Kleider machen Leute.
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kleider machen Leute?
gestartet von Katalin Geiger (22 September 2010)
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22 September 2010
Wer die Novelle " Kleider machen Leute" von Gottfried Keller gelesen hat , weißt,wie sehr das äußere Erscheinungbild die Einschätzung eines Menschen beeinflusst.
Wer immer gut gekleidet auftritt, wird als erfolgreich eingestuft, wer zu schlecht gekleidet ist , hat mit einem Versagerimage zu kämpfen.
Die heutige Welt der Mode ist zu bunt und vielfältig , um immer klar sagen zu können, wer gut angezogen ist und wer nicht.
Ein Kriterium für gute Kleidung hat sich aber bis heute gehalten; die Qualität des Stoffes, die bekanntlich ihren Preis hat .und wichtiger als je zuvor ist heute diese Regel:
Ganz egal, welche Kleidung - sie muss auf jeden Fall sauber sein!Was meint Ihr. Kleider machen Leute?
Freue mich auf eure Geschichten und alle andere beiträge.
Viel Spaß und Grüße Katalin Geiger
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22 September 2010
Ich hab mal einen Personalverantwortlichen eines Großunternehmens, das für seinen sehr legeren Dresscode bekannt ist, gefragt, was wäre, wenn ein Bewerber sich diesem Dresscode angleichen und in Jeans und T-Shirt zum Vorstellungsgespräch käme. "Dann hätte er wenig Chancen", bekam ich zur Antwort "Wenn diesem Bewerber ein Job in unserem Unternehmen es nicht Wert ist, wenigstens zu diesem Termin in Anzug und Krawatte zu erscheinen, dann lässt er es an Achtung und Wertschätzung fehlen. Keine gute Voraussetzung für eine Bewerbung!"
Kleidung ist immer auch eine Frage der Wertschätzung. Wenn man gut gekleidet ins Theater geht, dann zeigt man damit den Akteuren Achtung und Respekt, wenn man angemessen zu Familienfeiern erscheint, dann vermittelt man, welchen Stellenwert die Familie hat. Auch einem guten Restaurant und einem engagierten Küchenchef kann und darf man durch seine Kleidung Anerkennung entgegenbringen.
Doch man darf Kleidung auf keinen Fall immer dazu nutzen, den Menschen einzuschätzen.
Dazu eine andere kleine Geschichte: Ich war geschäftlich in einer als Modemetropole am Rhein bekannten Stadt. Es war heiß, ich hatte einen anstrengenden Tag hinter mir. Dennoch wollte ich noch einen Bummel auf der berühmten Einkaufsstraße machen, war jedoch keinesfalls top gekleidet. Jeans, Hemd, ungeschminkt und die Haare einfach hochgezwirbelt. Doch es kam, wie es kommen musste: Ich stand vor einer sehr eleganten Boutique - und da hing es. Ein absolutes Traumkostüm. Die Kreditkarte wurde schon ganz kribbelig in der Handtasche und so ging ich in das bis auf eine Verkäuferin leere Geschäft. Lange wurde ich nicht beachtet, dann mit einem langen Blick durch sehr perfekte Wimpern hindurch abgescannt. "Sonderangebote haben wir im hinteren Bereich!" Bitte???? Eigentlich wollte ich das Geschäft wortlos verlassen, doch dann spürte ich wieder die hibbelige Kreditkarte in der Tasche. Also drehte ich mich noch einmal um, mit so viel Grandezza, wie es mein etwas derangierter Aufzug zuließ und flötete:"Vielen Dank! Eines möchte ich doch noch anmerken. Es gibt einen kleinen Unterschied zwischen uns beiden - Sie müssen hier arbeiten und ich kann hier einkaufen!" Sprach's und legte einen Pretty-Woman-mäßigen Abgang hin. Dass ich dieses Geschäft auch nicht mehr betreten habe, wenn mein Outfit den hohen Ansprüchen einer Kö-Verkäuferin entspricht, muss ich wohl nicht mehr dazu sagen.
Es gibt noch viele Geschichten dazu...
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22 September 2010
Ok, noch eine, die mir gerade einfällt (auch zum Thema, sich durch Aussehen und Kleidung nicht täuschen zu lassen). Ich hatte telefonisch einen Termin akquiriert und war total hin und weg. Eine unglaubliche Männerstimme, die George Clooney in perfektem Business-Outfit vor meinen Augen auftauchen ließ. Ich war voller Vorfreude auf diesen Termin, zog mich mit größter Sorgfalt an, kontrollierte noch mal Haare und Make-up, bevor ich das Bürohaus in Frankfurt betrat. Ich meldete mich an, wartete und wartete... wurde zunehmend ungeduldig (der geneigte Leser ahnt, weshalb!). Gerade als ich mich noch einmal an die Rezeption wenden wollte, sah ich einen Mann die Treppe herunter kommen: klein, rund, wuschelige schwarz-graue Haare, Bart, Cordhose in Bahama-Beige (unten zu kurz, an den Knien zu weit), darüber ein giftgrünes Hemd und ein handgestricktes Westchen. Prima, dachte ich, der Hausmeister. Er wird mir wohl helfen können. Ich bat ihn, mir das Büro meines Gesprächspartners zu zeigen und grinsend ging er vor mir her, führte mich in einen edel gestalteten Raum, den nur George Clooney nutzen konnte. Ich war beeindruckt, schenkte dem Hausmeister noch einmal mein strahlendstes Lächeln und bat ihn, mich doch kurz anzumelden. Da grinste er noch breiter, streckte mir die Hand entgegen und stellte sich vor! Dass mir meine Gesichtszüge komplett entgleist sind, muss ich nicht erwähnen ... Eines jedoch hatte sich in der Realität bewahrheitet: Er war genau so zielgerichtet, klar und präzise wie am Telefon. Wir sind noch heute gute Freunde und lachen immer wieder über diese alte Geschichte - vor allem, wenn er mal wieder eines seiner besonders schönen Hemden trägt :-)
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22 September 2010
es heisst nicht umsonst: wie du kommst gegangen, so wirst du auch empfangen.
Das bezieht sich neben Farben und Stil der Kleidung auch auf Körpersprache und Mimik. Wer dauernd mit einem Gesichtsausdruck rumrennt als sei ihm gerade die Lieblingskatze verreckt oder er wolle am liebsten den nächstbesten an die Gurgel springen, braucht sich nicht zu wundern, wenn dem Gegenüber erst mal das Willkommensgesicht herunterfällt.run-run: keine Miene zu verziehen, kann ganz schön anstrengend sein, wenn Telefonstimmen derbe von der optischen Wirklichkeit abweichen. Ich kannte mal eine wahre Walküre von einer Frau, groß, schön, stattlich - bis sie den Mund aufmachte und eine Piepsstimme mit säggsischem Akzent rauskam...
Anders als du macht schon meine Kleidergröße gewöhnlich den Zutritt zu Boutiquen meist unnötig. Also muss ich mich auch nicht mit arrogantem Pack da drin herumärgern. Hat doch auch etwas für sich, oder? Wenn ich aber irgendwo schlecht bedient werde, gucke ich mich betont um und sage: "Oh, und ich hatte mich schon gewundert, dass es hier so LEER ist!".... Meistens ist es in solchen Geschäften dann auch wirklich leer, denn bedienerseitige Kundenselektion kommt gar nicht gut und spricht sich in Windeseile herum.
Ich hätt noch eine schöne Idee für das nächste mal: sag einfach "Was denn, Sie wollen mich wirklich weiter SO herumlaufen lassen?".....generell fallen mir zum Thema "schlecht angezogen sein" leider immer viele Lehrer in den Schulen ein. Laufen teilweise rum als wollten sie gerade zum Tennistraining, in die Disse oder ins Schwimmbad oder als hätten sie morgens beim Anziehen einfach ohne Licht anzumachen gegriffen was ihnen unter die Finger kam - aber erwarten, dass die Schüler ihnen Respekt bezeigen...
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17 November 2010
Interessantes Thema. :-)
Ich finde auch, dass die Kleidung eines Menschen einen großen Teil zum ersten Eindruck beiträgt. Für mich ist es vor allem sehr wichtig, dass man sich dem Anlass entsprechend kleidet und wenn Leute auf festlichen Anlässen wie z.B. einer Hochzeit oder einem Ball in Jeans oder so erscheinen (habe ich wirklich schon mehrfach erlebt), ist das ein echter Faux pas und auch eine Beleidung für die Gastgeber. Aber es ist auch schockierend, wie nachlässig und unvorteilhaft gekleidet viele Menschen auf der Straße herum laufen. Da frage ich mich immer wieder, ob die daheim keine Spiegel haben.
Für mich selbst hat Kleidung einen recht hohen Stellenwert, aber ich mache nicht jeden Trend mit. Ich mag vor allem zeitlose Klassiker und unifarbene Basics und mir ist es wichtig, dass sich meine Kleidungsstücke gut miteinander kombinieren lassen und perfekt sitzen. Meiner Meinung nach gehören daher Sachen wie z.B. ein schwarzes Etuikleid, ein schwarzer knielanger Rock, ein Trenchcoat, ein Kostüm/Hosenanzug, einfarbige Pullover, Shirts und Blusen und auch eine Jeans in jeden weiblichen Kleiderschrank. Und wenn man einige dieser Teile besitzt, hat man bei den festlicheren Anlässen meist auch keine Probleme, etwas Passendes zu finden. ;-) -
18 November 2010
Stimmt genau, LongGoneBy. Ich war gestern auf einer festlichen Premiere - und, wie ich denke, passend gekleidet. Um so schockierter war ich wieder einmal über die ausgelatschten Schuhe, die schlampigen Anzüge, die schlecht sitzenden Krawatten (wenn überhaupt). Doch gerade auch Frauen scheinen sich immer weniger Mühe zu geben, gut und passend gekleidet zu sein. Schlecht sitzende, ungepflegte Haare, ausgebeulte Hosen, farblich unpassende Schals - es war wieder einmal das Grauen schlechthin. Ja, mit einem klassischen Etui-Kleid, schicken Schuhen und einem Tuch oder einer schicken Jacke ist man doch auf jedem Parkett passend angezogen.
Bleiben wir dabei und kleiden uns adäquat - für uns selbst, für unsere Begleitung und für den Anlass!
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9 Oktober 2012
http://www.kleidermachenleute-shop.de/
- Kleider machen Leute*
Der erste Eindruck zählt: Wie eine Uniform unsere Einschätzung eines Menschen beeinflussen kann, zeigt Herlinde Koelbl in ihrer Austellung “Kleider machen Leute”. Über sechzig Menschen hat sie sowohl in Uniform, als auch in ihrer Freizeitkleidung porträtiert.
Siehe Link : http://www.stern.de/fotografie/kleider-machen-leute-unifo...Durch Kleidung können wir den Eindruck von Kompetenz vermitteln, unabhängig wirken oder besonders vertrauenswürdig erscheinen und dass, obwohl immer derselbe Mensch in dieser Hülle steckt.
Wer also bei seinen Mitmenschen einen bestimmten Eindruck erwecken möchte, der sollte genau darauf achten, was er trägt.
Denn mit dem Stil, den wir auswählen, dem Stoff, den Farben und den Kombinationen geben wir einen Hinweis auf unsere Identität.Lehnada hat diesen Beitrag 17 Oktober 2012 geändert
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