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»Liebe das Leben!«

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Beiträge von Markus Sowada

  • Cafe Karin - Altstadt

    4 35 Beiträge

    Großer Hirschgraben 28, 60311 Frankfurt am Main

    Cafe Karin

    1pxt Markus Sowada am 12.05.2008

    Comment: Karin is very special. In the past I used to go there mainly to have breakfast or to be more precise, to wake up. I would have a large latte, a croissant or simply a boiled egg with a bread roll and butter, not to mention my preferred newspaper: That’s what I consider the perfect start to the day. It’s definitely the people that make this place. Seated next to me is a local city dweller – a connoisseur of the art of living – slurping away at his cup of tea. The next table is empty, or was empty until these two middle aged women made their appearance, took a snooty look around the place to figure out how on earth the furniture and staff would fit in with their white and gold outfits. Despite their seeming hesitancy they still sat down and only moments later they already looked as though they were part of the furniture. Even the stockbroker who has just swept inside with his crew cut, has been coming here for his morning coffee for years. Karin is definitely iconic of Frankfurt. Here you can come across anything and you can start your day completely relaxed, in peace and quiet. What more can I say?

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  • Zweitausendeins Laden - Altstadt

    5 5 Beiträge

    Kornmarkt 14, 60311 Frankfurt am Main

    Zweitausendeins Laden

    1pxt Markus Sowada am 06.09.2007

    Zweitausendeins. Das war früher einmal ein im Namen vorgetragenes Zukunftsversprechen. Die Zeit verrinnt seither zusehens. Wir schreiben heuer schon das Jahr 2007 und man darf nach so langer Zeit mit Fug und Recht sagen. Der Verlag Zweitausendeins und sein Laden am Kornmarkt sind eine Frankfurter Institution. Sie überstanden und überstehen Stürme und Wogen aus Konkurrenz, Internetbuchhändlern und viele anderen Widrigkeiten und wenn man über ein Erfolgsgeheimnis nachdenkt, so wird man auf keines stossen. Stattdessen sollte man sich einfach mal ein wenig Zeit nehmen und folgendes antun: Man setze sich an einem schönen sonnigen Tag mal auf die Mauer direkt vor dem Laden. Dabei suche man sich ein Plätzchen, von dem aus man sowohl den Eingang des Ladens im Blick hat als auch das Geschehen auf dem kleinen Platz zwischen dem "Cafè Wacker", dem Restaurant "Leib und Seele" und dem angrenzenden Italienern auf der Strassenseite des Zweitausendeins Ladens. Und nun schaue man die Menschen und alles Leben überhaupt an, welches sich dort abspielt. Ein Schauspiel beginnt:

    Menschen kommen teils hastig, teils gemütlich aus dem Parkhaus gelaufen oder sie kommen aus einer anderen Richtung, vielleicht aus Richtung Hauptwache. Viele von ihnen strömen durch die angrenzenden Strassen und bewegen sich zielgerichtet auf den Zweitausendeins Laden zu. Kurz vor dem Betreten wechselt die Mimik im Gesicht, es macht sich Enspanntheit breit und nicht selten fliesst ein Lächeln über die Lippen der Münder. Manche Zeitgenossen bleiben vor dem Schaufenster stehen. Die eingeweihten streben zielsicher auf ein kleines Kästchen zu, auf Füssen stehend und oben offen und meist randvoll mit dem aktuellen "Merkheft". Wenn das "Merkheft" ersteinmal in die Hand genommen worden ist, bleiben die Menschen stehen oder sie setzen sich an sommerlich warmen Tagen auch gerne mal auf die Mauer, vielleicht direkt neben Dich. Sie blättern, sie lesen, manchmal huscht wiederum ein Lächeln über ihr Gesicht und irgendwann streben sie dann schnellen Fusses in den Laden, an das Ziel ihrer kurzfristigen Träume. Der Laden selber birgt keinerlei Geheimnisse oder Finessen. Es gibt kein Designkonzept (oder etwa doch?). Vielmehr sind in Regalen und an den Wänden Bücher ausgestellt. Es finden sich Taschenbücher, Bildbände, Monographien, aber es finden sich auch schwere Schuber mit Gesamtausgaben von Schriftstelllern, Zeichnern, Journalisten oder Fotografen. Der Laden ist meist ziemlich voll und wer nicht in Büchern blättert oder liest, den findet man entweder im separierten Bereich für CD's oder er steht direkt an der Theke an, wartet mehr oder minder geduldig, bis er dran ist und verlangt unter Zuhilfenahme seines Merkheftes, den von ihm begehrten Titel. Irgendwann kommen die Leute geradezu körperlich fühlbar entspannt wieder aus dem Laden. Sie haben bis dahin etliche Male einen Ellbogen im Rücken gehabt, haben jemanden anderem auf den Füssen gestanden und hatten anderweitige Begegnungen, die man sonst als unangenehm empfinden würde. Jetzt sind die Leute zumeist glücklich. Sie streben an einen Platz, andem sie ihre Beute begutachten, liebkosen und namentlich erleben können. Manchmal landet dann wieder jemand neben Dir auf der Mauer. In diesem Momenten spürt man nicht selten eine gewisse Entrücktheit und diesen Ausdruck in den Augen, den man in so grosser Dichte eben nur hier erleben kann.

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  • Doy Doy - Bahnhofsviertel

    4 10 Beiträge

    Kaiserstraße 53, 60329 Frankfurt am Main

    Doy Doy

    1pxt Markus Sowada am 03.09.2007

    Freitag Abend. Müde gehen wir nach einem schönen Tag in Frankfurt in Richtung Parkhaus. Wir haben Hunger, wollen aber eigentlich nicht mehr klassisch 'einkehren', suchen nach etwas Unaufgeregtem, etwas Nettem, Praktischen.

    Wir laufen gerade über die Kaiserstraße und sehen ein relativ neues türkisches Restaurant. Hmm, eigentlich ist es mehr eine Bar, ist modern eingerichtet, man atmet Lounge-Charakter, der Raum ist sehr hoch und relativ nackt. Es sieht gut aus, vielleicht ein wenig ungewöhnlich für ein türkisches Restaurant. Drinnen erwartet einen eine lange Theke, darunter befinden sich frische Zutaten zu klasschischen türkischen Gerichten. Es gibt Döner, es gibt viel Salate und Gemüse, es gibt Reisgerichte, es gibt, natürlich, wunderbar ausschauende Süssigkeiten. Alles sieht sehr frisch aus. Mich bekommt man heute aber eher mit etwas Herzhaftem. Ein freundlicher junger Mann fragt nach, was man denn gerne essen wollen würde. Wir schauen, orientieren uns, bestellen und werden mit einem Lächeln dazu aufgefordert, uns einen schönen Platz auszusuchen. Erst jetzt bemerkt man die Größe der Räumlichkeit. Der vordere Bereich ist entreeartig. Das gesamte Lokal ist rechteckig, schlauchartig länglich. Wir suchen uns einen schönen Zweiertisch, nehmen Platz auf gemütlichen Stühlen und einer lederbezogenen Endlos-Bank. Alles wirkt modern und doch gediegen. Schöne Lichtimpressionen zaubern eine warme Stimmung in den großen Raum. Man könnte sagen: Türkisches Leben in Deutschland. Next generation. Man kann aber auch einfach sagen: Die neue türkische Gastfreundschaft, wie man sie jetzt in immer mehr gatronomischen Betrieben erleben kann. Schon nach wenigen Augenblicken ist eine freundliche Bedienung da und fragt nach, was wir denn trinken wollen. Wir bestellen ..

    .. ich lasse mich fallen in diese extrem angenehme Atmosphäre. Wir unterhalten uns, essen beide so eine Art Döner, der allerdings nicht in der üblichen Pide daher kommt, sondern in einem omelettartigen Gewand serviert wird, wie man es sonst eher vom klassischen Lahmacum kennt'. Kurze qualitative Einordnung: Hjamm hjamm. Nach dem Essen bleiben wir noch ein wenig und bekommen wunderbaren schwarzen türkischen Tee angeboten, der den kulinarischen Teil des Abends perfekt abrundet. Mein Fazit: Wir sollten viel öfter die Türkei besuchen. Das macht unendlich viel Freude, besonders wenn man türkische Küche und Gastfreundschaft so interpretiert, wie es das Doy Doy tut.

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  • La Rucola - Wiesbaden

    4 10 Beiträge

    Parkstr. 42a, 65189 Wiesbaden

    La Rucola

    1pxt Markus Sowada am 30.08.2007

    Wir betreten LaRucola und sehen sogleich auf unaufdringlich und einfach schön eingedeckte Tische. Der Ober geleitet uns auf die Terasse, auf der kleine Tische dazu einladen, einen ganz besonderen Abend zu begehen. Unser Blick fällt auf alte Bäume und die äussersten Ausläufer des Kurparks. Es herrscht Stille und Grüne, beinahe kontemplative Stille. Wir studieren unsere Speisekarten und erkennen schnell die Liebe des Kochs für edlen Fisch. Während wir nach dem Bestellen auf unseren Aperitif warten, studieren wir ein wenig die Leute. Nebenan versammelt sich gerade an einer Tafel eine italienische Grossfamilie. Das Familienoberhaupt wird stilecht mit Handkuss begrüsst. Sind wir etwa in falsche Gesellschaft geraten ;)? Aber nein, stattdessen fühlen wir mit allen Sinnen Italien, man möchte betonen, Süditalien. Erst nach einigen genussreichen Stunden und spät abends verlassen wir glücklich unseren italienischen Traum und wissen nur eines: Wir kommen wieder ..

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  • Hauptfriedhof - Eckenheim

    5 2 Beiträge

    Eckenheimer Landstrasse, 60322 Frankfurt am Main

    Hauptfriedhof

    1pxt Markus Sowada am 20.08.2007

    An sich ist es sicher eher ein morbider Gedankengang, wenn man die Schönheit eines Friedhofes beschreibt und wenn man schreibt, dass man sich dort wohl fühlt. Das wird sehr leicht falsch verstehen. Und doch empfinde ich es manchmal so. Ich bin meist sehr früh morgens auf dem Hauptfriedhof. Die Vögel und die Eichhörnchen sind noch beinahe unter sich. Kaum trifft man mal auf einen Menschen. Stattdessen hängen grüne Giesskannen verlassen an Wasserhähnen, verwelkte Trauerkränze liegen auf kleinen Komposthaufen, die man in besonders ruhigen Ecken des Friedhofes platziert hat und Vögel trinken aus Pfützen auf dem Boden. Sogar Arthur Schopenhauer ruht noch vollkommen unbehelligt an seinem Platz. Kontemplation ist möglich und manchmal fällt der Blick auf eine alte Grabinschrift, die einen in eine andere Zeit hineinzieht. Geschichte fühlen und sehen. Das ist hier jederzeit möglich ..

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