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Ich bin OX19 aus Heidelberg. Ich bin Qyper seit dem 25.10.2009

"Und wenn morgen die Welt unterginge, noch heute würde ich ein Bäumchen pflanzen."

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Hotel-Restaurant Roemer - Merzig

Schankstr. 2, 66663 Merzig

12.02.2012

Wie die Pest habe ich den Römer gemieden, den schlechte Erfahrungen prägen sich tief und fest wie eine Immunisierung. Nach Jahren wollten wir der Crew eine abermalige Chance geben. Gleich vorneweg, eine Ambivalenz ist geblieben.

Die Gasträume sind locker und hell eingerichtet. Die Keller, ordentlich und sauber gekleidet wie es sich für eine gehobene Gaststätte gehört, sind da, wenn sie notwendig sind. Flitzen und eilen durch den Gastraum auf die anwesenden Gäste konzentriert. Vergessen dabei, von Gästen verlassene Tische abzudecken und wieder herzurichten.

Auf der Speisekarte sind gehobene, nicht unbedingt kreative Gerichte, mit prägendem regionalen Einfluss aufgeführt.

Vorspeise Dreierlei Cappuccino (5,90): Eine Suppenauswahl aus Grumpern, Gelleriwen und Porretsch.

Schön für das Auge und mundend. Drei Elexiere aus Kartoffel, Möhren und Lauch. Harmonisch, ausgewogene selbständige Kreationen.

Hauptspeisen Gericht zu Ehren von Wilhelm Tell von Fellenberg (17.90): Kalbstafelspitz an einer Meerettichsauce mit Bratkartoffeln und buntem Gemüse.
Ein Tafelspitz, fein und zart in der tellerfüllenden Sauce schwimmend. Kein Platz mehr für die dominant mit Speckwürfeln gebratenen Kartoffeln. Glücklicherweise war das bissgrosse krosse Gemüse auf dem Tellerrand drapiert.

Feinster Genuß aus der Region (24.80): Rosa gebratenes Lammcarrée auf tomatisiertem Paprika-Zucchini-Gemüse mit Rosmarin-Grenaille-Kartoffeln. Ein Lammcarée kross gebraten und innen butterzart. Ein Gedicht das die Küche zubereitet hat und ihr Potential offenbart.

Nachtisch Creme brulée mit Früchtebouquet (5.90):
Eine Cremée wie sie sein soll. Einfach ordentlich zubereitet und garniert.

Ein Restaurant auf dem richtigen Weg, wenn es seine Fähigkeiten konstant einsetzt.

OX19 Essen gehen ist abendfüllend. Da sitzt man: Plaudert und isst zwischendurch. Nascht von fremden Tellern und kommentiert. Da währe doch eine Creme brulée doch zu spartanisch. Auch dann, wenn sie wirklich mundete.

jurgenehre Sehr appetitlich!!!

Kamera - Heidelberg

Brückenstr. 26, 69120 Heidelberg

15.01.2012

Alt ist es schon, das Filmtheater „Die Kamera“. Prämiert für ein gutes Jahresfilmprogramm auch.
Ein kleines nostalgisches Kino. Eingezwängt zwischen Lebensmittel- und Labelgeschäften. Verdeckt durch die Passagiere, die auf den Bus oder die Strassenbahn warten.
Eintrittskarten für das Lichtspieltheater, ich wähle explizit dieses Wort weil es den Glanz und Charme des Kinos treffend wiedergibt, besorge ich mir meist am Samstagnachmittag. Schnell sind die Karten für die 132 fast schon gemütlichen, kuscheligen Sitzplätze, Stehplätze hatte ich einmal im Schikaneder in Wien, ausverkauft.
In die Jahre gekommen sind die Sitze schon. So haben sie doch ein ganz leichtes Gefälle der Sitzflächen nach vorne. Dies stört eigentlich nur beim unvermeidlichen Werbevorspann den nun mal jeder Kinogänge über sich ergehen lassen muss.

Die Wirkung des Films wird das mitgehen und mitreissen der Zuschauer ins fast Unermessliche gesteigert. Eine atemlose Atmosphäre wächst bei jedem Filmhöhepunkt heran. Da lacht. klatscht und oh Herzschmerz weint derr bis auf den letzten Platz gefüllten Saal.

Gut, das es solche anspruchsvollen Lichtspieltheater und die Klientel dafür noch gibt.

upaheinz Wir haben leider kein Kino mehr im Ort.

Limoncina Dieses Kino kenne ich, Ox, es ist wirklich schön, ein Kleinod. Ich war dort am 9. November 1989, wir sind extra von Bensheim dorthin gefahren, wegen eines guten Films. Leider erinnere mich nicht mehr an den Film und das liegt daran, dass sich während der Fahrt im Autoradio die Nachrichten überschlugen, denn es war der Abend, als die Mauer fiel.

Schmidt & Hahn - Heidelberg

Hauptstraße 8, 69117 Heidelberg

07.01.2012

Einfach ist es nicht in der Touristenmeile eine Buchhandlung zu führen. Touristen, die auf die Schnelle Lesestoff sowie lokale Information beschaffen wollen sowie eine lesebewusste Stammkundschaft will erhalten werden. Ich glaube Schmidt & Hahn hat diesen Spagat geschafft.

Der Laden offeriert ein breites Spektrum an Literatur. Schon einige Raritäten habe ich hier gefunden: wie z.B. „Handtellergeschichten“ von Kawabata, „Brigitta“ von Stifter, „Logik, Sprache und Philosophie“ von Waismann etwa. Selbstredend liegen auch die Bestseller, von Hitlisten oder aus dem Fernseher agierende Autoren und deren Anhängsel auf wühltischartigen Ausverkaufstischen auf.
Für Touristen oder sonst in Heidelberg verschossene gibt es ein spezielles Regal mit Führern, geschichtlicher Information und hiesigen (vorwiegend Krimi-) Autoren. (Ein Krimi liest sich doch viel interessanter und spannender sobald man sich in die Orte des Geschehens versetzt) Neben der Buchhandlung im Bahnhof bietet er die Vielzahl an internationalen Zeitungen an.

Leider sind die beseelten Buchhändler selten geworden, Abgelöst wurden sie durch mehr oder weniger leidenschaftliche Verkäufer. Wie habe ich doch die belesenen Buchhändler geschätzt, die zu einer Erläuterung Buch und Kaffee in die Sitzecke gebracht haben. Sitzecke gibt es nicht. Und die Beratung ist auf die Information aus dem Computer reduziert, ausser meine „Wanderbuchhändlerin“ (die schon bei verschiedenen kleinen, aber leider eingegangenen Buchhandlungen gearbeitet hatte) ist anwesend.

Hoffen wir, dass Schmidt & Hahn mit seiner teilweise seichten neben anspruchsvoller Literatur nicht auch noch von den warenhausartigen Bückerketten verdrängt wird.

OX19 Ich liebe Bücher. Ich liebe das geschriebene gedruckte Wort, die Einbände und den Geruch. Bei mir muss Druck, Geschichte und Gestaltung im Einklang sein.

Ich bin für Experimente bereit. Schaue auch mir (noch) unbekannte Autoren an. Lese sie, vor dem Kauf, diagonal. Wenn Das Buch stimmig ist, behalte ich es. Wenn nicht lasse ich es zurückgehen.

Für mich ist und bleibt ein Bücherkauf ein Erlebnis. Darum suche ich Buchhandlungen auf. Dies mit Freude und Begeisterung.

fatalio Das freut mich wirklich, da die meisten Menschen heutzutage für solche Sachen keine Zeit mehr finden können.

Selbstverständlich kann man online auch ein gewisses Sortiment zum probelesen bestellen und falls es gar nicht passt zurücksenden. ;)
Natürlich kann man dann nicht von neuen Künstlern gegenüber im Regal überrascht werden…

Burg Montclair - Mettlach

Mettlach

05.01.2012

Seit Beginn meiner Qype-Zeit wollte ich einen Beitrag zur Burg Montclair schreiben. Einige male habe ich sie besucht. Jedes Mal zeigte sie mir ein anderes Gesicht: Regennass, schneebedeckt oder sonnenerwärmt. Immer wieder wollte ich diese Burg, in ihre zugedachte Rolle als Verteidigungsburg wurde sie nie gebraucht, beschreiben.

Am 1. Januar hat sich der Bericht in meinem Kopf kondensiert. Das Kondensat will ich in drei Reportagen darlegen: Ein waldpädagogischer Spaziergang, die erlebte Burggeschichte und die Burg mit Restaurant inklusive Biergarten.

An einer geführten Wanderung mit einem Waldpädagogen, entlang des neu angelegten Walderlebnispfads, nahm ich anfänglich – mit ca. 15 Erwachsenen und fünf Kindern – teil. Brombeerdornen sugelnd, Blätter kauend,

kopfschüttelnd hörte ich den Gemeinplätze des Pädagogen zu: Die jungen Blätter sind am schmackhaftesten und haben am meisten Kraft oder Heilkräuter wachsen im Walde und Salat auf den Feldern oder Bäume mit glatter Rinde sind Wasser abweisend wo hingegen Bäume mit rauher Rinde Wasser lieben. Diese vorpfadfinderischen Belehrungen könnte ich noch zähneknirschend hinnehmen. Vermisst habe ich das Eingehen und Erläutern in das organische Leben Wald. Mit einem Zitat von Leonardo da Vinci ausgedrückt: „Alle Dinge und Phänomene stehen miteinander in Beziehung.“

Ich entschloss mich von der Gruppe und des präparierten Wegs zu verabschieden und alleine mit meinen aufkeimenden Gedanken durch den Wald zu streifen. Auf der von der Saar umschlungen bewaldeten Landzuge gibt es nur ein vor- oder rückwärts. Also vorwärts zu Burg.

Auf dem Burgvorplatz, das mag so zehn Jahre zurückliegen, also in der Zeit des Restaurierungsbeginn, war eine notdürftige Bauhütte mit offenem Unterstand. Ein Mitmensch ohne geregelte Arbeit hatte hier um ein Feuer Baumstämme gruppiert und dem Wanderer Würste und Trinkbares angeboten. Manchen Gast hat er die Geschichte der Burg, Sagen um und mit dieser erzählt.
Dann war die Burg renoviert. Alles wurde gut deutsch geregelt. Gefahrenhinweise aufgehängt, Gemäuer und erkennbare Räume ausgeschildert und selbstredend Eintritt verlangt.
Da die Burg eigentlich nicht viel hergab war der Aufschlag zum Biergarten oder Restaurant nicht akzeptiert worden obwohl anständige Wanderkost, wie Vesperplatte, Käseplatte und verschiedene Salate, angeboten wurden.

Und wenn ein Gastbetrieb nicht floriert wird mit Einsparungen optimiert. Also nur Eintritt für diejenigen, die die Mauern besteigen und ihren Blick über die Baumwipfel zur Saarschleife mit Cloef schweifen lassen wollen.

Das Speiseangebot wird auf Pommes oder Bratkartoffeln mit Schnitzel oder Wurst, zwei Suppen und einen einfachen Salat reduziert. Dieses kombinatorische Vier-Komponentenangebot hätte ich an der Kioskausgabe des Biergartens erwartet, nicht aber in der Gaststube.

Wirklich Schade. Das Restaurant wirken einladend. Das Personal ist höflich und aufmerksam.

Viez getrunken, Zinnen und Mauern bestiegen,

im Museumsraum die Burgentwicklung besehen und über das mythonisierte Ritterleben gestaunt.
Auf der Burg finden, über das Jahr verteilt, Aktionen statt die direkt oder indirekt mit der Burg in Beziehung gebracht werden können: Abenteuer Burg, Mythos Schwert, Alles fliegt (jonglieren), …

Rechter Hand auf dem Burgriegel, vor der Burg, ist der Breitenstein.
Eine kleine Felsplattform mit Ausblick zur Mettlacher Saarseite. Auf der Oberfläche dieser Plattform können mit guten Willen ein Hufeisen und Radspuren identifiziert werden. Der Sage nach, stammen sie von einem Wettkampf. Der Burgherr wollte seine Tochter mit einem reichen welschen Grafen verheiraten. Das Fräulein hatte einen anderen ins Herz geschlossen. Und da sich Vater und Tochter nicht einigen konnten, musste ein Wettkampf entscheiden: Wer seine Wagen am schnellsten auf dem Breitenstein wenden konnte, sollte die Hand der Tochter und dem was dazu gehört bekommen. Mit grossem Schwung wendete der Welsche. Der Wagen kippte und stürze den Felsen hinunter. Der Deutsche meisterte die Aufgabe mit Bravur. Hochzeit wurde gefeiert und zur Erinnerung wurden Hufeisen und Radfurche in den Stein gemeisselt.

Ein empfehlenswerter Stützpunkt ist die Montclair für Wanderer, auf dem Weg zur Saarschleife, nach Mettlach, Gangolf oder die Saaraltarme, ist es allemal.

Klassensprecher Na endlich hast Du auch die 300 geschafft :-)

jurgenehre Die “wilde” Burg ist eingerahmt worden..aber die Geschichte darum bleibt frei!:=))

Wolfspark - Merzig

Waldstraße 204, 66663 Merzig

04.01.2012

Zeit braucht man. Viel Geduld damit das Auge die kleinsten Veränderungen wahrnimmt. Jede Bewegung registriert und analysiert. Schnell hingehen und Wölfe sehen ist eine Rarität; – ausser man kennt die Fütterungszeiten. Da setzt sich Werner Freund gern in Pose und kommuniziert mit seinen Rudeln.

Leider konnte ich bis jetzt nur einmal einer Fütterung zusehen. Interessant ist es schon zu sehen, wie die Fleischbrocken angenommen und im hierarchisch geführten Rudel verteilt werden.

Also für mich galt warten und beobachten. Zuerst habe ich verschiedene Standorte ausprobiert; – getarnte, höher gelegene. Standorte die dem Wind abseitig waren. Weit und breit kein Wolf. Auch auf einem Bobachtungsturm konnte ich keinen ausmachen. Ich hatte erwartet, dass sich ein weisser Polarwolf gegen den dunklen Hintergrund abhebt.

Also sitze und stehe und warte ich. Überprüfe den Fotoapparat ob alle Einstellungen richtig sind, dass der Blitz deaktiviert ist. Packe die Kamera in mein Halstuch, damit auch die leisesten Geräusche die Wölfe nicht verunsichern und vertreiben.

Auf einmal, wie aus dem Erdboden entlassen steht er da und beobachtet mich. Mich der eigentlich den Wolf beobachten wollte.

Jetzt erst merke ich, dass ich friere. Dass ich der einzige Besucher bin. Nach und nach gesellen sich die Wölfe. Spielen im Rudel.

Kehren ihr Rudelwesen zu Schau. Ungehemmt und nur auf ihre Rudelmitglieder fixiert. Jetzt bin ich wieder Zuschauer, Beobachter. Kein Fremdkörper mehr. Ich gehöre zur Szene. Ich sehe und rieche den Schweiss aus dem Fell aufsteigen.
Wie nach einem Kanonenschuss wird es ruhig. Die Tiere sammeln sich zu einem Haufen. Einer setzt sich ab und beginnt zu Heulen. Andere antworten, stimmen ein.

Ein Wolfschor. Ansteigend und raumfüllend. Faszinierend und furchteinflössend. Wunderlich schön und ungewöhnlich.

Bevor ich den einzelnen Wölfen Namen gebe, kommt die Erinnerung, dass ich versprochen hatte für das Abendessen die Einkäufe zu tätigen.

Surfboy Dafür hat sich das Warten aber gelohnt. Tolle Beobachtungen, festgehalten in schönen Fotos!

OX19 @zettikowski: Wird sogar grosszügig vergrössert. Mehr Wölfe oder mehr Platz für die bestehenden Rudel weiss ich nicht.

@Surfboy: Geduld bring Rosen (http://gedichte.xbib.de/Wackernagel_gedicht_Geduld+bringt...)

Schloss Ziegelberg - Mettlach

Am Ziegelberg 1, 66693 Mettlach

04.01.2012

Gesellige Anlässe, ich meine ausdrücklich nicht gesellschaftliche, erfrischen das Gemüt und erfreuen das Herz. Vertakt ist es, ein geeignetes Lokal zu finden das hinreichend Platz und eine solide Küche bietet. Gerade hier liegt die Stärke des Schloss Ziegelberg. Grosse helle gediegene Räume.

Eine Küche, im Schlemmeratlas mit zwei aufsteigenden Sternen beurteilt. Ein aufmerksames Personal das alle Essen/Gänge gleichzeitig aufträgt. Ok, manchmal geht es etwas turbulent zu, wenn mit den Händen explizit an der Stelle gesprochen wird, an dem der neue Gang platziert werden sollte.

Schnell hatte sich unsere illustere Gesellschaft für das Weihnachtsmenu entschieden.

Um die Bestellung für den Hauptgang aufzunehmen, brauchte die Kellnerin einiges an Geduld. Diese und jene Zutat, bzw. Zubereitung musste beschrieben werden. Die neuen Informationen mit den Tischnachbarn besprochen und ausdiskutiert werden. Stoisch nahm die Bedienung die tröpfchenweise verlautbarten Bestellungen auf.

Zeitnah wurde die cremige vollmundige, das Pilzarome nicht abtötende, Suppe mit frischem Brot aufgetragen.
Leider, und da muss ich wirklich einen Tadel aussprechen, wurde auch zum vegetarischen Menu Entenbrust serviert. Der Nüsslisalat (Feldsalat, Mausohrsalat) mit Entenbrust hatte das typischen nussige, von einer feinen harmonisch abgestimmten Organclass ummantelten, Geschmack.
Erfrischen fruchtig das Sektsorbet.
Meine Spinatnockl mit Käsesauce zeigten den erwarten metallsch-erdigen Geschmack, kontrastiert durch die Käsesauce. Leider blieb mir nicht mehr als eine kleine Vorspeise übrig, da doch einige, nach einem grosszügen Degustieren, ihren kommentarschwangeren Beurteilungen abgeben wollten.

Vor dem Dessert habe ich mit die Beine auf der Terrasse vertreten. Ein wunderbarer Blick auf Mettlach mit den Saarwiesen. Im Sommer, genügend schattenspendende alte Bäume säumen das Areal ein.

Bevor ich diesen Bericht abschliesse, einige Worte zur Geschichte. Edmund von Boch (1845 – 1931) liess sich in französischen Neorenaisance Stil seinen Familienwohnsitz auf der Anhöhe, oberhalb seines Werks, errichten. (Seine figürlich dargestellte Hochzeitstafel ist im Museum zu besichtigen: http://www.qype.com/place/2222916-Erlebniszentrum-Keramik...).

Nach dem Tode von Boch (1939) wurde das Anwesen der Stadt Mettlach verkauft und fortan als Kinderheim genutzt. 1977 wurde das Schloss aufwendig renoviert und ein Gastbetrieb etabliert.

Wirklich ein gastronomisches Schmuckstück ist es geworden. Gerne verbringen wir einige gesellige Stunden auf Schloss Ziegelberg, wissend, dass wir da gut aufgehoben sind.

OX19 Kiwi2008@ Die Gasträume, deren gibt es einige, passen zum Ambiente. Jeder ist hell und freundlich.
Vielleicht könnten Stoffservientten noch einen das Pünktchen auf dem i ausmachen?

jobstb Wow! Was für eine Arbeit steckt in den OX19 – Berichten . Hoch informativ. Zurückhaltend wertend. Nicht schlecht!! Und Kom(mentare)plimente von den “richtigen Adressen”. (Gruß Kiwi!)

Erlebniszentrum/Keramikmuseum - Mettlach

Saarstrasse, Alte Abtei, 66693 Mettlach

31.12.2011 (aktualisiert am 04.01.2012)

Die Zeit zwischen den Jahren (die Differenztage zwischen dem julianischen und dem gregorianischen Kalender) nütze ich um unterhaltsame Stunden im Freundes- und Bekanntenkreis zu verbringen. Da wird manch wunderliche Geschichte zum Besten gegeben. Bei einer Tafelrunde, von einem sterilen und profanen Mittagessen kann beim besten Willen nicht gesprochen werden, gab Karin, ein blitzgescheites Mädchen von 70 Jahren mit stilsicherem Geschmack, folgende Mund-zu-Mund Erzählung, die sicher einen wahren Kern besitzt, zum Besten: Der weltberühmte Pfunds Milchladen in Dresden erkundigte sich bei VILLEROY & BOCH nach drei Ersatzkacheln. VILLEROY & BOCH war nicht geneigt, eine Produktionsstrasse für diesen Miniauftrag anzuwerfen. Einige Zeit später wurde VILLEROY & BOCH mitgeteilt, dass Rosenthal bereit ist, die Kacheln zu produzieren. Bei VILLEROY & BOCH wurde die Produktionsstrasse angeworfen und aus dem Überschuss, nach dem Vorbild des Milchladens, das Museumscafe eingerichtet.

Da Karin das Museum so anschaulich, in den höchsten Tönen lobend beschrieb, habe ich mich entschlossen die Ausstellung zu rekognoszieren. Kurz vor Torschluss durfte ich mir einen eintrittserlassenen Überblick verschaffen. Ich war von dem szenisch Dargebotenen, von Ausgestelltem kann wahrlich nicht gesprochen werden, so angetan, dass ich den nächsten Nachmittag für einen ausgiebigen Besuch reservierte.

Vorneweg, bevor wir das Museum besuchen, möchte ich noch Einiges und Kurioses aus der etwas über 250 jährigen Firmengeschichte zum Besten geben. Wir springen also 250 Jahre zurück.

Begonnen hat VILLEROY & BOCH als königlicher beurkundeter Kanonkugelbauer. Später betrieb er eine feinmechanische Werkstatt die ihn dem Töpferhandwerk und dem Königshaus näher brachte. 1770 bekam er die Urkunde: Kaiserliche-Königliche Manufaktur.
Die Erweiterung in der Alten Abtei in Mettlach stiess anfangs auf geringe Gegenliebe, da die Bauern die Abtei als Viehunterstände nutzten. Um den Fabrikbau zu vereitelt sollen die Bauern als Gespenster verkleidet ihr Unwesen getrieben haben.
Die hinderte VILLEROY & BOCH nicht daran, den Fabrikbau, mit zunehmender Unterstützung der Mettlacher, voranzubringen. Als Dank für die geleistete Arbeit gründete er die soziale Bruderschaft Antonius.

Nun geht es aber auf die Reise durch Museum.

Im wunderbaren, als könnte ich sie im tatsächlichen Leben antreffen, wird das figürliche Porzellan zur Geltung gebracht. Selten habe ich so lesenswerte und durchdacht erklärende Hinweistafeln studiert und zu Gemüte geführt. Exzellent!

Ein wichtiger Stützpunkt, um das Erfahrene zu Verarbeiten und Gedanken auszutauschen, ist das Museumscafe. Vorzüglich zubereiteter Kaffee (€ 1,90) aus edlen und sachkundig gerösteten Bohnen der Pauli Kaffeerösterei, in Weiskirchen, gepaart mit guten Kuchen wird offeriert.

Erholt und gestärkt begeben wir uns zur Werksaustellung. Ein künstlerische Demonstration von verschiedene Elemententen, in Verbindung mit Porzellan und Keramik, in ästhetischen Einklang gebracht. Besonders zugetan war ich, so habe ich es persönlich benannt, vom strahlenden Licht und Leben spendenden Sonnenwagen.

Künstlerisch gestalten, für sich oder als Geschenk, können Teller bemalt werden. Materiealien dazu, für einen geringen Obolus, wird zur Verfügung gestellt.

Vom Museum verabschieden möchte ich mich mit einen Slogan von VILLEROY & BOCH: Zukunft hat Tradition und
meinen MitQypern ein erfolgreiches 2012 wünschend.

OX19 Limoncina@: Danke. Die Ausstellung ist nicht ganz vollständig. Es fehlen Exponate aus dem 2-ten Weltkrieg.

flifu Du hast einen klasse Schreibstil!

Margret`s Bauernstube - Beckingen

Litermont 22, Düppenweiler, 66701 Beckingen

06.04.2010 (aktualisiert am 31.12.2011)

Weil ich den Krimi “Mord auf dem Litermont” am lesen und im Saarland bin, habe ich die Schauplätze des Geschehens besucht. Und mit dem Erkunden kam der Hunger und ich bin froh Margrets Bauernstube gefunden zu haben.
Selten habe ich so ein gediegen und harmonisch eingerichtete Gaststätte gefunden bei der die Betonung auch auf Gast liegt.

Ich habe meine Vesperplatte mit einem kühlen Bier genossen und fühlte mich bestens umsorgt.
Die Abendkarte verspricht einiges für den Gourmet und ich werde sicher Gelegenheit finden diese bald zu kosten.

Litermont: Gipfel - Beckingen

Litermont, Düppenweiler, 66701 Beckingen

01.01.2011 (aktualisiert am 31.12.2011)

Da muss ich Wowesaxo recht geben. Von einen Gipfel (418m üM) zu sprechen ist etwas vermessen obwohl es der höchste Punkt ist.

Am Silvester hatte ich genug von Kaffee und Kuchen und wollte etwas „den Kopf auslüften“. Also setzte ich mich ins Auto und fuhr zum Parkplatz der „Historischen Kupfermine in Düppenweiler“.

Von dort stapfte ich durch den Schnee auf den Litermont.
Vom Gipfelkreuz (1852, zu Ehren der Burgfrau Margarethe von Litermont) aus hatte ich einen wunderbaren, von Licht gezeichneten und zum Teil mit Nebel verschleiert, Blick gegen Dillingen.

Auffälliger auf dem Gipfel ist sicher die nachgebaute, in seiner Zeit revolutionäre, optische Telegraphenstaion. Ursprünglich, im Jahre 1813 gebaut, diente sie als Übermittlungsstaition auf der Linie Metz – Mainz. Ihre benachbarten Stationen waren auf dem Homberg und Siersberg.
Der Weidendom (h=7m, d=10m) sieht im Winter etwas trostlos aus. Mit einer von hinreichender Fantasie angereicherter Vorstellungskraft kann man sich den schattenspenden belaubten Dom gut als sommerlicher Hort und Versteck für Kinder sowie als Kulisse für diverse Veranstaltungen der Gemeinde Nalbach vorstellen.

jurgenehre Herrliche Geschichte!

Genussi Fühle mich gleichfalls dorthin versetzt! :-)

KILIMANJARO Eritreische und Ostafrikanische Spezialitäten - Heidelberg

Dreikönigstraße 6, Altstadt, 69117 Heidelberg

18.12.2011

Afrika erleben, das wollten wir! Wenn auch ausschliesslich kulinarisch. Geselliges gemeinschaftliches Essen erfahren. Wir, eine neunköpfige gemischte Truppe, die sich zuvor den Hunger mit Bowling und Schlittschuhlaufen erarbeitet hat.

Nett ist das, circa 40 Personen bietende Kilimanjaro eingerichtet. Farbenfroh mit warmem dezentem Licht. Die Kahlheit der tuchweissen Wände mit farbigen Zeichnungen verziert. (Die Interpretation der Darstellungen wahr nicht schwierig. Nur hätte ich sie auch dem mexikanischen oder karibischen Kulturkreis zuweisen können.)

Da und dort etwas Afrikanisches aufgehängt oder hingestellt. Tische, wie wir sie von anderen Gaststätten auch kennen. Daneben ostafrikanische Sitz- und Essgelegenheiten.

Die Gardarobe war eher für den Sommer ausgelegt. Nur mit machbarer Fantasie konnte wir unsere klitschnassen Jacken und Mützen aufhängen oder sonst wie platzieren.

Am Tisch wurden uns die kombinierte Speise-/Getränkekarte gereicht. Augenfällig war für mich die reichliche Auswahl an vegetarischen Gerichten. Nach dem Studium der fleischhaltigen habe ich bemerkt, dass es eigentlich vegetarische mit Fleischzusatz sind. Meist ist es umgekehrt. Da wird für Vegetarier einfach das Fleisch weggelassen, vielleicht auch durch einen Brätling ersetzt.

Selten habe ich so einen störrischen bockigen Kellner erlebt. Unser Wunsch, von jeder nicht flüssigen Vorspeise auf einer Platte anzurichten, damit jeder probieren kann, wollte er mit der Antwort, das gibt es nicht und das haben wir noch nie gemacht niederschmettern. Ich habe ihm auf bestimmte Weise erklärt, dass wir das so wünschen und es zudem der Philosophie eines gemeinsamen ostafrikanischen Essen entspricht. Kurze Rückfrage in der Küche und zurück mit der Mitteilung, dass der Koch es sehr gerne nach unseren Wünschen richten werde.

Ein Teil der Truppe hat gemeinsam einen Probierteller, der mit ausgewählten Speisen gefüllt war, bestellt.

Andere einzelne in der Karte aufgelistete Gerichte. Ich einen vegetarische Probierplatte. Da ich geschmackliche Orientierung der Gerichte nicht vorstellen konnte, habe ich den Kellner gebeten sie durch den Koch zusammenstellen zu lassen.

Da die Gerichte ohne Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker zubereitet sind, wird die Geschmacksrichtung durch die Grundzutaten, die durch Gewürze unterstützt werden, dominant bestimmt.
Die meist halbfesten Speisen werden mit Igera (Fladenbrot) von Hand zum Mund geführt. Für den, der diese Essform nicht mag, wird auch Besteck gereicht.

Wenn die gekochten Speisen etwas mehr Biss gehabt hätten, hätte ich gerne fünf Sterne gegeben. Vielleicht tue ich dem Kilmanjaro auch unrecht, wenn ich nur vier gebe, weil die Speisen original so zubereitet sein müssen. Der Wirt möge es mir verzeihen. Ich komme mit Freunden wieder.

OX19 blondie@: Aber unbedingt reservieren. Die Anzahl der Gäste entwickelt sich indirekt proportinal zu den Plätzen.

OX19 Es gibt offensichtliche kulturabhängige Tischsitten. Nur bin ich in Europa, mit einer abendländischen Erziehung, und esse eritreische Gerichte. Ich denke mir, mein Unwissen vorausgesetzt, dass hier Toleranz greift. Und mit deinem Kommentar habe ich wieder etwas gelernt.
„Nicht alles, was zählt, ist zählbar, und nicht alles, was zählbar ist, zählt.“ Albert Einstein

Vorgestern

15.02.2012

14.02.2012

  • OX19 hat einen Beitrag zu ROEMER GmbH kommentiert um 07:25 Uhr

13.02.2012