Sprache wirklich zu spielen.
buchstäblich hat diesen Beitrag 20.09.2007, 14:52 geändert
Vielleicht sollte man da auch mal auf die initial kräftigen Bemühungen der Gruppe Literatur@Qype verweisen…
Ansonsten: wie wär es mit einer Liste mit Beiträgen, in denen
-besonders hübsche Neologismen auftauchen
-Geschichten erzählt werden, die mit dem Platz zu tun haben aber extrem selbständig sind (siehe badburys Baumwall) ?
Sprache im Griff haben ist gut, aber aus dem passageren Verlieren des Griffes werden oft neue Dinge geboren, die man dann nutzen kann…
Mostro,
zu deinem letzten Absatz:
Wer seine Sprache zuwenig im Griff hat, der wird aber mangels sprachlichen Verständnisses und/oder Feingefühls gar nicht verstehen, warum die Anderen so laut lachen ….