gestartet von gelöschtem Nutzer (03.08.2007, 16:55)
oh ja, das thema gefällt mir auch.
gelöschtem Nutzer
03.08.2007, 17:25
Dann fangen wir an: natürlich mit dem Anfang. Wenn ich etwas schreibe, ob kurz oder lang, immer gab es eine ursprüngliche Motivierung, einen Samen; aus dem das Ganze nachher entstanden ist. Dieser Ausgangspunkt kann ein Bild, oder ein Wort sein, ein satz, eine Erinnerung, das eigene Erlebnis oder die Erfahrung eines anderen.
Es ist nicht unwichtig, sich im Klaren darüber zu sein -gerade wenn man z.B. writer´s block erlebt. Oft kannst du weiter schreiben, wenn du den Ursprung hinterfragst.
Hallo, ich freu mich, hier mitmachen zu dürfen. Das Schreiben war für mich schon als kleines Mädchen mehr als ein Hobby. Angefangen hab ich mit kleinen Geschichten und Gedichten. Heute schreibe ich – hört hört – an meiner Biographie, ich schreibe Gedichte, habe die Geschichte meines Vaters aufgeschrieben, etc. etc. Bis jetzt immer nur für mich, Freunde und Familie. Einfach nur aus Freude am Schreiben.
gelöschtem Nutzer
03.08.2007, 17:32
Das ist, meiner Meinung nach, kein schlechter Ausgangspunkt, Silvana: einfach schreiben aus Freude am Schreiben.
Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viel geschrieben wie in den letzten Monaten. In meiner Schulzeit, ja da waren “Aufsätze” auch so ein Lieblingsding von mir – danach war Funkstille – bis auf die diversen Prüfungen, in denen ich immer voll aufgedreht und ein Thema in einem Rutsch ausführlichst niedergeschrieben habe. War selbst immer ganz erstaunt, wie sich der Bogen immer wieder zum Anfang fand.
Aber das war Pflicht – heute, hier bei QYPE, das ist Kür, das ist Spaß – wird zunehmend flüssiger und, wie ich meine, besser in Form und Inhalt. Ist vielleicht aber auch nur meine eigene ganz unmaßgebliche Meinung.
Bei mir ist es auch so, dass erst eine Idee da ist, und ich diese Idee dann oft eine ganze Weile mit mir rumtrage – nachdenke, ändere und wieder neue Aspekte finde. Vorzugsweise passiert das während meiner täglichen Fahrten von und zur Arbeit, was mir demnächst eine vierwöchige Fußgängerphase beschert hat.
Dann kommt die Recherche – ich suche immer im Internet, ob ich zu einem Ort irgendetwas finde, dass ich einbauen kann – nicht “klauen” natürlich, aber ein bißchen Hintergrund muß sein.
Und dann schreibe ich, meistens nachts, nachdem ich in meinem Sessel ein kleines Nickerchen nach einem langen Arbeitstag hinter mich gebracht habe – irgendwie bin ich dann besonders produktiv.
dein verfasstes kann dir im grunde eh niemand klauen [obwohl der online-veröffentlichte text jeglicher nutzung ausgesetzt ist].
in reflektierter korrespondenz mit seiner eigenen moral, ist immer alles erlaubt!
das besondere am qypewriting ist das feedback, du setzt dich und deinen text aus, du als autor [dessen texte öffentlich zugänglich sind] bekommst dafür punkte, gleichzusetzen mit ertrag und auflage bei büchern. dadurch entwickelt sich ernsthaftigkeit -> im besten falle entsteht eine win-win situation.
ohne autoren keine plattform, ohne plattform keine autoren? das muss sich jeder der hier publiziert selbst beantworten!
Ich meinte auch nicht, dass mir jemand “was klaut” – ich meinte meine Internet-Recherche, die ich dann in meinen eigenen Text einbaue. Internetseiten zu kopieren ohne Quellenhinweis finde ich nämlich weder richtig noch sinnig ein Zitat – als solches gekennzeichnet ist ok, aber der Text sollte schon komplett von mir verfäßt sein. Und das Feedback – viel diskutiert, viel verteufelt, heiß geliebt – keiner kann sich wohl von dem Wettbewerbsgedanken ganz frei machen. Es ist einfach schön, gelesen zu werden, positive Rückmeldungen zu bekommen – für mich ist es einfach wie der Applaus für den Schauspieler – darf nur nicht zum Selbstzweck werden.
ich weiß nicht, im bereich der kreativen äußerung ist immer alles erlaubt! klauen, zitieren, sich selbst ins rampenlicht stellen, posing, angeben, was-weiß-ich-was, tu was du willst!
zitate kennzeichen sich durch sich selbst, sie stehn für sich, sind zitate. musst du sie zitieren -> nenn die quelle, oder laß es sein! alles eine frage der hermeneutik!
Finde ich unseriös – mich selbst ins Rampenlicht stellen, posen, angeben ist mir zutiefst zuwider, und Zitate kennzeichnen sich nun mal nicht selbst. Das mal eins dazwischen rutscht, mag ja sein, aber generell sollten sie schon mit Quellenangabe gekennzeichnet sein. Und übrigens – warum schreibst Du nicht einfach Interpretation – hier schreiben und lesen auch “Leute wie Du und ich” – nicht nur Akademiker oder professionelle Schreiber.
schreiben ist keine moralische kategorie! wenn es das für dich ist, bitte sehr, go on!
interessant wirds erst, wenn du in deine dir unbekannten regionen vorstößt - ob anfänger oder langjähriger, ob akademiker oder sonstwas - es ist der blick über den eigenen tellerrand hinaus!
Wer hat was von Moral gesagt – ist eine Frage des Stils – über den Tellerrand blicken kann ich auch, wenn ich mich an gewisse Spielregeln halte – unbekannte Regionen in mir gibt es für mich kaum, da ich mich permanent selbst in Frage stelle – und das mit dem Akademiker betraf nur Deine Fremdwörtersucht (oder sollte ich vielleicht schreiben Profilierungswut) – Sorry, bin schon etwas müde und dann werde ich leicht aggressiv.
liebe mechthild, du hast recht: schreiben hat sicher auch was mit profilierung zu tun, und mitunter auch mit sucht und weil sprache so ein wunderbar weites land ist, schau ich auch gerne mal in anderen regionen nach -> mit wut hat das nichts zu tun, es ist interesse, das treibt mich.
und sich permanent selbst in frage stellen, ist nicht zwingend ein förderlicher schreibantrieb, das weiß ich aus eigener erfahrung.
Guten Morgen – Gerald – da bin ich auch wieder, mehr oder weniger ausgeschlafen, aber weniger aggressiv. Auch Dich hat die Nachtruhe milder gestimmt, wie ich sehe – und verstehen tue ich Dich heute auch. Denn das war mein Anliegen – daher Sucht und Wut – hat für mich nichts mit Deinem Schreibantrieb zu tun, sondern lediglich mit dem besseren Verständnis für alle User, die nun mal tatsächlich nicht alle einen Universitätsabschluß oder ähnliches haben – oder bin ich als insofern “minderbemittelte Hausfrau” hier allein ??
Und das “in Frage stellen” hat insofern nichts mit meinem Schreibantrieb hier zu tun, als ich das Schreiben als Entspannung, als Ersatz für meine im Moment ziemlich verkümmerten Sozialkontakte sehe. Aufgrund meiner äußerst ungünstigen Arbeitszeiten fällt einfach vieles flach – Austausch mit Gleichgesinnten im Gespräch, gemeinsame Unternehmungen etc.
Da freue ich mich einfach, dass ich das hier in schriftlicher Form mit vielen lieben Menschen teilen kann – und gebe mir entsprechend natürlich viel Mühe, die Beiträge informativ und ansprechend zu gestalten – ganz so wie ich mich auch im persönlichen Kontakt geben würde (hoffe ich zmindest).
Das in Frage stellen betrifft mich als Person, ich weiß immer gern, mit wem ich es zu tun habe – also stehe ich neben mir und analysiere, kritisiere, versuche zu verbessern. Insofern gibt es wenig Unbekanntes für mich in mir.
So – jetzt muß ich meinen samstäglichen Haushaltspflichten nachkommen – inclusive Großeinkauf für die Woche – bis heute abend mal – Gruß Mechthild
@meme und Lokalreporter: Viel gelernt, bei eurer Diskussion. Über eure Sicht der Dinge. Interessant. Was auf Qype besonders wichtig scheint, überhaupt bei allem Geschreibsel, ist die Originalität. Jeder hat seinen Zettelkasten, seine Quellen. Ich brauche Fakten als Orientierungsbojen, damit ich mich treiben lassen kann. Aber dann versuche ich Wort-Bilder, Zusammenhänge zu finden, die mir neu erscheinen, oder kreativ, oder liebevoll, oder interessant. Oder alles.