gestartet von musicafides (16.09.2007, 00:45)
Inspiriert durch einen der jüngsten Kommentare möchte ich schon wieder ein neues Thema starten, weil mich interessiert, welche dialektalen Begriffe Ihr selbst in der Umgangssprache mit anderen verwendet.
Beispielsweise gebrauche ich für einen Splitter im Finger das nur in süddeutschen Dialekten bekannte Wort “Spreißel”. Dafür gibt es sicher auch noch andere Namen.
Das kommt bei mir spontan, daher führe ich keine Liste.
Ein Begriff, den ich jedoch häufiger gern verwende, ist meines Wissens unbekannten dialektalen Ursprungs (vielleicht Berlinerisch?): “wumpe” (wie in: “Is mir wumpe, ob det jemand versteht!”)
Das Schöne ist: Selbst jemand, der das Wort “wumpe” nicht kennt, versteht (und schätzt) es meist im Kontext, in dem es auftaucht. ;-)
Gern gebrauche ich ab und an auch “deppert” und “bregenklüterig”, sowie “leiwand”.
PJebsen hat diesen Beitrag 17.09.2007, 13:35 geändert
Diese Sprachgewandtheit, meine Verehrung.
Vor allem “bregenklüterich” kann man in dieser Gruppe häufig werden.
Berlinerisch auch Bregenpanne genannt.
Das wäre eigentlich ein neues Thema wert: Wir könnten doch den bregenklüterigen Businesskasper der Woche aus der Welt von Film, Fernsehen, Qype und Wirtschaft küren!
Dem basteln wir einen Preis in Form einer Skulptur aus Radiergummis und Buchstabennudeln, der dann feierlich überreicht wird!
Ich schenke euch einen Link:
http://www.germanistik.uni-hannover.de/organisation/publi…
Auffällig ist die Häufung von Bezeichnungen für Boulette.
vilmoskörte,
bei uns zu Hause heißt das Nonnefürzkes, wenn sie klein sind. Die großen sind Frikofanten. Ich such die mal da, wo Du mich hier hinschickst. Bis gleich!
Kurz darauf:
So, ich habe nachgeschaut und Bauklötze gestaunt:
Der Berliner kennt auch Nönnefürzkes, meint damit aber etwas anderes:
Nunneferzchen Kameruner. (Nonnenpförzchen)
Da muss ich ja aufpassen, wenn ich je nach Berlin komme, sonst kriege ich ich Schmalzgebäck statt Mikro-Frikofanten!
buchstäblich hat diesen Beitrag 17.09.2007, 21:03 geändert
@vilmoskörte
Das ist mal eine Bereicherung, danke.
Nun habe ich zwei Stunden geblättert und bis erst bei F. Wie soll das weitergehen?
Mit G, Herr Gradert, mit G!
Oh, ist das ein schöner Link. Bin ja mit Berliner Schnauze aufgewachsen und finde dort so viele Worte, die ich in meiner Kindheit gehört habe. Schmöker ich gleich weiter.
Aus aktuellem Anlass (ich erntete einen äußerst fragenden Blick!) versuche ich, diese Rubrik wiederzubeleben.
Ich sage nämlich für “Bummeln gehen” oder “um die Häuser ziehen” wie mir der westfälische Schnabel gewachsen ist gern teilacken gehen, und als mir das jüngst hier herausrutschte, kam ein “Hä?” zurück.
Da dachte ich mir, auf diesem Wege per Erklärung vielleicht weiteren “Hä?”s zu entgehen.
Da habe ich auch “Hä?” gedacht… Aber Suchen hilft.
Das Wörterbuch der Familie Krause
kennt teilacken auch.
So wie bei Krauses beschrieben wird teilacken im Pott auch benutzt, aber ebenso gern, um über andere herzuziehen:
“Die sitzt da mitte Blagen zuhause, und er geht teilacken bis moagens um 5 und verpichelt die Kohle!”.
Aber Freunde/Kumpels fordern sich auch gegenseitig auf: “Solln wa heute Ahmt ma widda teilacken gehen? Bei Lisbett is Dartturnier!”