gestartet von SailorHH (30.12.2007, 10:10)
Berichtet über eure Erfahrungen in hamburger Kinos
Spontan fällt mir zu diesem Thread ein Kino ein, in dem ich leider keine Erfahrungen mehr sammeln kann - das “City” am Steindamm. Da ich fremdländische Filme nur im Original sehe, war das “City” mein Stammkino für englischsprachige Filme. Zu meinem großen Leidwesen wurde es 2001 geschlossen.
Beim Googlen erfuhr ich gerade auf der Website des Vereins Film- und Fernsehmuseum Hamburg e.V., dass das Kino schon 1927 eröffnet wurde (am 26. November), und zwar als “Orion”-Filmpalast. Er wurde bald in „Schauburg St. Georg“ umbenannt und war später nur als „City“-Kino bekannt.
Das “City” hätte also theoretisch am 26. November 2007 70. Geburtstag feiern können! Als Ersatz fürs “City” sprang 2001 relativ schnell der UFA-Palast am Grindel ein, aber der ist nicht so zentral gelegen wie damals das “City” - und zudem gerade selbst von der Schließung bedroht.
Das Team im “City” empfand ich immer als überdurchschnittlich sympathisch. Es schien eine eingeschworene Truppe zu sein, die sich gut mit dem englischsprachigen Publikum verstand (wozu wohl auch “Expatriates”, internationale Models, Stewards/Stewardessen etc. zählten).
Ich hatte meinen “Stammkassierer” - der gab mir, nachdem er mich als Stammgast erkannt hatte, nie eine Eintrittskarte, sondern stattdessen Popcorn umsonst dazu; und zwar in Zeitungspapier eingewickelt. Ich nehme mal an, dass er mein Eintrittsgeld in die eigene Tasche steckte und das Popcorn deshalb in Zeitungspapier abgab, weil die UFA-Kinoleitung den Popcorn-Absatz anhand der Zahl der verbrauchten Popcorn-Tüten auswertete …
PJebsen hat diesen Beitrag 31.12.2007, 00:03 geändert
Ein schöner Beitrag ich hatte ähnliche Erlebnisse in Göttingen wo ein paar meiner Freunde & Bekannten Filmvorführer oder Kinokassierer waren.
In Buchholz vor Hamburg gab es ein Kino wo man in den Reihen kleine Tischchen mit einer Lampe und einem Klingelknopf für den Service hatte.
Gaaaanz alte Schule!
Mir geht das Schiksal des Rialto Kinos nahe. darum habe ich einen kleinen Beitrag verfasst:
SailorHH hat diesen Beitrag 31.12.2007, 08:54 geändert
Herr Jebsen, das City war auch mein Lieblingskino. Auch schön, wenn man vor Einlasszeit am Steindamm stand und angesprochen wurde: “Du ficki-ficki?”
Sailor, ich habe da auch so einen Artikel:
http://www.qype.com/place/91-Zeise-Kinos-Hamburg
Ich habe gerade einen Beitrag zur Kinoprovinz Hamburg geschrieben, der zum Thema dieses Threads passt:
So schön das Filmfest Hamburg und das Fantasy Filmfest mit ihren Originalfassungen sind: Seit dem 27. März 2008, als der Grindel UFA Palast geschlossen wurde, ist Hamburg endgültig düsterste Kinoprovinz.
Wie die Originalfassungs-Übersicht des vortrefflichen Kino-Fahrplans Hamburg zeigt, gibt es noch keinen Ersatz fürs Grindel-UFA (das ja seinerzeit selbst nur fürs geschlossene City-Kino in die Bresche sprang, ein paar Infos stehen hier). Derzeit laufen nur die üblichen „kleineren“ Filme in den üblichen Programmkinos, wo sie schon immer zu sehen waren. „Größere“ Filme werden nur noch verstümmelt gezeigt, also mit deutscher Synchronisierung.
Im ewigen Zweikampf Hamburg vs. Berlin, wie ihn Qype-Mitarbeiter Sven Dietrich in seinem unterhaltsamen Blog pop24.de thematisiert, gebührt Hamburg daher ein Riesen-Minuspunkt. Denn an der Spree gibt es unter anderem das Cinestar SonyCenter mit acht großen, modern ausgestatteten Sälen, in denen fast ausschließlich Hollywood-Blockbuster mit den unverfälschten Stimmen der Schauspieler genossen werden können. Einer meiner absoluten Berliner Lieblingsplätze!
Allein morgen (Donnerstag, 1. Mai 2008) sind dort folgende Filme zu sehen: „21“, „Vantage Point“, „ Be Kind Rewind“, „Wedding Daze“, „Charlie Wilson’s War“, „The Red Baron“, „The Savages“, „The Other Boleyn Girl”, “Fool’s Gold”, “Horton Hears a Who”, “Iron Man”, “Jumper”, “Juno”, “Michael Clayton”, “No Country for Old Men”, “Outsourced”, “Shine a Light”, “Street Kings”, “There will be Blood”, “Before the Devil Knows You’re Dead”, “Untraceable”.
Das sind fast alles Filme, deren Originalversionen dem Hamburger Publikum vorenthalten bleiben. Der Hamburger muss halt wie die Einwohner anderer Provinzstädte auf die DVD-Veröffentlichung warten.