Ich bin HaikuKamikaze aus Frankfurt am Main. Ich bin Qyper seit dem 04.05.2008
"Nicht mehr daheim."
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Profil von HaikuKamikaze
Café im Liebieghaus - Sachsenhausen
Schaumainkai 71, Liebieghaus Skulpturensammlung, 60596 Frankfurt am Main
11.09.2008
Als ich meine damals neunjährige Nichte zum ersten Mal in das Café im Liebieghaus ausführte und wir uns im „Höfchen“ der Villa niederliessen, sah sie sich zunächst völlig sprachlos um. Mitten in dieser großen, hässlichen Stadt hatte das aus dem Vordertaunus entführte Kind wohl nicht mit einem solchen Ort gerechnet. Nach einer Weile also ich: „Woran denkst Du?“ „An Dornröschen“, sagte sie. Ich selbst, auch wenn ich nicht Stein und Bein schwören kann, dass sie genau von dem Turm dieses imposanten Gebäudes ihr Haar hat runterfallen lassen, muss immer an Rapunzel denken, wenn ich dieses Café besuche.
Alte Gemäuer sind von Efeu bedeckt, da oben vom Fensterbogen schaut mich ein ernstes, steinernes Gesicht an -Was will es mir sagen? und über dem Eingang erzählt eine Platte von einem Einhorn und längst vergessenen Geschichten. Kleine Pflaster schmücken den Boden und winzige Spatzen streiten lauthals um die von Tellern fallenden Kuchenkrümmel. Ein verdreckter Herkules, der bald zum Waschen gehen muss, steht auf einem Podest in der Mitte des Gartens und beobachtet das Treiben der Gäste. Die sichern sich erst mal einen Platz, wenn sie kommen und betreten dann zum Selbstbedienen das Innenleben des Cafés. Das sind zwei Gewölberäume des Souterrain der Villa Liebieg. Im ehemaligen Jägerstüberl des Barons findet sich die Theke mit den Kuchen, die Cimbali-Kaffeemaschine und ein paar kleine Tische auf dem historischen Terrazzoboden.
Alles wird frisch zubereitet. Der Kaffee schmeckt ganz famos, Tee wird mit losen Teeblättern gebrüht und die selbstgebackene Kuchen sind die Spezialität des Hauses. Für diejenigen für die es wichtig ist: Es werden keine Fertigmischungen benutzt, sondern mit Freilandeiern und mit je nach Rezept frisch gemahlenen Nüssen, flüssiger Butter, Quark, Sahne oder geschmolzener Schokolade. Neben dem Kuchen gibt es noch kleine Salate und Snacks. Im Winter wird das Angebot durch eine Tagessuppe ergänzt. An Sonn- und Feiertagen gibt es eine Auswahl an Frühstücken.
Gar nicht schlimm ist es, kommt man alleine her und hat sein Buch vergessen. Man greift sich einfach eine der zahlreichen Zeitungen, die das Haus seinen Gästen zur Verfügung stellt: Süddeutsche Zeitung, Neue Zürcher Zeitung, Frankfurter Rundschau, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Zeit, Die Tageszeitung, und die monatliche le monde diplomatique (auf deutsch).
Wer mag, lauscht im Sommer den Gartenkonzerten, die hier bei jedem Wetter stattfinden.
Mein eigentlicher Liebling dieses Cafés ist ein riesiger Zauberbaum, der schützend seine Äste über den gesamten Garten hält. Der entstammt, so sind sich meine Nichte und ich doch einig unbedingt Aschenbrödel.
Eine märchenhafte Umgebung also will man fernab des Innenstadtrubels wahre Kaffeehausatmosphäre geniessen.
Kaiser-Friedrich-Therme - Wiesbaden
Langgasse 38-40, 65183 Wiesbaden
13.07.2008
Ich war süchtig nach ihnen, nach diesen herrlichen Glimmstängeln, an denen ich über ein Jahrzehnt lang täglich zog. Zu jenen knochigen Frauen, Kleidergröße 0, gehörte ich, die in der einen Hand eine Cola-light und in der anderen stets eine Zigarette hielten. Ich gefiel mir selbst dabei sehr. Schick und mondän fand ich mich. Jetzt ist alles anders. Ich bin anders. Ein anderer Mensch. Eine andere Frau. Rund! Über 10 kg verteilt auf Bauch, Beine, Po habe ich zugenommen. An die habe ich ich mich selbst nach Jahren noch nicht gewöhnt. Leicht prüde war ich ja schon immer. Nun leide auch noch an einer seltenen Form von Gymnophobie. Vor fremder Nacktheit habe ich dabei weniger Angst, eher vor der meinigen. Hin- und wieder und für exklusive Gelegenheiten gelingt es mir dann glücklicherweise doch, diese Phobie zu überwinden - am liebsten im Winter zu den kalten Tagen bei einem Besuch in der Kaiser-Friedrich-Therme in Wiesbaden.
Bei der Kaiser-Friedrich-Therme handelt sich um ein historisches Thermalbad, das in den Formen des späten Jugendstils erbaut und 1913 eröffnet wurde. 1999 wurde es aufwendig saniert und erinnert mit seinen Malereien, wertvollen Keramiken, Fresken, Plastiken und Ornamenten an luxuriöse Prachtbauten der Antike.
Auf der Internetseite wird man recht vage darauf hingewiesen, das textilfreies Baden hier bevorzugt wird.
Tatsächlich ist die Therme ein absolutes Nackedeibad. Entsprechend gibt es, allerhand zu sehen: dicke Menschen, dünne, athletische, unsportliche, fette, große, kleine, alte, junge, schöne und hässliche; kleine und runde Busen, Monsterbrüste, Hängebusen, interessante Brustwarzen, Apfel- und Birnenpo, Cellulites I-III, beneidenswert glatte Haut, Falten, Muttermale, freche Sommersprossen, Narben, Blutergüsse, Bäuche, teils ausladend, manchmal muskulös, wenig Schamhaare, viel Rasur, intim ebenfalls, Tatoos und na ja, große und kleine Männer auch.
Ein Spanner mindestens ist immer dabei und das bin ich.
Meine Güte sind wir alle nackt. Irgendwann bin auch ich mit dem Leute-gucken fertig und finde mich endlich mit der eigenen sichtbaren Nacktheit ab. Die Erholung kann beginnen: klassischerweise der Irisch-Römische Badeablauf wohl mit dem Tepidarium und Sudatorium bei trockener warmer Luft mit Temperaturen zwischen 40 und 45 Grad bzw. 50 bis 55 Grad Celsius.
Ich schau mir nur die beeindruckenden Räume an, überspringe das Warm werden und setze mich gleich bei einer Lufttemperatur von 55 bis 60 Grad Celsius mit Aromen ätherischer Öle und einem angenehmen Farblichtspiel in das Sanarium. Ganz schön warm ist es hier.
Erfrischung verspricht das 22 bis 24 Grad temperierte Kaltwasserbecken, in das ich mich im Anschluss quäle oder mich vorzugsweise von meiner Begleitung hineinjagen lasse. Die Pein lohnt sich, denn am Ende der Bahn stoße ich an einen für mich schönsten Plätze im Bad, das Wildbecken, das an das Kaltwasserbecken anschließt. Bei kuscheligen 42 Grad Celsius habe ich hier den schönsten Blick auf das Herzstück des Bades, die historischen Schwimmhalle: um mich herum schöne Deckenmalereien, umwerfende Fresken und nicht zu vergessen, die steinernen Löwen, die in Rundbögen das Wasser in das anliegende Kaltwasserbad speihen. Sehr hübsch!
In der finnischen Sauna geht es für diejenigen, die sich den Wolf schwitzen wollen und dabei keinen Körperkontakt scheuen, richtig hart zur Sache. Wenn man Glück hat, wedelt einem ein Bademeister zum Aufguss bei 85 bis 90 Grad Celsius und einer 25-prozentigen Luftfeuchtigkeit engagiert sein Handtuch zu. Glück auf das ich lieber verzichte. Zum weiteren Schwitzen bevorzuge ich das russische Dampfbad oder das Dampfsteinbad. In diesen Räumen geht es wesentlich ruhiger zu. Anschließend beblubbert werden im Thermalsitzbecken bei 37 Grad Celsius nicht vergessen!
Zum Ausruhen von all diesen Strapazen, es gibt verschiedene Ruhezonen, lass ich mich sehr gern im Lumenarium nieder. In einem dunklen Raum liegend kann ich hier Lichtpunkte in langsam wechselnden Farben am Gewölbehimmel beobachten und mit einer wohlig warmen Schwere einschlafen.
Mmmmm. Ist das schön!
Dieses kleine Glück kostet mich im Winter € 5,00 die angefangene Stunde. Wem das immer noch nicht genug Entspannung ist, der kann nach Terminvereinbarung und entsprechenden Aufpreis im Untergeschoss in den Genuss eines orientalisch-anmutenden Rasul, Sandbad, Softpack-Anwendungen und verschiedene Massageangebote kommen.
Sagte ich es schon? Ich liebe dieses Bad. Herrlich ist es hier, nackt zu sein.
BijiM Informativ und spannend zugleich geschrieben-der insgesamt beste Bericht, den ich auf Qype gelesen habe !
10 März 2011
Martin Mehr solcher Berichte in Skype! Das ist lesenswert, informativ und hat Tiefgang gepaart mit Wortwitz. Vielen Qypern kommt es inzwischen mehr auf die erreichbaren Punkte an und deswegen erscheinen immer mehr Kritiken à la "hier gehe ich gern hin." Warum, weshalb und was der bewertete Platz bietet bleibt dabei oft im Dunklen. Oder man spart sich Einzelheiten und verweist einfach auf die Vorredner (so wie die Kritik von Capricorn zu den Kaiser Friedrich Thermen). Nichts für ungut - aber die Tatsache, dass es jemand an einem bestimmten Ort gefällt reicht mir nicht - ich würde schon gern wissen warum; auch wenn es sich um eine subjektive Meinung handelt.
31 März 2011
Romanfabrik - Ostend
Hanauer Landstr. 186, 60314 Frankfurt am Main
01.07.2008
„Die Geschichte der Romanfabrik beginnt mit einer ebenso unglaublichen wie wahren Begebenheit. Nein, eigentlich mit einer Folge unglaublicher und wahrer Begebenheiten. Wie ein Roman eben. Die beteiligten Personen: ein Pelzdieb, Peter Z., beginnt im Knast zu schreiben. Eine erfolgreiche Cartoonistin, Doris L., verliebt sich in den Knacki. Ein Bordellbesitzer, Dieter E., verspricht, dem Knacki nach der Entlassung zu helfen. Richtet ihm tatsächlich eine Kellerkneipe in der Uhlandstrasse im damals stark vernachlässigten Ostend ein…. Dies geschah im Jahre 1985, zu einer Zeit, als es für Literaten und Künstler noch keinen festen Ort in Frankfurt gab und noch niemand an ein Literaturhaus dachte.“
Ist das nicht eine hinreißende Geschichte? Und ganz frisch geklaut von der Webseite der Romanfabrik. Also weiter.
Jedenfalls fanden dann in der Uhlandstrasse über Jahre und regelmäßig Lesungen, Autorengespräche und sonstige literarische Veranstaltungen statt. Mitten in der Stadt so wie es sich gehört aber in zugegebenerweise viel zu kleinen Räumlichkeiten. Ende der 90iger zog die Romanfabrik fernab von der Stadtmitte zugunsten neuer größerer moderner Räume in die Hanauer Landstrasse auf das Areal der ehemaligen Union-Brauerei in die Nachbarschaft zu Autohäusern und Clubs.
In puristischer Eleganz werden dort nun seit fast 10 Jahren Autorenlesungen, Chansonabende, Tango-Café, Salsa-Abende, Jazz, Klassik in der Romanfabrik und ein Philosophisches Café angeboten. Empfehlenswert ist es sich über den Kulturbrief per Mail regelmäßig über das Programm zu informieren, denn Ausversehen kommt man hier garantiert nicht vorbei. Die Romanfabrik verfügt über eine nette Bar und freundliches Personal. Die coolen Getränke erschwinglich zu moderaten Preisen können im Sommer auch auf der Dachterasse eingenommen werde. Alles was das Herz begehrt. Eigentlich.
Eigentlich müsste ich ihn sehr gerne haben. Er ist schlau, eloquent, hat phasenweise etwas schelmiches. Immerhin. Feridun Zaimoglu liest aus seinem Neuling „Liebesbrand“.
Für € 8,00 kann man in der Romanfabrik den Worten des Mannes lauschen, den die FAZ vor gar nicht so langer Zeit als interessantesten deutschen Gegenwartsautoren bezeichnete, der zahlreiche Literaturpreise bekam und von dem Romane wie „Kanak Sprak“, „Abschaum“ oder „Leyla“ stammen. Die Lesung ist gut besucht. Die Zuhörer interessiert und Zaimoglu gut gelaunt. Dennoch sein Funke will nicht auf mich übergreifen.
Eine seltsame Sache ist das. Da liegen rein objektiv die besten Voraussetzungen dafür vor, dass ich der Romanfabrik und diesem Autor für immer hoffnungslos verfalle. Trotzdem und warum auch immer warm werde ich nicht mit ihnen.
Es ist der 10.06.2008. Europameisterschaft. Die Hanauer Landstrasse ist leergefegt. Es herrschen Temperaturen von knapp 30 Grad. Es ist schwül und die Hitze steht. Zwei Qyperinnen, die sich kaum kennen, treffen sich zu dieser Lesung. Die eine ist viel zu bescheiden. Das Sprichwort „Neugier tötete die Katze“ ist ihr unbekannt. Aus ihr sprudeln Fragen wie aus einer Popcornmaschine Popcorn. Die andere ist schüchtern und dann doch über das Ziel hinaus schießend. Ihr Herz liegt ihr auf der Zunge. Beide sind auf ihre Art überdreht und haben gemeinsam die Liebe zum Wort.
Manchmal passt es dann doch. Einfach so und ohne jede Anstrengung. Schön.
Trotz Hanauer Landstrasse und einen Autor, in den ich mich partout nicht verlieben kann, insgesamt objektive vier Punkte für die Romanfabrik, die schon lange ihren verdienten Platz im Frankfurter Kulturleben eingenommen hat.
Lucie Egal ob nun Nichtliebe zum Autor oder Liebe zu quasseldenen Qyperinnen - hauptsache Liebe … :-)
4 Juli 2008
weinrot Ach ja… die Romanfabrik. Die neuen Räume kenn ich nicht, aber als sie noch in der Uhlandstr. war, waren wir sehr oft da und haben Doko gespielt. Und der Wirt, der nebenbei auch Anwalt war, hat uns unsere Bescheinigungen fürs Anwaltspraktikum unterschrieben…
Lang, lang her. :-)
26 November 2008
Hue - Nordend
Schopenhauerstr. 5, 60316 Frankfurt am Main
27.06.2008
Jahrelang hatte ich darauf hin gespart. Es sollte der fantastischste Urlaub meines Lebens werden. Ein Traum von einer Reise. Der Norden bot uns sensationell viele Möglichkeiten, die Landschaft und die Kultur des Landes zu geniessen. Unter anderem besuchten wir das magische Gebiet der Halong Bucht gelegen vor der Nordostküste. In dieser wie gemalten Bucht, liegen etwa 3000 bizarr geformte Kalkstein Felseninseln, die steil aus dem tief grün-blauen See stechen. Diese Umgebung diente uns für unvergessene, romantische Bootsfahrten und Trekkings durch die grüne, hügelige Natur im Nationalpark. Wir schliefen in abgelegenen Berggebieten bei Bergstämmen und genossen atemberaubende Aussichten. Wir wanderten durch terrassenförmige Reisfelder und hölzerne Hängebrücken, an einem Wasserfall entlang, und hoch oben auf dem Berg hatten wir diesen traumhaften Blick auf die ganze Umgebung. Eine wundervolle Erfahrung!
Erinnerungen an eine Vietnamreise, die ich niemals hatte.
Freitag Abend und meine bitter-süße Sehnsucht nach diesem unbekannten Land, nach einfach nur weg, kann nur gelindert werden, durch ein entspanntes Abendessen bei Hué.
Hué bietet zahlreiche vietamesische und thailändische Spezialitäten in seiner abwischbaren umfangreichen Karte an.
Ungeschminkt mit ausgeprägter Nasalfalte, Ringelshirt, Jeans und Turnschuhen, leicht verschwitzt vom Radeln tröstet mich meine Begleitung und ich mich selbst in diesem gemütlichen, leicht angekitschten Ambiente über diese fehlende Erfahrung. Hier ist niemand schick. Wir sehen alle aus, als ob wir grad vom Strand oder einer Wanderung kommen. Genauso der Eigentümer, ein Deutscher, dem ich sofort glaube, dass er jahrelang in Vietnam und Thailand gelebt hat.
Ab etwa € 10,00 fürs lecker Essen sind wir dabei. Das Weizenbier von Weihenstephan geht extra. Es schmeckt authentisch hier. Glaub ich zumindestens. Mit ein bißchen Zitronengras, paar frischen Kräutern und zartem Rindfleisch, ein paar Stäbchen in der Hand bin ich allerdings leicht auszutricksen und zufrieden damit. Ganz Bornheim auch. Eine Reservierung ist deshalb zu empfehlen, insbesondere wenn man auf den kleinen Plastikstühlen, heißt Sommerterasse, mit dem Blick auf die Schopenhauer sein Wochenende einklingeln lassen will. Mit der Rechnung kommt der Pflaumenschnaps, der geht so und schmeckt nach Kopfweh. Klingel, klingel, klingel. Zum endgültigen Absturz im Anschluss verführt die Berger nebenan. Wie praktisch.
schaefli63 hast’s schön geschrieben! - sommerlicher Radlerschweiss, Weizenbier und Vietnamküche - ach…
30 Juli 2008
Alhambra - Nordend
Nordendstr. 53, Nordend, 60318 Frankfurt am Main
21.06.2008
„Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“ ist einer meiner liebsten spanischen Komödien. Temporeich, schrill, laut, vom Gesetz des Zufalls lebend. So habe ich es gern. In der Realität selbst die Frau am Rande zu sein, ist leider nicht ganz so vergnüglich. Davon zeugen auch meine hässlichen Augenringe, die sich schon seit Wochen nicht mehr von meinem teurem Concealer abdecken lassen. Fix und alle bin ich von der Schufterei. Kaputt. Auf dem Zahnfleisch gehend. Und noch ein Wochenende ohne Wochenende hätte ich wohl kaum vertragen. Zum Glück wurde dies am Freitag für mich erkannt, ich aus dem Büro geschnappt, mir ein paar Sorgenfalten aus der Stirn gestrichen, Blödsinn ausgeredet und ich vom Rande des Nervenzusammenbruchs direkt ins Alhambra getragen.
Das Alhambra ist eine maurisch-spanisches Tapasbar, liegt mitten im schönen Nordend, ist überschaubar klein, nicht schick, aber ganz charmant. Da saßen wir nun, so ganz ohne Reservierung wohl nur, weil gerade EM ist, draußen und gemütlich, mit einer handvoll anderer Fußballverweigerer, auf den Holzbänken, ich von Kletterpflanzen umrankt und mit unbekannten Flugtieren kämpfend. Ach, wie schön idyllisch war es da.
Schnellen Schrittes wurde uns von der Bedienung die Karte gereicht. Jenseits dieser werden hier jeden Abend traditionelle spanische Hauptgerichte auf einer Schiefertafel angepriesen. In der Glasvitrine im Restaurant finden sich 18 frisch zubereitete und täglich wechselnde aus insgesamt 72 verschiedenen Variationen angebotene, typische aber auch exotische und kreative Spezialitäten der spanischen Tapastradition.
Zur erleichterten Entscheidungsfindung hatten wir uns bereits vor Platzeinnahme unsere Gesichter an der Glasvitrine platt gedrückt. Zwischen diesen vielen frisch zubereiteten verschiedenen Tapas u.a. Achatschnecken, Pulpo a la Ferria, Algensalat mit Entenbrust, Albondigas, Boquerones, Pequillos mussten wir wählen. Und dann auch noch die Getränkefrage. 12 offene Rotweine, dazu Blanco und Rosado. Gar nicht so leicht. Das hat auch wohl unsere Bedienung verstanden, der wir deshalb zweimal eine Abfuhr geben mussten. Die Entscheidung fiel dann doch irgendwann, irgendwie und endlich, sicher auch zur Freude der Bedienung und zwar auf Flusskrebse, Algensalat mit Entenbrust mit frisch aufgebackenen Brot und eine Tortilla, einen Roten und einen Rosado. Lecker und ölig war es, der Wein war fein. Die Preise angemessen. Die Bedienung professionell.
Irgendwie passte alles an diesem Abend. Ganz authentisch wäre es sicherlich noch gewesen, wenn wir noch irgendwelche Zahnstocher, Olivenkerne oder Kippenstummel auf den Boden hätten schmeißen können. Wieder einer dieser Abende an denen ich bereute, mit dem Rauchen aufgehört zu haben.
Gleich auf eine ganze Stange hatte ich Lust, als der ganze Weingarten auf die Schreie der Drinnen sitzenden einsamen Ballfreunde nach dem 1:1 ins Restaurant stürmte, um den letzten aufregenden Minuten des Spieles beizuwohnen. Was für ein Tumult. Was für eine Hysterie. Wer zu wem hielt, war nicht mehr auszumachen. Okay, der Kroate und die algerische Türkenhassende Bedienung zu den Kroaten und die Türkin zu den Türken. Zum Schluss freuten sich alle. Aber am meisten freute sich die Türkin…und weil sie kein Auto mehr hat, hupte sie innerlich und zwar noch bis heute früh.
Mir geht es wieder besser. Der Rand ist weiter weg. Im nachhinein mag ich nicht mehr zu beurteilen, was zu meiner Genesung hauptsächlich beigetragen hat: Das Spiel, die Tapas, meine Begleitung, die Flugtiere, der Wein? Wer will das schon so genau wissen. Ein wunderschöner Abend in einer herrlichen Tapasbar, temporeich, schrill, laut und vom Gesetz des Zufalls lebend.
Börsenkeller - Innenstadt
Schillerstr. 11, 60313 Frankfurt am Main
08.06.2008
(aktualisiert am 16.06.2008)
Nach meiner persönlichen Zeitrechnung begannen die 80iger Jahre am 03.08.1982. Ich war etwas über 10 Jahre alt und hatte meine Mutter dazu überredet, mir für diesen speziellen Tag ein himmelblaues Kleid mit orange-roten Blümchen und einer Schleife zu kaufen. Frohen Mutes damit geschmückt und stolz wie Oskar trat ich meinen allerersten Tag auf dem Gymnasium an.
Und dann das.
Die Kinder mit denen ich noch vor den Sommerferien harmlos Verstecken gespielt hatte, hatten sich plötzlich in Halbstarke verwandelt, allesamt in Netzhemden, zerschnittenen Sasch-Hosen, mit Pickeln und Haaren an den unmöglichsten Stellen. Meine beste Freundin hatte sich einen Freund angelacht, mit dem sie auf dem Schulhof rumknutschte. Alex trug einen Ohrring am rechten und nicht am linken Ohr. Oder war es umgekehrt? Jedenfalls wurde spekuliert, dass er deshalb eigentlich nur schwul oder bi sein könne. Alles war „affentittengeil“ oder einfach nur „Sahne“.
Und ich in meinem Blümchenkleid. Meine Güte war ich unbedarft.
Die Pubertät war in den Sommerferien durch alle Orte im Taunus gewandert, hatte an die Türen der Gleichaltrigen geklopft und mich? Vergessen! Einfach so. Es sollte auch noch ein paar Jahre dauern, bis sie sich dann endlich bei mir meldete. Die Verwirrung blieb, wenn sie sich auch auf andere Weise äußerte und den Vorsprung, den die anderen mittlerweile hatten, sollte ich nie wieder aufholen.
80iger Jahre und Pubertät sind in meinen Erinnerungen untrennbar miteinander verschraubt: Willste-mit-mir-gehen-Zettelchen, Zahnspangen, “Der Fänger im Roggen” hoch und runter und wieder von vorne, Clerasil, Schuldisco in miefigen Mehrzweckhallen, Flaschendrehen und Blues mit schwitzigen Jungs in viel zu engen Röhrenjeans, hohem Bund und unförmigen Gliedmaßen. Was für ein Elend.
Und im Hintergrund spielte immer zu diese Musik.
Ewiggestrige Ü30 haben die Möglichkeit an jedem Samstag im zentral gelegenen Frankfurter Börsenkeller zu den unvergessenen, meist gehassten und geliebten, einfach nicht Tod zu kriegenden Hits der 80iger Jahre zu tanzen.
Zweimal einer Freundin zum Gefallen war ich nun dort. Einmal davon wurde ich Zeuge wie DJ Stargate in einem kurzen Augenblick in völliger Verzweiflung all seinen Mut zusammen nahm. Na ja, vielleicht war er ja auch einfach nur geschwächt und konnte nicht mehr anders. Er spielte ein Stück aus der Gegenwart, was zur Folge hatte, dass sich die Tanzfläche schlagartig leerte und sich die Stimmung kurz trübte, bis zur Versöhnung wieder „Ich will Spaß, ich will Spaß…“ aus den Boxen dröhnte.
Ja, so ist das im Börsenkeller.
Für die Gäste, überwiegend Banker und Börsianer Ü40, gibt es sympathischerweise keinen Dresscode. Einige der Tanzenden sahen sogar so aus, als ob sie eigens für diese Party Altkleidersäcke geräubert hätten z.B. Marc, ein Mann Mitte 40, schwitzig, in viel zu engen Röhrenjeans, hohem Bund und unförmigen Gliedmaßen. Während er mir ungebeten den Arm um die Taille legte, erklärte er mir, dass er Stammgast sei und ehemals als der schönste Mann seiner Schule galt. Wer sich mit Mitte 30 mal wieder wie ein junges Küken oder Frischfleisch fühlen möchte, dem sei ein Besuch im Börsenkeller als medizinische Jungbrunnenkur empfohlen.
Die kleine Zeitreise kostet € 7,00 an der Abendkasse. Die Location, die Preise, der Türsteher sind für Frankfurter Verhältnisse aus meiner Sicht okay. Aus diesem Grund und weil der Rest der Gäste, die ganz offensichtlich eine bessere Pubertät als ich hatten, wirklich Spaß zu haben schien, vergebe ich insgesamt drei Punkte. Wegen Marc, dem Stammgast wurde einer bereits abgezogen.
Lakritze Juhu! Die Achtziger waren überall, und jetzt, aus sicherem Abstand, finde ich das klasse.
Schrecklich schön geschrieben, Haiku.
19 Juni 2008
Missmarpe2008 Tja, was so 10 Jährchen Altersunterschied alles ausmachen… Menschen, wie ich waren als Kinder noch mit Mami und Papi im “Restaurant Börsenkeller” gaaaaanz bieder essen… Puuuh, komme ich mir jetzt alt vor… :-(
16 Juli 2008
La Linea Tony Basato - Nordend
Oeder Weg 58, 60318 Frankfurt am Main
19.05.2008
(aktualisiert am 15.06.2008)
Auf meinen Kindergarten- und Grundschulfotos sehe ich mit meinem zwei Zentimeter kurzem schiefen Pony aus wie eine Idiotin. Alle sahen wir damals so aus. Denn auch die anderen Mütter konnten keine Haare schneiden. Dramatischer wurde es dann in der Pubertät als mich meine Mutter zu ihrem türkischen Frisör zerrte. Egal welche Mühe ich mir gab, wie detailliert auch meine Erklärungen waren, welche Photographien von Wunschfrisuren ich ihm auch zeigte, wenn er fertig mit dem frisieren war, sagte er stets so gute Sätze zu mir wie: „Jetzt siehst Du aus wie Alexis aus Denver Clan.“ Oder „Wolltest Du denn nicht die Frisur von Mireille Mathieu…?“ Während also Gleichaltrige mit den coolen Frisuren der Popstars herumliefen, sah ich als Teenager in den 80igern aus wie Joan Collins mit 60. Großartig. Es sollten noch zwanzig Jahre traumatischer Erlebnisse und dicker Krokodilstränen folgen, bis ich ihn nun endlich finden sollte, den Frisör meines Vertrauens.
Der erfrischend schlicht gehaltene Laden im Oederweg lässt auf den ersten Blick nichts davon ahnen, dass sein Eigentümer Tony Basato ein internationaler Hairdesigner ist. Höchstens auf den zweiten Blick, beim betrachten dutzender Trophäen, die in den Ecken des Ladens verteilt stehen, bekommt man eine erste Vorstellung davon, dass man sich hier in keinem 08/15 Frisörsalon befindet. International ist auch das Team von Herrn Basato. Professionell und freundlich ebenso. Von den netten Damen werde ich beim betreten des Salons stets mit dem gleichen perfekt koordinierten Service bedacht. Mein Mantel wird mir abgenommen, ich werde an meinen Platz begleitet und während der kurzen Wartezeit auf Svetlana, Tonys Frau, bin ich schon mit einer Gala und einem Latte versorgt. Da Svetlana der Dr. Doolittle unter den Frisören Frankfurts ist, ist auch gar kein umständlich langes Vorgespräch notwendig. Sie versteht mich. Dass sie während des Schneidens ihre Angestellten in Schacht hält und mit Anweisungen bombardiert, stört mich nicht die Bohne. Denn inzwischen weiß ich, dass sie die Kunst versteht, mit fünf Leuten gleichzeitig zu sprechen und trotzdem sehr konzentriert zu arbeiten. Während ich noch unter der Haube zum Trocknen sitze, ent- und spanne ich mal wieder. Überwiegend Stammkunden aus dem Nordend. Hier gehen ältere Damen genauso ein und aus wie hippe Teens. Jeder bekommt die Frisur seines Alters, entsprechend seiner Wünsche und Bedürfnisse. Wer schnacken will, bekommt seinen Schnack, und wer Tratsch will, kann in Ruhe seine Gala lesen.
Ach, das sind schöne Samstagvormittage bei La Linea. Nicht wie Joan Collins aber trotzdem irgendwie wie ein Star fühl ich mich, wenn ich gefärbt, gewaschen, geföhnt, manchmal auch gezupft und geschminkt den Laden verlasse. Dafür zahl ich gern mehr als € 10,00.
Frankenfurter Haiku-Darling, da oben auf dem Heizungsrohr sieht man leider nicht, was Svetlana bei Dir diesmal wieder gezaubert hat.
Trotzdem, war dein bester bis jetzt !
19 Mai 2008
videocity - Ostend
Sandweg 66, 60316 Frankfurt am Main
03.06.2008
(aktualisiert am 15.06.2008)
Einer von uns Beiden 1973, Einmal Millionär sein (Lavender Hill Mob, The) 1950, Reise nach Tokio, Die (Tokyo Story/Tokyo Monogatari) 1953, Armee im Schatten (Armee des ombres, L’) 1969, SOS Feuer an Bord (Only Angels Have Wings) 1939,Mephisto 1981, Dünner Mann Mord in San Francisco/Nach dem Dünnen Mann) (After the Thin Man) 1936, Marlene (1983) VHS, Für Alle Fälle Fitz 7 Bruderliebe (Cracker 7 Brotherly Love) 1995, Rächer der Unterwelt (Killers, The) 1946, Gloria (1980), Unbesiegbare Erste, Die (Big Red One, The) 1980, Before Sunset 2004, Glöckner von Notre Dame, Der (1939) (Hunchback of Notre Dame, The) 1939, Hochzeit, Eine (Wedding, A) 1978, Leibwächter, Der (Yojimbo) 1960, Mitte, Die (Die Mitte) 2004, Schloß im Spinnwebwald, Das (Kumonosu-jo/Throne of Blood) 1957, Coffee & Cigarettes 2003, Klaras Fall (Ranarna) 2003, Gegen die Wand (Head On/Duvara Karsi) 2004, Privatleben des Sherlock Holmes, Das (Private Life of Sherlock Holmes) 1970, Yesterday 2002, Es War (Flesh & the Devil) 1926, Fatou la Malienne 2001, Spielregel, Die (Regle du jeu, La/Rules of the Game, The) Floating Weeds (Ukigusa) 1959, Testament des Dr. Mabuse , Das (1932), Star is Born, A (1954 Gudy Garland) (A Star Is Born), Planet der Affen (1967) (Planet of the Apes) 1967, Persona, 1966, Lilja Forever (Lilya 4-Ever) 2002, Six Feet Under Season 1, 2001, Nostalgia/Tempo di Viaggio (Nostalghia/ Time of a Journey) 1982, Leiche zum Dessert, Eine (Murder by Death) 1975, Üblichen Verdächtigen, TOSHINORI KONDO, Harold & Maude 1971, Heut gehn wir bummeln (On the Town), Mr. Smith geht nach Washington (Mr. Smith Goes to Washington) 1939, Du sollst mein Glücksstern sein (Singin’ in the Rain) 1952 Moderne Zeiten (Modern Times) 1936, Lichter der Großstadt (City Lights) 1931, Charade 1963, Blue Velvet 1986, Wilde Erdbeeren (Smultron Stället/Wild Strawberries) 1957, Spur des Falken, Die (Maltese Falcon, The) 1941, Sabrina (1954) (Sabrina Fair) 1954, Besten Jahre unseres Lebens, Die (Best Years of Our Lives, The) 1946.
Nur eine kleine Auwahl von Filmen aus der Schatzkiste von Videocity. Die Filme können nach Anmeldung zu 2,10 € bzw. 1,70 € pro Kalendertag ausgeliehen werden. Hellen Köpfen wird es gleich aufgefallen sein: nicht wegen der aktuellen Neuerscheinungen macht man sich auf den Sandweg zu Videocity, sondern wegen der Vorliebe für finnische Filme mit japanischen Untertitel, spleeniges Personal oder einfach weil man nicht immer Lust hat, erst gegen Morgengrauen seinen Lieblingsfilm auf dem Dritten zu sehen.
Ohne Untertreibung: die beste Videothek der Welt und in Frankfurt sowieso.
iNord kuckuck….habe eben erst erfahren, dass ich gar keine Benachrichtigung über Kommentare zu diesem Beitrag mehr bekommen habe, also vielen Dank für die Einladung und dass ihr mich als Koch engagiert. Bin dabei! Und - Klar mach ich meine Miso-Spezial, die gab es bisher nur draussen für Kännchen.
Die original Tampoposuppe bekomm ich aber glaube ich nicht hin…
1 August 2008
Triton Training Center Westend - Westend
Bockenheimer Landstr. 98-100, Haupteingang: Siesmayerstraße 15, 60323 Frankfurt am Main
06.05.2008
(aktualisiert am 14.06.2008)
Nach jahrelangem Frauenfitness tat ich mich mit der Entscheidung in ein gemischtes Studio zu wechseln, gar nicht leicht. Die Phantasie von nach Testosteron stinkenden, vor Schweiß triefenden, laut stöhnenden Männern und überschminkten in Tigerstrings Aerobic treibenden Tussis hatte sich bei mir einfach zu stark festgesetzt. Da passte ich mit meiner Aldijogginghose und meinem kleinen Bauch so gar nicht rein. Nachdem ich mich jedoch über die Betreuung durch mein Frauenstudio lange Zeit geärgert hatte, wagte ich mich unter anderem wegen einer sehr guten Beurteilung in einer Frankfurter Zeitschrift sowie der Empfehlung einer Freundin dann doch zum kostenlosen Probetraining ins Triton. Seit Anfang des Jahres bin ich nun dort und habe den Wechsel nicht bereut.
Das Triton besticht unter anderem durch seinen großen Gerätepark in lichtdurchfluteten Räumen, vor allem jedoch durch die kontinuierliche, aufmerksame und kompetente Betreuung durch das Personal. Unaufgefordert, bestimmt, nie überheblich aber immer freundlich wird man bei seinen Übungen korrigiert. Das gibt Sicherheit und Lust auf Mehr. Übermotivierte Anfänger werden auch mal gebremst. Nebenbei läuft bei angenehmer Lautstärke Musik. Besonders gefällt mir, dass ich beim Ausdauersport, auf einer der zahlreichen Geräte, mit den dort ausgeliehenen Kopfhörer neben dem Fernsehen auch verschiedenen Radiosendern lauschen kann -das ist wie Tanzen auf dem Laufband. Super. Was die Auswahl und Anzahl von Kursen betrifft, ist man bei einem anderem Anbieter sicherlich besser aufgehoben. Auch ist das Triton kein schickes Wellnessstudio. Es kann weder mit Rasulpackungen noch anderem Schnickes aufwarten. In die ungemischte Sauna passen vielleicht zwei, drei Leute. Der Ruhebereich in der Frauenumkleide besteht aus insgesamt zwei Gartenliegen und einem Solarium. Nur durch Glasbausteine, die nicht bis zur Decke durchgezogen sind, ist der Duschbereich der Frauen und Männer voneinander getrennt. Wer also schon immer mal wissen wollte, was das andere Geschlecht beim Rudelduschen miteinander austauscht, kommt im Triton voll auf seine Kosten…und wird dabei von den in der Regel sehr harmlosen Gesprächen völlig enttäuscht sein.
Übrigens: keine Testosteronstinker und keine Tussis. Im Triton geht es in erster Linie darum, seinem Körper Gutes zu tun. Die zahlreichen sehr schicken Anzugträger/ innen durchlaufen nach dem Betreten des Studios eine interessante Wandlung. Nach einer viertel Stunde Umkleide (dort wird stets höflich gegrüßt) erscheinen sie in ihren kleinen verwaschenen Hausanzügen im Trainingsbereich, um ganz dezent, weder stinkend noch stöhnend ihre Übungen durchzuführen. Hier trainieren Anwälte neben Arbeitsvermittlern. Die Eitelkeit wird vor der Tür geparkt und bei Öffnungszeiten an 365 Tagen im Jahr und einer sehr guten Verkehrsanbindung muss man sich schon echt gutes Alibi verschaffen, um sein Training zu schwänzen.
Farnaz Toller Bericht, aber nix anderes habe ich von Dir erwartet Haiku. Demnächst laufe ich mal mit meiner Lidl Sporthose zum Probetraining auf. Was sagste??? :-)
2 Juni 2008
Clubkeller - Sachsenhausen
Textorstr. 26, 60594 Frankfurt am Main
04.05.2008
(aktualisiert am 14.06.2008)
Clubkeller, ein super Ort, um entspannt sein Wochenende einklingen zu lassen. Neben den wirklich angenehmen Preisen ist die Stimmung unschlagbar. Spätestens nach einer halben Stunde auf der Tanzfläche bemerkt man ein breites Grinsen auf seinem Gesicht. Die anderen grinsen schon länger. Und irgendwie lächeln sich alle ständig an.
Ich kenne in Frankfurt keinen Ort an dem Leute verschiedenen Alters so entspannt nebeneinander tanzen können. Das übergreifende Motto ist Spaß haben und zwar ohne Dresscode und ohne Posen. Diese Atmosphäre ermöglicht es, relativ schnell und unkompliziert neue Leute des anderen Geschlechtes kennen zu lernen. Wenn man das will. Nichts ist aufdringlich, nicht ist eitel. Alles kann, muss aber nicht.
Auf dem Weg zur Toiliette, wo Frau übrigens nicht stundenlang anstehen muss, oder zum Raucherzimmer überquert man den kleinen Raum, an dem der Kickertisch untergebracht ist. Es scheint, eine eingeschworene Gemeinde dort zu geben, die sich sogleich zur Öffnung des Clubkellers um den Tisch scharren und den ganzen Abend spielen. Da man als Anfänger aber eher die kürzeren Spiele hat, wird man von dieser auch gern mal vorgelassen. Und zwar ganz charmant.
Die Bedienung finde ich durchweg sehr nett. Die Türsteher auch. Die geben einen morgens um vier noch freundliche Worte mit auf dem Weg nach Hause.
Immer wieder sehr gern.
Alexandre Rabe Über die Türsteher kann man trefflich streiten.. Zumindest über einen von beiden.
Persönlich hatte ich noch nie ein großes Problem mit denen, aber in letzter Zeit häufen sich die Beschwerden von Stammgästen über sie.
6 Mai 2008
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