Beiträge von Schnuppidu
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Großer Burstah 42, 20457 Hamburg
Seit Monaten soll das Estoril nach den neuen Inhabern Madrigal heißen, aber das wird wohl vor dem Winter nichts mehr. Die haben es dort nicht einfach, dauernd wird die Straße aufgerissen und auf den paar Plätzen vor der Tür sitzt man dann im Straßenlärm und - staub. Die Kaffees sind lecker, kommen immer unterschiedlich, mal mit Keks und Wasser, mal ohne Keks, aber mit Wasser, mal ohne alles, hat immer damit zu tun, wer gerade Dienst schiebt. Meine blonde Freundin, die dort arbeitet, also natürlich nicht meine echte Freundin, scheint manchmal genervt, dass sie nicht ohne Unterbrechung vor der Tür rauchen kann und ihre Rauchzeiten manchmal durch überraschend auftretende Gäste gestört werden. Eigentlich ist sie ganz lieb.
Schnuppidu
am 12 September 2012
Tapas sind gut, Brioches etc. ebenfalls, große Portionen, bescheidene Preise, alles in allem ein netter Laden, wer sich selber gerne etwas devot gibt, wird es hier lieben, wenn die Blonde hinterm Tresen ist. Dann gibt es weder Keks noch Wasser. Und auch kein Lächeln.
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Große Reichenstraße 27, 20457 Hamburg
Schnuppidu
am 2 April 2012
Geheim ist die estancia im Afrika-Haus wohl schon lange nicht mehr, es ist Freitagabend, 19 Uhr, der von uns bestellte Tisch für 10 wurde im Laufe der Woche langsam reduziert, am Ende sind wir immer noch zu sechst. Biere kommen frisch und lecker, wir werden sehr umsichtig umsorgt von Frau Berg, die das Restaurant leitet und das ganz hervorragend macht.
Ein paar Vorspeisen, dann Steaks, der eigentliche Grund in die estancia zu kommen. 400 g Rumpsteak ohne Beilagen ist köstlich, obwohl medium-rare nicht getroffen wurde. Frau Berg bietet sofort an, das Steak entweder neu zu machen oder – wenn denn noch Platz ist – ein 200er Steak nachzuliefern. Rückgabe wäre schade um das schöne Tier, gerne nehme ich die Alternative an und futtere voller Genuß ein zweiten, jetzt perfektes Stück Fleisch. Wirklich lecker und das von mir, der sonst nur auf Schlachterbörse und Block House (!) schwört. Meine Reklamation war freundlich, der Umgang damit sensationell. Das verbindet. Zum Abschluß gibt es einen deutschen Gin, Monkey47 aus dem Schwarzwald, der einen so hervorragenden Abschluss eines schönen Abends bietet, dass wir inzwischen und auch schon recht lange, die einzigen, weil letzten (22h ist eigentlich Schluss) Gäste sind. Frau Berg bietet uns an, in der Bar “Petit Lion” anzurufen, um die dort gar nicht so einfach zu durchschreitende Tür zu passieren und wir verlassen höchst zufrieden die schöne estancia, äh, die schöne Frau Berg und machen uns auf zu neuen Ufern.
Schnuppidu Danke sehr. Geht aber nur, wenn du – Achtung, jetzt kommt mein “Lieblingswort” – auf die Sättigungsbeilagen verzichtest :)
3 April 2012
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Rathausstr. 4, Wendt Restaurantbetriebe GmbH, 20095 Hamburg
Schnuppidu
am 23 Dezember 2011
Die überaus nette Sabine reserviert uns einen Tisch für Freitagmittag 14h,
wir wollen das Geschäftsjahr ausklingen lassen. Weihnachtszeit.Schöner Tisch im großen Raum, mit der Bank im Rücken und dem Laden vor der Nase.
Ein Cremant, dann die Karte, wie schön, Austern sind drauf. Wissen wir natürlich und freuen uns seit Tagen drauf.
Starten wir mal mit je einem Dutzend, Vorfreude. Minuten später kommt Kellnerin Nadine mit betroffener Miene, Austern sind aus. Tut ihr sehr leid, Freitag 14.40h, die Austern, ein Highlight der Karte, aus. Einfach so. Nicht da.
Trauer am Tisch, wir sammeln uns, bestellen andere Sachen, Klassiker wie Tatare, Steak Frites und die Boullabaise vorweg.
Zwei Flaschen Rotwein später, es war gerade Kellnerwechsel, es ist kurz nach 17h, serviert ein Kellner an einem anderen Tisch. Austern! Arrrgh oder eher Juhu, Oysters in the House. Dann hätten wir gerne zwei Dutzend. Erik, so heißt unser neuer sehr netter Kellner, bedauert, aber Austern sind aus. Aber da eben, an dem Tisch, das sind doch Austern, oder? Er fragt in der Küche. Nochmal. Auch er ist betroffen, aber Austern gibt es an diesem Freitag nicht. Oder nicht mehr. Jetzt sind sie jedenfalls aus.
Ich denke an meinen Bruder und an einem Freund, die jetzt schier ausgeflippt wären, aber der Chateau Arnauld hat offenbar beruhigende Wirkung und die Damen am Tisch mögen eh nichts, was vermeintlich noch lebt und salzig schmeckt. Also nochmal Tatare.
Es ist jetzt 21h, ich komme von der Toilette, schlängele mich durch die Tische und da – liegt es am Rotwein, ist es eine Fata Morgana – kommt eine große Platte mit Meeresfrüchten und reichlich Austern an mir vorbei.
Ich greife nach einer, träume ich, da klapst es auf meiner Hand: Pfoten weg, was machst du denn da, tadelt die nette, rotweinhübsche Gästin, die offenbar das Geheimrezept für Austernbestellung im Cafe Paris exklusiv hat.
Erik!!!!!!! Die da hinten haben Austern, ich könnte kotzen, wie geht das denn? Der arme Kerl kann auch nicht helfen, Austern sind ja aus, er fragt sogar noch einmal, doch auch er muss gute Miene zum miesen Spiel machen. Jetzt ist eigentlich der Zeitpunkt, eine Kneipenschlägerei anzuzetteln, aber stattdessen begleichen wir die rund € 500 schwere Rechnung, die wir heute zu viert ertrunken und ergessen haben.
Es ist 23h, wir haben 9 Stunden am Stück hier verbracht, alle anderen Gäste sind früher gegangen, die meisten dazu noch später gekommen.
Ich mag das Cafe Paris auch sehr, sehr gerne, und bin seit Jahren immer wieder da, aber masochistisch-sadistische Züge waren mir bisher fremd. Offenbar liegen sie doch in meiner Natur, denn auch diese Fiesomatenten werde ich verzeihen, vergessen nicht.
Immerhin habe ich eine Telefonnummer bekommen, die Austernhotline (?), ich könne ja nächstes Mal vorher anrufen und sagen, dass ich essen möchte, was auf der Karte dieses weltstädtischen Lieblingslokals steht.
Nämlich Austern.
Dem Cafe Paris auch weiterhin in unerwiderter Zuneigung verbunden, wünsche ich allen Frohe Weihnachten, viel Liebe und – auf Bestellung – auch ein paar Austern unterm Baum.
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Großer Burstah 1, 20457 Hamburg
Schnuppidu
am 29 Dezember 2009
(aktualisiert am 12 Januar 2012)
Zusatz, rund 18 Monate nach erstem Beitrag:
Die Sylter Milchbar hat sich nicht verändert, gut so. Vielleicht sogar in Teilen verbessert. Sogar die Preise sind stabil geblieben. Respekt.
Was wirklich nicht schön ist, ist, dass der Koch, ein hagerer, hoch gewachsener, sehr schwarz gekleideter, unvorteilhaft frisierter Bursche, gegen späteren Mittag – ab ca. 13.30/45 rauchend vor der Tür sitzt und dabei einfach keine für ein Speiselokal appetitliche Visitenkarte abgibt. Seitdem gehe ich nicht mehr in die Sylter Milchbar, weil das Kopfkino jedes Gericht mit dem rauchenden Koch verbindet. Schade, vor allem für mich.P.S Ich habe überhaupt nichts gegen Raucher.
Ob das Konzept stimmig ist? Ob der Name zielführend ist? Schnuppe (du).
Am Tresen selber bestellen, Bon kriegen, hinsetzen, aufgerufen werden, wieder hingehen, Essen einsammeln, Besteck nehmen, wieder zum Platz gehen, losfuttern, rausgucken auf den Großen Burstah Richtung Westen. Letzteres gefällt mir gut, die Selbstbedienungspositionen sind wohl im Trend und Trends mag ich selten.
Trotzdem derzeitiges Stammlokal für mittägliche Spaghetti Bolo für 4,90, was konkurrenzlos ist in der Stadt. Jedenfalls wenn man auch sitzen möchte und kein Plastikgeschirr/-besteckliebhaber ist.
Fertig essen, selber abräumen, Tschüß sagen.
Bei http://www.qype.com/place/56180-La-Tavola-Calda-Hamburg kostets etwas mehr, ist aber ungleich stimmungsvoller. Und 170m weiter.
Bis zur Preiserhöhung also Nudeldaumen hoch.
DinahHausH Also Deien Kommentar zum Koch finde ich echt unangebracht. Echt schon zu persönlich! Was glaubst Du denn, wie die Köche in anderen Restaurants teilweise aussehen und dass sie alle NR sind?? Die Gastronomie ist nunmal eine stressige Branche und da sehen die meisten Köche leider nicht mehr aus, wie das blühende Leben.
1 Juli 2011
Schnuppidu Das ist nicht persönlich gemeint, der Koch darf auch weiterhin soviel rauchen wie er möchte. Nur wenn er das vor der Tür macht, schmeckt mir das Essen nicht mehr so wie vorher.
1 Juli 2011
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Großer Burstah 31, 20457 Hamburg
Schnuppidu
am 11 Mai 2009
Lenffer konzentriert sich wieder auf das Wesentliche, hat Dependancen in Hamburg geschlossen und sammelt alle Kräfte im Mutterhaus am Großen Burstah. Leidenschaftlich, so steht es im Schaufenster und mit viel Sinn für Marketing geht man neue Wege:
Eben stand ein Elefant im Porzellanladen. Ein echter, seinen Rüssel schwenkend, kein Porzellan zerdeppernd und ein bißchen fehl an diesem Platze. So jedenfalls sein Gesichtsaudruck.
Natürlich ist Lenffer ein Traditionsladen, der alte Lenffer fast immer vor Ort, der junge meist im Halteverbot vor der Tür stehend. Jeder, der in Hamburg schon geheiratet hat oder zu einer Hochzeit eingeladen wurde, kommt früher oder später zu Lenffer, den dort stehen die meisten Hochzeitstische der Republik.
Ich wünsche Lenffer noch viele gute Jahre.
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Großer Burstah 31, c/o Hindenburghaus, 20457 Hamburg
Sehnsucht Deutschland GmbH & Co. KG
Inhaber dieses Platzes
Schnuppidu am 23 September 2008 (aktualisiert am 16 Oktober 2012)
So schön ist Deutschland, die neue, gedruckte Ausgabe von Sehnsucht Deutschland ist seit Anfang Oktober erhältlich, Abos ab € 8,80 + Milka 300g-Tafel. Nur zur Info.
-—————————-Eintrag in eigener Sache, ich möchte euch hier Sehnsucht Deutschland vorstellen, die Medienmarke, die im Frühjahr 2012 ihren fünften Geburtstag feierte.
Hier das Kurzportrait:
Seit Beginn an sitzt die Sehnsucht Deutschland GmbH & Co. KG im Großen Burstah in Hamburg, direkt neben dem Traditionsgeschäft Lenffer im traditionsreichen Hindenburg-Haus.
Bei Lenffer gibt es übrigens auch unsere CD Sehnsucht Hamburg mit den 12 besten Songs aus der Stadt. Aber das nur so nebenbei.
Sehnsucht Deutschland ist Deutschland, das frische, schöne Deutschland. Reisen, Leben und Entdecken sind unsere Themen. Städte, Gegenden, Weine, Essen, Klassiker, typisch deutsche Sachen mit einem Augenzwinkern, Lokalhelden etc. Adressen mit der Einstellung “Draussen nur Kännchen” gibt es bei uns nicht.
Unsere Medien sind das gedruckte Magazin, das mit einer Auflage von durchschnittlich 130 T / IVW Exemplaren bislang vier Mal im Jahr kommt, unser Portal www.sehnsuchtdeutschland.com und seit Mai 2010 Sehnsucht Deutschland-TV als Web-TV-Format, siehe www.sehnsuchtdeutschland.tv
Die verkaufte Auflage – kein Kioskverkauf – beträgt im 3. Quartal 2012/ IVW rund 114 T Exemplare.
Logisch, dass man SDTV auch auf mobilen Geräten wie iPhone oder iPad zum Preis von € 0,79 lesen kann. Und eine App für diese Geräte haben wir ebenfalls.
Wir drucken bei Neef & Stumme, u.a. brand ein, Cicero werden ebenfalls dort gedruckt, im niedersächsischen Wittingen, werden bundesweit vertrieben, z.B. Hotels. Air Berlin, Arztpraxen, Lesezirkel, Kulturfenster HH und Berlin, Kochform.de und sind natürlich auch abonnierbar.
Ihr könnt Sehnsucht Deutschland so abonnieren,
Sehnsucht PUR = 4 Ausgaben/Jahr für 8,80 Euro
Sehnsucht PLUS = 4 Ausgaben + die letzten 6 für 15,00 EuroJeweils mit einer schönen Prämie, z.B. unsere Sehnsucht Hamburg-CD oder einen Gutschein von Blume2000.
Wir freuen uns sehr über jede Erwähnung oder Weiterempfehlung, besucht uns auch gerne auf www.facebook.com/Sehnsuchtdeutschland
Mit besten Grüßen,
David Pohle / Chefredakteur
Schnuppidu Hallo, meme, wir sind tatsächlich bundesweit im Bahnhofsbuchhandel und jede Zeitschriftenhandlung deines Vertrauens könnte dir innerhalb eines Tages ein Exemplar besorgen. Dass die Sehnsucht Deutschland in Münster nicht gefunden haben, ist natürlich Mist, liegt aber glücklicherweise schon ein Jahr zurück und dürfte jetzt eigentlich nicht mehr passieren. Ansonsten natürlich über www.sehnsuchtdeutschland.com/abo
6 August 2010
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Mönckebergstraße, c/o Rathaus, Alster & Stadtgebiet, 20457 Hamburg
Schnuppidu
am 8 September 2008
(aktualisiert am 18 August 2009)
In der Nacht zu Sonntag, es ist bereits 1.30 h, füllen sich unsere von bereits zwei Flaschen Rotwein inspirierten Gäste die bauchigen Gläser noch einmal randvoll. Meine ihnen eben mitgeteilte Startzeit um 7.45 h, verbunden mit der Aufstehzeit um 6.30 h, flösst ihnen zwar Respekt ein, hat aber kaum Einfluß auf ihr Sitzfleisch.
Nun, ich hatte am Freitag noch einen Startplatz erhalten, 55 km Distanz, besser trainierte oder ambitionierte Fahrer melden für 100 oder 155 km durch das Monte Carlo des Radsports, Hamburg eben.
In den letzten Wochen war die Luft, die noch beim Skoda Velothon in Berlin drin war, wieder raus. Trainiert hatte ich nicht mehr, die Pneus meines Rades schlapp wie meine Beine.
Es ist 2.12 h als ich schnell zur Pumpe greife, ein Trikot raussuche, die Startnummer daran befestige und endlich auch ein bißchen Aufregung verspüre.
6.30 h, der Wecker klingelt, ich federe aus dem Bett, mit der kleinen Hoffnung auf Dauerregen, schiebe ich die Vorhänge zur Seite, nein, im Osten ist es bereits hell, es verspricht ein netter Tag zu werden. Es kribbelt, ich bin dabei. Kurze Dusche, nichts zu essen, kein Kaffee, rauchen tue ich auch kaum noch.
Um 7 h bin ich auf der Straße, eine vollgefüllte Trinkflasche steckt im Rahmen, ein Energieriegel und ein bißchen Traubenzucker liegen noch zu Hause, egal, vor dem Start vielleicht noch eine Banane, das sollte reichen.
Für mich eine der schönsten Phasen vor dem Rennen mit frühem Start. Ich fahre mit dem Rad durch die Stadt, menschen- und autoleer, es ist Sonntag und es ist verdammt früh.
Das Ziel ist die Innenstadt, Startbeutelabgabe auf dem Ballindamm, dann Start hinter dem Dammtorbahnhof.
Je näher man kommt, desto mehr Fahrer kommen aus den Häusern und Straßen mit dem gleichen Ziel, alle gut zu erkennen an den gelben Starterbeuteln, die sie auf dem Rücken tragen. Es wird gegrüßt, sich freundlich zugenickt.
Schon auf der Reeperbahn ist einiges gesperrt, die Radfahrer haben den Verkehr zum Ärger genervter Taxifahrer schon im Griff, fahren in größeren Gruppen, lassen sich nicht beirren.
Wie üblich ist alles sehr gut organisiert, die Cyclassics finden zum 13. Mal statt und man merkt an jeder Ecke, dass die Veranstalter jedes Jahr noch um ein Müh besser werden, Teilnehmer, die ihre Startunterlagen vorher lesen, sind - wie überall im Leben - sehr im Vorteil, müssen sie doch weder fragen, noch nervös in der Vorstarthektik schimpfen.
22.000 Leute gehen heute hier an den Start, rund 7.000 davon auf meiner Strecke, 55km.
An großen Zelten gibt man die Startbeutel ab, ein trockenes Hemd, ein Handy, Schlüssel, alles, was man später gerne hätte, aber auf dem Rad nicht brauchen kann, wandert in diese Beutel, die wohlgelaunte Jugendliche annehmen und nach Zahlen sortiert aufbewahren.
Nette Mütter älterer Bauart schmeissen derweil die Vorstartverpflegungsstationen mit netten Worten für jedermann, Bananen, Apfelsinen, Isogetränken, Wasser und Apfelschorle satt. Außerdem Müsliriegel, mir persönlich ein Rätsel, wie man so ein Ding morgens futtern kann.
Ich bin Startblock B, das ist direkt hinter A und sehr weit vorne, d.h. das rund 6.000 Fahrer hinter mir sein werden, mich verfolgen und evtl. sogar überholen werden.
Ein paar Freunde stehen mit mir im Startblock, wir sind inzwischen alle Veteranen, haben uns die vordere Position durch entsprechend schnelle Ergebnisse in den letzten Jahren verdient.
Es geht los, die Schuhe werden in die Pedale eingeklickt, das Tempo ist sofort sehr hoch, die Uni fliegt vorbei, der Schlump, Bornkampsweg, der Volkspark bleibt links liegen, es geht nach Westen, raus Richtung Schenefeld, eine Gruppe zu finden, ist das Ziel. Eine Gruppe, die ungefähr mein Tempo fährt, wo ich mich einklinken kann, im Windschatten Körner (Energie/Kraft) sparen kann. In Schenefeld habe ich sie endlich, mal schnell (45km/h), mal bummelig (35km/h) fliegen wir wie ein Hornissenschwarm über die Straße. Schulter an Schulter, Reifen nur wenige Zentimeter von einander getrennt. Stürze sind auch deshalb häufig, weil die wenigsten Teilnehmer in diesen Feldern Erfahrung haben, oft nervös sind, ein kleiner Verbremser oder Schlenker zur Seite kann sehr schmerzhafte Folgen für viele Fahrer haben. In unserer Gruppe passiert aber nichts. Appen, Holm und Wedel kommen, allesamt in Schleswig-Holstein, Vororte von Hamburg.
In Wedel tobt die Hölle, ein Sprecher feuert Fahrer und Zuschauer gleichermaßen an, immer die Hände an den Bremsen, die davon taub werden, dann einschlafen und ausgeschüttelt werden müssen, sie werden vielleicht noch gebraucht. Inzwischen schmerzt auch der Nacken vom dauerenden nach vorne schauen, der Hintern ist hier nur ein Kollateralschaden.
In rasender Fahrt geht es an Schulau vorbei, dort wo die ein- und auslaufenden Schiffe vom scheppernden Tonband begrüßt werden, die Berge (!) kommen. Erst sind es nur leichte Steigungen, kaum wahrnehmbar, später dann der Kösterberg, so etwas wie der Mont Ventoux der Cyclassics (der härteste “Berg”, der Waseberg, wird nur von den Profis befahren) für jedermann, das Feld explodiert, die Steigung trennt mich vom Weizen, heute bin ich nur Spreu. Ich beisse auf die Zähne, die Oberschenkel fangen an zu singen als ich Armstronggleich im Wiegetritt den Hügel erklimme.
Als ich es geschafft habe, ist meine schöne Gruppe bereits weg, die besten vorne, die langsamsten noch hinter mir, ich bin für das schönste Stück Strecke fast alleine. Jetzt wird nochmal richtig getreten, von der Shell-Tankstelle in Blankenese geht es in rauschender Fahrt Richtung Innenstadt, leicht abschüssig, über 50km/h auf dem Tacho.
Die Elbchausse kommt, Teufelsbrück und der Jenischpark,
alle Straßen sind heute für uns komplett gesperrt, bis der letzte das Ziel mit der vorgebenen Mindestgeschwindigkeit erreichen wird. Phantastisch.Altona, Fischmarkt rechts, ich muss scharf links, Peepermöhlenbeek, Reeperbahn, viele Zuschauer, Fischmarktbesucher feuern mich an, kann ich noch gewinnen?
Jetzt weinen die Oberschenkel schon, vor der Laiezhalle geht es rechts runter, Axel-Springer-Haus, Rödingsmarkt, alles fliegt vorbei und dann ist sie da, die Flamme Rouge, die die letzten 1.000 Meter anzeigt. Entspannt gucken, einen guten Eindruck hinterlassen, denn ab Rathaus stehen links und rechts Tausende von Menschen, schreien, jubeln, freuen sich, schwenken ihre Rasseln, man hört die Moderation, die jedermänner kommen. Ich kriege ein Dauergrinsen nicht aus dem Gesicht, fühle mich wie ein Star, glücklicherweise bin nicht mit der Gruppe ins Ziel gekommen, sondern habe die ganze Mönckebergstraße für mich alleine, zum Genießen.
Lebenstraum Sportstar sein, hier kann man mal für ein paar Hundert Meter fühlen, wie das wohl wäre, führe man dem sicheren Sieg entgegen.
Es ist 9.20h, zuhause wird noch geschlafen, ich habe einen tollen Sonntagmorgen erlebt, war in Holstein, fuhr durch halb Hamburg, wurde bejubelt, bekam eine schicke Medaille, die einem Ritzel (Teil der Radschaltung) nachempfunden ist und ein frisch gezapftes Bier haben meine mir im Rennen enteilten Freunde auf dem Rathausmarkt auch schon in der Morgensonne bereit gestellt.
Life could be worse,
übrigens sind die Cyclassics mit 22.000 Startplätzen innerhalb von wenigen Tagen ausverkauft. Nur so, falls ihr auch mal fahren wollt.Beste Grüße,
Schnuppiduhotzenplotz Gehe erstmal duschen, danach hau ich mich aufs Ohr.
Sehr anschaulich, hat Spaß gemacht.8 September 2008
weinrot Respekt vor der Leistung und super geschrieben! Ich hab die Cyclassics bisher nur im TV gesehen, so nah dran war ich noch nie. Danke!
27 Januar 2009
Veröffentlicht auf: sehnsuchtdeutschland.wordpress.com
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Rödingsmarkt 11, 20459 Hamburg
Schnuppidu
am 28 Mai 2008
(aktualisiert am 27 Januar 2010)
Vor ein paar Tagen, Mitte Januar 2010, ein Schild "Neueröffnung" weist auf einen Dönerladen hin, RIP, liebes Neat´s.
-----------Ist ja irre, da war ich auch gestern und habe ein sehr leckeres Sandwich bekommen. Der Laden ist so klein, der jugendlich frisch wirkende Betreiber sehr nett, alles wird extra gemacht bzw. angerichtet, mittags gibt es Currys und zwei Suppen, morgens ist zu, ab späten Nachmittag ebenfalls.
Es gibt auch schöne Säfte, frisch gemacht, z.B. Kokos & Trauben-Saft.
Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass Wartezeiten einer prosperierenden Zukunft dieses netten Ladens entgegenstehen werden. Hoffe, dass ich falsch liege.
Von mir gibt es in jedem Falle 5 fette Sympathiepunkte und dem Neat´s wünsche ich eine schöne Zukunft.
Dahlia Preziosa Ist allerdings schade, dass es zugemacht hat....der neue Laden hat mir momentan noch nicht den charmantesten Eindruck gemacht...aber kann ja noch kommen.
5 Februar 2010
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Dornbusch 4, 20095 Hamburg
Schnuppidu
am 20 Mai 2008
Auf der Straße habe ich ihn getroffen, meinen alten Studienfreund aus der Referendarzeit, Jahre sind vergangen, anglophil war er. Inzwischen hat er in seinem Herzen auch Platz für Frankreich, französische Restos vor allem. Kurzes Hallo, arbeitest du in der Nähe? Ja, tue ich, wie sieht´s aus mit Lunch, gut sah es aus, Tage später hat er einen Tisch bestellt im Plat du Jour. In der Regel esse ich mittags in der Stadt zwischen 5 - 10 Euro, glücklich werde ich damit fast nie, es sei denn ich bin bei Giuseppe und Salvatore im La Tavola Calda direkt um die Ecke vom Plat du Jour.
Um 2 vor 1 betrete ich den Laden, während mein Freund sich das von früher bewährte akademische Viertelstündchen gönnt. Das gibt mir ein bißchen Zeit, mich zu akklimatisieren. Der Chef ist hier ein großgewachsener, gutaussehender Franzose (natürlich), der als Landedelmann im feinen Hemd mit Klappmanschette ebenfalls eine gute Figur machen würde.
Die Abläufe sind bestens organisiert, zwischen 12 - 14 läuft das Mittagsgeschäft auf Hochtouren.
Links und rechts werden an den nah stehenden Tischen Steaks mit Frites, Geflügelleber und gefüllte Kannichen serviert.
Ich werde ermuntert, auch eine Vorspeise zu nehmen und wie üblich bestelle ich etwas, was sich schön anhört und noch nie gegessen wurde. Jedenfalls nicht von mir.
Lyoner Saucisson auf Linsenvinaigrette, 1 cm dicke Wurstscheiben (4 Stück) in Medaillengröße, Senfsauce, dazu Lyoner Senf extra und knackige Linsen. Mit der großen rot-weiß karierten Stoffserviette auf dem Schoß fühle ich mich pudelwohl, ich bin eigentlich nicht so der Wursttyp - Ausnahme als Zuschauer beim Fußballclub SC Nienstedten/Landesliga Grandplatz, wo ich unter zwei Thüringern nie von dannen ziehe -, diese hier munden mir sehr. Vielleicht auch weil ich diesmal langsam esse, permanent bin ich am Reden, um zu Erzählen, was in den letzten 10 Jahren so passiert ist.
Alle Vorspeisen liegen zwischen 9 - 10 Euro, nur ein kleiner Salat und eine Fischsuppe knapp darunter.
Aufmerksam und unaufdringlich wird der Fortschritt an unserem Tisch von den Kellnern beobachtet. Nie habe ich den Eindruck, ich müsste jetzt mal ein bißchen aufs Gas treten, um den aus der Küche terminierten Zeitdruck in irgendeiner Weise zu unterstützen. Da ist kein Zeitdruck.
Danach gibt es Kalbsnieren mit grobkörniger Senfsauce, rund 15 €, Kindheitserinnerung, damals gab es bei Muttern Nierchen mit Reis und Currysauce, mjammi. Über Innereien gehen die Meinungen sicher auseinander, wenn man aber mal die Gelegenheit hat, in einem Lokal des Vertrauens - und das bestand hier von der ersten Minute - zu speisen, ist man gut beraten und gar nicht mutig, diese Köstlichkeiten zu probieren bzw. zu genießen.
Nach fast zwei Stunden essen und reden, schließt ein Espresso der Sorte “Lieber einen kleinen richtigen Kaffee als becherweise Muckefuck” diesen äußerst schönen Lunchtermin ab.
Zu gerne würden wir jetzt einer Empfehlung des Hauses aus dem Bordeaux folgen, langsam den Termin über Gebühr ausdehnen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.
Aber wir sind deutsch und diszipliniert, müssen zurück ins Büro, nicht ohne vorher beschlossen zu haben, das nächste Treffen wieder hier zu machen, dann aber an einem Freitag nachmittag, der alle Optionen für einen Lehrgang im Savoir vivre offen lässt.Nur so eine Empfehlung, die der heutigen Erfahrung geschuldet ist.
Das alles kostet eine ganze Menge, mit Wasser statt Wein, zwei Vorspeisen und zwei Hauptgerichten sowie Espresso liegen wir bei 70 Euro. Das war es auch absolut wert, man fühlt sich einfach besser, wenn man gut essen kann.
Wieder so ein Resto, dass Hamburg sehr gut zu Gesicht steht.
Veröffentlicht auf: sehnsuchtdeutschland.wordpress.com
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Hopfenmarkt 31, 20457 Hamburg
Schnuppidu
am 10 April 2008
Ein Jahr lang bin ich regelmäßig bei Mister & Eule vorbei gegangen. In Zeiten wo Friseurläden immer albernere Namen haben, die irgendetwas mit Haar oder Hair etc. zu tun haben, witterte ich Tradition hinter diesem Namen. Und so war es:
Der Name Mister und Eule beruft sich auf die Spitznamen aus der frühesten Jugend. Mister (Peter Kleinke) und Eule (Hans-Werner Mecklenburg) gibt es seit dem 01.04.1977 und ist seit her eine inhabergeführte Institution in der Hamburger Innenstadt.
In der Zwischenzeit wurden meine Haare wieder länger und ich wusste, da muss ein Fachmann ran. Da es sich mit dem Friseur - jedenfalls bei mir - anders verhält, als mit dem Zahnarzt (wechsele ich möglichst nie wieder), rief ich an und bekam einen Termin bei Leo. Jung, hübsch, weiblich.
Ich habe den Film, der von der Frau des Friseurs handelt, nie gesehen, fühlte mich aber im selben als mir mit langen Fingernägeln zärtlich die Haare gewaschen wurden. Nun bin ich kein kleiner Junge mehr, meine Gedanken schweiften ab und etwas benommen von der wunderbaren Kopfwäsche, taumelte ich auf einen der Stühle und wurde mit der Frage konfrontiert, ob ich gerne Haarwasser hätte. Wie bitte? Hatte ich noch nie. Alpecin? Ja, Alpecin, und schon kam ich in den Genuß der nächsten Kopfmassage. Es kühlt, es fühlt sich neu an, aber gut. Sehr gut.
Ich bin nicht 100%-ig sicher, ob sich vor allem die Hände so gut anfühlten oder das Haarwasser, jedenfalls war der Schnitt auch prima - ich bin ein Mann, der sich beim Friseur nicht richtig ausdrücken kann - und während ich heimlich zugeneigt 20 € auf den Tresen legte, freute ich mich schon auf das nächste Mal. Und das war eben. Und es war wieder schön.
Vielleicht lasse ich morgen noch einen halben Zentimeter abschneiden. Und übermorgen noch einen halben Zentimeter. Noch ist genug da, um ein paar Mal die Haare schön zu kriegen und dabei im Sinne Platons vor mich hin zu träumen.
Und wenn nichts mehr da ist, gibt es ja immer noch Alpecin.
Die Zukunft scheint gesichert…

UweJ Kein Lächeln, genervt, gestört und eigentlich ganz lieb – viele Männer gehen nur doch deswegen auf den Swutsch, weil sie das zu Hause haben.
13 September 2012