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Walburgerstr. 36, 59494 Soest
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am 06.07.2009
Es gibt Biergärten und Caféterrassen – schön gestaltete, lieblos kommerziell hingepflasterte, massentouristisch aufgemotzte. Und es gibt den “Brauereigarten” der Brauerei Christ in Soest.
Für mich sprengt er alle Kategorien – berauschend schön, wie er ist. Unser erstes Ziel am Samstag – kleines Qypertreffen in Soest. Zu zweit zunächst finden wir im noch leeren Riesenareal einen schönen Tisch. Zur Auswahl stehen eine moderne Ausführung der klassische Biergartenstühle oder bequeme “Rattan”-Sessel aus Kunststoff. Wir entscheiden uns für Letztere – man weiß ja nie, wie lange man verweilt ;-)
Erste Blicke durchstreifen den Garten – ein traumhaftes Paradies. Immer wieder fällt ein neues Motiv ins Auge, das fotografisch erfasst werden muss – Lauben, Skulpturen, Kronleuchter, Antiquitäten, Pflanzenschönheiten, Brunnen. Am Ende habe ich trotzdem viele Motive vergessen – immerhin bin ich ja auch zum Reden und Kennenlernen hier. Die wundervollsten Motive könnt Ihr euch auch oben auf der Website anschauen.
sein Plätschern entspannt selbst den gestresstesten Qyper ;-)
Die Zeit vergeht wie im Fluge in diesem Paradies – zwei weitere Qyper stoßen zu uns. Es ist, als würde man sich ewig kennen, obwohl es doch das erste Treffen ist.
Kommen wir zu den leiblichen Genüssen, wegen der wir ja hier sind. Wir brauchen Stärkung für den anschließenden Soest-Spaziergang. Neben attraktiv angerichteten Salaten und einem vegetarischen Gericht, das wunderbar aussieht und duftet, entscheide ich mich für die “warmen Franzosen in den Beeren” – ein Gericht, das noch für mancherlei Gelächter sorgt. Ein mitreißend fröhlicher Ober und eine sehr freundliche junge Dame machen unsere Mahlzeit in jeder Hinsicht zum Vergnügen.
Geschmeckt haben meine beiden “Franzosen” super, der aromatische Toast darunter (kein “Wattebausch” ;-)) macht schon optisch leicht gebräunt was her, und die attraktive Salatbeilage sorgt für das richtige Sättigungsgefühl. Die dazugehörigen Preiselbeeren esse ich sowieso leidenschaftlich gern, die Sauce tartare hätte man von mir aus auch weglassen können (schmeckte aber sehr gut). 8 Euro waren jedenfalls ein absolut angemessener Preis für diesen schmackhaften Snack. In engerer Auswahl hatte ich auch noch eine nach westfälischer Hausfrauenart gekochte Linsensuppe mit Mettwurst – ebenfalls mit 5 Euro durchaus akzeptabel. Salate mit reichhaltiger Beilage (Thunfisch, Hähnchenbrust etc.) lagen bei etwa 9 Euro.
das sind sie – die “warmen Franzosen in den Beeren”
Begonnen hatten wir unser Biergartenerlebnis mit einem Gang durch das Erdgeschoss des Brauerei-Restaurants. Am liebsten hätte ich in jedem Raum verweilt – aber bei dem wunderschönen Wetter wäre das wohl eine “Sünde” gewesen. Noch begeisterter war ich später vom Obergeschoß, das an die über eine “steile Gitterstiege” zu erreichende Sanitärabteilung für Damen anschließt (die Herren dürfen dafür in den Keller – ist das ausgleichende Gerechtigkeit ??).
Dort oben gibt es viele kleine niedrige Räume, verwinkelte Ecken – genau wie unten liebevoll mit altem Interieur ausgestattet. Ich denke, so hat man früher gewohnt, die Räume nicht groß verändert. Bei einem Urlaub in Soest würde ich wohl jeden Abend in einem anderen Raum einkehren wollen.
Adios Paradies
Fast bin ich ein wenig traurig, als wir durch den malerischen Tordurchgang wieder auf die Straße treten – aus einer anderen Welt zurück in die Realität. Aber Soest hat ja noch mehr zu bieten – packen wir’s an
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Kölner Ring 51, 59494 Soest
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am 05.07.2009
Winzerfest in Soest – Samstagabend, 04. Juli 2009. Nach kleinem informellen QCD haben sich einige “Altqyper” in bester Stimmung inmitten einer gut gelaunten, weinseligen Menschenmenge auf dem Soester Winzermarkt ein kleines schattiges Plätzchen auf gepolsterter “Bierzelt-Bank” ergattert.
Die Stimmung steigt, der Geräuschpegel auch – die Wartezeiten an Zwiebel- und Flammkuchenständen werden lang und länger, den Wein kauft man nach intensiver Verkostung am besten gleich flaschenweise, damit man nicht verdurstet in zunehmend schwüler Atmosphäre.
Dann kommt Bewegung in die Menge. Michael Stein alias Mel Pierre, seines Zeichens Zauberkünstler und Magier, beehrt uns samt Partnerin mit seiner Anwesenheit.
Und was soll ich sagen – es wurde phantastisch im wahrsten Sinne des Wortes. Im Laufe des Abends demonstrierte er uns mehrmals Proben seines Könnens - und schwupp-die-wupp gehörte uns auch die Aufmerksamkeit der Nachbartische. Besonders die kleinen Gäste staunten mit großen Augen und offenen Mündchen über das verschwundene Tuch. Die Nummer mit der wunderbaren Geldverwandlung begeisterte eher uns Erwachsene – wäre doch zu schön gewesen (besonders für den “Scheingeber” ;-)
Die Karten-Kunststücke zogen vollends jeden in ihren Bann. Wir fixierten die Karten mit Augen und Fingern – umsonst – sie entschwanden – wohin? - dahin, wo wir es am wenigsten vermutet hätten. Reine Magie in ihrer schönsten Form, noch dazu äußerst nonchalant und charmant dargeboten. Wenn schon so viele Winzerfestgäste voller Begeisterung an den Händen des Magiers hingen, um wie viel größer wird dann die Begeisterung bei einer Veranstaltung mit Bühne, Kostüm, Zauberstab und allem magischen “Drum und Dran” sein – ich wäre auf jeden Fall gern mal dabei.
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Świnoujście
Strand und Promenade in Świnoujście
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am 27.06.2009
Eine Welt ohne Grenzen – gleiche Chancen für alle. Ein vermutlich unerfüllbarer Traum, ich weiß – aber ein kleiner Schritt auf diesem Weg war sicher die Grenzöffnung nach Polen im Rahmen des Schengener Abkommens im Dezember 2007.
Vor etwa 5 Jahren mussten wir noch als Fußgänger nach akribischen Grenzkontrollen die Grenze zwischen Ahlbeck und Świnoujście (Swinemünde) passieren, vor 3 Jahren gab es bereits eine durchgehende Busverbindung. Allerdings mussten wir den Bus in Deutschland verlassen, durch die Grenzkontrollen laufen, und konnten auf der “anderen Seite” in einen gleichen Bus mit polnischem Fahrer wieder einsteigen.
Vorbei – die Grenze ist offen, wie ich es auch in meinem Beitrag über die Seepromenade zwischen Heringsdorf und Świnoujście schon beschrieben habe. Ein wunderbares Gefühl, vorbei an den leer stehenden und ihrer Funktion beraubten Zoll- und Grenzerhäuschen vorbei in jede Richtung fahren zu können. Die sogenannten Polen-Märkte auf beiden Seiten der Grenze sind noch da, allerdings haben sich Preise und Angebot etwas gewandelt – so zumindest meine Einschätzung nach kurzem Bummel. Was ich vermisst habe, sind die hübschen Pferdekutschen auf polnischer Seite, die grenzüberschreitende Touristen für einen geringen Obolus in jede gewünschte Ecke Świnoujścies brachten. Heute fließt vorrangig Autoverkehr über die Ahlbecker Chaussee (Wojska Polskiego).
an der Promenade findet man sie noch, die Pferdewagen mit dem rhytmischen Klipp-Klapp der Pferdehufe
Wir haben Świnoujście diesmal nicht über den Hauptübergang Swinemünder Chaussee, sondern über die B110 weiter südlich besucht, da wir aus dem Usedomer Achterland kamen. Erst jetzt, beim Suchen im Web habe ich gesehen, dass wir es dabei versäumt haben, den ganz in der Nähe gelegenen Berg Golm (mit 69 Metern die höchste Erhebung auf Usedom) mit seiner sehenswerten Gedenkstätte zu besuchen. Nun – dann eben beim nächsten Mal.
Diesmal war Strand- und Promenadenbummel angesagt. Der Strand in Świnoujście steht dem der deutschen Bernstein- und Kaiserbäder in nichts nach. Rege Bautätigkeit an einem modernen maritimen Holzgebäude, dass wahrscheinlich mal ein hübsches Strandlokal werden soll, weitere noch nicht besonders stark frequentierte “Strandoasen” (das Wasser war wohl zu kalt), wunderbar blaues, ruhiges Meer, ein weiter Ausblick nach Deutschland und Polen, der Sandstrand weiß und breit – ein idealer Strand für die ganze Familie. Besonders gut gefallen haben mir oberhalb des Strandes gelegene Stege, die ein Promenieren am Strand sogar für Rollstuhlfahrer möglich machen. Ein interessantes Material – sah aus wie griffig gerillte Holzbohlen, war aber anscheinend aus einem Recycling-Kunststoff gefertigt – verschaffte ein traumhaft weiches, federndes Laufgefühl.
schön und bequem – auch so macht ein Strandspaziergang Spaß
Die eigentliche Promenade Świnoujścies ist durch einen relativ breiten, dicht bewachsenen Dünenstreifen vom Strand getrennt - zahlreiche Übergänge verbinden beide. Eine breite gepflasterte Promenierfläche ließ mich an vergangene Zeiten denken. Vor meinem geistigen Auge entstanden Bilder von eingehakten Paaren mit Sonnenschirm und Sonnenhut, vor sich brave Kinder in züchtigen Kleidchen und Matrosenanzug, im Schlepptau die Dienstboten mit allen für’s Familienpicknick benötigten Utensilien. Schnell verschwamm dieses Bild und machte Platz für Sonnenanbeter aller Couleur, die sich auf den zahlreichen Bänken am Rand niedergelassen hatten – ihre Gesichter der Sonne entgegengereckt, um auch ja jeden Strahl der feurigen Himmelskugel einzufangen. Ein buntes Völkchen war unterwegs auf diesem breiten Promenierweg, der wenig Schatten bietet, es sei denn am Rand unter Bäumen.
damals wie heute – sehen und gesehen werden
Neben der Promenade verläuft eine schmale Straße, durch Bäume und Strauchwerk aber gut abgeschirmt. Gegenüber der Promenade zeugen hübsche Pensionen und Hotelvillen in gründerzeitlichem Bäderstil von alter Bäderherrlichkeit. Rege Bautätigkeit läßt erkennen, dass auch im Seebad Świnoujście neue Zeiten angebrochen sind. Viele deutsche Touristen entscheiden sich zunehmend für einen Urlaub im polnischen Teil der Insel, der meistens doch noch preiswerter ist als in den deutschen Seebädern.
Allerlei Tand und Talmi, aber auch hübsche Ketten aus Bernstein und anderen “edlen Steinchen” werden in reicher Auswahl an den Übergängen und jedem freien Plätzchen an luftigen Marktständen angeboten. Die Preise haben meiner Meinung nach etwas angezogen, sind aber immer noch recht günstig. Auch an “Speis’ und Trank” ist kein Mangel – etliche Strand- und Imbiss-Restaurants, Bars und Fisch-Räucherstände bieten ihre Leistung direkt an der Promenade und entlang der Strandübergänge an. Es gibt übrigens Überlegungen, die Promenade in Richtung Ahlbeck zu verlängern, so dass nach dem Lückenschluß eine durchgehende Promenade von Bansin bis Swinemünde den Ostseeurlaub zu einem noch größeren Vergnügen machen würde. Schon heute kann man ja als Fußgänger durchgehend marschieren – aber eben nicht promenieren ;-)
Diesmal haben wir nur einen kurzen Bummel gemacht, vor 3 Jahren haben wir auch weite Teile der Stadt per Pedes erkundet. Es gibt viel zu sehen und lohnt sich auf jeden Fall. Eine gute Vorbereitung ist nicht verkehrt, sonst verpasst man - vor allem aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse - vielleicht das Beste.
Übrigens kann man auch heute noch mit dem Ostsee-Bus auf der Europa-Linie von Bansin bis Świnoujście fahren – noch dazu sehr preisgünstig. Die Tageskarte für den Erwachsenen kostet 4 Euro. In Świnoujście steuert der Bus das Kurviertel mit der Promenade, das Zentrum und den Hafen an. Und noch eine Verbesserung – man kann zügig durchfahren, keine Grenzkontrolle, kein Bus- und Fahrerwechsel mehr.
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Dorfstraße 24, 17429 Mellenthin
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am 17.06.2009
Mellenthin und seine Waffeln. Zunächst habe ich die zahlreichen Werbebanner nicht auseinander halten können. Ich ging von einem Anbieter aus: Waffeln nach Geheimrezept, aus frisch gemahlenem Korn, direkt vor dem wachsamen Auge des Gastes gebacken.
Weit gefehlt – die mit dem Geheimrezept backt man im Wasserschloss, die anderen im Gutshof. Da gab’s natürlich nur eins, wiederkommen und auch Restaurant Nr. 2 mit einem Besuch “beehren”. Denn ein Nachtisch in Form opulenter Waffeln nach dem Abendessen im Schloss – das hätte nicht mehr reingepasst.
Also zweiter Besuch in Mellenthin an einem der nächsten Nachmittage bei strahlendem Sonnenschein. Zunächst besuchten wir die alte Kirche auf ihrem kleinen Hügel, der ich noch einen eigenen Beitrag widmen werde, dann die Pflichtrunde um’s Schloss wegen der Erinnerungsfotos. Beim ersten Besuch war ja dummerweise der Akku leer.
vor dem Sturm
Danach ging’s zur Belohnung in den Gutshof – auf zur Waffelschlacht!
Der Gutshof ist ein etwa 80 m langgestrecktes Gebäude parallel zur Schlossallee. Gebaut wurde er um die Jahrhundertwende 1900 als barockes Gebäude-Ensemble in Klinkerbauweise. Ein Pendant befand sich auf der gegenüberliegenden Seite. Aus alten Grundbüchern weiß man, dass es bereits um 1600 ein eingeschossiges reetgedecktes Vorgängergebäude als Gerätehaus des Schlosses gab.
In den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde der Hof aufgeteilt und in vier Teilen an Neusiedler zur Bewirtschaftung gegeben. Die DDR-Zeit gab dem einstmals schönen und stolzen Gebäude den vorläufigen Rest – genutzt als LPG-Kuhstall wurde seine eigentliche Identität und Substanz zerstört.
Die “Wende” kam 1998. Eine Hälfte des Gebäudes wurde von den heutigen Inhabern gekauft, visionär und liebevoll in mühevoller Eigenarbeit saniert, restauriert und zum wunderschönen Hotel und Restaurant umgestaltet. Auf dem Rückweg von der gepflegten Toilettenanlage sah ich im Hotelfoyer eine interessante Ausstellung von Fotos aus der Restaurierungsphase – Respekt vor dieser grandiosen Eigenleistung. Die Informationen zur Hofgeschichte fand ich in einem Schaukasten vor dem Gebäude. Interessant vielleicht am Rande – das große Storchennest auf dem Hofdach musste für ein Jahr auf einen Mast umgesetzt werden, während jede einzelne Dachpfanne von Hand abgenommen und gereinigt wurde. Die Störche haben’s mit Humor genommen und sich nicht stören lassen.
schön und klassisch – nur ein wenig “Farbe” fehlt
Vor dem Gutshof befindet sich ein in klassischer Bauerngartenmanier angelegter Lavendelgarten. Leider waren bei unserem Besuch noch keine Blüten in Sicht und die Anlage ziemlich verwildert. Dort draußen zwischen wild wachsenden Lavendelbüschen nahmen wir Platz. Schnelle Entscheidung – Waffeln mit warmen Himbeeren und Sahne, 6,20 Euro die Portion - dazu eine Tasse Kaffee für 1,90 Euro. Es dauerte eine Weile bis ein junger Mann – noch etwas ungeübt, aber sehr freundlich – uns das Gewünschte bringt. Währenddessen haben wir Zeit, die wirklich einmalige Umgebung auf uns wirken zu lassen – die romantische Allee, die schön gestaltete Hotel-Fassade mit dem Bauerngarten davor, den Blick auf die zweite Hälfte des Gutshofes, die anscheinend noch landwirtschaftlich genutzt und bewohnt ist, aber auch erkennbar renoviert und verschönert wurde.
Nun zum Wesentlichen: Die Waffel - ein “Gedicht” aus frisch gemahlenem Korn, überzogen von zarten Honigstreifen, gekrönt von warmem Himbeerkompott und honigverziertem Sahnehügel - schmeckte einfach köstlich. Kein Wunder, ist sie doch mehrfach von der Zeitschrift Der Feinschmecker ausgezeichnet worden, wie man überall lesen kann. Im Nachhinein hätte ich mir allerdings das recht stark eingedickte Himbeerkompott gespart, und die Waffel ganz pur mit Sahne und Honig genossen. So kommt der wunderbar eigenwillige Vollkorngeschmack am besten zur Geltung. Vom Kaffee kann ich leider nicht so Gutes berichten – heiß, stark und würzig sollte er sein, die Lebensgeister nach anstrengendem Touristengeschäft erwecken. Leider schaffte er nichts von all dem. Ich will das aber nicht überbewerten – auch Kaffee hat eine Tagesform ;-)
da konnte ich einfach nicht widerstehen
Vielleicht lag’s auch an den auskühlenden starken Windböen, die uns schon bald in das Restaurant trieben, hilfreich unterstützt vom jungen Mitarbeiter. Kaum drinnen, stürzten Bäche vom Himmel, wütete ein kleiner “Orkan”. Immerhin hatten wir dadurch die Chance, auch das ansprechende Innenleben des Gutshofrestaurants kennen zu lernen – ein Ort zum Wohlfühlen und Verweilen. Kleine hölzerne Tischgruppen, alte Möbel, hübsche Dekorationen im Vorraum - hinter einer offenen Glasabtrennung ein weiterer großer Raum mit der Waffelbacktheke, dahinter der Gartenbereich. Nebenan im Hotelfoyer kann man unter anderem schöne Villeroy & Boch Keramik anschauen und kaufen. Neben den Waffeln zur Kaffeezeit wird ein ambitionierter Mix aus Italienischer Küche und Vollwertküche angeboten, wie man auf der Website lesen kann – ausprobiert haben wir es nicht – beim nächsten Mal dann.
Auf der Website sind auch Fotos der Hotelzimmer und Appartements zu finden – man sieht die Liebe, mit der jedes einzelne Detail bedacht und gestaltet wurde. Ein weiteres Standbein der Familie ist die Alte Schmiede weiter vorn am Ortseingang gelegen. Uriges Ambiente soll es geben und einen Hofladen, in dem man Lebensmittel, Bio- und Naturprodukte, wie zu Omas Zeiten noch in Papiertüten lose abgewogen, kaufen kann. Das rundum gelegene Alte Schmiede Dorf bietet in ansehnlichen Häusern etliche Ferienwohnungen an. Vor einer Buchung sei trotzdem der Beitrag von aawom weiter unten empfohlen, man kann ja nie wissen. Der Hofladen steht aber auf jeden Fall auf meiner Liste für den nächsten Besuch in Mellenthin – und den wird es ganz sicher geben.
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Lindenstraße, 48431 Rheine
Der bunte Bunker - Europa in Rheine
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am 09.06.2009
(aktualisiert am 10.06.2009)
“Bunker zu Botschaften – Europa macht aus Geschichte Zukunft” – ein bisschen holprig vielleicht, aber doch irgendwie wahr.
ein Monument des Friedens und der Freundschaft
Nun, wir hatten unsere Chance, an diesem Prozess aktiv mitzuwirken am vergangenen Sonntag. Leider haben weniger als die Hälfte der Menschen in unserem Land sie auch genutzt. In den anderen Ländern der Europäischen Union sah es nicht besser aus.
Woran liegt das nur?
Als ich am Samstagmorgen vor der Wahl die Zeitung aufschlug, fiel mir sofort ein Bild ins Auge – ein mächtiger Klotz in Europablau, in alten Einschusslöchern die gelben Sterne der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union liebevoll gemalt. Unten stehen viele junge Menschen, die fröhlich winkend und sich an den Händen haltend “Europa” umarmen. 350 Kinder und junge Erwachsene haben unter der Leitung des freischaffenden Künstlers Manfred Wojak diese “Liebeserklärung” an Europa gestaltet, las ich (der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die “Europabrücke Rheine e.V.” bei der Idee, der “Jugend- und Familiendienst” und der “Städtepartnerschaftsverein” Rheine bei der Ausführung mit im Boot waren). Es sollte ein überparteilicher Aufruf an alle Menschen, insbesondere natürlich an alle potentiellen Wähler sein, durch ihr Votum mitzuhelfen, in Europa – via Parlament – aus Geschichte Zukunft zu machen.
Gestaltet und bemalt wurde ein alter Bunker, der in düsteren Weltkriegszeiten bis zu 200 Menschen Schutz vor Luftangriffen bot. Glücklicherweise nur noch Geschichte – heute sind es 102 fröhliche junge Menschen verschiedener Nationalität und Hautfarbe, die sich die Hände gereicht haben, und aus dem muffigen Dunkel des Bunkers ins helle Licht getreten sind. Ein Symbol für Freundschaft und Frieden in Europa – und überall.
schade, dass jugendliche Begeisterung so selten über die Zeit gerettet wird
Ich habe gleich den Montag genutzt, um auf dem Heimweg nach getaner Arbeit dieses kleine Stückchen Europa zu suchen. Brauchte ich gar nicht groß, es “strahlte” mir mir direkt entgegen, als ich die Lindenstraße entlang fuhr. Bisher war mir der Bunker nie aufgefallen – grau in grau, verborgen hinter Büschen und Sträuchern. Mittlerweile wurde das Glände kräftig abgeholzt, denn im Bahnhofsgebiet direkt hinter den Bahngleisen ist ein neues Gewerbegebiet geplant. Leider wird dann auch dieses wunderbare “Monument des Friedens”, das aus einem “Monument des Schreckens” auferstand, verschwinden. Aber bis September ist noch Zeit - anzuhalten, innezuhalten, nachzudenken, sich zu freuen an diesem bunten Symbol der Freundschaft.
Für mich sind die Bilder, die ich gestern Abend aufgenommen habe, ein wunderbar hoffnungsvoller Start in den Tag, darum will ich sie Euch nicht vorenthalten. Vielleicht könnt Ihr meine Freude und Hoffnung teilen, vielleicht gefällt Euch auch nur das Engagement der kleinen Maler. Wie auch immer - ich werde gleich noch einmal einen kleinen Umweg fahren, um einen Blick auf “Europa in Rheine” zu werfen, und mich auf die nächste Reise in andere Länder unseres europäischen Kontinents freuen – ganz ohne beängstigende Grenzen.
die Jugend aus Rheine grüßt Europa
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Dorfstr 25, Hotel Restaurant, 17429 Mellenthin
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am 05.06.2009
Wenn auch nicht zur “Creme de Qype” gehörend, wie Siri so schön schreibt, waren wir trotzdem da – in der vergangenen Woche nach anstrengendem “Tagwerk” an Strand und Promenade ;-)
Für den Abend suchten wir ein ruhiges Plätzchen im Achterland. Dank unseres genialen Infozettels aus der Tourist-Information in Ahlbeck stießen wir schnell auf Mellenthin als lohnendes Ziel. Und was soll ich sagen – es war ein sehr schöner Abend. Ein laues Lüftchen, langsam untergehende Sonne und eine absolut malerische Kulisse im Schlosshof.
Strandkörbe und rustikale Sitzgruppen, sonnenbeschienene Eckchen und schirmbeschattete Refugien standen zur Auswahl. Wir ließen uns direkt an der geschützten Wand des noch nicht restaurierten Ostflügels nieder. Im Zuge der behutsamen nach-und-nach-Restaurierung ist dort eine Privatbrauerei geplant. Beim Warten auf’s Essen schweifte der Blick über dieses Kleinod, das aber ganz offensichtlich wohl noch viele Arbeitsstunden und finanzielle Investitionen braucht, bis es in altem Glanz erstrahlt.
der noch nicht restaurierte Ostflügel - demnächst vielleicht Privatbrauerei
Auf dem besten Weg dahin ist man sicher. Der Westflügel ist komplett restauriert und zu einem Hotel ausgebaut worden (ich würde eher sagen renoviert, denn an einen Schlossflügel erinnert er mich nicht mehr unbedingt). Dafür bietet er augenscheinlich allen Komfort, wie ich bei einem Blick in’s Foyer auf dem Weg zu den recht “edlen” und gut gepflegten Toilettenanlagen des Restaurants feststellen konnte.
der Westflügel - Hotel vom Feinsten
Zurück zum Wesentlichen – das Essen war wirklich gut und preiswert. Stangenspargel mit Sauce Hollandaise überzogen und extrem leckeren kleinen Pellkartöffelchen, die man unbesorgt mit der Schale genießen konnte, für 11 Euro - dazu Kräuterrührei für 2,80 und ein Schnitzel für 4 Euro. Da kann man wirklich nicht meckern. Bedient wurden wir von einem sehr freundlichen jungen Mann, schnell und effizient. Und das Beste zum Schluss – oder vielmehr zu Anfang: eine junge Dame brachte mit einem “ganz lieben Gruß aus der Küche” eine rustikale Holzschale mit saftigen Brotscheiben aus eigener Bäckerei, dazu Apfel-/Griebenschmalz und einen traumhaften Kräuterdip in kleinen Probiergläsern. Etwas mehr davon, und ich hätte weder Spargel noch Schnitzel gebraucht – wirklich ein lieber Gruß. Und natürlich kann man die Produkte auch kaufen für den Genuss zuhause.
Das Innere des Restaurants habe ich auf dem Weg zur Toilette begutachten können – sehr schön, sehr stimmungsvoll. Wenn man Erfahrungen wie die mit dem geschlossenen Ritterbankett macht, sieht man man das vielleicht ein wenig anders. Vielleicht haben die Inhaber aber auch aus Kritik gelernt und handhaben das heute anders – ich kann es nicht sagen, da kein Bankett unseren gemütlichen Aufenthalt störte.
Brückenzoll mussten wir übrigens nicht entrichten, das Häuschen war geschlossen. An einem der nächsten Nachmittage, als wir wegen der Vollkornwaffeln im Gutshof und der wundervollen alten Kirche nochmal in Mellenthin waren, musste aber gezahlt werden. Wir haben uns daher einen weiteren Besuch im Schlosshof gespart und sind von außen um die “Gräfte” (heißt das in der Gegend überhaupt so?) spaziert, um die noch fehlenden Fotos zu machen.
die wiederhergestellte Freitreppe - für mich ein wenig wie ein Fremdkörper
Es muss tatsächlich noch eine ganze Menge getan werden an diesem kleinen Schloss, dessen erster urkundlicher Beleg aus dem Jahr 1335 datiert. 1575 -1580 entstand ein Neubau auf alten Grundmauern – Bauherr war Graf Rüdiger von Neuenkirchen mit seinem italienischen Baumeister Antonio Wilhelmi. Im Laufe der Jahrhunderte gab es viele Schlossherren, bis im Jahr 2001 die Familie Fidora das Schloss erwarb und umbaute, oder besser weiter restauriert und damit erhält. Vielleicht ist damit der Brückenzoll ein klein wenig zu erklären und zu rechtfertigen. Wenn ich bedenke wiviel Eintrittsgeld wir in der Woche auf Usedom für “nichts” ausgegeben haben, sind 2 Euro noch zu verkraften. Allerdings sollte man dann (vor allem, wenn man es nicht mit seiner Bestellung verrechnen kann) dafür auch etwas zu sehen bekommen.
auch ohne Brückenzoll ein schöner Blick in den kleinen “Park”
Mellenthin, das relativ abseits im Achterland gelegene kleine Örtchen ist aber auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn man auf Usedom weilt. Neben dem Schloss mit seinen “Waffeln nach Geheimrezept” gibt es gleich nebenan nämlich noch den “Gutshof”, der Waffeln aus frisch gemahlenem Vollkorn anbietet, gebacken vor den Augen der Gäste – auch ein sehr interessantes Gebäude mit Vergangenheit. Die wundervolle Allee, an der der “Gutshof” liegt, führt geradewegs zur Schlossbrücke. Parkplätze für alle Besucher sind ausreichend vorhanden.
Das ganz Besondere an Mellenthin war für mich aber auf jeden Fall die kleine alte Kirche, die man nicht versäumen sollte.
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Seebrücke Heringsdorf, 17424 Seebad Heringsdorf
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am 04.06.2009
Ich kann mich den Erfahrungen von Goldschnabel für den letzten Besuch eigentlich nur anschließen – leider.
Denn unser erster Besuch vor etwa drei Jahren hatte eine ganz andere Qualität. Ein Abschiedsabend mit schmackhafter Pizza, wundervollem Meerblick und dem Vorsatz, unbedingt wiederzukommen auf diese wunderbare Insel, an dieses sanfte Meer. Allerdings saßen wir damals im hinteren, der See zugewandten Restaurantbereich, hatten EINEN sehr freundlichen Ober, der nur ab und zu nach dem Rechten sah. Ansonsten war es ruhig und friedlich, wozu nicht unwesentlich der weite Blick über das ruhig daliegende Meer beitrug.
Schöne Erinnerungen möchte man gern wiederholen, und so hatten wir auch diesmal den letzten Abend für das Ponte Rialto reserviert. Aber schon der Weg wurde von mehr als steifen Brisen erschwert. Gut, dass die Glaswand in der Mitte der Seebrücke einiges abfing, manchmal konnte man sich kaum auf den Beinen halten. Wo noch vor drei Tagen Menschenmassen die zahlreichen Tischgruppen rund um das Restaurant bevölkert hatten, war jetzt gähnende Leere, Tische und Stühle festgekettet.
Blick aus “sicherem Hafen” – direkt aus dem Fenster des Ponte Rialto
Also hinein in’s Restaurant – und weil uns auf dem Weg kühl geworden war, suchten wir ein sonniges Plätzchen, das nur noch im landzugewandten vorderen Bereich zu finden war. Ein Fehler, wie sich schnell herausstellte. Wenig Platz, ein offensichtlich nicht allzu gut gelaunter Ober ließen uns unsere Entscheidung schnell bereuen. Noch dazu traf die Getränkeauswahl nicht meinen Geschmack, musste es also bei “Wasser” bleiben. Nun gut – Wasser von unten, Wasser von innen, den Durst löscht es allemal – und da blieb ja noch die Hoffnung auf eine leckere Pizza.
Geschmeckt hat sie schon gut, riesig groß, knusprig und heiß war sie auch, meine Pizza Funghi, zu der ich als zusätzlichen Belag Zwiebeln geordert hatte – von gleicher Qualität war die zweite Pizza Tonno (8,90 Euro). Was mich aber doch geärgert hat, ist die Tatsache, dass trotz des stolzen Preises von 9,20 Euro (1 Euro Extra für die Zwiebeln inclusive) Dosenpilze verwendet wurden. Die waren zwar von 1a Qualität – also überwiegend klein und hell – aber in einem Restaurant mit dieser Preisgestaltung hätte ich zumindest zu dieser Jahreszeit frische Champignons erwartet. Logistische Probleme können sicher nicht als Grund für höhere Preise angeführt werden, kleine Elektrokarren schaffen die Vorräte wohl bequem auf die Brücke.
Was mich aber besonders gestört hat, war die große Unruhe im Servicebereich. Meiner Meinung nach viel zu viel Personal “trat sich gegenseitig auf die Füße”, Ober liefen, ja schlurften fast ohne Ende hin und her (ich kann ja verstehen, dass man nach einem langen Arbeitstag die Füße nicht mehr hochbekommt, aber es stört trotzdem), Grüppchen von jungen Servicekräften amüsierten sich hinter der Theke. Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen, die jungen Damen und Herren, die uns wechselweise Pizza und Getränke brachten, waren sehr freundlich und schnell, auch die Mine “unseres Obers” hellte sich zum Schluss merklich auf. Es war diese furchtbar unruhige Atmosphäre, die an einen Wartesaal denken ließ, die mich von der Tradition des letzten Abends auf der Brücke vermutlich Abstand nehmen lässt. Vielleicht probieren wir aber beim nächsten Mal doch wieder den hinteren Restaurantbereich aus, denn dort war es auch an diesem Abend deutlich ruhiger.
Im mittleren Teil des Restaurants gibt es noch eine kleine, allerdings relativ dunkel gestaltete Empore, die auch Platz für größere Familien mit kleinen Kindern bietet. Die Toilettenanlagen befinden sich in der oberen Etage und waren bei meinem Besuch dort absolut in Ordnung. Leider kann ich zu den weiteren Restaurantleistungen nichts sagen, es gab mehrere Karten, verführerisch aussehende Torten warteten in einer kühlen Schauvitrine. Probiert es einfach selber aus – ein Erlebnis ist es allemal, ein Essen direkt über den Wellen der Ostsee. Und für dieses Feeling gibt es von mir 4 Punkte, die ich ansonsten nicht vergeben hätte.
oben oder unten - immer wieder faszinierende Ausblicke auf der Seebrücke
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Dünenstr. 32, Eis-Torten-Kuchen und italienische Küche, 17419 Seebad Ahlbeck
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am 04.06.2009
Schon zu Beginn unserer Wanderung über Ahlbeck nach Swinemünde war es uns aufgefallen – das unverwechselbare Logo aller italienischen Restaurants und Eisdielen. Nach gut vier Stunden, auf dem Rückweg erschien es uns wie eine Fata Morgana in grün-weiß-rot.
An einem relativ ruhigen Abschnitt der Dünenstraße, die für den Autoverkehr gesperrt ist, direkt an der Promenade in Ahlbeck gelegen, empfing uns ein eingezäunter Garten vor schöner Bädervillenkulisse. Der Restaurantgarten zieht sich im Winkel um die Gebäudeecke, und bietet dadurch zu den verschiedenen Tageszeiten sowohl sonnige, wie auch schattige Bereiche. Wir fanden ein schönes Plätzchen unter einem großen Baum.
Zwei Karten standen zur Wahl – uns interessierte nur die Eiskarte. Und was soll ich sagen, “meinen” Joghurtbecher gab es auch hier. So viel ich auch suche in diversen Eiskarten – ich lande doch immer wieder bei ihm. Nur eine kleine Weile, und er stand vor uns – leckeres Eis mit frischem Naturjoghurt, darauf reichlich marinierter Obstsalat und als Krönung eine dicke Sahnehaube mit Waffel und Verzierung. Es schmeckte wirklich köstlich (und das war nicht nur unserem “ausgehungerten” Zustand zuzuschreiben). 5,20 Euro für den Becher waren zwar nicht ausgesprochen günstig, aber auch nicht kurortmäßig teuer.
Das Stella Marina ist jedoch nicht nur “Eisdiele”, sondern auch italienisches Speiserestaurant, interessanterweise wohl unter deutscher Leitung. Weiter kann ich dazu aber nichts sagen. Wir haben weder das Innere des Hauses gesehen, noch z.B. eine Pizza probiert. Leider, wie ich heute sagen muss - denn die Pizza, die wir an einem anderen Abend in einem andern Lokal aßen, war teuer und dementsprechend nicht wirklich gut.
Fotos konnte ich leider nicht machen, da ich am Vorabend vergessen hatte, den Akku komplett aufzuladen. Einen kleinen Eindruck vermittelt aber diese Website. Dort kann man auch die bis auf eine doch recht positiven Gästebewertungen zur Restaurantleistung lesen.
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Bahnhofstr. 4, "STOLZ - unser Kaufhaus seit 1858", 17459 Koserow
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am 02.06.2009
Wie schön könnte Urlaub sein, wenn nur das leidige Kofferpacken nicht wäre. Geht Euch das auch so? Ich bin mittlerweile dazu übergegangen, erst am Morgen vor der Abreise das Nötige im Koffer zu verstauen, und dann gleich loszufahren. Hat den Vorteil, dass ich schnell entscheiden muß, und den Nachteil, dass am Urlaubsort schon mal was fehlt.
Besonders ärgerlich ist natürlich immer ein Wetterwechsel mit starken Temperaturschwankungen. Da habe ich nun zehn leichte Shirts im Koffer versammelt, und dann drohen Sturm, Hagel und Temperaturstürze. Vor Ort einkaufen ist häufig recht teuer, zumal in Kurorten oder kleinen Urlauberparadiesen, die wenig Einkaufs-Infrastruktur haben, und überwiegend teurere Boutiquen vorhalten.
Im Ostseebad Koserow haben wir im Vorbeifahren eine gute Alternative für den kleineren Geldbeutel gefunden. Eigentlich auf der Suche nach der höchsten Steilküste der Insel, führten uns auffällige Werbeplakate zum Kaufhaus Stolz, dessen Anfänge in das Jahr 1858 zurückreichen. Das Stammhaus steht in Burg auf Fehmarn, 18 Filialen sind mittlerweile in Deutschlands Norden und Osten dazugekommen. Die Filiale in Koserow hat erst im Mai 2009 eröffnet, dementsprechend sieht alles recht schmuck und ordentlich aus (weitere Filialen wurden hier auch schon anders beschrieben ?!).
Auf jeden Fall gibt es ein ansprechendes Angebot - überwiegend Markenartikel (z.B. im Wäschebereich), und fast alles ist preisreduziert oder günstig kalkuliert. Wobei ich nicht ganz sicher bin, ob das evtl. alles noch “Eröffnungsangebote” waren.
Im Außenbereich stehen riesige Mengen von Rundständern unter einem Dach und bieten küstentaugliche Windjacken, Fleece-Kleidung in jeder Form, Farbe und Größe für den frierenden Urlauber – und kurze Hosen, T-Shirts und leichte Sweater für den, der nur Wollpullover eingepackt hat. Man muss ja nicht gerade die unsäglichen 2,99 Euro T-Shirts kaufen ;-). Auch die seitlich auf langen Tischen angebotenen Mitbringsel aus Muscheln, Holzvögel und Fischernetze treffen zumindest nicht meinen Geschmack.
Im großen Innenbereich ist alles zwar sehr eng, dennoch übersichtlich und zum Teil sogar nach Marken geordnet. Wäsche, Socken, Polos, Shirts gefaltet in der Mitte auf Etagenständern oder zum Wühlen in sogenannten “Gondeln” – an den Seiten Rundständer mit Kleidung für alle bunt gemischt.
Auch Elektrogeräte wie Kaffeemaschinen habe ich gesehen. Das ganze Angebot müsst Ihr euch bei Bedarf mal selbst ansehen. Zu den Öffnungszeiten kann ich leider auch noch nichts sagen, die Filiale ist auf der Firmenwebsite noch als “Baustelle” markiert. Auf Usedom sind viele Geschäfte allerdings sogar am Sonntag geöffnet.
Wir wollten nach unserem Kurzbesuch nur schnell weiter, denn diesmal hatte ich den Koffer passend gepackt ;-)
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Strandpromenade, Seebad Heringsdorf
auf nach Bansin - Promenadenwanderung zweiter Teil
meme
am 01.06.2009
... Ein neuer Tag, der gleiche Startpunkt. Heute geht es gen Westen – Ziel das Seebad Bansin. Zunächst heißt es wieder “promenieren” im wahrsten Sinne des Wortes. Heringsdorf, das “Nizza der Ostsee” war schon immer das eleganteste, schönste, vom Hochadel bevorzugte Seebad – entsprechend edel ist auch die Promenade, künden Gedenksteine und -tafeln von ruhmreicher Vergangenheit.
Wilhelm der I. und Dr. Hugo Delbrück, einer der “Gründerväter” Heringsdorfs
In Strandnähe, gleich vor der Seebrücke lockt ein großes farbiges Werbeplakat für Chapeau Rouge - das Theaterzelt ist schon aufgebaut, die Veranstaltungen, die Einheimischen und Gästen die Sommermonate verschönern sollen, beginnen am 29. Mai.
Und dann wird’s auch hier in Heringsdorf ausgesprochen “trubelig”. Die mit 508 Metern längste kontinentaleuropäische Seebrücke (30 Meter über Wasser) zieht mit kleinen interessanten Lädchen, Restaurants und Cafés im Eingangsgebäude zahlreiche Menschen an wie ein Magnet. Über der Passage werden in den spitzgiebeligen Häuschen schöne Ferienwohnungen angeboten. Straßenimbiss, Eisdielen, Cafés und Restaurant sind bestens besucht, ein Durchkommen ist schwierig. Auch auf der Brücke reger Verkehr. Eine Besonderheit der erst 1995 neu erbauten Brücke ist die Glasabtrennung in der Mitte, immer wieder durchbrochen von kleinen Durchgängen. Wer jemals bei steifer Brise die Brücke besucht hat, wird dies besonders zu schätzen wissen. Nach einigen Metern “klotzt” ein großer überdachter Imbiss – eine Fischbraterei mit langen Menschenschlangen vor der Essensausgabe. Wandern in frischer Seeluft macht halt hungrig und durstig. Dementsprechend sind auch alle Tische rund um das weit hinein in/über der Ostsee gelegene Brückenrestaurant Ponte Rialto belegt. Wir lassen alles “links liegen” und genießen lieber die zunehmend raue Seeluft am Ende der Brücke.
hier legen auch die Adler-Schiffe an
Da uns die Sonne heute verwöhnt, nehmen wir den Weg am Strand entlang. Mühsamer ist das Gehen als gestern. Viel mehr Menschen, spielende Kinder und Sandabbrüche am Strand zwingen uns häufig, in den weichen fließenden Sand auszuweichen. Diese Strecken zählen mindestens doppelt, so anstrengend ist das Laufen. Immer im Blick voraus, die Seebrücke von Bansin, ab und zu ein Blick zurück – wie viel haben wir wohl schon geschafft?
im Vordergund die Seebrücke Bansin - schon weit hinten die Seebrücke Heringsdorf
Nach der Hälfte der Strecke steigt die Stimmung – auch der Blick in Richtung Promenade wird interessanter. Nach längerer Waldstrecke erscheinen nun hübsche braunrot gestrichene Holzvillen. Ganz anders der Stil - urwüchsiger, kleinbürgerlicher wie die bisher gesehenen herrschaftlichen Villen.
Endlich geschafft, eine Treppe führt uns hoch auf die 285 Meter lange Seebrücke. Meergenuss pur, von keinerlei Gebäuden und Geschäftigkeiten getrübt. Im Gebäude der Tourist Information, direkt an der Brücke gelegen, finden wir noch einmal reichlich Material für weitere Unternehmungen, auch erhalten wir nach Vorlage der Kurkarte eine kostenlose Übersichtskarte der Gegend. Ich kann die Informationscenter nur empfehlen. In Ahlbeck z.B. haben wir ein einfaches ohne Werbeaufwand doppelseitig bedrucktes DinA4 Blatt gefunden, auf dem in alphabetischer Reihenfolge alle Orte auf der Insel mit ihren interessantesten Sehenswürdigkeiten aufgelistet sind – sehr hilfreich bei der Planung von Ausflügen.
Zurück nach Heringsdorf wandern wir über die Strandpromenade, die als einzige der Dreikaiserbäder zumindest teilweise freie Seesicht gestattet. Außerdem erhielt Bansin in den 20iger Jahren die erste Freibade-Erlaubnis. Vorher war das Baden nur in “Badeanstalten” möglich. Baden oder gar schwimmen für Frauen war noch mal ein ganz besonderes Thema – der “Damenbadweg” in Heringsdorf kündet davon. Auch hier in Bansin kann man als Relikt vergangener Zeiten neben der “Orchestermuschel” vier Badekarren sehen. Die Damen wurden im Karren verborgen von Pferden ins Meer gezogen, dort konnten sie aussteigen, sich abkühlen, und wurden dann gut versteckt wieder an Land gebracht.
hübsch anzuschauen sind sie schon, die Badekarren, aber ob sie auch praktisch sind
Auf der rechten Seite der Promenade können wir jetzt die schönen Holzvillen aus der Nähe betrachten. Mir gefallen sie sehr gut, besser als viele der Steinvillen.
ein besonders schönes Exemplar
Bansin ist das modernste der “Dreikaiserbäder” und das “christlichste”
“Das Seebad sprach ausschließlich die oberste Gesellschaftsschicht an und warb mit “Christlichen Häusern” und setzte so den Gegenpol zu den jüdischen Sommerresidenzlern in Heringsdorf. Bansin erlangte dadurch den Ruf eines antisemitischen Bades” (Text von dieser Seite)
Nun sind glücklicherweise diese Zeiten endgültig vorbei – geblieben ist das modern für Bansin, das exklusiv für Heringsdorf und das familiär für Ahlbeck – oder habt Ihr da andere Erfahrungen?
zwei hübsche Badegäste direkt an der Promenade
Langsam erreichen wir wieder Heringsdorfer Gebiet – Villen, Baustile, Grün und Meer vermischen sich – die Beine werden schwer, viel schwerer als gestern. Vor dem Maritim-Hotel verbreitert sich die Promenade noch mal zu einem kleinen Park, kurz danach können wir die Heringsdorfer Spielbank sehen – eine hübsche bunte Kuh ziert den Eingang, warum auch immer. Wir haben vorsichtshalber ein wenig Abstand gehalten, daher kann ich dazu nichts weiter sagen ;-)
Die letzten Schritte fallen unendlich schwer – gut, dass der letzte Teil des Weges wieder gut beschattet ist. Insgesamt haben wir 8 km Strandpromenade (andere Quellen sprechen von 10 km) doppelt bewältigt - die Tour bis Swinemünde und die vielen Strandabschnitte und Seitenwege nicht eingerechnet. Interessante Einsichten in Baustile, Geschichte, Technik, Marketing und andere Bereiche, viel gesunde Bewegung in frischer Luft, eine schöne Fotostrecke und dauerhafte Erinnerungen sind unser Lohn.
Bequemer ist es sicherlich, die Strecke mit dem Fahrrad zu fahren. Von Swinoujście (Swinemünde) mit dem sehenswerten Hafen über Kaiser- und Bernsteinbäder bis zum anderen Ende der Insel bei Peenemünde, ebenso im Hinterland rund um das “Achterwasser” laden reichlich gepflegte Radwege und Promenaden zum fröhlichen Radeln ein.
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