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Profil von DonDahlmann
Restaurant eCHo - Zürich
Neumühlequai 42, 8001 Zürich
25.05.2011
Das Essen in der Schweiz besteht, entgegen mancher Vorurteile, nicht nur aus Käsefondue. Die heimische Küche ist deutlich abwechslungsreicher und feiner, als man das gerne mal annimmt. Um so bemerkenswerter ist es, dass man Zürich, zumindest auf den ersten Blick, nicht sehr viele Restaurants findet, die sich die Mühe machen die Schweizer Küche ohne neumodischen Schnickschnick, aber auf hohem Niveau zu präsentieren.
Das Echo im Marriott ist dann aber so eine Ausnahme. Die recht kleine Karte lässt zumindest den Verdacht zu, dass man ausschließlich saisonal und frisch kocht, was die Mahlzeiten dann später auch bestätigten. Die Begleitung hatte sich für eine klare Suppe mit einem porchiertem Ei, gefolgt von einem Zander und einer Zabaione entschieden, bei mir war es eine Salami vom Wollschwein, das Züchr Geschnetzelte und ein Tobleronemousse. Alles war sehr gut und von sehr hoher Qualität, beim Geschnetzelten gibt es leichte Abzüge beim Rösti, dass doch arg in arg viel Öl schwamm. Überraschenderweise waren die Portionen mehr als üppig und das sage ich als jemand, der gerne auch mal etwas mehr ißt.
Der wirklich sehr gute Service riss das aber dann wieder raus, ebenso das unaufdringliche, aber schöne Ambiente des Restaurants.
In Sachen Preise hielt es sich in Grenzen. Für drei Gänge, Wein und Wasser standen am Ende 175 Franken auf der Rechnung, was a) ortstypisch ist b) absolut ok war.
weinstein - Prenzlauer Berg
Lychener Str. 33, 10437 Berlin
06.11.2010
Sehr gute Weine und eine Weinkarte, die einen geradezu herausfordert, sich einmal quer durch zu trinken. Aber das Essen ist leider nicht so gelungen. Die Apfel-Meerettich Suppe mit Blutwurst war ein dünnes Süppchen, in dem einsam und verloren ein winziges Stück Blutwurst schwamm. Die folgende Wildscheinschulter an Kraut und Kartoffelpüree war in Sachen Fleisch sehr gut, die Sosse war allerdings völlig belanglos und schmeckte ein wenig nach irgendeinem Fertigprodukt. Am Schluss folgte ein Apfel im Schlafrock, was geschmacklich auch noch das Beste des Menüs war.
Offenbar sollte man sich einfach die auch angebotenen Brotteller bestellen. Passt auch besser zum Wein.
Ansonsten: nette, wenn auch etwas spießige Atmosphäre, routinierte Bedienung.
Bar 25 - Friedrichshain
Holzmarktstr. 25, 10243 Berlin
02.07.2008
Ja, ganz nett - wenn nichts los ist. Man sitzt sehr schön an der Spree, die Bierpreise halten sich in Grenzen. Dass der Barkeeper lahm ist, ist mir aufgefallen, aber es war nicht weiter schlimm, weil an dem Abend kaum einer in der Bar 25 war.
Essen gehen ist allerdings wirklich so eine Sache.
Wir hatten irgendwann Hunger und sind ins Restaurant rüber gegangen. Es war ca. 21.30 Uhr, der Laden war vielleicht zur Hälfte gefüllt, also sind wir auf die Terrasse und haben uns hingesetzt. Worauf jemand angeschossen kam und meinte, man müsse sich erst oben anmelden, wenn man draussen sitzen will. Ok - kenn ich aus den USA, da muss sich selbst in kleinen Diners zum Platz bringen lassen, aber da wird man wenigstens direkt am Eingang darauf hingewiesen. Ich laufe nicht erst durch ein Lokal das halbleer ist und frage nach, ob ich erwünscht bin. Essen war schnell bestellt -einmal Rösti mit Kalbsbrie, einmal Ente auf Salat. Das Brot kam schnell - aber dann kam lange, sehr, sehr lange nichts. Auch keine Kellnerin mehr. Die tauchte nach 45 Minuten auf, und meinte, bald würde es los gehen, was dann noch mal weitere 15 Minuten dauerte. Man habe leider so viel zu tun. Dabei war der Laden mittlerweile fast komplett leer. Naja, Essen war ok bis gut, am Ende gab es wenigstens einen Schnaps aufs Haus.
Negativ aufgefallen ist mir noch, dass man im Restaurant selber nur Wein serviert. Wer schon beim Bier ist und nicht mehr umsteigen will, muss sich sein Getränk tatsächlich selber aus der Bar holen.
Die Lage ist nett, aber es gibt deutlich bessere Restaurants.
Wawona - Modesto
Wawona Road 8308, 95389 Modesto
02.07.2008
Adresse stimmt nicht ganz, ist Yosemite National Park und nicht Modesto, aber sonst findet das System es nicht.
Wer mal nach Kalifornien kommt, der sollte auf gar keinen Fall den Yosemite Park versäumen. Die Amerikanen, die ja nicht über wenige, wunderschöne Nationalparks verfügen, sprechen selber vom schönsten aller Parks. Ich hab jetzt noch nicht alle gesehen (das dauert bei rund 70 Stück auch was) aber nach Grand Canyon, Bryce & Zion Canyon, Monument Valley, Lake Powell und Death Valley doch immerhin schon ein paar. Und da sticht Yosemite Park wirklich als einer der schönsten Orte heraus. Das atemberaubende Yosemite Valley, der Mariposa Grove mit seinem Mammutbäumen die vielen Seen und Wälder sind etwas, was man so schnell nicht vergisst. Denken sich auch die Amerikaner und überfallen den Park vor allem im Sommer und am Wochenende in Armee-Stärke.
Der Park ist zu dem groß. An einem Tag kann man ihn nicht schaffen. Also muss man übernachten. Dass kann man entweder an den drei Ausgängen des Parks machen, auf den diversen Campingplätzen oder den zwei großen Hotels im Park. Das Wawoma liegt ein Stück nördlich im Park, eine ganzes Stück vom Valley weg. Aber ist einmalig. Gebaut am ende des 19. Jahrhundert sieht es aus wie eine Südstaatenvilla. Weiß getüncht, eine große Veranda vorne und ein schöner, alter Park drum herum. Das Hotel besteht schon lange nicht mehr nur aus dem Haupthaus. Es gibt diverse Nebengebäude, die alle Zimmer bieten, allerdings unterschiedlicher Qualität, da nicht alle Badezimmer haben. Da sollte man vorher nachfragen.
Die Zimmer sind dann meist etwas kleiner, in den Badezimmer sieht teilweise noch so aus, wie vor 100 Jahren, aber das macht nichts - im Gegenteil. Abends kann man im Hotel recht gut essen, um danach vor dem Zimmer auf der Veranda oder auf den Wiesen den Tag ausklingen zu lassen. Günstig ist das Vergnügen wirklich nicht. Unter 200 Dollar tut sich hier wenig bis gar nichts, Frühstück ist dafür mit drin. Dafür ist es ein einmaliges Hotelerlebnis.
Noch ein Wort zum Restaurant. Das hat eine kleine Terrasse, wo man im Sommer auf die Auffahrt schauen kann und einen sehr großen Saal, der angeblich noch im Originalzustand ist. Essen ist sehr gut, allerdings teuer, was aber auch daran liegt, dass alle Vorräte angeliefert werden müssen, was im Park nicht so leicht ist. Man fährt ganz schön lang auf den engen Strassen und LKWs dürfen nicht überall hin.
In-N-Out Burger - Los Angeles
Sunset Blvd 7009, 90028 Los Angeles
02.07.2008
Burger. Eine Wissenschaft für sich. Wer nur McDonalds und Burger King kennt, wird überrascht sein, wie groß die Qualitätsunterschiede in den USA sein können. Mal so formuliert: in einer Rangliste der Burgerketten in den USA rangiert McDonalds vermutlich zusammen mit “Jake in the Box” ganz unten. Dann kommt Burger King, dann Carls jr. und ganz oben steht, zumindest in Los Angeles, “In n out”.
Dabei erlebt man als Deutscher beim Blick auf die Speisekarte der Kette eine echte Überraschung. Es gibt nämlich nur drei Burger: einen Hamburger, einen Cheeseburger und einen “Double-Double”, also ein doppelter Cheeseburger. Dazu gibt es Pommes. Keine Salate, keine modischen Hühnchendinger, kein Eis, kein gar nichts. Allerdings - man kann sich seinen Burger auch speziell zusammenstellen lassen, dafür gibt es das “Not so secret menu”, dass man sich auf der Webseite der Kette durchlesen kann.
Alle Burger werde frisch zubereitet. Das Fleisch kommt von Vertragshöfen und wird nicht als gefrornes Pattie geliefert, sondern per Hand geformt. Die Pommes Frites werden ebenfalls frisch aus Kartoffeln gepresst und man bekommt eine spezielle Sosse dazu, die umwerfend schmeckt. Das klingt alles nicht so spektakulär, ändert sich aber in dem Moment, in dem man in den Burger reinbeißt. Unbeschreiblich, muss man selber erleben, aber danach macht man auf jeden Fall einen großen Bogen um all die anderen Ketten. Dazu kommt, dass die Preise geradezu sensationell günstig sind. Vier Burger, zweimal Fritten kommen auf etwa 12 Dollar. Dummerweise gibt es die Kette nur in Kalifornien und eigentlich auch nur in Los Angeles. Ein absolutes “Muss” bei einem L.A. Besuch.
mammonc Bist Du besoffen? Jack in the Box unten anzusiedeln? Wo bitte gibt es Sirloin aufs Brot?
3 September 2011
Roosevelt Hotel - Los Angeles
Hollywood Blvd 7000, 90028 Los Angeles
02.07.2008
Kein Review über das Hotel, sondern über das Restaurant.
Das Roosevelt Hotel ist ein Institution in Hollywood. Es liegt quasi gegenüber des Graumans Theater und des Kodak Theaters, direkt am Hollywood Boulevard. Früher waren hier sogar mal die Oscar Verleihungen, aber das ist lange her. Das Hotel ist totzdem (oder auch deswegen) eines der besten der Stadt. Demensprechend ist auch die Küche. Allerdings gibt es drei Restaurants. Ein “günstiges” direkt am Boulevard, eins im Garten und ein weiteres nahe der großen Eingangshalle. So exklusiv das Hotel auch sein mag - irgendwie ist die Zeit in den 70er stehen geblieben. Das gesamte Restaurant ist ein Traum in braunem Alcantara und noch dunklerem Leder. Selbst die Decken auf den Tischen sind aus Leder. Nicht unbedingt eine Sache für jedermann.
Wie man es aber für so einen Laden gehört, sind die Preise astronomisch. Und viel Auswahl gibt es auch nicht. Wie man anhand des Lederinteriors schon vemuten kann, gibt es vor allem eins: Fleisch. Sogar als Vorspeise. Es gibt diverse Fleischsorten, aus denen man wählen kann. Am Ende der Preisliste steht das “Cote de bouf” für zwei Personen für knapp 90 Dollar. Unter 40 gibt es kaum etwas. Etwas unverschämt, selbst für ein Restaurant dieser Güte, sind allerdings die Beilagen. Die sind nämlich nicht im Preis inbegriffen, und müssen zusätzlich bestellt werden. Ein paar gedünste Karotten, ein winzigen Kartoffelgratin, ein paar angebratene Pilze oder ein Broccoliröschen - alles jeweils neun Dollar. Auch weitere Beilage kosten Geld, weswegen der Preis für die Hauptspeise schnell 50 oder 60 Dollar überschreiten kann.
Dafür bekommt man allerdings wirklich ein perfektes Stück Steak. Ich meine wirklich: perfekt. Egal, wie lange man das Fleisch gebraten haben möchte, es kommt perfekt. Das Filet ist innen selbst dann zart, wenn man es “rare” bestellt. Man kann es wirklich schwer beschreiben, aber besser kann man ein Stück Steak kaum hinbekommen. Dazu kann sich die Soße aussuchen. Ich hatte mich für die Butter/Trüffel/Cognac Sauce entschieden, die sehr gut war, allerdings - irgendwo muss ja ein Haken sein - die Sauce war bei allen am Tisch sitzenden Personen einfach zu knapp bemessen, Es reichte gerade mal für ein Drittel des Steaks.
Das kann den guten Gesamteindruck allerdings nicht trüben. Eher schon der Moment wenn die Rechnung eintrifft. Inklusive Wein, Vorspeise und Hauptgang muss man pro Nase wohl mit rund 100 Dollar rechnen. Keine Sache, die man jeden Tag macht, aber es lohnt sich auf jeden Fall.
Venice Beach House - Los Angeles
30th Avenue, 90291 Los Angeles
02.07.2008
Das mit den Hotel in Los Angeles ist so eine Sache. Nicht das es wenig geben würde. Man bekommt selbst um die Ecke vom Hollywood Boulevard ein einigermaßen vernünftiges Zimmer für rund 150 Dollar die Nacht. Unter 150 wird es allerdings eher schwierig, wenn man nicht gerade auf einem schmalen Bett übernachten will und auf jeglichen Luxus verzichtet. Den bieten die vielen, vielen teuren Hotels, die meist in Ordnung sind, aber auch etwas seelenlos daher kommen. Wer etwas länger in einer Stadt ist, der sucht dann doch vielleicht etwas freundliches, wenig Business-Menschen und ein wenig Gemütlichkeit. Da ist man im Venice Beach House an der richtigen Adresse.
Es liegt nur wenige Meter vom Strand entfernt, steht da zwar in zweiter Reihe hinter ein paar Häusern, aber das stört nicht weiter. Das Gebäude selber ist 1911 entstanden, ein altes Holzhaus, das mittlerweile komplett mit Efeu umwachsen ist und unter Denkmalschutz steht (sowas haben die da auch). Im Innerern setzt sich die nette Atmosphäre fort und man fühlt sich ein wenig wie in einem Privathaus. Ganze neun Zimmer hat das Hotel, davon allerdings nur fünf mit eigenem Bad und Toilette. Wer lange dort wohnen will, der wird wohl auf ein Bad nicht verzichten wollen. Die Zimmer sind unterschiedlich eingerichtet, haben aber einen gewissen Vorkriegscharme. Fernseher gibt es, fürs Internet braucht man ein Netzwerkkabel, da es kein Wi-Fi gibt.
Das Frühstück am morgen ist eher in der Kategorie “geht so” einzuordnen. Da ist man dann doch besser dran, wenn man um die Ecke zu den diversen Sandwich Bars geht. Nachmittags gibt es allerdings immer frischen Kuchen und Eistee, wer an den Strand will, kann sich aus einem Korb mit Handtüchern eindecken. Die Umgebung des Hotels geht so. Schön ist es nicht gerade, eine Wohngegend halt, aber der Strand direkt vor der Nase und der Washington Boulevard mit seinen Restaurants entschädigt dafür.
Billig ist die Sache nicht, denn pro Nacht muss man schon mehr als 180 Dollar berappen. Dazu ist man von den Sehenswürdigkeiten in L.A. (Hollywood, Beverly Hills, Downtown) eine gute halbe bis ganze Stunde entfernt. Eine Fahrt zum Dodger Stadium zum Beispiel summiert sich auf knapp 35 Kilometer. Hinfahrt. Auf der anderen Seite hat man hier ein wirklich wunderschönes Hotel, das zu dem in einer ruhigen Ecke liegt. Man lernt L.A. und vor allem Venice Beach auf eine ganz andere Art und Weise kennen und meist dauert es auch nicht lange und man hat sich in die Gegend rettunglos verliebt. Wer jetzt im Venice Beach House mal übernachten will: man sollte mindestens zwei Monate im voraus reservieren.
World Cafe - Los Angeles
Main Str. 2820, 90405 Los Angeles
10.06.2008
Die Main Street in Santa Monica ist ein schöner Ort. Eine relativ kleine Strasse mit wenig Verkehr, viele Geschäfte, Kneipen und Restaurants. Das “World Cafe” liegt ungefähr in der Mitte der nicht eben kurzen Main Street und sieht von außen recht einladend aus. Hinter kleinen Hecken und halbhohen Bäumen versteckt sich eine kleine Terrasse, auf der man bequem sitzt und vom Autoverkehr einigermaßen abgeschottet ist. Mit ein wenig Glück, vor allem, wenn man nach 20.00 Uhr kommt, bekommt man schnell einen Tisch und die Karte gereicht. Auf der findet sich nichts außergewöhnliches. Eher solide Kost, wie Steaks, ein wenig Fisch und Pasta. Nichts was einen umhaut, aber auch nichts, was irgendwie schlecht wäre.
Tatsächlich ist das Essen dann auch eher Durchschnitt. Die Pasta war, wie in den USA meist üblich, zerkocht, die Sosse hätte gerne etwas länger in der Pfanne bleiben können, hatte aber einen guten Geschmack. Der Fisch meiner Begleitung war gut, aber nicht herrausragend. Dafür war das Essen aber auch nicht so teuer. Es wäre also alles weitesgehend in Ordnung - das Essen, die nette Location - aber da wäre da leider der Service.
Offensichtlich sind die Mieten an der Main Street hoch, denn die Geschwindigkeit mit der man sein Essen nach der Bestellung erhält und mit der man nach dem Essen vom Tisch vertrieben wird, ist schon erstaunlich. Die warme Vorspeise kam nach fünf Minuten und als ich gerade damit fertig war, setzte man mir die Nudeln vor die Nase. Waren die erledigt, kam die Frage nach einem Dessert, als das verneint wurde, wurde 30 Sekunden später ungefragt die Rechnung präsentiert, was eine klare Aufforderung dafür ist, endlich zu gehen, damit der Tisch wieder vergeben werden kann. Dabei waren zu diesem Zeitpunkt noch drei Tische frei.
Nicht so wirklich empfehlenswert.
Sky Bar - Los Angeles
West Sunset Boulevard 8440, 90069 Los Angeles
24.05.2008
(aktualisiert am 30.05.2008)
Gut - ich gebe es zu. Bars und Lounges die als “in” gelten, sind nicht mein Ding. In 99% aller Fälle stehen merkwürdige Menschen rum, die Türsteher sind an Arroganz nicht zu überbieten, die Preise sind exorbitant und der Alkohol schmeckt da auch nicht anders als sonst wo. Das ist in der “Sky Bar” auch nicht anders, allerdings mit einer kleinen Ausnahme: die Aussicht. Wie der Name schon vermuten läßt, liegt die Bar so, dass man einen wunderschönen Ausblick über Los Angeles hat. Es ist auch keine Bar im herkömmlichen Sinne, sondern es handelt sich um die Terrasse (nebst Pool) des Mondrian Hotels. Um in die Bar reinzukommen, bedarf es entweder einer Zimmerreservierung im Hotel, oder man hat einen Tisch reserviert, oder man steht auf der Gästeliste, oder man kennt den “Guest Accomodation Excecutive”. Aber selbst dann ist es eine gewisse Glücksache. Am ersten Eingang wurden wir trotz zwei der genannten Punkte (Reservierung & Executive) nicht reingelassen. Das war schon so albern, dass ich keine Lust mehr hatte, aber unser amerikanischer Begleiter war ob der Abfuhr extremst schlecht gelaunt und meinte “So nicht.” Über den Eingang im Hotel kamen wir dann nach nur drei Minuten Diskussion auch rein. Und auch erst, nachdem man feststellte, dass wir angemessen gekleidet waren. Alles nicht meine Welt. Ich kann ja nachvollziehen, dass die Kleidung stimmen sollte, ich kann auch nachvollziehen, dass, wenn es voll ist, man gebeten wird, doch vielleicht vorher ein paar Minuten in der Hotelbar Platz zu nehmen, aber so was nicht. Ich muss da schließlich nicht rein und Geld ausgeben.
Und davon muss man viel - sehr viel - ausgeben. Tischreservierungen gibt es nur, wenn man auch mindestens eine Flasche Wodka o.ä. bestellt. Kostenpunkt 150 Dollar. Wenn man zu mehreren unterwegs ist, gehts einigermaßen. Wer einen auf ganz dicke Hose machen will der kann auch Champagner bestellen. Serviert wird dann ein 99er Dom Pérignon. Die Kellnerin verriet mir den Preis: 500 Dollar. Softdrinks werden keine serviert, wer kein Alkohol will muss Saft oder ein alkoholfreies Bier trinken (rund 10 Dollar). Dafür ist die Bedienung wirklich sehr freundlich und aufmerksam.
Ist man also erstmal drin und denkt nicht mehr über die Preise nach, sollte man auf gar keinen Fall in das sogenannten “Upper Deck” gehen. Das ist ein kleines Ding oberhalb der Terrasse, wo die eigentliche Bar ist. Aber dort ist es voll und die (wirklich schlechte) Musik läuft in ohrenbetäubender Lautstärke. Besser ist es, man setzt sich runter an den Pool auf eins der Sofa schaut sich die Leute und vor allem die wirklich sehr schöne Aussicht an. Man kann rechts über Beverly Hills und Santa Monica bis zum Meer sehen und links bis nach Downtown. Liegt man im Sofa kann man den ganzen Ärger mit der Türpolitik, der Bar und den affigen Leuten schnell vergessen und die kühler werdende Abendluft geniessen.
Wie gesagt - wenn wir da nicht in kompetenter Begleitung gewesen wären, ich wäre nicht in den Laden reingangen. Es gibt in L.A. noch diverse andere Bars darunter eine in Downtown, die ebenfalls einen netten Ausblick liefern. Die Sky Bar ist laut, affektiert, überteuert und ein wenig überflüssig, was vermutlich für viele einen gewissen Reiz darstellt.
Chateau Marmont - Los Angeles
West Sunset Boulevard 8221, 90046 Los Angeles
24.05.2008
(aktualisiert am 30.05.2008)
Nur zur Info: Das ist ein Bericht über das Restaurant im Chateau Marmont, und keiner über das Hotel selber.
Das Chateau Marmont ist ein legendäres Hotel in Los Angeles, etwas außerhalb von Hollywood. Es wurde Ende der 20er Jahre nach dem Vorbild eines französischen Schloss gebaut. Sämtliche Stars der letzten 80 Jahre gingen und gehen hier ein und aus. Gewohnt haben hier: Greta Garbo, Jim Morrison, Led Zeppelin sind hier mal mit ihren Motorrädern durch die Lobby gefahren, Britney Spears hat Hausverbot und Jim Belushi starb 1982 an einer Überdosis. Mehr Hollywoodgeschichte bietet kaum ein Hotel in L.A. Neben dem Hotel gibt es eine Bar und ein Restaurant, dass im wunderschönen Innenhof des Chateau Marmont liegt. Umrankt von hohen Hecken, stehen die Tische rund um einen kleinen Teich und selbst bei kühlem Wetter kann man draussen sitzen, weil die Restaurantleitung beschlossen hat die Erderwärmung massiv anzutreiben, in dem man an jeden Tisch zwei Heizpilze platziert hat.
Die Karte im Restaurant ist durchaus umfangreich. Tagesgerichte gibt es meines Wissens nach nicht. Dafür ist die Qualität der Speisen dem Ort entsprechend hervorragend und man gibt sich Mühe, etwas besonderes zu machen. Die Risottobällchen mit Trüffel und einer heftigen Knoblauchsauce, die frische Artischoke mit einer Zitronensauce und das Rindfleischcarpaccio mit fritierten Zwiebelringen und klein gehacktem gekochten Eiern sind schon merkwürdig, schmecken aber gut. Ich hatte dann noch ein Filet Migon, dass mit Kapern und Pommes Frites serviert wird, die Begleitung entschied sich für ein Osso Buco in einer Linsensauce. Das Fleisch war in beiden Fällen fantastisch, perfekt auf den Punkt, butterzart und wurde mit der genau richtigen Temperatur geliefert. Bei den Nachspeisen mussten wir drei nehmen, weil wir uns nicht entscheiden konnten. Zwei Klassiker (Cheescake mit frischen Himbeeren, Creme Bruleé und ein hausgemachter Schokoladenkuchen) - alles ebenso perfekt wie der Service. Man verliert irgendwann den Überblick, wie viele Kellner eigentlich den Tisch den bedienen.
Billig ist der Spaß allerdings nicht. Das Filet lag bei 36 Dollar, das Osso Buco bei 33. Vorspeisen bei rund 16 Dollar, Nachspeise hab ich vergessen. Über den Wein werfe ich mal den Mantel des Schweigens (was nicht bedeutet, dass er schlecht war).
Man sollte zu zweit rund 100 Dollar pro Person rechnen, aber das ist es auch wert. Einen Haken hat die Sache allerdings: eine Tischreservierung ist nicht ganz einfach zu bekommen. In unserem Fall half uns ein befreundeter Regisseur, innerhalb von zwei Tagen einen Tisch zu ergattern. Wie das sonst ist, kann ich nicht sagen, aber es hängt sich sehr davon ab, was in der Stadt gerade los ist. Stehen große Premieren oder Feiern an, kann man es wohl getrost vergessen. Als wir da waren, war gesamt Hollywood bei den Filmfestspielen Cannes. So gab es “nur” Michelle Trachtenberg vier Tische weiter zu besichtigen.
Das Reinkommen ins Restaurant gestaltet sich wegen der sehr hohen Sicherheitsstandarts schwierig. Einfach so vorbeigehen ist nicht. Man muss entweder ein Zimmer haben oder eine Tischreservierung oder mit jemanden eine Verabredung haben, der wiederum dort wohnt oder einen Tisch reserviert hat. Trotzdem - wer Lust auf Stars hat und langfristig einen Tisch reserviert sollte hier mal vorbei schauen. Achja - Kameras sind im Haus verboten.
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