Ich bin Dominique aus Berlin. Ich bin Qyper seit dem 04.10.2006
"Wenn es nur eine einzige Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder über dasselbe Thema malen. (Pablo Picasso)"
Meine Geschäfte auf Qype:
Kinokneipe Tonne, Herberge"Alter Speicher", Biorestaurant "Pferdestall", Musik- und Kunstschule TonArt, Freie Schule Strausberg
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Profil von Dominique
Hebammenpraxis Bauchraum Bauer und Schüßling - Prenzlauer Berg
Choriner Str. 31, 10435 Berlin
12.01.2009
Nella kommt nicht mehr. Viele Monate lang war sie Entscheidungshilfe und Ratgeberin auf ungewohntem Terrain. Die Honorarordnung der gesetzlichen Krankenkasse meint, jetzt wäre es genug. Doch ich will nicht undankbar sein. Weil die Krankenkasse mir gestattete, alle Schwangerschaftsvorsorgen und –nachsorgen statt bei einem Gynäkologen im weißen Kittel in der entspannten Atmosphäre einer Hebammenpraxis zu machen, habe ich Nella überhaupt getroffen.
Schwangere haben viele Fragen. Nella hat sich meine geduldig angehört, hat mir Blut abgenommen, meinen Eisenwert bestimmt, mir sanfte Mittelchen empfohlen, meinen Bauch betastet und mich sicher durch eine aufregende Zeit gelotst. So viel Zeit wie sie sich für mich nahm, habe ich meinem ganzen Leben nicht in einer Arztpraxis verbracht, in der die Honoraruhr im Hintergrund erbarmungslos tickt. Ich habe Nella viel zu verdanken.
Ich mag Nella einfach, ihre selbstbewusste, aufgeschlossene Art, ihre Unkompliziertheit und ihre Entspanntheit. Ich bin froh, dass sie vor einigen Jahren ihre hübsche Praxis in der Choriner Straße eröffnet hat und auch dass sie mit ihrem Rucksack und dem Fahrrad bis in angrenzende Bezirke radelt, um den Nachwuchs zu begutachten und die Genesung der frischgebackenen Mutter zu überwachen.
Hebammen, die äußerst selten vorkommenden männlichen Kollegen heißen übrigens Entbindungspfleger, sind hochspezialisierte Fachleute. Während sich ein Frauenarzt außerdem mit diversen Krankheiten und gegebenenfalls mit ambulanten OPs herumschlägt, haben es die Nellas dieser Welt mit werdenden Müttern, Babys und ihren ganz speziellen Problemlagen zu tun.
Neulich habe ich Nella zufällig getroffen, auf dem Flohmarkt am Mauerpark. Es war ein eisig kalter Sonntag. Sie hatte die Hände tief in der Jacke vergraben, ihre giftgrünen Stiefel und der farblich passende Schal leuchteten mir entgegen. Wir umarmten uns flüchtig, sie erkundigte sich nach dem Wohlergehen, wechselten drei schnelle Worte. Es geht mir gut. Es geht dem Baby gut. Und Nella, der Freundin auf Zeit, geht es auch gut. Etwas wehmütig ließ ich sie ziehen.
waschechteBerliner Auch von mir die allerherzlichsten Glückwünsche zum jüngsten Qyper-Nachwuchs (durch das Zusammentreffen bei der Qyper-
Night im August wusste ich ja zumindest von dem bevorstehenden Ereignis). Und als dreifache Mutter würden mich natürlich auch
nähere Details, wie Größe, Gewicht, etc. interessieren.
Übrigens auch wieder mal ein sehr schöner (persönlicher) Beitrag .
1 Februar 2009
Freie Schule Strausberg - Strausberg
Prötzeler Chaussee 7, 15344 Strausberg
25.01.2007
(aktualisiert am 02.12.2008)
Die Freie Schule Strausberg ist eine genehmigte Ersatzschule im Bereich der Grundschulbildung. Unterrichtet wird reformpädagogisch und in kleinen Klassen. Schwerpunkte sind die musische, künstlerische und naturwissenschaftliche Ausbildung. So lernt z.B. nahezu jedes Kind ein Instrument. Besonders schön ist auch das Schulgelände mit einem 10000 qm großen denkmalgeschützten Hof. Im August 2007 eröffnet auf dem Gelände ein freies Gymnasium.
Musik- und Kunstschule TonArt - Strausberg
Prötzeler Chaussee 7, 15344 Strausberg
25.01.2007
(aktualisiert am 02.12.2008)
TonArT ist eine kleine Musik- und Kunstschule in Strausberg. Neben vielen Angeboten im Rock-Pop-Bereich kann man bei der TonArT das Harfenspiel erlernen, Schauspiel-, Ballett- oder Musicalunterricht nehmen. Der Unterricht findet größtenteils auf dem denkmalgeschützen Alten Gutshof statt.
Biorestaurant "Pferdestall" - Strausberg
Prötzeler Chaussee 7, 15344 Strausberg
24.01.2007
(aktualisiert am 02.12.2008)
Im Biorestaurant "Pferdestall" in Strausberg gibt es jeden Monat andere leckere Gerichte - alle "bio". Essen kann man am Kamin oder im Sommer auf der großzügigen Terrasse. Regelmäßig (sonntags) werden Konzerte veranstaltet und thematische Menüs serviert.
Kinokneipe Tonne - Strausberg
Große Straße 72, 15344 Strausberg
05.10.2006
(aktualisiert am 02.12.2008)
Rustikal eingerichteter Treff in der Dachetage einer denkmalgeschützten ehemaligen Brauerei, heute ein kleines, von einem gemeinnützigen Verein betriebenes Kulturhaus im Stadtzentrum von Strausberg. Die Tonne ist für alle Altersgruppen offen und bietet das ganze Jahr über verschiedene Kulturveranstaltungen von Kino über Konzerte bis zu Lesungen und Kleinkunst an. Am Freitag- und Sonnabendabend gibt es außerdem Barbetrieb mit kleinem Imbissangebot. Schwerpunkt ist der Kinobetrieb (mehrere Tage/Woche). Eingang: Schulstraße!
Herberge"Alter Speicher" - Strausberg
Prötzeler Chaussee 7, 15344 Strausberg
24.01.2007
(aktualisiert am 02.12.2008)
Gemütliche, günstige Herberge mit 21 Betten und angeschlossenem Biorestaurant auf einem alten, sanierten Gutshof mit schönen alten Ziegelbauten. Es sind viele Seen und Wälder in der unmittelbaren Umgebung zu finden, ein S-Bahnhof (Strausberg-Nord) ist zu Fuß in drei Minuten zu erreichen.
World of Notebook - Friedrichshain
Boxhagener Straße 24, 10245 Berlin
27.11.2008
Man sammelt nur Pilze, die man kennt. Man setzt sich nicht auf die geöffnete Tür des Backofens. Man geht nicht mit vollem Magen schwimmen, sagt einer Frau nicht, dass sie ein umfängliches Hinterteil bekommen hat. Man rupft nicht gleichzeitig an Vorder- und Hinterbremse des Fahrrads. Und man zieht nicht am Netzwerkadapterkabel seines Notebooks.
Alle vier Sekunden, so sagt die Versicherungsstatistik, geschieht ein Unfall in Deutschland. Wie gut, denke ich da, dass es die Giftambulanz gibt, den freundlichen Herrn von der Installationsfirma und die Jungs von “World of Notebook”. Denn ich habe meinem elektronischen Lebensgefährten die Energiebahnen durchtrennt.
Der ganz normale Elektronikhändler konnte in meinem Fall keine schnelle Hilfe leisten. Ich lerne, dass der Hersteller meines Notebooks exklusive Stecker herstellt, die zum zeit- und finanzaufwendigen Bestellen des Originalteiles zwingen. Zeit und Geld habe ich nicht. Man zieht eben nicht an Netzwerkadapterkabel des Notebooks.
Die Weiterleitung funktioniert jedoch tadellos. “Wir können nicht helfen, aber die hier können”, sagt einer der Fachangestellten im Computershop und legt eine Visitenkarte auf den Tisch. Er sagt es mit Bestimmtheit, er sagt es mit Respekt.
Die kleine Odyssee endet abrupt im Friedrichshain in einem nahezu leeren, schmucklosen Ladengeschäft mit einem einschüchternden Verkaufstresen. Von außen sieht der Laden aus als würde dort rein gar nichts verkauft. Er ist leer. Ordentlich werden dezent wenige ausgesuchte Infozettelchen ausgestellt. Ein Bastler hockt vor einem filetierten Computer und freut sich über seine gelungene Reanimation. Ein zweiter Herr sucht im Lager nach meiner Rettung.
Bastler: Den Netzwerkadapter samt Kabel da, ja den haben wir. Der zweite Herr, ich nenne ihn Verkäufer, kommt nach wenigen Suchminuten aus dem mutmaßlich gut sortierten Lager. Der Preis wird verhandelt, die Rechnung beglichen, ich begebe mich sehr gern in die Kundendatenbank. Und einen stummen Ratschlag gibt es kostenlos mit auf den Weg: Man zieht nicht am Netzwerkadapterkabel des Notebooks.
Empfehlen Sie uns weiter, sagt der Verkäufer leise. Gerne. Sage ich so laut ich kann.
phlo Mit Hardware kennen sie sich aber hoffentlich besser aus als mit Webdesign. Die Website ist grauenhaft :( blinkblinkblink
27 November 2008
Café Criolu - Santa Cruz
Ortsteil Igueste de San Andrés, Santa Cruz
16.06.2008
(aktualisiert am 17.06.2008)
Der Ozean wirft traege Wellen an den Strand. Nass ist der Sand, schwarzer Sand, umspuehlt vom glasklaren Atlantik. Wo das Anaga-Gebirge nachlaesst, Raum gibt fuer huebsche Haeuschen an gnaedigen Haengen, eine weiss getuenchte Kirche, die allen Dorfbewohnern Platz und Schutz bietet, wo alte Frauen im Schatten ausruhen und lebensklug auf die vielen Treppen, die einzige Strasse und die wenigen Besucher blicken, dort ist Stille. Die Sonne brennt auf reifende Mangos, bluehende Kakteen, unwegsame Pfade in die Hoehen des Gebirges. Die Strasse fuehrt hier in nur eine Richtung, weg von Igueste, und unten am Strand rauscht das Meereswasser ueber die schwarzen Steine.
Dort, am Altlantik steht das Café Criolu. Eine Huette am Strand, die man kennen muss um sie zu finden. Keine Leuchtreklame weist den Weg. Wenn man es findet, durch Zufall oder wissenden Rat, muss man es moegen. Es ist so einfach wie es nur sein kann und es passt in dieses Dorf wie die Treppen und die einsame Huette am Berghang.
Eine Karte gibt es ncht, keinen Kellner, kein Tischtuch; nur selten kommt ein Gast vorbei. Aber was will man in dieser Idylle schon mehr als einen freundlichen Wirt, etwas Schatten und einen Blick auf das fluesternde Meer? Was braucht man mehr als etwas geraeucherten Ziegenkaese, pikant marinierte Tomaten, fruchtige Oliven, Gebaeckstangen und kuehles Wasser oder einheimischen Wein? Eventuell noch einige von diesen Meeresschnecken, die man mit der Stricknadel serviert bekommt oder Fisch, den der Wirt auch eigenhaendig aus dem Atlantik zog. Mehr braucht man nicht. Mehr braucht niemand.
Die Strasse fuehrt hier in nur eine Richtung, hin nach Igueste, und am Strand rauscht das Meereswasser ueber die schwarzen Steine.
Dominique Ich rauche nicht, ich trinke nicht, ich kiffe nicht. Aber Internet muss sein ;-)
17 Juni 2008
Mariposa - Roswithas Insel-Wanderungen - Puerto de la Cruz
Apartado de Correos 48, Veranstalter: C.B. Gaiatours, 38400 Puerto de la Cruz
16.06.2008
Roswitha macht Urlaub. Im Juli muessen Teneriffas Wanderreisende auf sie verzichten. Irgendwann muss sie Pause machen, auch wenn sie in einer Urlaubsregion arbeitet. Roswitha nutzt ihre freie Zeit und fliegt nach Deutschland. Aus dem Sueden, aus der Naehe von Kempten kommte die blonde Frau. Doch seit 17 Jahren lebt sie dort, wo andere ihre Ferien verbringen: im ewigen Fruehling von Teneriffa. Wenn sie nicht gerade zurueckgebliebene Familienmitglieder oder Freunde besucht, wandert sie mit deutschen Touristen ueber die kanarische Insel.
Einmal bin ich mit Roswitha, die derzeit fuer das kanarische Reiseunternehmen Gaiatours arbeitet, unterwegs gewesen. An einem Freitag, denn an diesem Wochentag bietet “Mariposa” die Tour “Strassenbahnsensation auf Teneriffa” an. 20 Euro fuer einen Tagesausflug - ein guter Deal. Praktisch, dass Roswitha die Fahrplaene der Linienbusse im Kopf hat. Praktisch auch, dass sie Wege abseits der Hauptrouten kennt, die ich allein sicher nie gefunden haette.
Mit im Boot war an diesem Tag noch Karin aus Leipzig, die einzige weitere Wanderin auf Roswithas Tagestour. Zu dritt fuhren wir mit dem Bus nach Osten und erreichten nach 40 Minuten die Universitaetsstadt La Laguna. Dort bestiegen wir die Strassenbahn in die Hauptstadt Santa Cruz. Ich hatte mir eine alte Bimmelbahn vorgestellt und war doch sehr ueberrascht, eine hochmoderne Strassenbahn vorzufinden. Die dem Ausflug namensgebende Sensation ist wohl eher fuer Einheimische spektakulaer denn fuer Touristen. Fuer die Inselbewohner ist die Bahn, die in wieder knapp 40 Minuten die beiden ineinandergewachsenen Staedte verbindet, eine noch recht neue Bereicherung des Alltags. Erst seit 2007 macht die Strassenbahn die Wege von A nach B stressfreier. Interessant an der Fahrt war fuer mich Uraluber das exzellente Tarifsystem. Alle Einheimischen fahren mit der so genannten Bonocard, die teilweise bis zu 50 Prozent guenstigere Fahrten (auf langen Strecken) erlaubt. Ich werde mir die Pre-Paid-Card fuer Bus und Bahn sicher auch zulegen. Die andere Ueberraschung war die Haerte, mit der gegen Schwarzfahrer vorgegangen wird. Man setzt auf Abschreckung und verlangt 400 Euro fuer das Fahren ohne Ticket.
Die oeffentlichen Verkehrsmittel sind der Dreh- und Angelpunkt dieses Ausfluges. Von Santa Cruz ging es weiter mit dem Bus. Es ging am Hafen entlang, wo Frachter und Kreuzfahrtschiffe liegen und Schiffwracks filettiert werden. Der Blick streifte Playa de Las Teresitas. Der weisse Sandstrand ist ein Highlight fuer Badeurlauber, ist er doch eine Besonderheit zwischen all den schwarzen Straenden. Der Teresitenstrand besteht aus Sahara-Sand, wurde kuenstlich angelegt und ist eine Zierde fuer jedes Postkarten-Panorama.
Um das Strandidyll zu sehen, setzt man sich auf die rechte Seite des Busses. Darauf hatte Wanderprofi Roswitha uns selbstverstaendlich hingewiesen. Von dieser Seite hatten wir dann die naechsten 30 Minuten den Abgrund gut im Blick. Wilde Serpentinen hinauf manoevrierte der routinierte Busfahrer um und ueber den Berg, einem Teil des Anaga-Gebirges. In solchen Momenten entdecke ich regelmaessig meine Gottglaeubigkeit. Er war gnaedig, wir landeten wohlbehalten am Ende der Strasse. Das kleine Bergdorf am Meer heisst Ingueste de San Andrés und ist eine zeitlose Idylle. Haeuser, Strand und Aussichtspunkte sind ausschliesslich ueber Treppen erreichbar. Die Einheimischen schleppen ihre Einkaufstueten hoch und runter, die Autos warten an der einzigen Strasse. Das Oertchen ist malerisch, bietet wundervolle Ausblicke auf den hoechsten Berg Spaniens, das Meer, die Hauptstadt und das Anaga-Gebirge. Die vielen Treppen zerrten bei der Hitze an der fehlenden Kondition, aber Roswitha blieb immer wieder stehen, um mit einem Einheimischen zu plaudern oder uns Interessantes ueber Flora, Fauna und Lebensart zu erzaehlen. So wie von dem Robinson, der in einer selbstgebauten Holzhuette am Strand lebt oder dem alten Ziegenhirten, der allein hoch oben ueber der Siedlung haust und der keine Frau in sein Haus laesst. Frauen seien unrein und verderben den Ziegenkaese … am Ende der Welt laechle ich darueber.
Bevor wir den Weg zurueck antraten, den modernen glaesernen Busbahnhof und das avantgardistische Auditorium in Santa Cruz wiedersahen, erholten wir uns in traditionellerem Ambiente. Das kleine Lokal am Strand sieht von weitem sehr provisorisch aus. Geraeucherter Ziegenkaese, Oliven, eingelegte Tomaten aus dem Garten des Wirts sowie die obligatorischen Gebaeckstangen waren die Belohnung schlechthin fuer die Strapazen des Tages. Inselwanderung. Alltag fuer Roswitha, Urlaub fuer Karin und mich. Mit Roswitha laesst es sich wandern. Ich werde es gern wieder tun - wenn sie nicht gerade Urlaub macht.
Wandertouren im Norden Teneriffas - Puerto de la Cruz
Calle del Pozo, ab Estacion de Autobuses (Busbahnhof), Puerto de la Cruz
16.06.2008
Ich fahre nicht gern mit dem Auto, schon gar nicht im Urlaub, schon gar nicht auf Teneriffa, wo eine Serpentine die naechste in Spitzwinkligkeit ueberbietet. Ich bin aber auch kein grosser Fan von Standard-Busfahrten vom Reiseveranstalter. Und wenn ich allein unterwegs bin, habe ich immer das Gefuehl, ich gehe die falschen, die uninteressanteren Wege.
Auf die Loesung fuer mein Problem stiess ich schon vor Reisebeginn in Deutschland, natuerlich im Internet. Es sind die Aussteiger, die Deutschen, die sich im Stadtteil La Paz ein Haeuschen geleistet haben und die ihren Lebensunterhalt damit verdienen, deutschen Touristen die Insel zu zeigen. Es gibt unzaehlige Wanderleiter, allein in Puerto de la Cruz. Die bunten Flyer liegen an jeder Ecke: Roswithas Insel-Wanderungen, Teneriffa entdecken mit Joerg und Marion, Wandern mit Alexander und Katja, Heidi´s Wander-Club, Christianes einzigartige Wandertouren sind nur einige der Anbieter.
An jedem Tag warten die braungebrannten Inselfuehrer am zentralen Busbahnhof und hoffen auf Kundschaft. Das Prinzip ist bei allen gleich. Ohne Anmeldung erscheint man zur angegebenen Zeit am Haltepunkt 6 des Busbahnhofs, sucht Joerg, Frank oder Katja (zu erkennen an ihren Flyern), bezahlt 20 Euro und los geht¨s. Im Gegensatz zu den Reisebuero-Touren, die zwischen 30 und 80 Euro kosten und die mit gecharterten Fahrzeugen unterwegs sind, nutzen die Wanderfuehrer aus Alemane die oeffentlichen Busse. Die Ausfluege beginnen alle gegen 9 Uhr und enden gegen 17 Uhr.
Das Programm der Ein-Mann-Unternehmen ist aehnlich (sogar die Werbezettel sind zwillingsgleich), variiert in Wochentag und minimal im Routenverlauf. Im Wesentlichen fuehren sie zum 3718 Meter hohen Teide, dem hoechsten Berg Spaniens, in den Mercedeswald (Lorbeerwald), ins Anaga-Gebirge, in den Nationalpark Las Cañadas in 2200 Meter Hoehe mit seiner bizarren Kraterlandschaft, ins Teno-Gebirge und in die Masca-Schlucht. Wie gesagt, das Programm ist fast identisch. Einzig der Biologe Cristobal Ulrich faellt aus dem Rahmen. Er bietet reizvolle botanische Fuehrungen an, er besteht auf einer Voranmeldung, hat nur drei Touren im Angebot und verlangt 45 Euro pro Wanderung. Er macht einen sympathischen und kompetenten Eindruck, weshalb er wohl von den Journalisten umschwaermt wird: von Geo, verschiedenen Fernsehteams und diversen Tageszeitungsschreibern. Drehe ich seinen Flyer immer wieder in den Haenden weil Cristobal von der Presse so in den Wanderhimmel geschrieben und gesendet wird? Oder ist es die vornehme Zurueckhaltung, mit der er sein Angebot bewirbt?
Ob der telegene Cristobal einen guten Draht zu den anderen Wanderfuehrern hat, ist mir nicht bekannt. Dass es bei den anderen mitunter zugeht wie beim Denver Clan erfaehrt man schnell. Die Konkurrenz ist gross, waechst stetig und alle hoffen, ihr Auskommen zu haben. Da verschwinden die Werbebroschueren der Mitbewerber, da gibt es Allianzen und schmerzhafte “Scheidungen”: Roswitha lief frueher fuer Heidi, ein maennlicher Kollege klaute Daten, Knowhow und macht jetzt erfolgreich Jagd auf die Kunden des frueheren Arbeitgebers. So oder so aehnlich geht es hinter den Kulissen zu. Dem Urlauber kann das egal sein, er hat eine reiche Auswahl an Routen und stets motivierte und freundliche Wanderfuehrer. Konkurrenz optimiert das Angebot.
Was fuer die Wanderleiter sicher nicht so gut ist, ist fuer die Wanderer umso besser: oft stehen nicht mehr als 3-5 Personen fuer eine Tour am Busbahnhof. Individuelle Betreuung ist inklusive, denn ab zwei Teilnehmern finden alle Wanderungen statt. Und wenn man zu dritt etwas abseits der Reisebus-Touren mit einem orts- wie sprachkundigen Guide unterwegs ist und ein wenig Glueck hat, ist es fast als waere man mit einem Freund irgendwo in der Wildnis. Und man hat das gute Gefuehl, die interessantesten Wege zu gehen.
lokalreporter auf lanzarote gehts unter den residents ähnlich zu, alle gegen alle, jeder gegen jeden.
die meisten der von zuhause fliehenden nehmen halt auch ihre themen, ihr psychodrama mit ins vermeintliche paradies..
16 Juni 2008
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