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  • mama rosa - Eimsbüttel

    4 3 Beiträge

    Heckscher Strasse 1, 20253 Hamburg

    mama rosa

    1pxt Scipio am 19.06.2009

    Zwischen Heußweg, Fruchtallee, Hoheluftchaussee und Osterstraße sprießen die italienischen Minirestaurants munter aus der Erde hervor, so wie das Basilikumkraut auf dem Südbalkon. Die Auswahl ist groß, und man fragt sich, wann dieser Markt wohl übersättigt sein wird und umkippt.

    Gerade habe ich das “Mama Rosa” getestet, ein niedliches Ecklokal, das offenbar den auf mich mitunter aseptisch wirkenden Meridian-Spa-Besuchern von gegenüber einen Hauch echtes Italien verkaufen soll. Zu diesem Zweck wurden (wie so häufig in anderen Trattorie) Bilder aus alten Marcello Mastroianni-Filmen an die Wände genagelt. Das Publikum wirkt in dieser Umgebung natürlich nicht südländischer: Man sieht und hört hier blonde und blondgefärbte Marketing-Menschen über Verkaufsstrategien verhandeln. Das Essen immerhin ist gut und bezahlbar. Das freundliche Paar servierte Nudeln mit Flusskrebsen und schmackhaftem Gemüsemix. Alles okay. Man mußte auch nicht lange warten.

    Was mir den Genuß jedoch verdarb war weniger das langweilige Publikum sondern die Hintergrundmusik. Eine halbe Stunde lang quälten mich die elektronisch verzerrten A capella Vocals einer völlig untalentierten Sängerin. Auf Nachfrage konnte die Bedienung nicht erklären, um was für eine “Musik” es sich da handelte. Ich folgerte, dass nicht sie sondern der/die nicht anwesende Betreiber/in dieses Ohrensausen zu verantworten hatte. Beim Bezahlen wurde dann nachgeschaut. Eine nachgebrannte: “Café abstrait” CD kam zum Vorschein. Hm, ja sehr abstrakt, definitiv nicht mein Geschmack. Für den Espresso danach wollte ich dann einen anderen Italiener aufsuchen, denn das Ohr isst und trinkt mit. Dort lief dann einer dieser typischen 70er Jahre-Italo-Schlager, in dem ständig das Wort “piove” (Regen) vorkam. Das passte zum Wetter draußen, war aber nicht besser!
    Dann doch lieber selbstgemachte Pasta mit Basilikum vom Balkon.

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  • Schuhreparatur Smolarz - Grindel

    5 1 Beitrag

    Grindelallee 141, 20146 Hamburg

    Schuhreparatur Smolarz

    1pxt Scipio am 23.05.2009

    Als ich vor weit über einem Jahrzehnt in München ein paar Schuhe reparieren ließ, zahlte ich 65 DM. Das war viel Geld damals. Heute verlangt Helmut Smolarz in Hamburg weniger als 10 € für zwei neue Absätze, und das ist, angesichts der überall gestiegenen Preise natürlich ein echtes Schnäppchen.

    Anders als in der bayrischen Hauptstadt muss ich bei meinem flinken Handwerker an der Grindelallee auch nicht eine Woche warten, sondern die Dienstleistung ist in ein bis zwei Tagen abgeschlossen. Es gibt aber neben dem Preis noch andere Gründe für mich, mein Schuhwerk dem in zweiter Generation geführten Traditionsunternehmen im Univiertel anzuvertrauen: Allein das Schaufenster mit seiner Dekoration im Stil der 50er Jahre macht Lust, den kleinen Laden zu betreten. Innen duftet es herrlich nach Schuhcreme. Zwar gehört Geduld nicht gerade zu meinen Charaktereigenschaften, doch die kleine Weile, die es dauert, bis Herr Smolarz seine Arbeit beiseite gelegt hat und auf den sympathischen Klang der Ladenglocke reagiert, genieße ich sehr. Ich spüre: Hier ist ein Mensch ganz in seinem Element, hier liebt jemand seine Arbeit.

    Wenn der Meister seines Fachs vorm Kassieren die schlichte Pappmarke entgegennimmt, die ordentlich reparierten Schuhe noch einmal aus der knisternden Papiertüte hervorholt und mir sein gelungenes Werk zeigt, bedaure ich fast immer, dass meine Absätze und Sohlen nicht häufiger kaputt sind.

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  • Zeitcafé - Altstadt-Nord

    3 6 Beiträge

    Trankgasse 11, in der Markthalle "Colonaden" des Kölner Hauptbahnhofs, 50667 Köln

    Zeitcafé

    1pxt Scipio am 03.05.2009

    Das “Zeitcafé” im Kölner Hauptbahnhof wünsche ich mir spontan in mehrfacher 1:1 Kopie in jeden deutschen, französischen, italienischen, britischen, utopischen Bahnhof!

    -Ach nein, lieber doch nicht, sonst wäre es nicht mehr so ungewöhnlich, so angenehm anders als die vielen Filialen irgendwelcher Kaffehausketten, die die Szenerie der Hamburger, Berliner, Pariser oder Londoner Bahnhöfe bestimmen.

    Auf jeden Fall ist das schicke kubische Lokal eine der besten Kaffeebars, die ich je in einem Stationsgebäude entdeckt habe. Früher befand sich hier mal ein Blumenladen. Die Rosen für die Liebste/den Liebsten gibt’s seit ein paar Jahren vis à vis: Also kein Verlust für Romantiker an Colonias Tor zur Schienenwelt.

    Dafür hat Köln eine Erfrischungsbasis dazugewonnen, die alles bietet, was der Reisende von einem Bahnhofscafé erwartet: Eine gewisse Eleganz. Heiße und kalte Getränke, eine schnelle und freundliche Bedienung und einen ungehinderten Blick auf den Timetable mit der Uhr.

    Wer hier den Zug verpasst, ist selbst schuld oder verpasst ihn absichtlich, weil er in der Menge der vorbeiströmenden Fahrgäste irgendjemanden entdeckt, der ihn fasziniert und zu abenteuerlichen Träumereien anregt.

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  • Castex Hôtel - Le Marais

    5 1 Beitrag

    5 Rue Castex, 75004 Paris

    Castex Hôtel

    1pxt Scipio am 20.04.2009

    “Muße” gehört zu meinen Lieblingsworten. Läßt sich diese jedoch auch in der Weltstadt Paris, im Herzen des lebendigen Marais genießen? Ja, wie ich gerade festgestellt habe! -In den oberen Stockwerken des Hotels Castex.

    Diese kleine, feine Stadtresidenz, die das Portal Tripadvisor zu den beliebtesten 3Sterne Häusern der Seine-Metropole, zählt, liegt in einer extrem ruhigen Seitenstraße der quirligen Rue Saint-Antoine. Außer dem gelegentlichen Rumpeln des Fahrstuhls ist hier nichts zu hören. Angekommen in den gemütlichen, sehr sauberen Zimmern, sehnt sich der Gast sogar fast nach dem Klang von Paris.

    Ich öffne also die Fenster, höre leises Vogelgezwitscher, den Wind und das Lachen von Kindern, die sich irgendwo auf einem nahen Schulhof vergnügen. Herrlich, an einem Vormittag auf dem konfortablen Bett zu lungern, zu lauschen und daran zu denken, dass man dem Pausenklingeln nie wieder gehorchen muß, dass die freie Zeit hier oben unbegrenzt ist. Von draußen zieht ein herrlicher Duft von Frühling herein, ein Mix aus Kastanienblütenaroma, dem Parfum erwärmter Sandsteine und kollektiver Verliebtheit.

    Das ist echter Luxus und kostet nur 75€.

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  • La Tartine - Le Marais

    4 2 Beiträge

    24 Rue Rivoli, 75004 Paris

    La Tartine

    1pxt Scipio am 11.04.2009 (aktualisiert am 18.04.2009)

    Wem zu fortgeschrittener Stunde im Pariser Marais der Sinn noch noch einem kräftigenden Mahl steht, dem sei ein Besuch des “La Tartine” empfohlen. In dem unprätentiösen Restaurant wird die Küche der Auvergne hoch gehalten.

    Ich genoß dort als Entrée warmen Ziegenkäse und als Hauptgang gut gewürzte Lammkotletts. Der Wein stammte wie die Speise aus dem Süden und hieß “Madirin”. Ein kräftiger und zugleich sehr bekömmlicher Tropfen.

    Obwohl ich allein dort aß, fühlte ich mich in guter Gesellschaft: Am Nachbartisch saß ein älteres Paar, das sich über Literatur unterhielt, weiter entfernt zwei sympathisch wirkende Pärchen jüngeren Alters, auch sie mit angenehmer Ausstrahlung. Die Kellner waren aufmerksam, zeigten erfreulicherweise nicht allzuviel jener Pariser Lässigkeit, die dem Gast signalisieren soll, dass das Personal hier ja nur zum Geld verdienen da ist, und eigentlich auch viel lieber mit einer hübschen Pariserin am Tisch säße. Nein, die Kellner waren gut, einer tänzelte sogar recht munter zu den alten Schlagern aus den 50er Jahren, die im Hintergrund liefen, und das gefiel mir.

    Einziger Kritikpunkt: Das kleine Menü hätte in Hamburg oder Berlin vermutlich nicht 40€, sondern 30€ gekostet. Doch wer in Paris zu oft ans Geld denkt, bleibt besser daheim.

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  • Rubenbauer Josef Gaststätten - Maxvorstadt

    4 1 Beitrag

    Arnulfstr. 1, 80335 München

    Rubenbauer Josef Gaststätten

    1pxt Scipio am 11.04.2009

    München ist schön, nur gehört der Münchner Hauptbahnhof nicht gerade zu den Glanzpunkten der Stadt: Viel Beton, eine zugige Halle und die Umgebung wirkt alles andere als einladend. Wer hier auf die Bahn wartet, muß lange nach einem angenehmen Aufenthaltsort suchen.

    Etwas versteckt, Richtung Arnulfstraße befindet sich das Restaurant Rubenbauer: Eine Insel oberbayrischer Gastfreundschaft: Das Lokal saugt den gestressten Reisenden fast ein mit seiner Gemütlichkeit. Die Kellnerin, natürlich im Dirndl, ist sofort zur Aufnahme meiner Bestellung am Tisch, und die Speise läßt nicht lange auf sich warten. Herrlich, hier ein paar Weißwürste zu genießen. Dazu ein kleines Helles oder ein frisches Wässerchen…, das Ganze für 8€30. - Perfekt, da macht es dann auch nichts, dass die Servicekraft garantiert nicht aus Bayern stammt. Aber ich komme ja auch nicht von hier, und kann der Küche dieses Landstrichs doch viel abgewinnen.

    Die großen Bahnhöfe in Hamburg, Berlin, Frankfurt und Köln sind schöner, aber dort gibt es noch keine Rubenbauer-Dependance.

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  • Colette - Louvre

    4 23 Beiträge

    213 rue Saint Honoré, Paris

    Colette

    1pxt Scipio am 21.02.2009

    - Was heißt noch mal „Schnickschnack“ auf Französisch?
    - Le chnic-chnac? - Es gibt da bestimmt mehrere Übersetzungen und eine könnte: „Colette“ heißen. Die sich über drei Etagen ausdehnende Boutique in der feinen Rue Saint-Honoré magnetisiert Fashion-Vicitims aus der ganzen Welt, die zwischen den totfotografierten Attraktionen von Louvre und Champs Elysées ganz gierig sind nach einem Stück Pariser Originalität, Kreativität, Chic.

    Dort, wo sich so viele hübsch gestylte Menschen zwischen 20 und 50 drängen, will ich auch sein: Was für ein Gewusel an diesem Samstagnachmittag. Es gibt die neuesten Gags von Apple, ja sehr schön, die finde ich aber auch in Hamburg, München und Berlin. Eine loungige Bar im Keller, die horrende Preise verlangt, auch nichts Besonderes mehr. Eher out! Aber immerhin: farbenfrohe Mode, die sich östlich des Rheins dann doch keiner zu tragen traut. So würde ich gern im Frühjahr alle Frauen in meiner Straße einkleiden.
    Besonders überwältigend ist das Angebot an Designertoys jeder Art: Vom Miniroboter, über originelle Eiswürfelförmchen bis hin zum stylischen Wecker. Letzterer kostet z.B. knapp 50 €. Ein ebenfalls nicht zu verachtendes Produkt von Braun würde in Deutschland 10 € kosten. Hmm…
    Der Paris-Aufschlag fällt bei Colette also besonders hoch aus. Dafür kommt man hier in den Genuss der neuesten DJ-Mixes, die man sich auf CD gebrannt auch nach Hause mitnehmen kann.

    Das Interessanteste am Laden ist allerdings die spezielle Atmosphäre: Man fühlt sich wie auf der Klassenfahrt einer internationalen Designerhochschule. Die fast melodisch durcheinander brabbelnden Studenten glauben noch an die lebensverbessernde Kraft von Produktoberflächen und zahlen, sofern ihr Dispo noch nicht gesperrt ist, jeden Preis. Man muss schon etwas feinfühlig sein, um auch zu bemerken, dass die schicke Welt von “Colette” gerade untergeht: Vieles erinnert immer noch an New Wave in den Achtziger Jahren. Der Style, der Mix aus angestrengter Ironie und Eitelkeit. Die Attitüde der Verkäufer. Ich hatte sehr viel Zeit sie zu beobachten, als ich an der Kasse wartete, um eines der preisgünstigsten Produkte zu erwerben, die es bei „Colette“ gab (9,90 €). Denn anscheinend durfte nur eine Person die Kasse betätigen. Und wer die Waren entgegennahm, war nicht ganz klar! Bei den Menschen hinter dem Ladentisch handelte es sich aber nicht um Achtzehnjährge, sondern um zwei Typen und eine Frau Ende Vierzig. Vielleicht war Ihre Chaotik nur der tragische Versuch so jung wie ihr Publikum zu erscheinen. Ihre feschen T-Shirt über trainierten Oberarmen, die mich an den Faßbinder Film Querelle erinnerten (Auch aus den 80ern) deuteten in die ähnliche Richtung.
    Ja, auch das Designer-Leben hat etwas Melancholisches, Tragisches. Ein bisschen weniger „être branché“, ein bisschen mehr „cordialité et charme“ würden den Aufenthalt jedenfalls deutlich angenehmer gestalten. Und endlich ist sowieso alles, besonders der Style.

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  • Museum der Tortur - Ceský Krumlov 1

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    nám. Svornosti 1, Museum Tortury, 38101 Ceský Krumlov 1

    Museum der Tortur

    1pxt Scipio am 18.02.2009

    „Aua, aua !“ entfährt es manchem beim Besuch des Foltermuseums in Cesky Krumlov (Deutsch: Krumau).
    Es ist schlimm im Keller des alten Rathauses ansehen zu müssen, wie die Schergen der Mächtigen mit ihren Gefangenen verfuhren und nicht helfen zu können. Der Trost, dass es sich bei den Szenen aus der Vergangenheit nur um Arrangements mit Puppen und Folgen von Holzschnitten handelt, ist nur schwach. Alles, was hier an Brutalität dargestellt ist, hat vor dreihundert und mehr Jahren tatsächlich stattgefunden: In Böhmen und anderswo. Und wir müssen nicht einmal auf den Irak schauen, um auch heute noch Beispiele für staatlich sanktionierte Grausamkeit zu finden.

    Das Foltermuseum inmitten der historischen Altstadt von Cesky Krumlov öffnet den Blick der Besucher allerdings wohl aus gutem Grund nicht auf die Gegenwart, sondern belässt die Touristen in dem Glauben eine böse Welt zu durchwandern, die es schon lange nicht mehr gibt. So ähneln die Darstellungen der Marter eher den Stationen einer Geisterbahn. Mancher erinnert sich an den London Dungeon, nur dass es hier weniger kommerziell zugeht. Wer das “Museum der Tortur oder des peinlichen Rechtes und der Martergeräte”, so der korrekt übersetzte offizielle Name, am Spätnachmittag aufsucht, hat die düsteren, sich über 400 Quadratmeter erstreckenden Gewölbe eventuell für sich allein. Die Einsamkeit steigert die merkwürdige Aura, die von den durchbohrten und eingekerkerten Puppen ausgeht.

    Eine Stunde braucht man für die Tour ohne Führung. Mich schaudert es immer noch!

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  • Théâtre du Luxembourg - Luxemburg

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    Jardin du Luxembourg, Théâtre des Marionnettes du Luxembourg, 75006 Paris

    Théâtre du Luxembourg

    1pxt Scipio am 08.02.2009

    Der „Jardin du Luxembourg“ ist der Spielplatz der Paris-Bewohner und Besucher. Das kleine „Théâtre du Luxembourg“ mittendrin bietet dort unbeschwerten und unschuldigen Zeitvertreib.

    Am Wochenende, immer kurz vor elf am Vormittag und kurz vor drei am Nachmittag öffnet eine quirlige Frau mit Brille das Tor vor dem Eingangsbereich, bringt etwas hektisch das Wechselgeld in ihrer kleinen Kasse in Position, holt den Ständer mit den überdimensionalen Luftballons aus einem Lager. Dann öffnet sie das Fenster des Ladens und schon strömen Eltern mit ihren Sprösslingen herbei, um sich Billetts für die Vorstellung des Puppentheaters zu sichern. 4,40 € kostet die Karte zum Einheitspreis, sehr wenig für Pariser Verhältnisse.

    Ein Besuch lohnt nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene. Denn das, was hier geboten wird, hat so gar nichts von den Action- und Krawall-lastigen Spektakeln, die Eltern aus Freizeitparks oder Mainstream-Kinofilmen gewöhnt sind. Geboten werden zur Zeit „Die 3 kleinen Schweinchen“ und „Rotkäppchen“ wie alle Inszenierungen gehalten im Look der 50er Jahre: Im Théâtre du Luxembourg scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Eine leicht angestaubte Inszenierung, zerschlissene Sitze, die Decke mit vergilbten Resopalplatten verkleidet. Herrlich, dass es so etwas in der Nähe zum feinen 7. Arrondissement noch gibt. Die Kinder lachen, die Erwachsenen sind gerührt und auch Ausländer, die nicht in den Genuss eines guten Französisch-Unterrichts kamen, dürften ihren Spaß haben, denn den groben Inhalt der Stücke versteht jeder.

    Eine lohnenswerte Entdeckung an einem der romantischsten Orte der Welt.

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  • Hôtel d'Albe Saint-Michel - Quartier Latin

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    1 Rue Harpe, 75005 Paris

    Hôtel d'Albe Saint-Michel

    1pxt Scipio am 02.02.2009

    Ohne Umsteigen von Paris Charles de Gaulle geht es mit der Schnellbahn RER ins Herz von Paris. Man steigt St. Michel aus, geht ein paar Meter in die Gasse Rue de la Harpe hinein und schon befindet man sich im Entrée des kleinen charmanten Hôtel d’ Albe (oder auch Albe Hôtel).
    In der Publikumsgunst bei „Tripadvisor“ rangiert das Haus weit oben. Auf Qype fand sich erstaunlicherweise noch keine Bewertung, deshalb holen wir das mal ganz fix nach, verdient hat es das Dreisterne-Hotel in jedem Fall.

    Alles, was den nörgelnden Visit-Europe-in-5-Days-Blogger aus Übersee so stört, fehlt: Das Bauwerk ist zwar alt und verwinkelt, aber die Zimmer sind für Pariser Verhältnisse relativ geräumig, zumindest jene im vierten Stock, die wir gesehen haben. Es gibt zwar keine Badewanne aber eine moderne hübsche Duschkabine ohne die sonst oft bemängelte Überschwemmungsgefahr. Und ob Schlafstätte, Flur, Empfang oder Frühstücksraum, alles wirkt sehr sauber, ordentlich und gepflegt. Für 135 € gibt es ein Doppelzimmer, für 22 € ein ordentliches Frühstück mit Müsli, Joghurt und Ei.

    Schon um kurz nach Zehn morgens durften wir unser Quartier beziehen, und am letzten Tag bewahrte man die Koffer bis zum Abend am Empfang auf, so dass wir den letzten Mittag und Nachmittag in Paris ganz entspannt genießen konnten. Auch sonst zeigten sich die Damen und Herren an der Rezeption, die auch Deutsch sprechen, äußerst hilfsbereit.

    Dank der zentralen Lage und der charmanten Nachbarschaft des Quartier Latin - Notre Dame, das Odéon und die Buchhändler an der Seine liegen gleich um die Ecke - kehrt man zwischendurch am frühen Abend gern zum Relaxen ins Zimmer zurück. Vom Fenster blickt man auf die Balkone der gegenüberliegenden Häuschen, auf die Fußgänger in der Gasse, atmet den Duft von Backwaren ein, der aus den Boulangerien nach oben strömt. Dieses wundervolle Paris-Gefühl kommt da von der ersten Sekunde an auf.

    Erstaunlich, dass man vom Verkehr auf dem nahen Boulevard St. Michel nichts mitbekommt. Unüberhörbar ist allerdings am Abend die Musik der Ghettoblaster, zu der Straßenkünstler ihre akrobatischen Tanzkünste präsentieren. Ich empfand dieses Spektakel allerdings eher als Bereicherung. Wer nach Paris kommt, braucht ja schließlich nicht die Totenstille einer deutschen Reihenhaussiedlung. Und gegen zuviel Vibrato in der Nacht hilft ein wenig Oropax. Wir haben gut geschlafen. Fünf Sterne für das Albe Hotel.

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