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Was ist Stil?

gestartet von Lenz (05.08.2007, 18:49)

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Lenz

05.08.2007, 18:49

Was ist Stil? Braucht man überhaupt einen. Wenn ja, wird er von der Autorin, dem Autor geprägt. Oder dem Thema?

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Benutzerfoto: felika

felika

05.08.2007, 19:33

gegenfrage – kann man keinen stil haben? ich denke, jeder der einen text schreibt, schreibt dabei einen teil von sich selbst, und dieser teil macht den stil aus (der sich, um die andere diskussion aufzugreifen, sowohl in der gewählten form als auch im gewählten inhalt ausdrücken kann, oder vielmehr muß). nichtsdestotrotz legt auch das thema immer einen stil nahe. man wird schwerlich je eine mathematische operation im gleichen stil beschreiben können wie einen sommerabend mit spritziger weißweinschorle im kreis von alten freunden.

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Benutzerfoto: meme

meme

05.08.2007, 21:06

einen persönlichen Stil hat man, er entwickelt sich weiter, je mehr man schreibt, bewußt oder unbewußt daran arbeitet. Natürlich wird er auch vom Thema geprägt, wie Felika es schon beschreibt. Trotzdem wird auch bei Themen, zu denen man sich normalerweise nicht schriftlich äußert, z.B. die zitierte mathematische Operation, der eigene Stil, vielleicht eher die Art und Weise des Herangehens an ein Problem oder ein Thema durchdringen – alles andere ist unecht, wirkt gekünstelt und damit wenig glaubwürdig.

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Benutzerfoto: lokalreporter

lokalreporter

05.08.2007, 21:21

schreiben ist handwerk und chaos, versagensangst und struktur -> und die frage: hab ich was zu sagen? interessiert das jemanden, schreib ich für meine schublade?
ich fand über die imitation zu mir, zu meinem stil

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Benutzerfoto: Badbury

Badbury

06.08.2007, 00:00

Wen hast Du imitiert? Bei mir ist/war das genauso.

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Benutzerfoto: lokalreporter

lokalreporter

06.08.2007, 01:59

ach ja?
ich habe den duktus meiner landsleute moser und hitler imitiert, die helden meines kindlichen nachahmungsdrangs.

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Benutzerfoto: meme

meme

06.08.2007, 02:39

Versagensängste sind mir zumindest in diesem Zusammenhang fremd. Ich bin ein freier Geist und schreibe was und wie ich es will – wenn ich Angst vor Versagen hätte, könnte ich es ja gleich lassen, das Schreiben Wer will außerdem mein Versagen beurteilen ?? Ich freue mich natürlich sehr, wenn meine Schreibe jemanden interessiert, wenn das aber nicht so ist – auch gut, die Welt geht darob nicht unter.
Handwerk ja – Chaos nur im Erststadium, vor der Klärung der Gedanken auf eine Richtung hin – vielleicht mal zwischenduch wenn ein neuer Gedanke autaucht, der eingebunden sein will. Aber in der Regel herrscht völlige Konzentration und Klarheit, wenn ich einmal angefangen habe und der rote Faden sich durch den Text windet. Natürlich gibt es schlechte Tage oder Ausnahmen, wo sich ein Thema einfach nicht in meinen Gedanken ordnen läßt – dann laß ich es “links liegen” oder akzeptiere einen Text, der mich selbst nicht zufriedenstellt – kann man ja an besseren Tagen vielleicht noch ändern.
Imitation, das ist wohl ein Thema für jeden irgendwie kreativ arbeitenden Menschen und sei es auch nur unbewußt – das ganze Lernen, besonders in der frühen Kindheit, ist schließlich auf Imitation gegründet – irgenwas bleibt immer hängen.

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Benutzerfoto: lokalreporter

lokalreporter

06.08.2007, 03:05

ängste haben mit ansprüchen zu tun, mit
äußeren [eltern, gesellschaft] und inneren [versagensängste, sich nicht genügen].
kein geist, sei er noch so frei, kann sich selbst definieren.
die persönliche erfahrung [ego] spielt sich selbst schon mal nen streich, behauptet, mit bestem wissen und gewissen zu handeln. das ist sympathisch, aber auch leichtgläubig!

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Benutzerfoto: meme

meme

06.08.2007, 10:07

Ich meine hier nur Versagensängste im Bereich schreiben, dass ich ja nicht als Broterwerb sondern aus “Spaß” betreibe. Es ist für mich auch nicht Therapie sondern Entspannung, Freude, Kommunikation – es hängt nichts davon ab. Warum also Angst vor Versagen ??
Wenn ich irgendetwas in meinem Leben gelernt (besser vielleicht mit Mühen mir erarbeitet habe), dann ist es geistige Unabhängigkeit. Ich war immer schon ein Mensch, der gerne gegen den Strom schwimmt, habe immer gedacht und getan, was ich wollte – allerdings immer auch in gewissem Rahmen, unter Beachtung von Regeln, die mir mein Gefühl (nenn´ es von mir aus auch Gewissen – sicher auch geprägt durch meine Erziehung) vorgegeben hat. Natürlich gibt oder gab es auch maL Versagensängste – aber selbst wenn ich meinen Ansprüchen (die der anderen sind mir eher egal) mal nicht genüge, ist das keine existenzielle Bedrohung mehr.
Mein Problem ist eher meine Abneigung gegen Öffentlichkeit, gegen zu viel Anteilnahme an meiner Person – nenne es auch “Schüchternheit”. Ich weiß, wer ich bin, was ich kann – aber das und meine innersten Gedanken und Gefühle möchte ich auch gerne für mich behalten. Das macht mich für “hohe Literatur” vermutlich auch eher ungeeignet – für Spaß am Schreiben reicht es.

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Dummy_user

gelöschtem Nutzer

06.08.2007, 12:47

Stil ist eine narrative Stimme, die charakteristisch für den Autor ist. Und ja, der Autor braucht einen. Unbedingt.

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