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Ich bin Coloniaexpress aus Köln. Ich bin Qyper seit dem 09.10.2010

"Heute sind die guten alten Zeiten, an die wir uns in 20 Jahren mit Wehmut erinnern werden. "

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Restaurant Odessa - Altstadt-Süd

Im Ferkulum 32, 50678 Köln

18.08.2011 (aktualisiert am 06.12.2012)

Nur manchmal wird mir bewusst, dass ich an einem Sonntag geboren wurde, also ein so genanntes und beneidetes Sonntagskind bin. Das soll ja Glück fürs Leben bedeuten. Stimmt auch, denn ich bin ein durchaus zufriedener Mensch und ruhe gewissermaßen in mir. Nichtsdestotrotz gibt es immer mal wieder solche Tage, da frage ich mich, warum ich eigentlich nicht Lotto spiele, denn es müsste mein Glückstag sein. Heute ist so ein Tag.

Seit ich bei meinem ersten Strausberg-Besuch eine göttliche Soljanka und bei meinem ersten Dresden-Besuch einen göttlichen Borschtsch genossen habe, wollte ich immer mal in ein russisches oder ukrainisches Restaurant gehen und die dort heimische Küche genießen. Diese Küche ist ja eher für deftige Kost mit kohl- und kartoffellastigen Speisen bekannt, also durchaus mein Geschmack.

Kürzlich habe ich hier über Qype einen Gutschein für ein 3-Gänge-Menü erstanden. Die Gelegenheit also, ein russisches Restaurant kennen zu lernen. Heute Abend war es soweit, zu Dritt sind wir ins ODESSA eingefallen und hatten das relativ kleine Restaurant, das einen Steinwurf von der Severinstorburg entfernt liegt, wundersamerweise für uns alleine. Oft ist das ja ein eher schlechtes Zeichen, wenn in einem Restaurant gähnende Leere herrscht. Allerdings ist das ODESSA auch erst wenige Monate hier in der Südstadt ansässig und liegt nicht gerade an der für Laufkundschaft interessanten Severinstraße, sondern im eher beschaulichen Ferkulum. Das Restaurant selbst hat eine familiäre Größe und bietet ein gemütliches Ambiente, wobei der Inhaber Wert darauf legt, es nicht mit russisch-typischen Nippes zu überladen. Samtkissen, Troddeln und einen Samowar wird man hier nicht finden, dafür aber angenehme osteuropäisch-musikalische Untermalung.

Heute aber erwies es sich als wahrer Glücksfall. Der ukrainische Wirt bediente uns höchstselbst und erwies sich als gewissenhafter Reiseführer durch die kulinarischen Stationen seiner heimatlichen Küche. Nebenbei konnten wir auch ein höchst interessantes Wodka-Tasting durchführen.

Als Amuse-Gueule wurde Baguettebrot und ein Kräuterquark gereicht. Als Aperitif kamen zwei Wodkas auf den Tisch, Nemiroff Original und ein Nemiroff Birke. Im Vergleich dazu ist der übliche Supermarkt-Wodka wie Smirnoff, Moskowskaja oder dergleichen nur billiger Fusel. Vor allem der milde und interessant parfümierte Nemiroff Birke ist mit nichts mir Bekanntem vergleichbar.

Als Vorspeise wählten wir zwei Mal Borschtsch (5,00 €) und ein Hering im Pelzmantel (5,50 €) – und probierten wie üblich rundum. Der Borschtsch mit einem dicken Klecks Sahne war ein Gedicht. Ich hätte mir ein wenig mehr Fleischeinlage gewünscht, aber ansonsten war er geschmacklich einfach rund. Der Hering im Pelzmantel, eine recht üppige Vorspeise, war ein Salat aus köstlichen, herrlich milden Salzheringen, vermischt mit Roter Beete und Kartoffeln, wobei die Rote Beete nicht zum Einfärben der Speise benutzt wurde, sondern zum parfümieren. Wunderbar, ein perfekter Einstieg!

Zur Einstimmung auf den nun folgenden Hauptgang wurde uns ein Nemiroff Lex kredenzt. Wow! Das ist nun nochmals eine Liga über dem Nemiroff Original und will in kleinen Schlucken genippt werden, um den Genuss zu verlängern.

Als Hauptspeise wählten wir
- Schaschlik Kaukasus mit mariniertem Schweinefleisch vom Grill, dazu gegrilltes Gemüse und gebratene Kartoffeln (keine Bratkartoffeln!) und eine fruchtig-pikanten Soße (12,60 €)
- Stör-Schaschlik mit Stampfkartoffeln und Gemüse (19,50 €)
- Pelmini – gekochte Teigtaschen mit Lachs- und Shrimpsfüllung, dazu eine spezielle Kräuter-Sahnesoße (11,40 €)

Das Fleisch war saftig und zart, der Stör war auf den Punkt gegart und ebenfalls saftig und zart, die Beilagen passten und schmeckten einfach nur gut. Die Pelmini, für die ich mich kurzfristig umentschieden hatte, denn ich wollte eigentlich das Schaschlik probieren, waren ein Gedicht, vor allem in Verbindung mit der Soße.

So, jetzt zurück lehnen und zufrieden schlummern, aber vorher noch einen Wodka, diesmal soll es als Digestif etwas wirklich ukrainisches sein: Ein Nemiroff Honig&Pfeffer! Wow! Sollte mir jemals kalt sein, werde ich zu diesem Wodka greifen. Das ist, als wenn dir ein Engelchen auf die Zunge pisst. Die leichte Süße des Honigs umschmeichelt deine Zunge, und wenn du den kleinen Schluck in den Rachen versenkst, breitet sich ein wohlig warmes Gefühl in deinem Brustkorb aus. Ein besonderes und anhaltendes Erlebnis.

Zum Dessert gibt es nun noch zwei süße russische Bliny (6,50 €), das sind dünne, fluffig-zarte Pfannkuchen gefüllt mit süßem Quark und einer Apfel-Mandel-Mischung, angerichtet an einer warmen Kirschsoße, das Ganze nicht zu süß, sondern sehr angenehm.

Als Abschluss gab es noch einen vom Gastgeber “Kinderwodka” genannten Nemiroff Moosbeere, der geschmacklich an chinesischen Pflaumenwein erinnert.

Als Durstlöscher gab es ein strammes Bier, nämlich ein Baltika No. 6 (0,5 l zu 3 €), ein Porterbier mit 7 % Vol.Alc., das sehr rauchig schmeckt, fast wie das Bamberger Schlenkerla.

Ein rundum gelungener Abend, ein nahezu perfektes Essen und ein völlig neues Wodka-Gefühl, dazu habe ich einiges über die russische und ukrainische Küche und die Kultur gelernt. Hier kehre ich 100 %ig wieder ein – und spreche eine 5-Sterne-Plus-Empfehlung aus. Jetzt muss ich nur wieder nüchtern werden ;-) dabei hilft mir vielleicht auch der Kwas, ein vergorener kohlesäurehaltiger Brottrunk, den es schließlich noch aufs Haus zu trinken gab.

Falls sich jemand die Frage stellte. warum ich keine Soljanka bestellt habe: Die mache ich mir morgen selbst – in einem großen Topf! Und auch dazu habe ich ein paar wertvolle Tipps aus der ODESSA-Küche erhalten.

Na Sdarovje!


Update 21.10.2011

Nur ganz kurz:
Mein zweiter Besuch im Odessa stand dem ersten in nichts nach – und zwar buchstäblich! Die Wodka-Karte wurde erweitert und erfolgreich getestet, die Soljanka ist der Hammer und das kaukasische Schaschlik ist zum niederknien.


Update 6.12.2012

Endlich hat es geklappt: Seit Monaten planen wir im Rahmen des monatlich stattfindenden Qype-Stammtisches einen Besuch im Odessa. Obwohl ich mittlerweile weiß, was mich dort erwartet – und die Messlatte liegt schon ziemlich hoch – wurde ich auch diesmal wieder angenehm überrascht.

Die von Siri gestiftete Vorspeisenplatte (für 3-4 Personen) bot auf geschätzten 60 × 30 cm Grundfläche einen Querschnitt durch die kalte ukrainisch-russisch-griechische Küche. Ja, richtig gelesen, auch griechisch. Denn die russisch-orthodoxe und die griechisch-orthodoxe Kirchenkultur hat auch starken Einfluss auf die Küchenkultur, weshalb man allenthalben den griechischen Einfluss verspüren kann.

Schön abgeteilt mit je 1/3 Fisch-, Fleisch- und eingelegten Gemüse-Variationen war alleine die Vorspeise schon den Besuch wert. Obwohl wir uns zu fünft von der Platte bedienten, blieb noch einiges übrig, weil wir uns noch Platz für die Hauptspeise reservieren wollten. Ich würde mal sagen, dass 3 Personen schon alleine von dieser Vorspeisenplatte satt werden können – vielleicht noch ein Süppchen vorab…
Ich schwärme mal ein wenig:
- Die Eihälften mit Lachskaviar, himmlich! Keine Ahnung, warum die niemand sonst wollte, ich war hin und weg.
- Seljodka po chuboi (Hering im Pelzmantel) – einfach nur phantastisch
- die Rindfleischpastete – mmmmmh!
- der Salat Olivié (Kartoffelsalat mit Hähnchenbrust, Salzgurke und Roter Beete) – lecker!
- die gekochte Kalbszunge – butterzart und lecker
- die Lachsroulade mit Shrimpsfüllung – wunderbar festes Fleisch und einfach lecker
- die Hähnchenroulade mit Backpflaumenfüllung – zum niederknien
- und, und, und… genug geschwärmt? Appetit bekommen?
Zur Vorspeise nippe ich entsprechend der bewährten Empfehlung von Geschäftsführer Yuri einen Zarskaja Gold Snow.

Nachdem ich mich drei Mal umentschieden hatte, wagte ich mich schließlich analog zu meiner gern gesehenen Casting Show “The Voice of Germany” (“Du musst auch mal was riskieren, sonst kommst Du keine Runde weiter”) an das Lachsfilet Odessa (Gegrillter Lachs auf einer Kaviar-Crevetten-Sauce mit Reis). Gegrillter Lachs, gefährlich, wird sehr leicht trocken. Ich mag keinen treckenen Fisch. Aber der Koch im Odessa genießt aber einen hohen Vertrauensvorschuss – und hat mich wieder einmal nicht enttäuscht. Der Lachs ist saftig und nur mild gewürzt. Die Soße korrespondiert perfekt mit dem Reis, der auf den Punkt gegart ist.

Als Digestif wird mir ein Premium-Wodka Beluga Export empfohlen, der nur noch von dem als Dessertersatz gereichten Stolichnaya Elit getoppt wird.

Am Ende ist der Besuch im Odessa auch diesmal wieder eine vollkommen runde Sache, auch dank des persönlichen Services.

Vielleicht noch einen Tipp am Schluss:
Dienstag ist im ODESSA Schaschliktag, d.h. dass es auf alle Schaschlik-Gerichte rund 30 % Rabatt gibt. Also nix wie hin!

Auszeichnung für "Very Important Qyper", kurz "VIQs"

Siri inDRESDENrussischEsser:
da gips das
http://www.qype.com/place/17682 – Restaurant St. Petersburg – (Hauptstr. 11).
in der Prager Str. gibt es wohl nix russkij ресторан-restoran mehr … :-(

Auszeichnung für "Very Important Qyper", kurz "VIQs"

Siri @coloniaexpress:
Борщ mit mehr fleisch kannste Dir übrigens ja auch selber köcheln:
http://www.qype.com/forums/4792/topics/25385


gibt es eigentlich ein restaurant ‘Köln’ in Odessa? ;-)

Freddy Schilling - Die Hamburger Manufaktur - Neustadt-Süd

Kyffhäuserstraße 34, 50674 Köln

12.10.2012

Gold!!! GOLD!!!! G O L D !!!!! G O L D !!!!!

Goldrausch im Kwartier Lateng !!!

Ich habe eine Goldgrube entdeckt! Leider war der Claim aber schon abgesteckt. Von einem gewissenlosen Fleischklopsbrater namens Freddy Schilling.

Man stelle sich eine Westernstadt in Miniformat vor: Claim, Bahnhof, Bank, Saloon, BBQ - alles in einem Raum von vielleicht 40 qm! Mit genau so vielen Menschen darin. Das Gegenteil einer Geisterstadt, eher C&A im Schlussverkauf. Die wenigen Sitzplätze werden mit tiefgeschnalltem Colt verteidigt. Einen Sitzplatz zu bekommen ist das hier beliebteste Glücksspiel. Nur ein typisches Accessoire fehlt: Der Spucknapf. Kein Platz dafür!

Die Menschen stehen Schlange an der Kasse, um ihre Bestellung aufzugeben, warten dann andächtig bis zu einer halben Stunde auf ihren Burger. Stehend. Schweigend. Oder schwatzend. Weil im Saloon nur ein Tisch für vier Burgerliebhaber (oder sechs Marathonläufer oder acht Magermodells) vorhanden ist.

Natürlich ist das nicht annähernd ein Saloon hier, auch keine Westernstadt. Nur eine Assoziation dessen. Tatsächlich ist es eine Burgerbraterei auf dem Handteller unter Ausnutzung jedes Quadratzentimeters Raum.

Trotzdem ist für Unterhaltung während der Wartezeit gesorgt, wenn man den fröhlichen Kassierer und die drei bis vier Burgerbauer auf geschätzten 6 qm beobachtet. Wie sie auf engstem Raum eine Choreografie um ihre Bratstellen aufführen, sich umtänzeln ohne zu berühren, das hat schon was. Da sie dabei jede Berührung vermeiden, dürften sie zum Feierabend so angeheizt sein, dass sie sich  zu Hause zuerst auf ihre Partner stürzen und groben Sex vollziehen, bevor sie die Jacke an die Garderobe hängen und die Schuhe ausziehen. Ich schweife ab, zurück zum Thema.

Irgendwann wird dein Name ausgerufen, und wenn du die Hand in die Luft reckst, wird dir deine Bestellung an den (Steh-)Platz gebracht. Auf Porzellan. Ein wunderschön anzusehender, großzügig mit Zwiebeln und Salat belegter Burger mit 180 g Fleisch, perfekt gebaut und mit einem Holzspieß fixiert, umschmeichelt von kleinen perfekt gegarten Rosmarin-Kartoffeln in enger Verbrüderung mit einem leckeren hausgemachten Kräuter-Knoblauch-Quark. Mit Tränen in den Augenwinkeln macht man sich an die Zerstörung dieses Kunstwerkes, immer im Hinterkopf, wie grausam die dilletantischen Bausätze bei McDonalds oder Hesburger die Augen des Betrachter beleidigen. Mir kommt der Vergleich Mona Lisa vs. Angela Merkel in den Sinn.

Das Stöckchen wird gezogen, die Haube von Freddy's Favorit beiseite gelegt, Messer und Gabel (ja, tatsächlich isst man hier die Burger mit richtigem Besteck) ins frisch gebratene Fleisch versenkt, das dampfende Hackfleisch zwischen die Zähne genommen und gekostet... Jo..., jo, das schmeckt ziemlich gut. Könnte deutlich mehr Gewürz im Fleisch vertragen. Die hausgemachte Hamburgersoße, hier "Kölner Ketchup" genannt, ist dagegen hervorragend komponiert. Vor allem scheint der Zuckeranteil überschaubar zu sein. Das Weizenvollkornbrötchen hat die richtige Konsistenz, den richtigen Feuchtigkeits- bzw. Trockengrad und ist an den Schnittflächen genau richtig in dem dafür vorgesehenen Profi-Toaster angeröstet.

Alles in allem merkt man, dass hier Profis am Werk sind. Das beginnt bei der Wahl des Standortes, der Internet-Präsenz (die allerdings etwas aktueller gehalten werden dürfte), führt über die Auswahl der Zutaten und die Zusammenstellung der Burger-Komponnenten sowie der Beilagen bis hin zum Personal, weshalb auch die relativ hohen Preise gerechtfertigt sind, abgesehen allerdings von den Getränkepreisen. Das etwas fade Fleischpattie war leider recht fettig und führte bei mir zu spontanen Verdauungsproblemen. Was den Genuss nachhaltig stört, sind die fehlenden Sitzgelegenheiten, die drangvolle Enge und eine Hektik und Lautstärke wie auf dem S-Bahn-Gleis im Hauptbahnhof.

Für Burger-Fans ist Die Hamburger Manufaktur von Freddy Schilling ein Muss. Wenn die Betreiber in ihrem Engagement und in Sachen Qualität nicht nachlassen, wird die Goldader auf lange Sicht nichts von ihrem Ausbeutegrad verlieren. Unglaublich: Hier komme ich tatsächlich in Versuchung, einen vegetarischen Burger zu probieren... beim nächsten Mal bestimmt!

Golden_Ticket_Dunny Mona Lisa vs. Angela Merkel…hahaha…like :-))

Imperia Pizza Lieferservice Köln Inh. Shunan Chen - Neuehrenfeld

Liebigstraße 52, China-Pizza Imperia, 50823 Köln

25.09.2012

Noch'n China-Taxi.

Man muss ja immer mal was Neues probieren. Also das Internet checken. Prächtiger Name, also gutes Futter? Ausprobieren.

Die Auswahl ist üppig, auch hier wieder internationale Auswahl: Chinesisch, Pizza, Pasta, Aufläufe, Schnitzel, Steaks, Gyros, Baguettes, Burger, Currywurst und Salate. Uff!

Vier Essen bestellt, dazu zwei Vorspeisen - bei einem China-Taxi halten wir uns ans chinesische Essen. Das Essen kommt einigermaßen pünktlich. Als ich es in Empfang nehme, trifft mich angesichts der Menge schier der Schlag. Ich türme die Verpackungen und die zwei Literflaschen Coke auf zwei Kantinen-Tabletts und schlepp' mir'n Buckel zu den Kollegen. Die Portionen stellen sich als riesig heraus, zusammen mit der Vorspeise ist das selbst für den XXL-Ostfriesen nicht zu schaffen. Da die Portionsbehälter (Alu-Schalen) wirklich bis an die Oberkante befüllt wurden, leidet die optische Prüfung doch ganz erheblich.

Die Speisen selbst sind nicht allzu deutlich gewürzt - scharf ist also keinesweg scharf, sondern eher Durchschnitt. Der Fleischanteil ist enorm, das Gemüse ist frisch und noch knackig, die Soße mehr als üppig. Dennoch schmecken die Speisen irgendwie alle gleich. Was heißt das nun? Ich sag' mal so: Für den großen Hunger bestens geeignet, wenn man keine geschmacklichen Raffinessen erwartet. Das Essen ist beileibe nicht schlecht, aber auch keine Offenbarung.

Keine der drei bisher getätigten Bestellungen kam pünktlich. Die erste kam 10 Minuten, die zweite 50 Minuten und die dritte 25 Minuten verspätet. Okay, die 50 Minuten sind entschuldigt, da die halbe Stadt ein Stau war, dennoch scheint man es mit der zugesagten Zeit nicht so genau zu nehmen, obwohl die Internet-Bestellungen jeweils 1 Stunde vorher abgegeben und auch bestätigt wurden.

Kyoto Running Sushi - Sülz

Luxemburger Straße 181-183, 50939 Köln

25.09.2012

Nachdem ich kürzlich einen DailyDeal-Gutschein für AYCE für zwei erstanden hatte, las ich hier die Bewertungen. Tja, wer zu spät kommt... Also egal. Augen zu und durch. Einen Kollegen gefragt, der in der Nähe wohnt: "Naja, ich geh nicht mehr hin."

Letzte Woche dann also mit ganz kritischen Augen das Check-In im Kyoto. Die obligatorische telefonische Reservierung ging in Ordnung. Die Begrüßung im nahezu leeren Lokal dagegen war etwas chaotisch. Mein Name wurde wiederholt einer falschen Reservierung zugeordnet, die sprachliche Barriere scheint doch noch relativ hoch zu sein, wie sich auch bei anderer Gelegenheit erwies. Dennoch waren die Damen allesamt nicht unfreundlich, schienen mir aber doch sehr unsicher. Die von einigen bemängelte Sauberkeit konnte ich nicht feststellen. Sowohl unter wie auf dem Tisch war alles sauber.

Das Ambiente ist bemüht asiatisch, aber einfach. Für eine Sushi-Bar der unteren Preiskategorie ist das schon in Ordnung. Das Running Sushi beginnt in der Küche und läuft in einem Glastunnel mitten durch das Lokal. Auf der einen Seite befinden sich die Barplätze, auf der anderen stehen zweier- und Vierertische direkt neben dem Band gruppiert. Die Entnahme vom Band geht bequem durch Schiebefenster. Damit ist eine gewisse Kühlung gewährleistet. Sicher nicht die schlechteste Lösung. Das Band läuft zügig durch und ist auch gut bestückt. Gut, die Auswahl wie beispielsweise bei Sushi am Ring oder Sushiou kann man hier nicht erwarten, aber die Qualität war in Ordnung.

Zum Einstieg konnte man zwischen einer Peking Suppe (hm...) und Miso Suppe wählen. Kann man machen, muss man aber nicht. Eine Offenbarung war die Miso Suppe jedenfalls nicht.
Die Auswahl an Sushi und Nigiri mit Lachs, Thun und Octopus war ausreichend, dazu kleine wie große Garnelen, Sashimi und natürlich vegetarisches Sushi, Inside-Out und California-Rolls mit verschiedenen Kaviararten. Außerdem wurden Saté-Spieße und diverse fritierte Hähnchenteile und Fischbällchen angeboten. Nach einiger Zeit liefen zahlreiche Deserts um, so z.B. Eis und Früchte, aber auch gebackene Bananen und ähnliches. Etwas seltsam mutet an, dass auch Schälchen mit Gari und (wie üblich unechtem) Wasabi auf dem Band mitliefen. So weit so gut, aber dass das Gari nach kurzer Zeit vergriffen und nicht nachgelegt wurde, verwundert.
Vermisst habe ich die eher raffinierteren Sushis wie z.B. Gunkanmaki, Oshi-Sushi und Sasazushi. Aber bei dem Preislevel ist das ebenso verständlich wie zu verschmerzen.

Die Getränkepreise sind im normalen Rahmen. Für meine Kanne Genmai Cha Tee (Grüner Tee mit geröstetem braunen Reis) habe ich 4,50 Euro bezahlt und den ganzen Abend von getrunken. Obwohl ich normalerweise keinen ungesüßten Tee trinke, hat mir dieser so natürlich genossen ausgezeichnet geschmeckt. Kleiner Tipp: Beim Ausgießen den Kannendeckel lupfen, dann sabbert auch nicht die Hälte neben die Tasse :-)

Am Service gab es wenig bis nichts auszusetzen, je nachdem wie genau man es nimmt. Leere Teller wurden sofort im Vorbeigehen abgeräumt, sodass sich auf unserem Tisch nichts stapelte. Die Teller (auch von den benachten Tischen) wurden kurzerhand auf einem anderen Tisch gestapelt und zwischendurch immer mal in die Küche gebracht. Sicher wäre es für das Gesamtbild besser, dafür einen besonders abgesetzten Tisch in Küchennähe zu wählen und nicht einen inmitten des Restaurants, auch wenn die Wege dann länger werden. Insofern kann ich die Kritik nachvollziehen. 

Die schon erwähnte Sprachbarriere scheint die Mädels stark zu verunsichern, weshalb Fragen nicht immer befriedigend beantwortet werden können. Gäste, die dafür keine Nachsicht  aufbringen, werden sich beklagen und unleidlich, dies reflektiert sich dann im Unwillen seitens des Personals. Andererseits geht eine Verständigung auch mit Geduld, den Händen und einem Lächeln letztlich problemlos über die Bühne. Bei so etwas fällt mir stets der Kant'sch Kategorische Imperativ ein - und dann handele ich danach. Und mit etwas gutem Willen klappte am Ende sogar ein netter Plausch mit der Bedienung, die verriet, dass sie dies ihr erster Tag war.

Auszeichnung für "Very Important Qyper", kurz "VIQs"

flifu Kommt nicht oft vor, dass Kant in einem qype-Beitrag Berücksichtigung findet. Gut!!

Auszeichnung für "Very Important Qyper", kurz "VIQs"

Coloniaexpress Ich versuche mich möglichst an Kants KI zu halten. Ich dachte früher mal, das gäbe mir ein gerüttelt Maß an Gelassenheit. Leider ist oft genug das Gegenteil der Fall, wenn ich sehe wie häufig diese philosophische Grundregel völlig außer Acht gelassen wird – vor allem im ach so anonymen Internet.

Traubenreich - Deutz

Constantinstr. 92, 50679 Köln

24.09.2012

Seit dem Tod der Inhaberin Beate Weege am 20. Juli 2012 ist das Traubenreich leider für immer geschlossen.

Emre Minimarkt - Riehl

Rotterdamer Str. 2, 50735 Köln

05.09.2012 (aktualisiert am 24.09.2012)

Drei Wochen ist es her, dass sich hier endlich nach immerhin 6 Jahren mal wieder ein Laden rein traut. Hier in dieses Ghetto. Wobei Ghetto ausdrücklich nicht auf das anspielt, was man heute so darunter versteht, also sozialer Bodensatz und Kriminalität. Sondern das, was man ursprünglich darunter verstand.

Kleiner Exkurs:
Ghetto hieß der kleine Stadtteil auf einer etwa 1 Hektar kleinen Insel im Sestiere Cannaregio inmitten Venedigs des 16. Jahrhunderts, abgegrenzt und separiert und ausschließlich von den venezianischen Juden bewohnt. Die Juden genossen hier den Schutz vor der Inquisition, hier gab es explizit keine Judenverfolgung und keine Pogrome.

Ähnlich positiv will ich es hier auch verstanden wissen. Die Siedlung Rotterdamer Sraße ist fest umschlossen von der Rheinuferstraße mit Verlängerung An der Schanz und der Riehler Straße und findet ihren Abschluss in der Tiergartenstraße. Hier stehen in acht Reihen dreistöckige Wohnhäuser (früher Ford-Werkswohnungen, durch die damalige Neue Heimat gebaut), dazu vier 18geschossige Hochhaustürme sowie zwei achtgeschossige Miethausriegel. Hier wohnt also eine ganze Menge Volk, aber es gibt keinerlei Geschäfte. Lediglich im AXA-Hochhaus jenseits der Siedlung befindet sich ein kleiner Laden, der aber wegen der exorbitanten Pacht viel zu hochpreisig ist und wohl deshalb alle zwei bis drei Jahre die Besitzer in den Konkurs treibt. Drumherum ist weit und breit nichts außer Rhein, Zoo und Hauptverkehrsmagistralen mit unüberwindbaren Stadtbahngleisen. Darum Ghetto.

Die nächsten nennswerten Geschäfte befinden sich mindestens 2 km entfernt am Riehler Gürtel, am Ebertplatz oder gleich auf der anderen Rheinseite in Mülheim. Da hier durch die genossenschaftlichen Wurzeln auch sehr viele alte Leute wohnen, ist hier ein fußläufig zu erreichendes Geschäft für den täglichen Bedarf unbedingt vonnöten.

Nach langen Jahren ist es also endlich soweit: Eine junge und sympathische türkische Familie hat den Mut gefunden, das seit Jahren leerstehende Ladenlokal zu pachten und ein Lebensmittelgeschäft zu eröffnen. Der Laden wurde übrigens nach dem kleinen Sohn des Inhabers benannt.

Was in den ersten Tagen nach der Eröffnung noch ausschließlich türkisch anmutete, wird nach und nach eingedeutscht. Es gibt neben viel frischem Obst und Gemüse eine Unmenge orientalischer Lebensmittel, die aus der türkischen Küche nicht wegzudenken sind. Dabei geben sich die Inhaber aber jede erdenkliche Mühe, nach und nach auch die Bedürfnisse der deutschen Küche zu bedienen, für Anregungen durch die Kunden haben sie ein offenes Ohr.

Der Laden verändert sich auf diese Weise nahezu täglich. Nicht nur, was das ständig erweiterte Angebot angeht, sondern auch die Aufstellung und Sortierung der Regale und Truhen verändert sich hin und wieder. Was sich in den ersten Wochen leider nicht geändert hat, ist der Mangel an Kunden. Es wird Zeit, dass der Laden in der Siedlung bekannt gemacht wird, sei es durch Aushänge oder Wurfsendungen.

Ich jedenfalls kaufe hier meine tägliche Ration Ayran und streife minutenlang durch die Regale, um neue Genüsse zu entdecken. Ein kleiner Plausch mit den Inhabern ist auch immer drin, und so erfahre ich doch den einen oder anderen Küchentipp. Man kann nur hoffen, dass die zahlreich vorhandenen Anwohner den Laden annehmen, bevor den Inhabern die finanzielle Puste ausgeht. Denn das wäre ein Verlust für die Siedlung, die dann wieder im Ghetto-Schlaf versinkt.
Auszeichnung für "Very Important Qyper", kurz "VIQs"

Coloniaexpress Ja, ich war auch erschüttert, als ich Anfang März vor verschlossenen Türen und leeren Regalen stand.
Dass der Laden im Colonia-Hochhaus nicht durchhalten wird, war mir fast klar. Ich hörte was von einer Pacht von 5000 € im Monat. Diese zahl muss man sich erst einmal vor Augen halten! So viel kann dort kein Laden erwirtschaften. Der Emre-Markt hatte aber eine viel geringere Pacht. Leider war ich aber jedesmal der einzige Kunde dort.
Das einzige, was man dem Betreiber vorhalten kann ist, dass er bis auf Obst und Gemüse fast nur Ware für den türkischen Bedarf hatte und damit die deutschen Omis und Opis der Siedlung nicht ansprach.
Wirklich schade!!

riehlerkalle Habe eben den Vorpächter des “Supermarktes” im Colonia-Hochhaus getroffen: Er sagte mir, er hätte bereits 5500 € im Monat zahlen müssen.
Hier will sich offenbar ein Vermieter ein Luxsleben auf Kosten fleißiger Menschen gestatten.
Jetzt wird er wohl kaum noch einen Dummen finden, um auf dessen Kosten gut zu leben.
Der Laden wird jetzt leerstehen. Doch leider ermöglicht die Berliner Regierung solchen Parasiten auch am Leerstand steuerlich zu profitieren.

Pizza&Döner Mediterrane - Deutz

Justinianstraße 13-15, 50679 Köln

04.03.2011 (aktualisiert am 24.09.2012)

Diesmal möchte ich nicht viele Worte verlieren – weil mir schlicht nichts einfällt:
Dies ist ein Pizza- und Döner-Allerweltsladen ohne jeden erkennbaren eigenen Charakter. Der Laden hat den Ich-weiß-nicht-wievielten Besitzer in den letzten Jahren und wird sich wohl so auf Dauer auch nicht gegen die etablierte Konkurrenz im 100-Meter-Umkreis (Euro-Grill, Arena-Grill, Athena-Grill, Vapiano usw.) durchsetzen.
Es gibt ein paar Tische mit Sitzplätzen, einen freundlichen “Koch”, vernünftige Preise. Die türkische Pizza (nicht frisch gemacht, sondern Vorrat) mit Lammdönerfleisch, Salat und Zsatsiki für gerade mal 4 Euro war ein echter Sattmacher und hat prima geschmeckt. Das ist durchaus mal wieder eine Mitnehm-Gelegenheit zwischen Bahn und Bus.
Der Imbiss liegt direkt an der Bus- und Stadtbahnhaltestelle Bf. Deutz/Messe LanxessArena und gegenüber dem Deutzer Stadthaus.


Update 29.3.2011 – 21:00 Uhr
Der Bus fährt mir vor der Nase weg und ich habe noch einen kleinen Hunger, also schnell rein ins Café Balli und eine Kleinigkeit essen: Kleiner gemischter Salat mit Kräuter-Joghurtsoße und ein Becher Ayran zu 3,50 €. Das war ein ziemlich großer “kleiner” Salat, frisch, knackig, lecker mit der leichten Joghurtsoße und genau das Richtige am Abend. Kann ich nur empfehlen. Da darf mich dann auch mal die KVB ärgern…


Update 6.9.2011
Und wieder einmal beschert mit die zu frühe Abfahrt des Busses einen längeren Aufenthalt in Deutz, den es zu füllen gibt. Da auch mein Magen nach einer abendlichen Füllung verlangt, steht einem neuerlichen Besuch bei Café Balli nichts im Wege.

Diesmal möchte ich etwas warmes essen, aber der Sinn steht mir nicht nach Türkisch Pizza oder Döner, sondern nach Hausmannskost, wenn auch mediterran.

Für gerade mal 4,90 € werden zwei bis drei verschiedene täglich wechselnde Tagesgerichte abgeboten. Mich lachen die gefüllten Paprikaschoten mit Reis und Salat an, also bestelle ich eine Portion und nehme sie mit nach Hause. Dort angekommen, bin ich verblüfft über die schiere Menge: Der Gute hat mit drei mit Lammhack gefüllte Paprikaschoten und zusätzlich zwei Lammröllchen im Weinblatt eingepackt, einen guten Scheffel Reis mit einer Kräutersoße und eine ganze Schale gemischten Salat dazu. Muss ich hungrig ausgesehen haben! Die ausgewachsene Mahlzeit für ausgewachsene Männermägen war zudem auch noch ziemlich schmackhaft zubereitet und unschlagbar preiswert.

Fazit: Daumen hoch! Und ein Stern für das besonders gute Preis-Leistungsverhältnis dazu.


Update 22.9.2012

Neuer Besitzer, neues Glück?

Nicht wirklich!

Im Fenster hängt seit Wochen ein Schild: “Angebot! Dönerteller mit Pommes o. Reis und Salat incl. Soße 5 Euro”. Die gewohnten Tagesgerichte standen nicht mehr im Angebot.

Da mir eben der Bus vor der Nase weg gefahren ist und ich Hunger auf einen Döner habe, ist das jetzt das Richtige.

Leider bekomme ich aber das schlechteste Hähnchen-Döner seit ewigen Zeiten! Die Pommes matschig und ungesalzen, das Fleisch trieft vor Fett und schmeckt trotzdem nicht. Einzig der Salat mit einer selbst gemachten Essig-/Öl-Soße ist genießbar. Der Rest wandert nach nicht einmal der Hälfte in den Müll. Das geht gar nicht.

Tut mir leid, Leute, aber dieses “Angebot” ist die beste Werbung für den Arena-Grill um die Ecke! Und weg sind die Sterne.

Auszeichnung für "Very Important Qyper", kurz "VIQs"

Coloniaexpress Guten Appetit!

Pizzeria Licata - Nippes

Niehler Straße 166, 50733 Köln

24.09.2012

Nachdem LILA Pizza so ein schmähliches Ende durch Konkurs erlitten hat, musste ein neuer Pizza- und Pasta-Lieferant her. Die Internet-Recherche führte mich zu Licata, ein Futter-Lieferant, der alles anbietet: Italienisch, Chinesich, Mexikanisch, Indisch und dazu noch die deutsche Schnitzel- und Steak-Auswahl sowie Baquettes und Gyros und Chicken Wings und Burger und Salat und und und. Ein Laden, der alles anbietet, kann nichts richtig. So die landläufige Meinung, die auch durch reichlich Erfahrung untermauert ist. Trotzdem - oder gerade deshalb - und weil vier Leute vier verschiedene Geschmacksrichtungen befriedigt wissen wollen, haben wir Licata zu unseren Lieferanten erkoren.

Das Essen wird per Internet bestellt und kommt pünktlich, heiß und beinhaltet für jeden eine Dose eiskalte Cola, Mezzo bzw. Sprite.

Und dann die Überraschung! Alles schmeckt richtig gut. Das Fleisch ist weich und saftig auf den Punkt gegart, das Gemüse knackig, der Reis lecker, die Soßen gut gewürzt. Die Pizza schmeckt ausgezeichnet, der Boden dünn und knusprig und der Belag okay. Egal ob chinesisch oder indisch, die Gerichte sind einfach lecker. Sogar das Hähnchen-Gyros ist klasse, das Fleisch ist erstaunlicherweise richtig saftig, gut gewürzt und hat eine leckere Kruste.

Trotzdem finde ich hier auch hier ein Haar in der Suppe, allerdings nicht in der Suppe. Die Portionen sind teilweise zu klein. Das Hähnchen-Gyros Komplettmenü bestand aus nur wenigen Pommes Frites, relativ wenig (aber sehr saftiges und leckeres) Fleisch und etwas Salat, in der Styropor-Portionsschale verlor sich das Menü etwas. Dagegen war die Fleisch- und Salateinlage im nur halb teuren Gyros-Pita deutlich größer.

Von den Schnitzeln (außer "Wiener Art") sollte man die Finger lassen, da die Soßen doch extrem nach Maggi schmecken. Beim Jägerschnitzel lassen sich die Pilzstückchen an einer Hand abzählen, die Pannade ist durch die Soße doch arg matschig geworden. Nichtsdestotrotz ist das Fleisch von sehr guter Qualität, lecker und saftig gebraten - wenn da nur die Soße nicht wäre...

Wenn man das jedoch bei der Bestellung beachtet, wird man hinsichtlich der Qualität und des Geschmacks nicht enttäuscht. 

Einheit 15 - Nippes

Einheitstraße 15, 50733 Köln

19.09.2012

Die Einheitstraße in den ehemals dunklen Gefilden von Nippes ist eine kleine Nebenstraße der Hauptverkehrsader Neusser Straße und liegt in Wurfweite von Wilhelm- und Baudriplatz. Die Hausnummer 15 ist Namensgeber der Lokals und liegt an der Kreuzung Einheitstraße/Christinastraße. Dabei ist es so unscheinbar, dass ich fast daran vorbei gelaufen wäre, wären da nicht die beiden Bistro-Tische vor der Eingangstüre auf dem schmalen Bürgersteig gewesen.

Beim Betreten des Lokals wähne ich mich eher in einem großen dunklen Wohnzimmer oder einem orientalischen Familienlokal als einem ... ja was, Bistro, Restaurant, Kneipe, Bar? Es läßt sich nicht wirklich zuordnen, sondern wirkt familiär, persönlich, außergewöhnlich und vermittelt eine gewisse Heimeligkeit. Auf jeden Fall geht es hier unkonventionell zu, es wird grundsätzlich geduzt, auch wenn die Kellnerin gewiss keine Studentin mehr ist. Ich mag das, wenn es wie hier einfach selbstverständlich und nicht aufgesetzt IKEAmäßig zugeht.

Ein Blick in die Speisekarte eröffnet, dass es hier kein übliches Bistro-Einerlei gibt, sondern eher Tapas, auch wenn sie hier nicht so genannt sein wollen. Aber bleiben wir einfach dabei: Tapas. Und was für welche! Vermutlich wollen die nicht mit den typischen spanischen Namensvettern verwechselt werden, denn die hiesigen Tapas haben einen eher mediterranen asiatisch-nordafrikanisch-kölschem Einschlag. Eine eierlegende Wollmilchsau also? Nein, das auch wieder nicht. Sondern einfach mal was anderes mit interessanten exotischen Anklängen. Und alles wird frisch zubereitet, kann deshalb auch mal 15 Minuten dauern. Dazu gibt es leckeres Mühlenkölsch vom Fass, also auch hier nicht das übliche.

Zur normales Karte kommt immer noch eine Tageskarte mit aktuellen Angeboten, dabei werden sowohl Salat, "Tapas" und ein Hauptgericht angeboten. Je nach Hunger kann man sehr schön drei bis sechs Tapas und Salate aus Tages- und Standardkarte kombinieren und sich einem außergewöhnlichen Genuss hingeben. Die Falafel mit Minze-Dipp, die in Schinken eingerollten Datteln, Hühnchen-Gemüse-Wan Tans, und den Kirschtomaten-Brot-Salat (jeweils 3 Euro) schmeckten durchweg sehr gut und machten Appetit auf die anderen Angebote, die ich bei meinen nächsten Besuchen durchprobieren werde.

Die Kellnerin schien mir angesichts des vollen Lokals leicht überfordert. Sie gab sich alle Mühe, jeden Wunsch so schnell wie möglich zu erfüllen, kam deshalb aber auch etwas hektisch und übermäßig laut daher. Etwas mehr Ruhe und Übersicht käme ihrem Blutdruck und den Gästen durchaus entgegen.

Die Toiletten wollte ich bei meinem ersten Aufenthalt hier angesichts der Erlebnisse einer meiner Begleiterinnen lieber nicht aufsuchen: Der Weg führt durch ein Hinterzimmer, in dem sich eine "Gesellschaft" aus diskutierenden Alt-68ern und Menschen vom Typ "alleinerziehende Mütter mit Brustbabytrage und Väter in Jesuslatschen" niedergelassen hatte und jeglichen Störer mit bösen Blicken nieder rang. Ich war versucht, wagte es dann aber doch nicht. Wer weiß, was passiert wäre... ich kann doch meine Klappe nicht halten!
Auszeichnung für "Very Important Qyper", kurz "VIQs"

flifu An keinen konkret. Ich fand nur deinen Hinweis amüsant, dass du deine Klappe nicht halten kannst. Geht mir oft ebenso. Die Lebenserfahrung zeigt jedoch, dass es manchmal besser ist, den Mund zu halten ;-)

Auszeichnung für "Very Important Qyper", kurz "VIQs"

Coloniaexpress @kleinerschwan
fiflu meint natürlich mich mit “Klappe halten”. Und ich stimme ihm zu, ich hab’s schon richtig verstanden :-)

Stadtoldtimer - Altstadt-Nord

Im Stavenhof 18, rund um den Kölner Dom, 50668 Köln

04.09.2012 (aktualisiert am 17.09.2012)

Vom Stadtindianer zum Touristenprofi?

Stadtrundfahrten und -gänge sind seit jeher meine Leidenschaft, vor allem, wenn sie das Außergewöhnliche oder die Details hinter den Kulissen zeigen. So habe ich selbst über 10jährige Erfahrung in der Konzeptionierung und Durchführung von Stadtrundfahrten mit der Straßenbahn durch Köln. Wer einmal bei der Stadtrundfahrt nach Knollendorf  in den Jahren 1991 bis 2002 dabei war, wird mich kennen. Mit Blick auf den eigenen Background erwartete ich diese Stadtrundfahrt in Pkw-Oldtimern mit besonderem Interesse.

Die beiden heutigen Fahrer sind der Geschäftsführer und Diplom-Designer Matthias (Wirtz) und der Fotograf Martin. Zum Auftakt stellt Matthias sich und sein Konzept vor. Matthias hat in der Kölner Südstadt Design studiert und unterhält sein Studio im Bahnhofsviertel. Privat pflegt er seine Leidenschaft für Oldtimer, und hier speziell für die sogenannten "Brot-und Butter-Autos", also die Alltagsautos der vergangenen Jahrzehnte. Drei solcher Fahrzeuge aus den 1960er- und 70er-Jahren hat er sich mit der Zeit zugelegt. Angefangen hat alles mit dem VW Käfer der Tante, dann kam der VW Kübel und schließlich ein ausgedienter Feuerwehrwagen, ein Ford Transit FK 1250, hinzu, alle im unrestaurierten, aber sehr gepflegten Originalzustand. Solche Autos kosten Geld, und das nicht zu knapp. So entstand die Idee, die vorhandenen Oldtimer und die Kneipen-Kenntnissen über die Stadt zu verbinden, dies dem Interessierten zugute kommen zu lassen und damit Geld zu verdienen. Ein hehres Ziel. Wie soll man das verwirklichen?

Mit einer außergewöhnlichen Stadtrundfahrt, lautet die Antwort von Matthias, der sich als kreativen Kopf bezeichnet. Nun werden Stadtrundfahrten heute zuhauf angeboten, mittlerweile mit Cabrio-Bussen teilweise im Halbstundentakt im Hop-on-Hop-off-System. Diese Touren sind sehr professionell aufgebaut und mit 11 - 15 Euro auch preislich attraktiv. Allerdings geht es hier auch sehr nach Schema F zu, für Inividualität ist kein Platz. Und genau hier soll das Konzept des Stadtoldtimers ansetzen. Es werden zwar vorbereitete Touren angeboten, aber der Schwerpunkt liegt auf Individualität und den direkten Dialog zwischen Veranstalter und Kunden. So etwas Außergewöhnliches hat natürlich seinen Reiz, aber auch seinen Preis. Denn 180 Euro für zwei Stunden (für max. 3 Personen) sind nicht jedermanns Sache. Zwar ist die Tour auch schon für die Hälfte zu haben, aber unter 1,5 - 2 Stunden lohnt es kaum.

Ein Manko, zumindest jetzt in der Anfangsphase ohne Routine, ist die Doppelfunktion als Fahrer und Erzähler in einer Person. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass der Job als Stadtführer ein durchaus anspruchsvoller ist, will er nicht in tonbandähnlicher Routine versinken und die Zuhörer damit einschläfern. Allerdings fordert das unfallfreie Pilotieren durch die engen Gassen einerseits und den dichten Stadtverkehr auf den Hauptstraßen andererseits die volle Aufmerksamkeit des Fahrers. Zwei Dinge, die sich eigentlich ausschließen. Hoffen wir mal, dass das auf Dauer gut geht.

Ein Manko, wie gesagt. Denn ein flüssiges Erzählen bleibt hier oft ebenso auf der Strecke wie nähere Informationen zu Sehenswürdigkeiten am Wegesrand. Schließlich ist es ganz natürlich, dass man als Tourist auch nach interessanten Dingen fragt, an denen man gerade vorbei fährt. Und genau an dieser Stelle werden die "Stadtführerfahrer" in die Zwickmühle geraten: Halten sie an ihrem Konzept fest und lassen alle "üblichen Verdächtigen", die man auf anderen Stadtrundfahrten erklärt bekommt, konsequent außen vor oder lernen sie fleißig Stadtgeschichte, um sie bei Bedarf aus dem Handgelenk herunter beten zu können. Denn mal eben in Notizen blättern geht aus verständlichen Gründen nicht.

Ein weiteres Manko sind die eingesetzten Fahrzeuge, so charmant sie auch sein mögen. Der Kübel ist zwar bei schönem Wetter ideal, aber bei Kälte oder Regen, also der ortsüblichen Wetterlage, muss man sich unter dem Verdeck ducken. Der Käfer ist mit seinen zwei Türen und dem runden Dach auf den Rücksitzen nur bedingt für Stadtrundfahrten geeignet, denn man sieht von da hinten fast nichts. Der Ford Transit FK 1250 hat nur an einer Seite Fenster und und ist damit auch alles andere als ideal.

Der große Vorteil der Oldtimer ist neben dem kernigen Fahrgefühl vor allem, dass man wirklich im Schritttempo durch die Gassen schleichen kann, ohne angehupt zu werden. Jeder annäherd moderne PKW würde von hektischen Zeitgenossen gnadenlos gescheucht, das passiert bei den Oldies nicht. Auch die allenthalben lächelnden Gesichter am Straßenrand angesichts der schönen alten Autos verbreiten gute Laune.

Dem Konzept folgend werden die dominierenden Sehenswürdigkeiten der Stadt links liegen gelassen. Die Fahrt mit dem Käfer geht durch mit hässlichen Aufpflasterungen versehene Südstadtsträßchen und über kopfsteingepflasterte Altstadtgassen, die der Drehstabfederung des VW und den Insassen einiges abverlangen. Wir lernen viel über die Kneipen, Cafés und Restaurants am Wegesrand, interessante Dinge über das urbane Leben in der Südstadt und hören auch die autoaffine Meinung zum Ausbau der Städtischen Verkehrsbetriebe.

Ich stelle mir vor, was mir eine solche Tour in München, Dresden oder Lübeck bringt. Ich denke, dass ich nach kurzer Zeit genug habe von den zahlreichen gut gemeinten Ausgehtipps. Tatsächlich wäre ich in unbekannten Gegenden schnell überinformiert, könnte mir die zahlreichen Tipps weder merken noch richtig verorten, und würde vermutlich bald gedanklich abschalten. Für mich als ortskundigen Kölner allerdings sind die Tipps Gold wert. Da brauche ich auch nicht die beste Aussicht aus dem Autofenster, ich weiß ja wo ich nun in der Südstadt suchen muss. Mit den eigenen Ortskenntnissen überfordert mich die Informationsflut nicht. Im Gegenteil, ich werde viele Anregungen bald per Pedes nachvollziehen können.

Eine nette Idee ist der Gesangsvortrag der Sopranistin Rika Eichner, der uns etwa zur Halbzeit unserer zweistündigen Tour unter freiem Himmel vor der Kulisse des zu Wohnungen umgebauten Annoriegels der ehemaligen Stollwerck-Fabrik präsentiert wird.

Alles in allem wurde uns hier ein interessantes Konzept vorgestellt, dass hoffentlich von Erfolg gekrönt sein wird.

Mit der Punktevergabe tue ich mich allerdings schwer. Einerseits haben die sympathischen Veranstalter jede Unterstützung beim Startup verdient, andererseits sollte eine ehrliche Beurteilung der positiven Entwicklung des kleinen Unternehmens förderlich sein. Unter Berücksichtigung aller Für und Wider gebe ich dem Konzept und der Durchführung deshalb derzeit drei Sterne mit auf den Weg.

Was mich allerdings wirklich verärgert, das sind Fake-Bewertungen. So auch hier. Matthias verriet uns, dass unsere kleine Gruppe die Premierenfahrt absolviert hätte. Das war am Samstag, dem 1. 9. 2012. Ich habe kein Verständnis dafür, dass der kreative Kopf mal ganz kreativ am 17. 8. und 29. 8. zwei Fake-Beurteilungen mit 5 Sternen "designed", obwohl zu diesem Zeitpunkt noch keine einzige Tour stattfgefunden hat. Das hast Du doch nicht nötig, Matthias! Und wir Qyper haben es nicht verdient, auf diese unfaire Weise angelogen zu werden.

Für diesen kleinen "Betrug am Kunden" ziehe ich Euch glatt einen Stern ab, schon um die Fakes minimal auszugleichen. Guter Rat: Löscht die Dinger, oder sagt den "guten Freunden", sie sollen sie löschen.

Nach der Erklärung in den Kommentaren ist der Stern wieder da.
Auszeichnung für "Very Important Qyper", kurz "VIQs"

Reckless _V-o-L Nehmen wir an ich mache eine Eisdiele auf und lade dazu meine Familie und Bekannten/Freunden ein auf ein Eis oder so und bekomme später paar 5 * Bewertungen von Ihnen (mein Sohn würde mir am besten 10 * Bewertung schreibt da er mich jeden Tag im Laden besucht). ;-) Das ist doch auch irgendwie unfair oder? Die Qualität der Bewertungen ist dann halt fragwürdig.

Stadtoldtimer Dann hätten wir das doch jetzt geklärt!
Ich danke euch allen in jedem Fall für eure Komentare und Statements. Auch deinen Komentar lieber Coloniaexpress ist absolut OK für uns. Dass du nun aus 2, 3 Sterne gemacht hast finde ich toll und äußerst lobenswert!!! Hierfür danken wir dir!

15.05.2013