Ich bin Ben Jopen aus Düsseldorf. Ich bin Qyper seit dem 17.02.2008
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Profil von Ben Jopen
Kreuters - Neuehrenfeld
Eichendorffstraße 25, 50823 Köln
03.01.2012
Wenige Tage nach der mittelschweren Katastrophe in Mario’s Trattoria stand schon der nächste Restaurant-Besuch an. Seitdem mein Trauzeuge in Köln-Ehrenfeld wohnt, hatten wir das Kreuter’s auf der Agenda. Als wir den Laden betreten fragen wir uns allerdings: Warum nur? Es ist kaum besucht und das Motto “Kneipe. Bar. Restaurant.” gepaart mit einer ambitioniert klingenden mediterranen Speisekarte lassen das Allerschlimmste erahnen. Das Ergebnis nehme ich Vorweg: Selten lag ich mit einer Vorahnung weiter entfernt von der Wirklichkeit als hier. Das Essen war absolut fabelhaft, einen sympathischeren Service habe ich selten erlebt und die Kombination aus Bar & Restaurant hat uns noch einen feucht-fröhlichen Abend beschert. Aber der Reihe nach.
Prolog
Vielleicht ist es meine persönliche Unzulänglichkeit, aber von einer Kneipen-Restaurant-Kombination erwarte ich keine kulinarischen Höhenflüge. Metthapen, Flöns zum Bier, für den großen Hunger ein ordentlichen Hacksteak oder gebratener Leberkäse – damit bin ich glücklich. Hier am Gangelsplatz in Düsseldorf-Oberbilk musste das Wirtshaus Gangelshof so eine Erfahrung machen, das nach einer Wiedereröffnung statt mit 40+ Schnitzelsorten auf einmal mit Pasta, Rumpsteak & Co aufwartete. Lange hielt sich die Speisekarte nicht.
Das Essen
Als ich die Speisekarte des Kreuter’s überfliege, geht es mir genauso, nein: Noch schlimmer. Hier will man richtig kreativ sein. Bei der Vorspeise entscheide ich mich dann für in Brickteig gebackenen Ziegenkäse auf Quittenchutney. Das kostet 6,90 Euro und ich habe Angst. Mein Gegenüber bestellt die Tagessuppe – heute vom Kürbis – der perfekte Vergleich für den noch frischen Eindruck bei Mario’s Trattoria. Nach der Bestellung die ersten beruhigenden Signale: Es wird frisches Brot mit gutem Knoblauch-Dip gereicht. Da startet man schon ganz anders, als mit den alten Kniften von Mario. Und zack die nächste Überraschung: Ein Gruß aus der Küche. Ich werd bekloppt, die meinen das mit ihrem Anspruch hier echt ernst. Und lecker ist es auch noch: Eine kleine Antipasti-Auswahl, lauwarm und toll abgeschmeckt. Wer mich kennt weiß, dass ich in jedem Restaurant Antipasti bestelle – aber in der Regel nur einmal. Denn meistens sind die so schlecht – kalt, alt, laff und vor Öl triefend, dass ich das nicht nochmal ertragen kann. Nichtso hier.
Und es geht positiv weiter: Die Vorspeisen machen nicht nur optisch was her. Die Kürbissuppe (kein Püree!!) ist fast wie von einem anderen Stern. Zwischen dieser und der von Mario’s liegen keine Welten, sondern ganze Galaxien. Der Ziegenkäse ist fabulös und das Quittenchutney korrespondiert hervorragend dazu. Und was ich bei Mario’s so schmerzlich vermisste, schlägt mir hier direkt entgegen: Frische Kreuter, pardon Kräuter. Ein Gedicht, da könnte ich mich reinsetzen.
Da kannte ich aber den Hauptgang noch nicht: Salzwiesenlamm mit warmen Couscous-Salat und mit Scampi gefüllte Perlhuhnbrust. Heudewitzka! Viele Menschen mögen kein Lamm, weil sie bislang nur minderwertige Ware gegessen haben, die streng und zäh nach Lamm schmeckt. Gutes Lamm hingegen ist butterzart und schmeckt einfach nur köstlich. Genau wie dieses hier – auf den Punkt gebraten. Der warme Couscous-Salat ist absolut top, die Portion riesig und der Preis mit 18,90 Euro eigentlich zu günstig. Auch das Perlhuhn macht ordentlich was her: Knusprige Haut, saftiges Fleisch, frische Scampi. Vor der Kombination habe ich etwas die Nase gerümpft, der Praxistext beweist aber: Volltreffer.
Der Service
Ein Volltreffer ist auch der Service. Immer präsent, stets freundlich, überaus charmant. Als ich mir zur Vorspeise denke (!), dass noch etwas Brot toll wäre, steht schon die Kellnerin mit frischem Brot vor uns. Nach dem hervorragenden Essen wollten wir eigentlich noch die Gegend erkunden und ordern die Rechnung, werden dabei direkt gefragt ob wir ein Taxi wollen: Draußen schüttet es mittlerweile wie aus Kübeln, was wir selbst nicht mitbekommen haben. Statt uns also in den Sturm zu schicken, sowas! Logische Konsequenz: Wir verzichten auf das Taxi und bleiben. Das haben sie sich verdient – und wir uns auch.
Das Fazit
LECK MICH FETT. Selten habe ich so gut gegessen – in dieser Preisklasse wahrscheinlich noch nie. Läge das Kreuter’s nicht in Köln, ich wäre Stammgast. Nur eins leuchtet mir wahrlich nicht ein: Richtig los ist hier nichts. Vielleicht liegt es am Datum – es ist immerhin der 29. Dezember – aber eigentlich muss die Hütte hier aus allen Nähten platzen. In diesem Sinne: Wenn ihr in Köln seid, besucht diesen Laden. Es lohnt sich!
Bericht mit Bildern hier: http://topf-und-loeffel.de/restaurant/esst-mehr-kreuter-d...
kreuters Vielen Dank für die tolle Bewertung. Es sei noch bemerkt, dass wir seit September 2011 einen neuen Koch und auch eine neue Küchenphilosophie haben, sodas ältere Bewertungen hier auf qype, insbesondere was Burger etc. angeht, nicht mehr aktuell sind.
4 Januar 2012
Mario's - Friedrichstadt
Friedrichstr. 125, 40217 Düsseldorf
28.03.2008
(aktualisiert am 27.12.2011)
Seit fast sieben Jahre wohne ich in Düsseldorf – und fast genau so lange kenne ich Mario’s Trattoria auf der Friedrichstraße in Düsseldorf.
Ein sehr freundlich eingerichtetes Ladenlokal mit im einem für den Sommer idealen Grünen Innenhof, alles mittlerweile in der unmittelbaren Nähe der Düsseldorfer (Bilker) Arcarden in Friedrichstadt. Geführt von einer sehr freundlichen italienischen Familie – Mario’s Vater baut in Italien noch den Rotwein an, die Mutter macht die Pasta. Die Spezialität auf der Karte sind deshalb auch die Orrechiette aus dem (riesigen) Parmesanlaib – muss man einmal bestellt haben! Ansonsten handelt es sich natürlich um eine richtige Trattoria: Antipasti, Carne, Pesce, Pasta, Dolci. Kurz vor Weihnachten reservierten wir im Freundeskreis dort zum ausgelassenen “Weihnachtswichteln” – die vielen Eindrücke sind guter Anlass einmal über das Mario’s zu schreiben.
Das wir seit Jahren regelmäßige Besucher von Mario’s Trattoria sind, liegt nicht nur am dem sehr herzlichen Service. Mario’s hat bei uns viel Kredit, weil wir dort anfangs wirklich fantastisch gegessen haben. Seit einiger Zeit merken wir aber, dass die Leistung der Küche deutlich nachgelassen hat. Seit mindestens zwei Jahren haben wir diesen Eindruck – besuchen die Trattoria aber immer wieder und hoffen auf Besserung, die alten Zeiten als süße Erinnerung im Hinterkopf. Leider werden wir jedes mal aufs neue enttäuscht und so auch dieses mal.
Vorspeisen – die große Langeweile
Als Gruß aus der Küche erreicht uns eine Art Reis-Salat. Mit Erbsen, Mais, Thunfisch und Oliven. Es ist schwer zu sagen, ob der Gruß jetzt seit einem Jahr immer gleich ist oder wir nur bei zufällig jedem Besuch diesen Reis-Salat serviert bekommen. Langweilig ist es, so oder so. Weder Dosen-Thunfisch, noch TK-Erbsen und Dosen-Mais sind in der Kombination ein wirklicher Geschmacksknaller. Es ist laff und jeder würzt am Tisch nach – wobei nur eine Person auch wirklich die Portion komplett isst. Bei allen anderen geht der Reis in größeren oder kleineren Resten zurück.
Die zur Vorspeise bestellte Kürbissuppe mit Garnele fällt erstmal positiv dadurch auf, dass sie nicht wie so oft eher als Kürbisbrei serviert wird. Es ist wirklich eine Suppe. Die Garnele ist groß, mit Schale halbiert und gut gebraten. Aber leider wie der Rest der Suppe: Völlig ungewürzt. Die Kürbissuppe hätte man auch durchaus als Mineralwasser reichen können – sie schmeckt einfach nach absolut gar nichts.
Das Mario’s ist auch bekannt für seine relativ große Carpaccio-Auswahl. Zwei verschiedene finden den Weg zu uns an den Tisch. Die Qualität des Fleisches ist nicht zu beanstanden, dass es sich um verschiedene Varianten handeln soll ist allerdings nicht zu erschmecken (weil eigentlich gar nichts zu schmecken ist). Denn außer einigen Parmesanstückchen war kein Unterschied zwischen den Portionen auszumachen. Klar waren die Teller nett dekoriert und die Soßenklekse waren ganz ordentlich, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte dann doch nicht ganz.
Die Bruschetta hingegen sind eigentlich immer eine sichere Bank. Hier weiß man was man bekommt und wird auch nicht enttäuscht. Ein bisschen am Tisch nachsalzen und gut ist. Das Brot ist schön angetoastet und deshalb nicht so alt und gummi-artig wie das zur Suppe gereichte Brot. Das schmeckt nach Vortag, überhaupt nicht frisch und ist der Trattoria einfach nur unangemessen. Da würde ich selbst lieber ein Brötchen vom Kamps essen, als das.
Hauptgerichte – mittelmäßiges Mittelmaß
Hauptgerichte bestellt man bei Mario’s eigentlich nicht von der sehr übersichtlichen Speisekarte (zwei DIN-A4 Seiten), sondern von einer großen Tafel im Speisesaal, auf der immer wechselnde Gerichte stehen. Man passt sich damit saisonal an und bietet seinen Gästen immer etwas Neues – ein paar Klassiker stehen auf der Karte. Das gefällt vom Konzept, aber die Umsetzung…
Das Tagliata di Manzo (Roastbeef) kommt mit gekochten Salzkartoffeln und Blumenkohl-Rahm-Matsch daher. Freundlicherweise werden alle Speisen am Tisch auf Wunsch mit einer großen Pfeffermühle gewürzt – dass war es dann aber auch mit der Würze. Sieht man irgendein Gewürz? Rosmarin vielleicht? Etwas frischer Thymian? Nein. Nichts. Selbst jede deutsche Mutti würde zumindest an ihre Salzkartoffeln etwas Petersilie lassen. Das Fleisch ist von guter Qualität, richtig gebraten – aber absolut pur, komplett ohne Salz. Was die Blumenkohl-Pampe darstellen soll, weiß ich auch nach Tages des Grübelns nicht.
Sowohl die Rinder-Medallions, als auch der Fisch kommen mit den selben Beilagen wie das Tagliata di Manzo. Die dünnen Fischfilets sehen unter der Kräuterhaube eine Spur zu durchgebacken aus und während dem Essen schwärmt man noch von der Trattoria neulich, wo der Fisch frisch im Ganzen serviert wurde und nicht so verdächtig nach Tiefkühlfilets ausschaute. Das Rind ist dafür nichtmal Medium, eher Medium to Rare. Qualität des Fleisches ist gut, die Würzung hat aber auch hier nicht stattgefunden.
Die Trüffelnudeln ließen erstmal viel versprechen, denn sie rochen durchaus gut, und als fischige Beilage wurden gebratene Jakobsmuscheln gereicht, die erstmal probiert werden wollten. Und hier muss man sagen: auf den Punkt! Das kann die Küche. Die Muscheln waren nicht zu fest, nicht zu roh. Leider gab es bei den Nudeln allerdings ein paar Sachen, die für 16,90 Euro gar nicht gehen. Zum Einen hätte ich gerne ausgesucht, welche Nudeln ich essen wollen würde, wurde aber erst gar nicht gefragt. Und zum Anderen (Okay, ich hätte auch vorher fragen können) erwarte ich in einer Trüffelsauce schon ein bisschen frischen Trüffel. Diese Soße war aber einfach mit reichlich Trüffelöl gemacht. Geschmacklich war es aber okay.
Die Lasagne mit Lammhack kommt zu unserer Freude diesmal unverbrannt aus dem Ofen. Im Spätsommer sah das noch anders aus. Ansonsten handelt es sich halt um eine Lasagne aus einer Tonschale, wie man sie von überall kennt. Man muss etwas nachsalzen (natürlich!) aber sonst? Ob man sich jetzt in einer der ältesten Trattorias Düsseldorf oder einem Lieferdienst befindet, ist alleine vom Geschmack der Lasagne nicht zu erkennen – nur am Preis.
Dessert – kleiner Lichtblick
Die Lust auf den Nachtisch ist mittlerweile etwas vergangen – so dass wir nur zwei mal ordern. Im Falle der gelieferten Käseauswahl ist das auch durchaus die richtige Entscheidung gewesen – die Menge reicht nämlich für drei Personen. Lecker ist sie auch, einige eher langweilige aber okaye Sorten reihen sich unter ein paar Knaller (besonders der Ziegenkäse ist ne Wucht), dazu gibt’s verschiedene Honigvariationen und wieder zähes Brot.
Auf Empfehlung bestellen wir die süße Nachspeise – eine neue “Spezialität”: Eine Art kleines Küchlein mit frischen Mandeln auf Vanilleeis. Das Eis ist dann zwar Vanillesoße, aber ansonsten schmeckt’s.
Fazit
Was auffällt ist der konsequente Verzicht auf jede Würze, auf frische Kräuter, auf irgendetwas was Leidenschaft ausdrückt. Was uns da aus der Küche erreicht sind tellerweise lustlose Belanglosigkeiten. Die verwendeten Zutaten sind meistens von guter Qualität, italienische Küche ohne frische Kräuter ist aber wie ein Auto ohne Reifen: Unbrauchbar. Für besondere Kreativität oder Experimentierfreude war das Mario’s noch nie bekannt (was nicht negativ aufzufassen ist), aber alle Nicht-Pasta-Hauptgerichte mit den selben (langweiligen) Beilagen rauszuschicken ist auch für das Mario’s ein neuer Tiefpunkt.
Mittlerweile greift dieser sinkende Trend auch auf den Service über – dabei war dieser einmal das Glanzstück des Mario’s. Freundlich ist man immer noch, aber die wechselnden Servicekräfte rund um die “Service-Seele” leisten sich einfach zu viele Fehler. Bei unserem Besuch im Spätsommer wird ein Gruß aus der Küche zu wenig gebracht und auch auf Reklamation nicht geliefert, zur Vorspeise etwas empfohlen was es gar nicht mehr gibt, die verbrannte Lasagne nicht reklamiert. Dieses mal wurde die Nachspeise falsch beworben (Soße statt Eis – man liefert aber freundlich und schnell das Eis nach) und als nach der Vorspeise die erste “Hat’s geschmeckt”-Frage mit einem: “Nach gar nichts” beantwortet wird, räumt man das Hauptgericht lieber kommentarlos ab. Diverse Getränke müssen öfter bestellt – und das Lokal ist eher mittelwenig besucht. Und ja: Das sind oft absolute Kleinigkeiten – auch überhaupt nicht schlimm. Es ist jedoch festzustellen, dass nun auch der über sämtliche Zweifel erhabene Service erste Zeichen von ungeahnter Schwäche zeigt.
Wenn mich jemand danach Fragen würde, wo man in Düsseldorf gut italienisch Essen gehen kann – das Mario’s würde ich nicht mehr in der Antwort nennen. Bislang kehren wir trotzdem immer wieder zurück und hoffen auf einen Lichtblick, der uns an die damalige Qualität erinnert. Jedes mal vergeblich. 2012 muss das Mario’s deshalb zeigen, wo die Reise hingeht. Der Kredit ist aufgebraucht und Eltern und Freunde, mit denen wir vor längerem gerne die Trattoria besucht haben, winken bei der Erwähnung des Namens bereits ab. Wir halten noch einmal, zweimal die Treue – aber dann muss man sich entscheiden: War Mario’s Trattoria mal eine der besten in der Stadt oder will sie auch heute noch dazugehören?
Vollständiger Bericht und Fotos hier:
http://topf-und-loeffel.de/restaurant/marios-trattoria-in...
Sovrano - Altstadt
Schadowstrasse 11, In den Schadow Arkaden, 40212 Düsseldorf
28.09.2010
(aktualisiert am 02.08.2011)
Deutliche Warnung: Wer hier kauft läuft Gefahr übers Ohr gehauen und betrogen zu werden. Der Fall wurde mittlerweile juristisch in meinem Sinne geklärt – von Sovrano gab es aber weder eine Entschuldigung, noch eine sonstige Reaktion… Hier nun die gesamte Story:
Für meine Hochzeit im August sollte es ein “Hemd nach Maß” sein. Es gibt einige Anbieter in Düsseldorf, leider entschied ich mich für Sovrano. Ende Juni/Anfang Juli betrat ich also mit meinem Trauzeugen die Filiale in Düsseldorf und nannte den konkreten Termin – alles kein Problem. Man vermaß uns, wir suchten Stoffe aus und zahlten die Hälfte der Summe (55 von 110 Euro) an. Da der Laden gerade umgezogen war, ging es leider nur mit Bargeld. Hier hätte man schon stutzig werden können: Wenn ein Geschäftsführer unfähig ist, rechtzeitig für Telefon, Internet und Kartenzahlung zu sorgen, ist es mit der Kompetenz nicht weit her.
Am 26.07. bekam ich Mitteilung, dass mein Hemd nun fertig sei. Noch am gleichen Tag fuhr ich vorbei, zahlte den Restbetrag in Bar (denn Telefon, Internet und Kartenzahlung war immer noch nicht möglich…) und machte mich auf den Heimweg. Da man mir vor Ort nicht das Angebot gemacht hatte die Ware anzuprobieren (ich hätte darauf unbedingt bestehen sollen – mein Fehler) stellte ich erst zu Hause fest, dass das Hemd gravierende Mängel aufwies: Mit “Maß” hatte das ganze wenig zu tun, an der Brust war es gute 8 cm zu weit und quoll an den Seiten über. Die Bezeichnung “Zirkuszelt” brachte es auf den Punkt. Zu allem Überfluss war auf dem Ärmel ein großer Schmieren- oder Ölfleck, die Qualitätskontrolle hatte versagt – sofern es eine gab. Also am nächsten Tag zurück in die Filiale, in der ich neu vermessen wurde und Sovrano nochmals den Termin vor der Hochzeit bestätigte.
Am 16. August (unmittelbar vor der Hochzeit) betrate ich dann wieder die Düsseldorfer Filiale um das Hemd abzuholen. Diesmal beging ich nicht den Fehler es erst zu Hause zu testen und bat direkt darum, es auszupacken. Anprobieren musste ich es gar nicht, denn der aufdringliche Fleck auf dem Ärmel war immer noch da – ganz schlampige Arbeit. Da das Hemd von meinem Trauzeugen durch einen Fleck gleicher Art von Sovrano verschmutzt worden war, wussten wir mittlerweile: Der ist nicht zu reinigen, der Ärmel muss ausgetauscht werden. Dies konnte Sovrano allerdings nicht mehr bis zum vereinbarten Termin gewährleisten, also fiel das Hemd für die Hochzeit aus.
Für mich begann jetzt eine Odysee, die noch heute nicht beendet ist: Noch immer weigert sich Sovrano den Kaufpreis zurückzuerstatten. Dutzende Anrufe verliefen ins Leere, da der Filialleiter nie anwesend war. Die angekündigten Rückrufe gab es natürlich nie. Auch eine Kontaktaufnahme per E-Mail wurde ignoriert und als ich nochmals den Weg zur Filialle antrat, war der Filialleiter natürlich: Nicht anwesend. Das ganze zog sich mittlerweile über einen Monat hin.
Inzwischen habe ich mich von der Verbraucherzentrale beraten lassen, eindeutig beurteilt: Die Ware wurde zu einem bestimmten Termin geordert, Sovrano konnte nicht liefern. Mittlerweile hatte ich meinen Kontakt mit dem Filialleiter am Telefon, doch da dieser meint, müsse diese Kosten “aus eigener Tasche zahlen” will er mir den Kaufpreis nicht erstatten.
Da Sovrano scheinbar eine Franchise-Kette ist, kann das sogar sein. Deshalb ist aber auch mindestens ein Bogen um die Essener Filliale zu machen, die ebenfalls von diesem Filialleiter “gesegnet” ist. Die Konkurrenz mit Kuhn ist in Düsseldorf in unmittelbarer Nähe, damit ist man auf jeden Fall besser beraten.
Achja: Ein Hemd fand ich zum Glück kurzfristig noch. “Exclusive”-Line von Boss, für 79 Euro. Absolut passend und die Stoffqualität war wesentlich (!) besser als das von Sovrano gelieferte.
Der Fall selbst wanderte zuerst an die Verbraucherzentrale, die meine Auffassung, es handele sich um ein “Fixgeschäft” (Lieferung zu einem bestimmten Termin) bestätigte. Auf mehrere Schreiben reagierte Sovrano jedoch überhaupt nicht. In keinster Weise. Da die Verbaucherzentrale hier nun auch nicht weiter kam, schaltete ich einen Anwalt ein. Der erneuerte die Forderung – keine Reaktion von Sovrano. Das Ganze ging dann seinen juristischen Weg, an dem Sovrano mir am Ende sowohl den kompletten Kaufpreis, als auch die Anwaltsgebühren erstatten musste. Eine Entschuldigung? Irgendeine Reaktion? Immer noch Fehlanzeige.
La Baracca - Flingern Nord
Grafenberger Allee 119, 40237 Düsseldorf
02.08.2011
Ausführlicher Beitrag mit Fotos: http://topf-und-loeffel.de/restaurant/la-baracca-italieni...
Mit Vapiano ist den Gründern wohl ein Glücksgriff gelungen: Ganz gutes Essen zu leicht erhöhten Preisen und den Kunden lässt man auch selbst arbeiten – das muss man erstmal schaffen. Eine wahre Goldgrube. Das soll jetzt auch La Baracca werden, die neue Kette von einem der Vapiano-Gründer. Die Idee dahinter: Man wird bedient, ordert sein Essen aber per Touchpad. Natürlich gibt’s wieder italienisch, aber diesmal etwas gehobener. Sowieso ist La Baracca nicht so sehr auf Fast-Food und Hektik ausgelegt wie Vapiano, sondern gleicht mehr einem normalen Restaurant. Die erste Filiale öffnete in München – die zweite vor kurzem in Düsseldorf.
Beim Betreten werden unweigerlich Erinnerungen an’s Vapiano wach: Denn auch im La Baracca bekommt man eine Chipkarte, auf der die Speisen und Getränke gebucht werden. Danach hat es sich aber schon etwas mit der Ähnlichkeit, denn die Inneneinrichtung ist wirklich sehr gelungen. Am Eingangsbereich macht sich die lange Weinbar sehr gut, mitten im Raum steht eine kleine verglaste Antipasti-Küche mit tresen für ein paar Plätze. Das Ambiente ist wirklich edel, modern, mediterran und freundlich zugleich.
Der Clou ist unbenommen aber die Bestellung via Touchpad. In der Mitte des Tisches stehen für jeden Platz ein monströses Pad bereit, auf dem man die Bestellungen abschickt. Eine digitale Speisekarte – per Klick auf den Infoknopf gibt’s noch ein nettes Foto und ein paar Daten zum Gericht – so der Plan. Tatsächlich waren aber nur wenige der Speisen mit zusätzlichen Infos angereichert (ein Foto hatten aber alle).
Sowieso: Die Technik scheint nicht gerade marktreif. Die Klötze sind ungefähr dreimal so dick wie mein iPad2 und dazu auch gut 1 1/2 so hoch. Das nicht entspiegelte Glas macht das Lesen teilweise sehr schwierig. Ausserdem entwickeln sie eine so enorme Hitze, dass man spätestens nach einer halben Stunde das Gefühl hat vor einer Batterie Heizklötzen zu sitzen. Darauf könnte man problemlos ein Steak braten. Die Temperaturen führen auch dazu, dass drei der sieben benutzten Geräte am Tisch schon am Anfang des Abends nicht funktionieren oder im weiteren Verlauf den Geist aufgeben. Der Service kann daran auch nichts ändern und empfiehlt einfach mal einen Neustart. Da sieht man dann, dass unter der Haube Windows 7 Ultimate (!!) läuft und wer aus Versehen beim Laden von Windows auf das Display patscht, dem steht das ganze System offen. Systemeinstellungen, Schach, Solitär. Das Netzwerk verfügt zwar über keinen Internetzugang, aber mit dem personal Hotspot des iPhones ist auch das kein Problem und ich frage mich, was böswillige Menschen mit diesem offenen System für ein Schindluder treiben könnten. Wenn aber der Touchklotz funktioniert, flutschen die Bestellungen ganz gut – manchmal sogar zu gut. Einmal bucht das System eine Bestellung doppelt, einmal irgendein Produkt einfach dazu. Daran scheint man aber gewöhnt, denn der Service storniert umgehend und ohne große Aufregung.
Wir sind aber zum Essen da und nicht um den Hobby-Admin rauszukehren. Also wird fleißig bestellt. Die Portionen sind bewusst kleiner gehalten – man soll öfter bestellen, das starre Gebilde aus Vorspeise – Hauptspeise – Dessert ist hier aufgebrochen. Das finde ich sehr toll, zumal wirklich viele nette Sachen auf der Karte stehen: Antipasti, Pasta, Risotto, Pizza, Fleisch, Fisch, Salate, Suppen. Da wir den Geburtstag der Clutchtante Marleen feiern, sind wir mit 7 Personen gut bestückt und bestellen queer durch die Bank.
Die Antipasti sind ganz ok, der Salat halt Salat, das Thunfisch-Tartar dafür sehr gut – für 5,50 Euro ist diese Winzigkeit aber nahe an der Frechheit, es sind wirklich nur zwei Bissen. Bei den Hauptgerichten gefallen besonders die gefüllten Torteloni mit Spinat und die Risotti. Die Pizza mit Spargel und Waldpilzen für ca. 8 Euro ist dagegen ein absoluter Reinfall – trocken, hart, laff und für den Preis vor allem: mickrig. Letzteres trifft auch auf das Rumpsteak zu, dass digital noch groß erscheint und immerhin mit 140g angegeben wird (Preis: 8,30 Euro). Das gelieferte Stück kommt dann schon sehr traurig klein daher – man betachte die Relation zur Cocktailtomate. Ob das wirklich 140g sind? Ich habe starke Zweifel, dafür ist der für 3,50 Euro dazu bestellte Spinat mit Knoblauch recht üppig. Das Fleisch selbst ist ok – mehr aber auch nicht. Nicht besonders gut gewürzt oder überragend zart. Insgesamt schmeckt alles irgendwie okay bis gut, wirklich umhauen tut einen gar nichts. Besondere Pfiffigkeit oder Qualität? Die Preise lassen zwar darauf schließen, aber leider ist dem nicht so.
Das wir uns noch in der Warmlauf-Phase befinden, merken wir nicht nur an den bereits oben beschriebenen Macken der Touchpads. Auch die angekündigte Weinbar hat einen Systemabsturz und steht an dem Abend nicht bereit: “Wir hoffen, dass sie morgen wieder funktionier”, sagt man uns. Zuversicht klingt anders. Als es gegen 19:30 Uhr voller wird, kommt auch der Service in massive Nöte. Ein Bier braucht da schon mal fast 40 Minuten, bevor es am Nachbartisch über die Gäste ergossen wird – der Ersatz ist dafür schneller da. Auch die Daiquiris brauchen fast eine Stunde, dafür gibt’s dann als Entschädigung ein Getränk gratis. Die Wartezeiten nehmen deutlich spürbar zu. Als die Reihen der Gäste sich lichten, läuft es dann auf jeden Fall wieder flüssiger. Wir verbuchen das mal unter “Eingewöhnungsphase” anstatt unter “Unterbesetzt”. Aber auch die Lagerhaltung scheint noch nicht ganz da, denn nach zwei Flaschen Lugana ist der Wein nicht mehr zu ordern – sehr schade.
Als Fazit bleibt insgesamt mittelmäßiges Essen zu dafür überhöhten Preisen, ein nicht ganz reibungslos funktionierender Service und eine scheinbar nicht marktreife Technik. Kann man einmal als Event-Happening machen, aber wiederkommen? Eher nicht.
dreiRaum - Stadtmitte
Volksgartenstrasse 15, Ecke Oberbilker Allee, 40227 Düsseldorf
21.04.2011
Zuletzt habe ich das Meckenstock’s ja ziemlich zerrissen. Auf Facebook haben sich unheimlich viele Leute der Kritik angeschlossen, aber einmal wurde mir Kleinlichkeit vorgeworfen. Ich nenne es mal lieber Genauigkeit und umso mehr können wir uns doch alle freuen, wenn ein es mal ene runderhum positive Kritik gibt. Denn die kommt nämlich jetzt…
An der Oberbilker Allee in der Nähe zur Kruppstraße würde man nicht gerade ein schickes Bistro erwarten, in dem man auch noch bei Sonne gerne draußen sitzt. Außer der zentralen Lage verspricht der Standort keine besondere Attraktivität. Aber beim dreiRaum Bistro ist das anders: Eine sehr schicke Einrichtung, gutes Essen, freundliche Bedienung – ein rundherum liebevoll geführtes Bistro.
Ein kurzer Rückblick – Die Schlicktown
Vor rund einem halben Jahr sah das noch etwas anders aus. Das dreiRaum Bistro war damals noch die Schlicktown und stand unter anderer Führung. Die Inneneinrichtung war etwas kitschiger, aber trotzdem gemütlich. Auch damals gab es schon leckeres Bier, aber vor allem viel völlig belanglose Convenience-Speisen – die Bedienung war auch gleichzeitig der “Koch” (zumindest immer Abends, denn Mittags war ich nie dort). Ab und zu schaute man also in der Schlicktown vorbei, um sich ein Bierchen zu gönnen – aber zum Essen dahin? War wie der Zonk auf Sat.1 – eine absolute Niete.
Neu & Frisch: Das dreiRaum Bistro
Das sich hier ordentlich was geändert hat, merkt man sofort: Auf der Theke lächelt einem direkt frischer und selbstgemachter Kuchen entgegen. Statt der überfüllten Speisekarte in Brauhaus-Optik, Clip-Art-Design und abwaschbarer Folie hält man jetzt eine übersichtliche, aber dafür verdammt schniecke aussehende Karte in den Händen. Was jeder TV-Koch der hilfesuchende Küche als erstes rät, wird hier konsequent umgesetzt: Wenige Speisen, dafür lecker und frisch zubereitet. Salate, Pasta, Suppen, Flammkuchen, Club-Sandwich, Antipasti und Bruschetta stehen auf der Karte, dazu gibt es ein wechselndes Mittagsgericht, Sonntag wird gebruncht (was wir jetzt schon auf der ToDo-Liste haben). Während man wartet, überbrücken hausgemachtes Brot und selbstgemachte Aioli die Wartezeit – knaller lecker!
Am Essen gibt es dann auch nichts herumzumäkeln. Der Flammkuchen ist fantastisch dünn, kross und trotzdem saftig. Die Pasta mit hausgemachten Rucola-Walnuss-Pesto in wenigen Minuten verputzt (Can halt, ne?…), die Bruschetta mit Ziegenkäse und Rucola sind vielleicht nicht unbedingt ein optisches Highlight, dafür ein geschmackliches. Wie viel Herz hier drin steckt, erkennt man auch an der ganzen Dekoration und Anrichtung. Man gibt sich richtig Mühe, alles sieht toll aus. Und wenn es dann noch so schmeckt, wie der Kuchen zum Abschluss… mhmmm!
Das eigentliche Highlight: Der Service
Das eigentliche Highlight war aber der Service. Hier muss ich echt mal großen Respekt zollen. Schnell, aufmerksam und sympathisch. Aber was da passiert ist, habe ich so auch noch in keinem Restaurant gesehen: Einem Mitglied unserer Test-Squad haben die Pommes (die er sich zu seinem Salat mit Ziegenkäse bestellt hat (sic!)) nicht so richtig geschmeckt. Zwar auf den Punkt – aussen kross und innen noch saftig, aber irgendwie leicht muffig. Vielleicht altes fett? Der andere Pommes-Esser am Tisch hatte keine Probleme, das restliche Essen hat absolut überzeugt – also wollte er die Sache schon auf sich beruhen lassen. Aber wie der Service aus einem beiläufigen “Ja danke, war ganz lecker” beim Abräumen so freundlich und bestimmt den Wurm aus der Nase zieht – oho. Da will jemand tatsächlich wissen, wie es bei den Gästen ankommt. Prompt wurde natürlich auch ein Stück Kuchen zur Wiedergutmachung angeboten. Ein Traum.
Aber man muss ja nicht unbedingt was Essen – auch wenn man etwas verpasst. Das Bierchen (Astra, Flens, Füchschen) oder der Wein perlt auch ohne Speis auf den sehr schönen Bänken in der Sonne. Den Straßenlärm überhöre ich als Oberbilker mittlerweile schon automatisch, nachdem der Berufsverkehr vorbeigezogen ist, wird es sogar fast ruhig. Zu dieser Zeit ist das Bistro immer noch gut besucht – im Inneren ist eine größere Gruppe mit einem After-Work-Wine-Tasting beschäftigt, draußen übertönt die zufriedene Stimmung des Oberbilker-Publikums – von Freundesgruppen bis hin zu Eltern mit Kind, Kegel und Wauwau ist alles dabei – die letzten Autos auf der Oberbilker Allee. Perfekter Ausklang für den Abend.
Fazit
Genug des Gesülzes, kommen wir zur Endabrechnung: Das Essen schmeckt verdammt gut, Wein & Bier sowieso. Die komplette Präsentation stimmt, der Service ist ne Wucht. Die entscheidende Frage die gestellt werden muss: Warum habe ich Depp den Laden seit einem halben Jahr im Visir und bin jedes mal vorbei geschlendert? Großer Fehler von mir. Denn hier habe ich scheinbar das gefunden, wonach ich so lange gesucht: Ein Stammlokal in direkter Nachbarschaft. Die Trattoria Via Appia war mir dazu auf Dauer einfach zu laff und uninspiriert, das Meckenstock’s ein Totalausfall. Wenn ihr mich also in der nächsten Zeit: Ich sitz im dreiRaum Bistro…
Beitrag hier veröffentlicht: http://topf-und-loeffel.de/restaurant/dreiraum-bistro-in-...
Ben Jopen Huhu. Ehrlich gesagt bin ich bei Emmafisch noch nicht richtig entschieden, da muss ich nochmal hin. War einmal da Essen und einmal Fisch kaufen. Essen war ok, aber Hygiene (ausgefallene Kühltruhen nur mit Laken abgedeckt, viele Fliegen) und auch der Service (der ja auch auf Qype bemängelt werden) waren nicht unbedingt die Besten.
22 April 2011
klixi1 War eben nochmal da (deshalb auch meine Frage heut morgen). War lecker. Und das was ich gehen habe sah nach einer hygieniischen Küche aus. Ist ja alles offen und einsehbar. Ist ein Laden für den Sommer auf der Terasse.
22 April 2011
Rocco's Bar - Oberbilk
Flügelstrasse 58, 40225 Düsseldorf
29.11.2008
(aktualisiert am 10.04.2011)
####ACHTUNG: Seit Dezember 2010 existiert Rocco's Bar nicht mehr, stattdessen befindet sich hier nun das Wasser Café! ######
Sehr stilvol eingerichtete Bar, die man so in Oberbilk eigentlich nicht erwarten würde. Ab 18.00 Uhr kann man eine kleine, aber dafür feine Auswahl an Cocktails (z.B. Capi, Mojito, Whiskey Sour, White Russian) für den guten Preis von 5,- € genießen. Daneben gibt es einige gute Weine, Biere (auch Rothaus Tannenzäpfle) und Kaffee-Spezialitäten.
Neben Erdnüssen kann man auch auf einen Tapas-Teller zurückgreifen, die zum Besitzer gehörende Trattoria ist direkt nebenan.
Im ausliegenden Gästebuch kann man sich verewigen, wer seine Mailadresse dort hinterlässt wird auch zu den wochenendlichen Events per Mail eingeladen.
Fazit: Eine Perle in Oberbilk, aber manchmal etwas wenig los.
Meckenstocks - Bilk
Auf'm Hennekamp 101, 40225 Düsseldorf
10.04.2011
Manes Meckenstock ist den Rheinländern und geneigten Zimmer Frei – Zuschauern sicherlich ein Begriff. Abseits der Mattscheibe betreibt er eigentlich ein Restaurant mit angegliedertem Theater in Düsseldorf. Auf der Speisekarte stehen vornehmlich regionale Spezialitäten und die lokalen Szene-Magazine küren das selbsternannte “Haus der Freude” auch regelmäßig zum Düsseldorfer Aushängeschild – eine Wertung die ich so ganz und gar nicht nachvollziehen kann.
Drei Chancen in drei Jahren habe ich dem Meckenstock’s gegeben und jede wurde mit Pauken und Trompeten versemmelt. Schade, denn seit dem Umzug und der Neueröffnung 2010 im Volksgarten liegt es in meiner direkten Nachbarschaft und hätte ein Stammlokal werden können. Aber von Beginn an:
1. Versuch: Die Weihnachtsfeier
Noch vor dem Umzug feiern wir im alten Meckenstock’s 2009 unsere Weihnachtsfeier mit rund 35 Leuten. Wir sitzen in einem länglichen Raum weiter hinten, in dem auch eine zweite Weihnachtsfeier selber Größe untergebracht ist. Dadurch wird der Raum sehr eng – und viel zu laut, was beide Gesellschaften gleichermaßen nervt. Die Essen kommen in einem Zeitfenster von rund 25 Minuten an den Tisch – während die ersten fertig sind, warten die Letzen noch. Auch die Getränke – das Lebenselixier jeder guten Weihnachtsfeier – flutschen nicht so wirklich. Schnell ist klar, dass zwei Weihnachtsfeiern und normaler Betrieb vorne alle Kapazitäten des Lokals sprengen: Sowohl die der Räumlichkeiten, die des Service (nur ein Kellner für beide Gesellschaften!) und die der Küche. Da das Essen im Endeffekt auch einfach nur mittelmäßig war, wird einstimmig beschlossen, dass wir das Meckenstock’s für keine Feier mehr buchen.
2. Versuch: Nach dem Umzug
Sommer 2010, das Meckenstock’s ist mittlerweile im alten Bootshaus im Volksgarten neu eröffnet. Die Sonne perlt vom Himmel, es ist WM – perfekte Rahmenbedingungen. Zu viert machen wir uns auf den Weg. Draußen sind viele Bierbänke und Tische aufgebaut, ein Bierwagen steht bereit, auf einem großen Woodsmoker-Grill wird das Fleisch gegrillt. So muss Sommer sein.
Die Ernüchterung setzt aber umgehend ein: Ein Service existiert defakto nicht. Bier muss man sich selbst am Getränkewagen holen – und natürlich wird hier nicht vorgezapft. Der kurze Abstecher zum Bierwagen dauert damit runde 10 bis 15 Minuten. Wenn eine Person Wein trinken will – so wie bei uns – dauert’s doppelt so lange. Denn den gibt es nur drinnen – dafür da aber keine anderen Getränke. Heißt also zweimal anstehen und wenn’s gut läuft, erinnert sich die Begleitung nach einer halben Stunde auch noch an den Gesprächsfaden, in den man vor dem kleinen Ausflug vertieft war.
Das viele Anstehen macht dann auch hungrig. Maiskolben, Würstchen und Fleisch von diesem prächtigen Grill sehen aber kaum appetitlich aus, teilweise auch verkohlt. Insgesamt ist die Auswahl hier sehr klein, völlig langweilig und der Preis einfach abgeschmackt – aus der Erinnerung heraus, kostete die Wurst runde 4 Euro, drei sehr kleine Kalbmedallions um die 8 Euro. Wir entscheiden uns also alle, etwas von der normalen Karte zu bestellen.
Immerhin die Essensbestellungen nimmt der Kellner auf und bringt es auch nach circa 40 Minuten an den Tisch – bezahlt werden muss sofort. Was folgt, ist das wohl schlechteste Essen, was mir jemals in einem Restaurant vorgesetzt worden ist. Die zwei Salate waren völlig desolat: Wässriges Dressing, Dosenthunfisch en Masse, garniert mit Dosenmais und mittelmäßig geputztem Salat. Die chinesische Nudelpfanne kommt völlig laff und lauwarm daher – das gibt’s an jedem Chinaimbiss besser. Die dicken Bohnen sind dann ein kleiner Lichtblick, aber der Rest des Tellers (Kassler, Kartoffeln) ist kalt. Wir versuchen einen der spärlich vorhandenen Kellner zu bekommen, was nach 10 Minuten auch gelingt und reklamieren. Eine Entschuldigung bleibt genauso aus, wie eine Lösung. Da wir direkt bei Lieferung bezahlen mussten, gibt es keine Rückzahlung und noch mal 40 Minuten Warten wollen wir nicht. Wir verlassen also nicht grade frohen Mutes den Laden und sagen uns: Nie wieder.
Viele Leute müssen wohl ähnliche Erfahrungen gemacht haben, denn nach einem Erfahrungsaustausch auf der Facebook-Seite von Düsseldorfbilk, schreibt Manes persönlich diese E-Mail und erklärt einige der Probleme (http://duesseldorfbilk.de/bilk/2010/07/eine-email-von-man...: Unerwarteter Ansturm, Probleme mit neuem Personal, Tralalala. Ich finde das stark von ihm, denn nicht jeder geht so offen und sympathisch mit Kritik um.
3. Versuch: Eröffnung der Biergartensaison
Ich gebe dem Meckenstock’s also noch eine Chance – muss mir dafür aber neue Begleiter suchen. Die alten wollen partout nicht noch einmal dahin. Die ersten Sonnenstrahlen 2011 locken und es dauert nicht lange, bis wir in neuer Besetzung wieder im ordentlich gefüllten Biergarten des Meckenstock’s sitzen. Der Bierwagen steht zwar immer noch vor der Tür – ist aber zum Glück geschlossen, Bier wird am Tisch serviert. Die Vorfreude ist groß, leider dauert es knapp 20 Minuten bis das erste frisch gezapfte Uerige vor uns steht. Wow, das war lange. Das mag aber auch daran liegen, dass scheinbar schon wieder Personalarmut herrscht. Ein Kellner für den kompletten Biergarten – geschätzte 30 bis 40 Biertische – ist einfach zu wenig.
Auf der eingeschweissten und übersichtlichen Speisekarte wird der Spruch “Hier ist alles frisch gemacht und nichts kommt aus dem Beutel” durch viele lustige Nummern am Ende der Karte irgendwie konterkariert. Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe, Zusatzstoffe. Trotzdem wollen wir etwas zu essen – noch sind wir zu zweit – und bestellen die Hausmacher Sülze und den Leberkas. Während wir noch warten trifft auch unsere Verstärkung ein und wir sind zu viert. Mit dem Anstoßen wird es leider erstmal nichts, der Service ist weit entfernt davon, aufmerksam zu sein. Wir tun unser Bestes um uns irgendwie bemerkbar zu machen, was auch irgendwann gelingt. Als die Nachzügler Metthappen bestellen, müssen wir mit einem “Ääh, wir haben vor 20 Minuten bei Dir schon bestellt…” abwiegeln. Das gute Gedächtnis des Service zeigt sich 10 Minuten später, als er mitten im Biergarten steht und brüllt: “Hatte hier jemand das Mett bestellt?!”. Ist allerdings nur eine Portion und nicht für uns, denn wir dürfen noch warten.
Als unsere ersten beiden Gerichte nach 40 Minuten am Tisch sind, bin ich auch erst einmal erleichtert: Es ist durchaus lecker. Die Hausmachersülze ist richtig gut – zwei schön dicke Scheiben mit viel Fleisch, ganzen Silberzwiebeln und wenig Aspik. Die Bratkartoffeln dazu sind teilweise nicht ganz kross, aber trotzdem gut. Auch die Remoulade ist selbst gemacht – nur leider nicht gut. Riesige Brocken von Gewürzgurke in einem flüssigen und nicht wirklich abgeschmeckten Öl-Senf-Gemisch. Für mich eine herbe Enttäuschung, mache ich doch regelmäßig Remoulade selbst. Das ist echt wahrlich kein großes Geheimnis und wie man so etwas rausgeben kann, ein Rätsel. Aber den guten Gesamteindruck meines Essens kann auch diese Remoulade nicht trüben.
Nicht ganz so gut kommt der Leberkas weg – der ist mit vier lustigen Nummern auf der Speisekarte gekennzeichnet und damit nicht hausgemacht. Genauso wenig hausgemacht sieht der Kartoffelsalat aus – so viel Mayo ist man eigentlich nur von einem Dosensalat gewöhnt. Mein Gegenüber quittierts mit einem Achselzucken. Als wir schon 10 Mintuten fertig sind, erreichen uns auch die zwei Portionen Metthappen (ebenfalls auf der Karte mit einer lustigen Zahl gekennzeichnet). Was am Schneiden von 3 bzw. 4 Scheiben dickem und leckerem Brot (aber wieso unterschiedlich viel Brot?), dem sehr groben Hacken einer Zwiebel und dem Drappieren des Mettberges 20 Minuten dauert, bleibt ein weiteres Geheimnis.
Als dann die letzte georderte Runde Bier nach 30 Minuten noch immer nicht am Tisch ist und man auf unsere Zeichen nicht reagiert, findet aber auch dieser Abend im Meckenstock’s sein schnelles Ende. Drei Bier in knappen 90 Minuten – und das in einem Biergarten. Da scheint man echt keinen Bock auf die Gäste zu haben.
Fazit
Der katastrophale Eindruck kurz nach der Neueröffnung konnte sich zum Glück nicht bestätigen, aber das Meckenstock's ist trotzdem weit entfernt von den Lobliedern in einigen Magazinen. Das Essen ist im Idealfall gut, in der Regel schlicht mittelmäßig - in Ausnahmesituationen schlichtweg eine Katastrophe. Den Kick auf der sehr kleinen Speisekarte sucht man vergebens, die Gerichte sind oft einfach beliebig (Leberkas, Salate, Metthappen) und gibt es in Düsseldorf immer irgendwo anders in besser. Etwas Einzigartiges was man nur mit dem Meckenstock's verbindet? Da bleibt nur der schlechte Service, der sich als einzige Konstante durch alle drei Besuche gezogen hat. Manche sagen, der Düsseldorfer will gerne schlecht behandelt werden, ist bereit dafür Geld auszugeben. Ich gehöre nicht wirklich dazu, könnte zumindest damit leben, wenn mir mein Bier gebracht wird - aber selbst das funktioniert nicht. Ob unfreundlicher und unaufmerksamer Service aber zu dem Bild passt, was man von Manes Meckenstock gewöhnt ist, wage ich zu bezweifeln. Gerade wenn ich also das Haus der Freude besuche, erwarte ich eigentlich Herzlichkeit und Witz, der eben auch mal miese Tage der Küche vergessen macht. Leider sucht man aber diese Freude im Haus der Freude vergeblich.
Sero214 “[…]selbsternannte “Haus der Freude” […]” —> wurde nicht selbsternannt, sondern so hieß der alte Laden in Bilk ;)
Es ist schade zu lesen was der Manes hier fabriziert… Wär er mal lieber beim Bilker Bahnhof geblieben. Da lief der Laden und die Küche war spitze.
2 November 2011
Reinhold Zude - Bilk
Ringelsweide 20, Kleintierpraxis, 40223 Düsseldorf
28.09.2010
Als frisch gebackener Dosenöffner für zwei Siamkatzen führte mich einer der ersten Wege in die Kleintierpraxis von Reinhold Zude., die verkehrsgünstig am Ende einer Sackgasse liegt (viele Parkplätze sind direkt am Ende der Sackgasse vorhanden).
Die Praxis selbst ist von innen recht modern eingerichtet, alles ist sauber und wirkt sehr gepflegt. Ich war bislang zweimal Dienstag Vormittags dort, musste niemals länger als 15 Minuten warten. Doktor Zude ist dabei - genau wie sein Team - überaus freundlich und hilfsbereit, beantwortet gerne auch allgemeine Fragen und plauscht nebenbei über die allgemeinen Erlebnisse im Leben mit Tieren.
Ich war also rundherum zufrieden, was aber noch wichtiger ist, auch unsere beiden Katzen fühlten sich dort wohl und haben weiterhin keine Scheu in den Transportkorb zu hüpfen - Panik vor dem Tierarzt? Fehlanzeige! In diesem Sinne ist die Praxis ein absoluter Glücksgriff.
Das Impfen kostete hier übrigens pro Katze 40,04 Euro, ein Durchchecken unserer neuen Mitbewohner gab es selbstverständlich kostenfrei dazu. Wärmste Empfehlung für alle Tierhalter!
Trattoria Via Appia - Oberbilk
Flügelstr. 54, 40227 Düsseldorf
28.09.2010
(Fotos aller Gerichte und des Restaurants sind in diesem Beitrag hochgeladen)
Es gibt einige Düsseldorfer, die sehen in Oberbilk einen aufkommenden Stadtteil mit Trendpotenzial. Dieser Eindruck mag afgrund einiger Ecken doch stark abwegig sein, doch immer wieder findet man ein neues hübschen Fleckchen in dem lauten Stadtteil. So zum Beispiel in einer kleinen Seitenstraße in unmittelbarer Nähe des Gangelsplatzes. In der Flügelstraße liegt die kleine Trattoria “Via Appia” – direkt neben der dazugehörigen Cocktailbar “Rocco’s”, in der man die besten Cocktails in Oberbilk bekommt – und das ganze fußläufig in der Nachbarschaft. Eigentlich eine ideale Kombination.
Wir kümmern uns heute ums Essen, sprich um die Trattoria: Im Inneren bietet sie für jedes Gemüt den passenden Platz: Wer den Köchen an den Pfannen zuschauen will, setzt sich in den vorderen Teil mit bestem Blick auf die offene Küche. Wer es lieber etwas ruhiger und gemütlicher mag, zieht sich in den hinteren Teil zurück. Die rudimentäre Speisekarte, ein beidseitig bedrucktes DIN A3 Blatt, bietet neben den Standardgerichten auch für Getränke Platz und wird um eine große Tafel im Gastraum ergänzt, die saisonale Gerichte anbietet und alle paar Wochen wechselt.
Zu viert nehmen wir im hinteren Teil am Fenster platz, am Sonntagabend gegen 19:00 Uhr haben wir noch die Qual der Sitzwahl, nur zwei andere Tische sind belegt. Vorab wird uns gegrilltes Fladenbrot mit selbstgemachter Kräuterbutter serviert – lecker, schön mit Knoblauch aber definitiv zu wenig von der Butter für die Brotmenge.
Weil die Temperaturen draußen schon im Sinkflug sind, entscheiden wir uns für dreimal Suppe und einmal Salat: Die Minestrone gehört genau wie die Tomatensuppe und der Insalata Mista zum Stammrepertoire, die Kürbissuppe stammt von der Tageskarte und wurde uns vom freundlichen Service empfohlen. Wir beginnen erwartungsvoll mit den Vorspeisen und nach den ersten Bissen strecken sich vier Hände zeitgleich in Richtung der Salz- und Pfefferstreuer: Alles ist laff und ungewürzt. Dabei ist der Salat frisch, dass Dressing dann nachgesalzt auch sehr schmackhaft. Die Minestrone kann uns – etwas nachgewürzt – ebenfalls überzeugen. Die Tomatensuppe mit frischen Basilikumblättern und einem Lorbeerblatt am Boden ist hingegen etwas fade und insgesamt viel zu cremig – ein Schicksal, dass sie mit der Kürbissuppe teilt. Bei der vermissen wir auch etwas den letzten Pfiff, etwas frische Chili oder ein paar frische Kräuter.
Als Hauptgang wählen wir dann ausschließlich von der Tafel: Breitbandnudeln mit Rind und Gemüse (zweimal), Scaloppine al Limone und Tagliatelle mit Lachs und jungem Spargel. Begleiten lassen wir das von einer Karaffe des schmackhaften roten Hausweins. Auch hier wird erstmal bei allen vier Gerichten nachgewürzt. Während die Pasta sehr appetitlich angerichtet ist, wirkt die Präsentation der Scaloppine doch abschreckend und vor allem: lieblos. Das Fleisch ist zwar zart, ein paar Röstaromen hätten ihm aber sicherlich gut getan. Die Limonensoße ist an der Grenze zur aufdringlichen Säure und erweckt den Eindruck einer mit Zitronensaft aufgegossenen Mehlschwitze. Der Einsatz von etwas Schalenabrieb hätte sicherlich feinere Aromen zu Tage gefördert und wäre angesichts eines Preises von 15 Euro auch zu erwarten gewesen. Deplaziert wirken die Taglierini als Beilage, die zudem völlig verkocht sind. Immerhin gibt es zu denen frisch gehobelten Parmesan, zu den eigentlichen Pastagerichten wird der nämlich nicht gereicht.
Diese sind allesamt auf einem anderem – höherem – Qualitätsniveau, wissen aber trotzdem nicht richtig zu überzeugen. Das Rind ist zwar zart, aber leider völlig ungewürzt und verkocht. Da es offensichtlich minutenlang in der Soße mitköcheln musste, hat es merkbar an Konsistenz und Aroma verloren, ist zudem völlig durchgegart. Unerklärlich, wieso es nicht im Ganzen gebraten, erst kurz vor dem Servieren aufgeschnitten und auf der fertigen Pasta drapiert wird – Fleischsaft der sich mit der Sauce vermischt inklusive. Da dem aber nicht so ist und beide Pastagerichte auch ohne frische Kräuter auskommen müssen, bleibt als Resultat ein gänzlich unspannender Geschmack. Dabei hätte sich z.B. Rosmarin zur Pasta mit Rind gut gemacht und auch der Lachs hätte sich über etwas frischen Thymian gefreut.
Etwas versöhnen kann uns dafür das Mousse au Chocolat. Es kommt fluffig daher und schmeckt einfach lecker schokoladig. Ein paar fein gehobelte Schokoladensplitter statt der etwas abgeschmackten Kakaopulver-Deko und die Optik würde zum guten Geschmack passen. Da es leider kein Tiramisu gibt (wieso eigentlich?) bleibt es bei dem einen Dessert. Mit etwas Glück können wir aber noch Espresso und eine doppelte Grappa ordern, bevor wir die Rechnung bestellen. Die kleine Trattoria ist mittlerweile gut besucht und mindestens die Hälfte der Tische belegt.
Mit gemischten Gefühlen endet der Abend um kurz vor Neun in der Via Appia: Der Service ist sehr freundlich, könnte aber etwas mehr Präsenz zeigen (der Getränkeabsatz würde ihm danken). Die Speisen sind ok, aber im Endeffekt in der Zubereitung einfach zu inkonsequent und dadurch schlichtweg langweilig. Kein Essen, an das man sich später erinnert. Zumal: Wenn vier Personen unabhängig voneinander jede ihrer Vorspeisen und jedes ihrer Hauptgerichte nachwürzen müssen, kann etwas nicht ganz stimmen. Dabei ist die Trattoria gemütlich, eine kleine Perle in Oberbilk. So wird es aber bei ein paar gelegentlichen Besuchen bleiben, die der Nähe und nicht dem Essen geschuldet sind.
Step In - Bilk
Himmelgeister Str. 63, 40225 Düsseldorf
23.09.2010
Die breite Masse der Düsseldorfer Pizzerien hat sich in der Vergangenheit nicht gerade mit Ruhm bekleckert, positive Beispiele sind leider die Ausnahme. Wenn ein Pizza-Lieferservice dann schon mit dem groben Rechtschreibfehler "Pizzaria" groß auf der Speisekarte wirbt, steigert das nicht gerade die Erwartungen. Zumal die Preise auch für einen Lieferdienst eher am unteren Mittel liegen. Eine Website wird leider auch nicht betrieben und als bei der Telefonbestellung der Satz fällt "Ach, da haben sie ja noch die alte Karte - egal, das kriegen wir schon hin" ist man schon froh, wenn das Bestellte schon nur im Ansatz Ähnlichkeit mit dem Gelieferten hat.
Umso größer fällt dann die Überraschung aus, wenn das gelieferte Essen doch zu überzeugen weiß. Der bestellte Salat mit Thunfisch, Schinken und Ei (5,50 Euro) kommt frisch daher, die Zutaten sind in ihrer Kombination ausgewogen. Das gibt es in manchen Restaurants auch schon mal schlechter. Lediglich das Balsamico-Dressing ist mehr eine Art Creme und muss etwas gestreckt werden.
Auch die Gnocci mit Putenstreifen, frischem Spinat und frischen Tomaten (6,50 Euro) enttäuschen nicht. Die Würzung stimmt und auch nachgesalzen werden muss nicht. Ob da jetzt tatsächlich nur frischer Spinat im Einsatz war, kann mann dann leider nicht erkennen - vermischt mit der Soße ist die Konsistenz die selbe wie beim TK-Spinat. Was aber dem Geschmack keinen sonderlich großen Abbruch tut.
Etwas ab fällt hingegen die Pizza Hawaii (5,20 Euro, 26cm). Der Teig ist zwar schön dünn und kross, doch die Pizza hat leider etwas zuviel Käse mit auf den Weg bekommen, der dann auch prompt nicht verlaufen ist. Das es sich dabei nicht um Mozarella handelt, ist mittlerweile Branchenstandard und verwundert deshalb auch nicht.
Das Fazit fällt trotzdem positiv aus: Ein wohltuend mittelmäßiger Lieferdienst, der aus der Masse der Lieferdesaster in Düsseldorf positiv hervorsticht. Das Preisniveau von Hallo- oder Tele-Pizza wird deutlich unterboten, beim Geschmack ist man den genannten Konkurrenten hingegen weit überlegen. Nur eine neue Karte hätte man uns dann bei der Lieferung schon mitbringen können...
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