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Ich bin Lucius_Licinus aus Hartberg. Ich bin Qyper seit dem 24.10.2012

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Profil von Lucius_Licinus

Horvath - Kreuzberg

Paul-Lincke-Ufer 44a, 10999 Berlin

24.10.2012

Wir hatten das „zwiespältige“ Vergnügen am  20.10.12 bei unserem 1. Berlinbesuch im Horvath zu dinieren. Nicht wegen dem Koch Sebastian Frank und seinem Services wegen - denn diese waren in Höchstform – sondern wegen einem zur Kritik erkorenem Nachbartisch. Der Tisch voller „Gourmetkritiker“ war leider ein nicht zu überseh- und überhörbarer Tadel, den nicht einmal das junge, motivierte Team mit dieser exzellenten Küche und dem freundlichen aber nicht aufdringlichem Service im Horvath ausgleichen konnte.

Geblendet von der eigenen Wichtigkeit wurden die kreativen und wohlschmeckenden Gerichte von diesem besagtem Tisch in keinerlei Weise war genommen. Es war nicht die geringste Spur von Wertschätzung zu erkennen, geschweige den, ein Versuch die präzise durchdachten und mit Raffinesse zubereiteten Gerichte, als solche zu erkennen.  An dieser Stelle großer Lob an das Küchenteam!!!

Die schnell neben bei verschlungenen Speisen, wurden Gott sei Dank begleitet von längeren Rauchpausen der Kritiker, in denen wir mit etwas Ruhe belohnt, uns auf das genießen und erschmecken der Köstlichkeiten aus der Küche freuen konnten, ohne störende „Nebengeräusche“, die überwiegend von dem Nebentisch kamen, die nach jedem Glas Wein auch lauter wurden.

 Nun zum angenehmen Teil. Keinem Trend folgend waren die, an diesem Abend gekochten Speisen ein kulinarisches Gedicht. Überwiegend vegetarische hinterließ jedes Gericht für sich, einen Schweif, der als Ganzes, noch nach dem abservieren der leeren Teller im Gaumen lag. Da hat sich jemand wirklich über die Zubereitung und Kombination der Lebensmittel Gedanken gemacht, auch die Weinbegleitung sei hier lobend erwähnt. Sie führte uns durch Österreich und Deutschland und konnte auch in 1/16l genossen werden. Hier ein paar unserer Highlights aus der jungen Küche: Eisbergsalat mit Milch aus roher Petersilienwurzel und Saiblingskaviar; ein exzellent knackig – frischer Einstieg in die Menüfolge. Flussbarsch mit Cremé vom Räucheraal, frittierte Kohlsprossen und eingelegte Herbsttrompeten; geschmacklich ausgewogen und absolut gelungen. Geschmorter Rotkrautstrunk mit Quitte, Topinambur, Chicorée und Minzgelee; Wow!!! Stangensellerie, Schalotten, Zitronenschale sauer eingelegt mit Paste von Sellerie, Mandel und Sardellen und Sorbet von Estragon;  mein persönlicher Favorit in 12 Gängen. Ganz zum Schluss gab es noch ein richtig polarisierendes Dessert von Auberginen, Champignons, Granny Smith und Haselnüssen; Essen für Fortgeschrittene und am Besten zum „selbst ausprobieren“. Es sei noch erwähnt, dass gänzlich auf Modekresse wie Affila & Co verzichtet wurde.

Résumés dieses Abends:

Horvath: Ein Küchenteam mit Chef Sebastian Frank der wagt und gekonnt, überlegte Gerichte zelebriert. Weit ab von Ameisen und übertriebenen Texturen. Macht bitte weiter so. Eure Küche ist ein Grund mehr wieder nach Berlin zu kommen.  

Kritikertisch in der Nachbarschaft: Sollte man Expertisen von solchen Gourmetkritikern als wahrlich genussfreudiger Konsument von lukullischen Speisen wie diesen glauben schenken? Nein, wissen wir nun einmal mehr seit diesem Erlebnis! Denn wie schon ein berühmter Koch zu sagen pflegte: „Tester sind wie Eunuchen; sie würden gern aber können nicht!“