Beiträge von Maurer
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Reinhardtstrasse 20, ehemaliger Reichsbahnbunker, 10117 Berlin
Maurer
am 25 Januar 2009
Jetzt halte ich sie in der Hand, diese Karte für das Labyrinth, aus grauem Karton 10,5×7,5cm gross mit einer quadratischen, vertieften Prägung aus Metall silbrig-golden mit einem Hauch von Bronze. Die Prägung kann auch im Dunkeln gefühlt werden, ein idealer Führer wenn es gelingt, diese Karte zu entschlüsseln. Das Abbild ähnelt einem Mandala (Kalachakra-Mandala) mit quadratischem Grundriss, einer zu schützenden Mitte mit umlaufenden Räumen und doch dies ist der Grundriss des Bunkers, geplant/erbaut 1941/1942 von Albert Speer zum Schutz der Zivilbevölkerung nahe dem Bahnhof Friedrichstrasse.
4 Eingänge, 4 Treppenanlagen in Form einer doppelten Spirale (jede Treppe überspringt ein Geschoss). Wir sind im 5 geschossigen Hochbunker mit darüber neu gebautem Penthouse.
Aber von Anfang an.
Nachdem der Bunker eine Vielzahl von Nutzungen durchlaufen hat vom Schutz der Zivilbevölkerung (3000 Personen), Kriegsgefängnis durch die Rote Armee, Textillager, Gemüse- und Früchtelager des VEB, Techno- und Fetisch Club, härtester Club der Welt, Sexperimenta, “The last Days of Saigon”, “Overtüre der Lust” SM Party, “Files” mit O. Elliasson, D. Pflumm, U. Rondinone u.a., “Inside out” erwirbt der Kunstsammler Christian Boros den Bunker um Ihn für seine Sammlung Zeitgenössischer Kunst umzubauen. Seit 2003 arbeiten Boros und die Planer “Realarchitektur” an der Verwirklichung.Heute nun ist der Tag, an dem der private Ausstellungsort für die Sammlung Zeitgenössischer Kunst von Christian Boros nach Voranmeldung besucht werden kann.
Wir haben es geschafft über eine geheimnisvolle Anmeldung im Internet, eine Zusage zur Besichtigung mit fachkundiger Begleitung zu bekommen.Der Hinweis am Bunkereingang ist zurückhaltend beschriftet. Ein Druck auf das rote Klingelsymbol an der Stahltüre und ein Summer ertönt. Die Stahltüre ist schwer und schließt sich hinter uns mit einem dumpfen, metallischen Dröhnen. Wir durchschreiten zwei um Ecken versetzte Räume und erhalten die “Mandalas”, der Bunker hat uns aufgenommen.
Die Welt ist draussen und wir hier drinnen. Kein Strassengeräusch ist nach Durchschreiten der versetzten, mehrere meterdicken Betonwänden zu vernehmen. Die Luft ist leicht kühl und besser als vermutet.
Im Foyerraum tönt, nein schreit uns eine über unseren Köpfen große in Bewegung gesetzte Glocke an (ohne Klöppel), jeder fühlt diese gegossene Tonenergie sofort.Die fünfgeschossige Bunkeranlage mit normalen Raumhöhen von 2,50m wurde durch geschickt gesetzte Schnitte in ein dreidimensionales Kunstwerk verwandelt. Es gibt Räume mit Höhen bis zu 13,00 Metern. Durchblicke über raumbreite Schnitte und Verbindungen, die man erst erfährt, wenn dargestellte Objekte später von oben betrachtet werden können.
Die erste Präsentation der Sammlung zeigt Objekte, Skulpturen, Installationen, die mit dem Raum in Beziehung treten. Alle Arbeiten wurden von den Künstlern selbst inszeniert. Die Künstler haben ihre Arbeiten verändert, ergänzt um in den von ihnen gewünschten Dialog mit dem schweren und zugleich leichtem Schutzgefäß zu erreichen. Die Spuren der Geschichte des Bunkers sind an vielen Stellen sichtbar und bilden einen Kokon um die Objekte.
Die Sammlung ist absolut hochkarätig und die professionelle, gewandte Begleitung zu den Kunstwerken lassen zwei Stunden Kunst- und Raumgenuss im Fluge passieren.
Wir waren in einer anderen Welt und treten durch die schwere Stahltüre zurück in die lauten, heissen Strassen von Berlin.P.S. Informationen zu Künstlern und Sammlung über die website.
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Am Kupfergraben 10, Galerie Heiner Bastian, 10119 Berlin
Maurer
am 11 November 2007
(aktualisiert am 4 Dezember 2007)
Stadthäuser sind das Stadtgespräch von Berlin und so wundert es nicht, dass die neue Galerie für zeitgenössische Kunst von Heiner Bastian und der in den unteren beiden Geschossen der Galerie Contemporary Fine Arts "Stadthaus für die Kunst" genannt wird. Der Architekt David Chipperfield gestaltet auch das gegenüberliegende "Neues Museum" um. Das Gebäude spricht die Architektursprache des poetischen Minimalismus in den Farben weiss und grau: Wände weiss, Boden grau (geschliffener Betonestrich), auf den Stufen und im Dachgeschoss belegt mit grauem Betonwerkstein, Fenster raumhoch mit Holzpfosten, Raumhöhen von über 5m.
Das Raffinierte des Gebäudes sind die Einblicke und Ausblicke, die Inszenierung der Umgebung: Spree, Dom, Neues Museum, Fernsehturm in das Stadthaus hinein.
Die Räume sind hauptsächlich für Tageslicht und Seitenlicht konzipiert, steuerbar über halbtransparente Metallpanzer und raumhohen, grauen Innenklappläden.
Die künstlichen Beleuchtungstechniken mit offenen Leuchtstoffröhren in den Galerieräumen und mit offenen Glühbirnen im Dachgeschoss entsprechen einfachsten Künstlerateliers.Die Eröffnungsausstellungen mit Walter Pichler´s "Es ist doch der Kopf" Objekte und Zeichnungen von 1963 bis 1967 in den unteren beiden Geschossen und Damien Hirst in den oberen Räumen geben der neuen Hülle Inhalt, sie erreichen mit Ihrer besonderen Kraft ein Gegengewicht zum Haus zu schaffen.
kreisend Ich fügte Deinen Beitrag in meinen Gruppen-Guide ein.
Gruppe: Künstler aller Art
Gruß5 August 2008

Alle 5 Kommentare anzeigen
Eichi Wertvolle Wiederkehr. Zugvogel im Bunker. Teichwirte machen ihn für schwere Schäden an ihren Beständen verantwortlich.
28 Januar 2009
meme ein interessanter Ort, äußerst interessant beschrieben
14 März 2009