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Ich bin ubrsma aus Oberursel. Ich bin Qyper seit dem 11.04.2008

"Alle Lebewesen außer den Menschen wissen, dass der Hauptzweck des Lebens darin besteht, es zu genießen."

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Taverna Santorini - Charlottenburg

Cauerstr. 28, 10587 Berlin

01.11.2010 (aktualisiert am 03.11.2010)

Schon an anderer Stelle meines Berlin-Guides erwähnte ich die Restaurantsuche mit der Qype-Applikation des Androidhandys. Auch den Besuch in der Taverna Santorini verdanken wir dieser mobilen Speisesuchmaschine; allerdings anders, als wir uns das anfänglich gedacht hatten.

Nach dem langen Besuch des Dokumentationszentrums Berliner Mauer waren wir ein bisschen durchgefroren und müde. Also beschlossen wir eine mit dem Tagesticket der BVG kostenlose Fahrt mit einem Doppeldecker-Linienbus quer durch Berlin. Auf Höhe Charlottenburg empfahl uns die Qype-Applikation auf dem Mobiltelefon ein griechisches Lokal, das allerdings - wie wir nach dem Aussteigen feststellen mussten - leider mitten am Nachmittag geschlossen hatte. Also wanderten wir auf gut Glück los und stießen zwei Straßen weiter auf das Santorini.

Wir fünf waren um etwa 16 Uhr die einzigen Gäste im Lokal und wurden freundlich begrüßt. Vom Rest des Aufenthalts weiß ich nichts mehr, weil uns zunächst ein Karäffchen Ouzo kredenzt wurde, nach dessen Leerung ich in Schockstarre verfiel.
Nein, im Ernst jetzt mal: Wir vertrieben uns die Wartezeit mit dem Lesen der Kommentare bei Qype und Tochter 1.0 stellte dabei die Theorie auf, dass der einzige negative Kommentar für das Santorini bestimmt von der teureren und weniger flexiblen Konkurrenz zwei Straßen weiter platziert worden sei, die ich lieber nicht verlinke. Unsere Folgediskussion über griechische Mafiastrukturen gebe ich hier und jetzt nicht wieder.

Jedenfalls haben wir sehr gut und reichlich gegessen. Leid tut es mir ja immer, wenn die Kids halbe Portionen ungegessen zurückgehen lassen, weil sie die Mengen nicht schaffen. Aber ich garantiere, dass zum Beispiel vom hervorragenden Skordalia auch nicht das winzigste Kartoffel- oder Knoblauchfitzelchen übrig geblieben ist.

ευχαρστω, Santorini!

Dokumentationszentrum Berliner Mauer - Gesundbrunnen

Bernauer Str. 111, 13355 Berlin

01.11.2010 (aktualisiert am 03.11.2010)

Auch am dritten Tag unseres Kurzurlaubes in Berlin wurde das Wetter nicht schöner. Also gondelten wir mit der S-Bahn an den Nordbahnhof, dort wo die Mauer einst einen spektakulären Knick in südlicher Richtung bildete. An der Bernauer Straße wurden offenbar besonders viele "Grenzvergehen" im Sinne des DDR-Justizsprechs begangen.

Trotz eisiger Kälte und Dauerbenieselung mitten im Oktober haben wir mehrere Stunden im Dokumentationszentrum Berliner Mauer zugebracht. Ziel der Ausstellung ist es, das Andenken an die Mauer und an die mit ihr verbundenen Schicksale nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. - Dies gelingt hier ganz besonders gut, wie ich meine.

Die Ausstellung gliedert sich in einen Außenbereich sowie einen Museumsteil im Inneren eines Gebäudes an der Bernauer Straße gegenüber dem Mauerabschnitt an einem ehemaligen Friedhofsgelände. Hier gibt es mengenweise und qualitativ hochwertiges Ton- und Filmmaterial, Fotos, Augenzeugenberichte und Dokumente, die Alltag und auch Besonderheiten wie Fluchtversuche von DDR-Bürgern illustrieren. Selbst bei freundlicherem Wetter könnte ich dort Stunden zubringen. - Eine sehr toll gemachte Zusammenstellung für alle, die schon immer wissen wollten, was sich im vergangenen Jahrundert an der Berliner Mauer zugetragen hat. Tochter 1.0 und Tochter 3.0 waren jedenfalls hellauf begeistert.

Von einem Turm des Dokumentationszentrums aus kann man auf die andere Straßenseite und dort im Außenbereich der Ausstellung auf einen originalen Mauerabschnitt blicken, der so erhalten, beziehungsweise renoviert ist, wie er in den letzten Jahren der deutschen Trennung vorhanden war: Mauer in den Westen, Todesstreifen mit Wachturm, Postenweg, Beleuchtung und Hinterlandmauer.

Im Anschluss an den erhaltenen Mauerabschnitt befinden sich verschiedene Erinnerungsobjekte eher künstlerischen Zuschnitts: Ausgrabungen, Modelle, Stelen und Mauernachbildungen in Form von Stäben aus Cortenstahl.

Und wie das eben meist so ist mit den besten Besucherzielen einer Stadt: Es waren kaum Besucher vor Ort; die hingen sicher wieder mal alle in dichten Trauben am Checkpoint Charlie oder im DDR Museum herum. Und so soll das bitte auch bleiben.

Danke, Berlin! - Und damit ab nach Santorini.

Oliva - International Kitchen - Mitte

Rosenthaler Str. 44, 10178 Berlin

01.11.2010 (aktualisiert am 03.11.2010)

Nach dem Bummel durch die Hackeschen Höfe im Rahmen unseres Berlintrips landeten wir in diesem Lokal. Kurzinfo für den eiligen Leser: Wir wurden satt. So weit, so gut.

Die Oliva ist ein Allerweltsladen, wie es ihn in jeder deutschen Stadt gibt und wo das Essen weder überdurchschnittlich gut noch besonders schlecht ist, die Bedienung weder ausgesucht freundlich noch abweisen wirkt und das Gegessene schon nach ein paar Minuten ins Reich des Vergessens hinübergleitet.
Interessant war allerdings die junge Dame, die sich an unserem Tisch vorbei schlängelte, sich als einziger Gast in das Zelt im Garten setzte und dort zu Pasta und Cola wild gestikulierend ein Dauertelefonat über ihr Handy führte und dabei geschätzte zwei Packungen Zigaretten rauchte. Sagenhaft, diese Berliner!

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass wir zu fünft mit Pizzen, Pasta, Vorspeisen und Getränken inklusive Trinkgeld lediglich 62 Euro in der Oliva gelassen haben. Die Kritiker unter den Kommentatoren haben aber ganz sicher Recht; genau so wie beschrieben hat der Laden auf mich gewirkt. Aber was will man in direkter Nähe zu den Touri-Magneten Hackescher Markt und Hackesche Höfe denn anderes erwarten?

Am nächsten Tag erwartete uns in abgelegenerer Lokation das Dokumentationszentrum Berliner Mauer.

Hackesche Höfe - Mitte

Rosenthalerstraße 40/41, Hackesche Höfe, 10178 Berlin

01.11.2010 (aktualisiert am 03.11.2010)

Überall ist nachzulesen, dass die Hackeschen Höfe das größte zusammenhängende Hofareal in Deutschland sind. Wir kamen im Rahmen unseres Kurzurlaubs in Berlin bei Regen und Kälte vorbei und haben die Mischung aus Ladengeschäften, Kleinkunst und Wohnen sehr genossen. Als alter Fan der handaufgezogenen Uhren hatte es mir natürlich besonders der Askania-Laden angetan.

Aber nach den verunglückten Touriaktivitäten am Checkpoint Charlie und dem DDR Museum waren wir einfach froh, ein wenig im Trockenen flanieren zu können. Und wenn Sohn 2.0 angesichts eines noch extrem renovierungsbedürftigen Innenhofes im Grafittyrausch anmerkt, er wolle jetzt hier wohnen, dann feixt der Vater innerlich.

Beim Weinhändler in einem der Höfe haben wir dann noch eine Flasche Dornfelder mitgenommen, der sich später als vorzüglich herausstellen sollte, bevor wir mit Wolfshunger die Straße querten, um gegenüber eine Pizzeria mit Spezialwünschen zu behelligen.

Ach ja: einen schicken Seifenladen gibt es auch in den Höfen, sagt die beste aller Ehefrauen. Und Tochter 1.0.

Amicvs Vini - Mitte

Rosenthaler Str. 36, 10178 Berlin

03.11.2010

Unten Weinstüberl und oben Weinhändler? Zur Gastronomie des Amicvs Vini kann ich nichts schreiben, wir suchten lediglich als Mitbringsel für eine Einladung zum Abendessen eine Flasche Wein.

Da ich ja eher der Pseudoweinkenner für den Hausgebrauch bin - mit gefährlichem Halbwissen wie: "Rot zum Lamm und weiß zum Abnehmen", "Was haben haben Rote aus Deutschland und Katalonien gemein? Beide mag ich in der Regel nicht.", "Je spanischer desto hicks!" -, kam mir gelegen, dass der Mann an den Regalen freundlich war und nach kurzer Geschmacksbeschreibung des Gewünschten sofort Empfehlungen aussprechen konnte. Es wurde schließlich ein Dornfelder aus dem unteren Preissegment des Ladens, der mit 14 Euro allerdings immer noch im gehobenen Preissegment meines Geldbeutels lag.

Bereut haben wir den Kauf später am Abend aber keineswegs, der Wein war wirklich sehr lecker.

Royal India - Friedrichshain

Koppenstraße 75, 10243 Berlin

01.11.2010 (aktualisiert am 03.11.2010)

Am Ende unseres ersten Tages in Berlin zog es uns dank ausführlicher Tagesmärsche durch die Innenstadt zum Abendessen nicht mehr allzu weit weg vom Silver Tower des Ostels. Schon bei der Anfahrt war uns das Royal India an der Ecke Koppenstraße-Singerstraße aufgefallen, und so begaben wir uns trotz wütender Proteste eines der Teilnehmer an unserer Expedition zum Abendessen in die indische Stube.

Die Inneneinrichtung ist zwar modern gestaltet, aber auch mit indischen Applikationen (Schirmchen, Elefanten, etc.) bestückt, so dass wir uns recht wohl gefühlt haben. Nach dem ersten Hefeweißbier - ich weiß: sowas trinkt man nicht in Berlin, ich hatte aber Durst - und nachdem sich der schimpfende Teilnehmer zornig und ohne Abendessen zurück ins Hotelzimmer verzogen hatte, stellte sich dann auch rasch diese innere Zufriedenheit ein, mit der man dem Personal beim unhektischen Umgang mit den Gästen zusehen kann. So nahm ich keinerlei Anstoß daran, dass der Nachbartisch noch vor unserem mit dampfenden und zischenden Speisen bedeckt wurde, obwohl die Herschaften deutlich nach uns gekommen waren.

Zur Vorspeise habe ich hier die erste Mulligatawny Soup meines Lebens gegessen, deren Name ich nach geschätzten 100 Wiederholungen des Dinner for One auswendig kenne. Sehr lecker übrigens, auch wenn für meinen Geschmack vielleicht ein bisschen sehr viel Hühnerfleischeinlage kredenzt wurde.
Die Hauptgerichte kamen dann - siehe oben! - dampfend und zischend auf glühenden eisernen Rosten an den Tisch, die in hölzerne Untersetzer eingelassen waren. Ein spektakulärer Akt des Auftischens! Und geschmeckt hat es ebenfalls sehr gut.

Auch an diesem Abend haben wir gut und ausreichend gegessen und getrunken und kamen mit 70 Euro für vier Personen meiner Ansicht nach recht preisgünstig weg. Nach der Erfahrung am Vorabend scheint sich die Einschätzung zu bewahrheiten: Berlin ist günstiger als Frankfurts Speckgürtel.

Randnotiz für den Morgen danach: Direkt neben dem Royal India befindet sich eine kleine Bäckerei unter Multikulti-Leitung, in der wir sehr gut und günstig gefrühstückt haben; weit besser als in der Bäckereikette am Ostbahnhof, die wir am Vortag besucht hatten. Mit diesem Frühstück im Bauch schafft man sogar den weiten Weg bis zum Checkpoint Charlie.

Denkmal für die ermordeten Juden Europas - Mitte

Ebertstraße 1, Grosser Tiergarten, 10117 Berlin

01.11.2010 (aktualisiert am 03.11.2010)

Zwischen zwei Besuchen im Deutschen Historischen Museum, zogen wir eine Schleife um das Brandenburger Tor (zugig & regnerisch, voll mit Citytour-Bussen) und den Reichstag (Kuppel wegen Renovierung geschlossen) zum umstrittenen Mahnmal des Judenmordes.

Erster Eindruck bei der Annäherung von der flach ansteigenden Seite: ein unspektakulärer Steinhaufen, auf dem zwei überforderte Polizisten damit beschäftigt waren, Kinder, die von Quader zu Quader sprangen, brüllend zur Ordnung zu rufen.
Dann Eintauchen zwischen die immer höher hinauf ragenden, unregelmäßigen Betonquader. Beklemmende Gefühle angesichts des glatten, mit Regenperlen überzogenen Sichtbetons. Dann dieser Kinderschrei aus dem Labyrinth der Quader: "Mama!" Mit Halleffekt. Dramatische Wirkung. War das jetzt 2010 oder 1944? Der Schrei eines jüdischen Kindes? Ich fröstle. Wahrscheinlich wegen der ungewöhnlichen Kälte mitten im Oktober.

Dann, nach dem Auftauchen aus der Tiefe des Mahnmales, überkommt mich wieder der Ekel vor den springenden, keifenden Touristenkindern, deren Gebrüll und Gerenne zwischen den Stelen mich wieder in die Wirklichkeit zurück zerren. Zum Glück.

Es fängt jetzt wieder an zu regnen. Wir gehen nochmal zurück ins Deutsche Historische Museum. Die Warteschlange zur Ausstellung unter dem Mahnmal tun wir uns nicht an.

Deutsches Historisches Museum Berlin - Mitte

Unter den Linden 2, Schlüterhof im Zeughaus, 10117 Berlin

01.11.2010 (aktualisiert am 03.11.2010)

Am ersten Tag unseres Berlintrips zog es uns in Richtung Westen. Bei eisiger Kälte und Regenschauern überquerten wir die Museumsinsel und liefen erleichtert im Deutschen Historischen Museum ein. Die oben genannten Öffnungszeiten können nicht ganz stimmen: Am Mittwoch, den 20.10.2010, waren wir zeitig dran und mussten um 9.45 Uhr an der Kasse noch nicht lange Schlage stehen.

Grund für den Andrang war nicht nur das Wetter: Die Ausstellung Hitler und die Deutschen - Volksgemeinschaft und Verbrechen war erst ein paar Tage zuvor eröffnet worden. Tochter 1.0 und ich selbst wollten unbedingt hier her. Dank der guten Organisation der Museumsleitung war der Zugang zur Ausstellung so reglementiert, dass sich der Andrang an den Exponaten in Grenzen hielt und man einigermaßen in Ruhe durch die Dokumentationen wandern konnte.

Insgesamt haben wir über vier Stunden in den Räumen verbracht, die in ihrer Ausdehnung durchaus überschaubar waren. Ich hätte gut und gerne noch einmal so lange ausgehalten, beugte mich jedoch dem Familienwunsch nach Wechsel der Lokation; genau betrachtet ist es ja durchaus eine Leistung, dass Tochter 3.0 mit ihren elf Lenzen überhaupt so lange Interesse für einen Stoff aufbringen konnte, der streckenweise nicht einfach zu begreifen ist.
In diesem Zusammenhang sei erwähnt: Die Mitnahme eines Audioführers zu lächerlichen 3 Euro Mietpreis ist unbedingt empfehlenswert, auch wenn er die Durchlaufzeit für eilige Besucher noch zusätzlich verlängert.
Aber auch ohne Guide ist die Ausstellung imposant, beeindruckend. Es ist kaum zu glauben, wieviel Dokumentarisches aus des Volkes Mitte hier zusammen getragen werden konnte. - Besuchsbefehl!

Nach einem Abstecher zum Brandenburger Tor und dem berühmten Mahnmal, kehrten wir am Nachmittag noch einmal zum Deutschen Historischen Museum zurück, um uns eine zweite Ausstellung anzusehen, die allerdings um Längen weniger gut besucht war: 1990 - Der Weg zur Einheit.
Für mich das erstaunlichste Exponat waren Leihgaben von Lothar de Maizière, der die Originalrequisiten der Unterzeichnung des 2+4-Vertrages in Moskau zur Verfügung stellt: eine abgrundtief hässliche, schwarze Vollplastikschreibmappe mit dem verblassten Aufdruck "MOSKWA" und den Füller, mit dem Maizière den Vertrag für die DDR unterzeichnet hatte und der erstaunlicherweise in China hergestellt worden war. - Wer wusste schon, welchen Anteil die Chinesen an der deutschen Wiedervereinigung hatten?

Nach so viel musealer Ertüchtigung ging es zum Entspannen zunächst vorbei an der ewig langen Warteschlage auf Hitler in den gut bestückten Museumsshop und anschließend zum Abendessen nach Indien.

Fazit: Berlin ist immer eine Reise wert, und den Besuch der beiden Wechselausstellungen im Deutschen Historischen Museum empfehle ich dringend!

reporterchen "Am ersten Tag unseres Berlintrips zog es uns in Richtung Westen."

Westen ist offenbar auch relativ ;-)

ritamaria Ja, hier der Beweis dass man sich in Richtung Westen bewegen kann ohne den Osten zu verlassen ;)

(Hmm, ich glaube das meinte ich ursprünglich halb so metaphorisch...)

OSTEL Das DDR-Design-Hotel - Friedrichshain

Wriezener Karree 5, Friedrichshain, 10243 Berlin

01.11.2010 (aktualisiert am 03.11.2010)

Im Rahmen eines fünfköpfigen Berlintrips hatten wir uns ein Familien-Appartemäng beim Ostel bestellt. Die Anreise aus Frankfurt war durchwegs verregnet und beim Adressensuchen am Berliner Ostbahnhof hätte ich beinahe drei oder vier unbeleuchtete, rasende Fahrradterroristen vom Bike geschossen. Echt unheimlich, wie die hier drauf sind!

Die bestellte Familienwohnung lag ein paar hundert Meter abseits vom Hotelgebäude in einem renovierten DDR-Plattenbau namens Silver Tower im sechzehnten Stock. Die Möblierung war echt klasse; die Kids glotzten betreten auf die melaminbeschichteten Sperrholztische und -schränke sowie auf das kackbraune Kunstledersofa. Auch die Stöße in der Betonplattendecke wurden ungläubig gewürdigt.
Erleichterung wurde erst spürbar, als nach dem Aufreißen der Badezimmertür ein kleines, aber voll modernisiertes Dusch-Wasch-Pissoir sichtbar wurde. Weiterer Stilbruch: Der Flachbildfernseher auf dem Ossi-Beistelltischchen!

Sehr toll aber fanden wir alle den Wackelturm-Alex im Wohnzimmerschrank: Wer erinnert sich daran? Es gab früher - in Ost und West - diese kleinen Gliederfigürchen, die auf einem Sockel standen, dessen Boden von unten eingedrückt werden konnte. Beim Drücken gaben Schnüre, die durch die Glieder der Figuren führten, nach und die Figur brach in sich zusammen. So auch dieses handgefertigte Modell des Fernsehturms am Alexanderplatz.

Stirnrunzeln erzeugte hingegen die Hausordnung an der Ausgangstüre, die trotz des vorhandenen Eisschrankes und der Kücheneinrichtung das Einlagern und Trinken alkoholischer Getränke sowie das Zubereiten von Mahlzeiten verbot.

Aber viel Zeit haben wir sowieso nicht mehr verbracht in der Wohnung von J. Sparwasser. (Diesen Witz haben die Kids nicht verstanden, wie denn auch: Die Appartements des Ostel im Silver Tower sind nach ehemaligen DDR-Promis benannt. Auf den Tür- und Klingelschildern finden sich neben dem Herrn Sparwasser zum Beispiel auch Frau K. Witt und Herr F. Schöbel.) Aber unbedingt positiv hervorgehoben werden muss der tolle Ausblick aus dem sechzehnten Stockwerk auf die East Side Gallery und die O2 World Arena.

Nach der Zimmerverteilung ging es erst einmal zur Speisung. Bitte hier entlang!

Randaline Ja, wir waren auch Fam. Sparwasser. Die Wohnung bietet wirklich einen schönen Ausblick :-)

DDR Museum - Mitte

Karl-Liebknecht-Straße 1, direkt an der Spree, gegenüber dem Berliner Dom, 10178 Berlin

01.11.2010

Während unseres Berlintrips kamen wir schlecht gelaunt, durchnässt und fröstelnd vom Checkpoint Charlie kommend am DDR Museum im Untergeschoß der Museumsinsel an. Und siehe da: unsere Laune schaffte es sogar noch eine Etage nach unten.

Es regnete noch immer und die Warteschlange vor dem Museum war ein paar hundert Meter lang bis hinauf auf die Brücke. Also sandten wir ein Stoßtrüppchen nach vorne, ans andere Ende des Wartereptils, hinein in den Eingangsbereich des Museums, von wo aus man - nach entsprechendem Einsatz von Ellenbogen - einen ganz guten Einblick in die Museumsräume hat. Ein Blick ins Getümmel bestätigte das, was einige der hier Schreibenden bereits angemerkt hatten: Ziemlich enge Räumlichkeiten, durch die sich die Besuchermassen auf den Fersen der jeweiligen Vorderleute schoben; das Mienenspiel der Besucher schwankend zwischen teilnahmslos und verärgert; feuchtwarme, dampfende Athmosphäre.

Tochter 3.0 verstummte im Angesicht des Trubels, Sohn 2.0 meuterte offen: "Ne, da geh ich nicht rein." Gesagt, getan. Der Stoßtrupp meldete der besten aller Ehefrauen und Tochter 1.0, die inzwischen in der Schlange keinen Meter weiter voran gekommen waren, Vollzug sowie den Entschluss, das DDR Museum zu überspringen. - Mist, kein besonders erfolgreicher Tag heute.

Also weiter zu den Hackeschen Höfen.

ubrsma Lieber Berlingenießer,

ich halte mich halt an den Vorschlag von Qype: Schreibe Deine Beurteilung so, als würdest Du Dich mit Deinen Freunden unterhalten. Und genau so unterhalte ich ich eben mit meinen Freunden. Nicht nur über das DDR-Museum. Das gefällt meinen Freunden und es gefällt vielen Lesern, wenn ich mir meine Bewertungen so ansehe.

Aber es ist schon klar dass es auch Leute gibt, die besser mit professionell redigierten Reise- und Besuchsberichten klar kommen als mit persönlichen Eindrücken und Stimmungen auf Qype.

Nichts für ungut; ich bleibe bei meinem Beitragsstil, wenn 's recht ist. (Und auch wenn 's nicht recht sein sollte.)

ddrmuseum Hallo ubrsma,

nachdem das nun wieder aufflammt: ich finde Ihren Beitragsstil weniger schlimm - aber bewerten Sie das Essen im Restaurant auch, weil Sie daran vorbeigelaufen sind? Dass es Ihnen zu voll war ok, aber wie können Sie seriös Punkte verteilen ohne das Museum besucht zu haben?