Kategorie: Hotels & Unterkünfte
Details: Hotels
14.03.2008
Das King David ist eines der großen Hotels der Welt. Etwa so wie das Ritz in London, das Walldorf-Astoria in New York oder das Raffles in Singapur. Was macht diese Hotels so einzigartig? Die Architektur? Die Inneneinrichtung? Die Lage? Der herausragende Service? Das Essen? Die Gäste? Alles dies ist wichtig. Aber noch viel wichtiger ist, dass alle genannten Hotels Geschichte haben.
Am 22. Juli 1946 flog ein Flügel des Hotels aufgrund eines Anschlages in die Luft. Verübt wurde der Anschlag von der jüdischen Untergrundorganisation Irgun. Ziel war die britische Militäradministration, deren Beamten im Hotel untergebracht waren. Hinter dem Anschlag steckte die Idee, den Rückzug der Briten aus dem Mandatsgebiet Palestina zu erreichen. Trotz den wohl insgesamt drei Warnanrufen gab es über 90 Opfer. Und tatsächlich folgte nicht viel später der Abschied der Briten aus dieser Region.
Terror war nicht neu in dieser Weltgegend, und leider ist er dem Land Israel immer noch erhalten geblieben. Auch wenn er jetzt eher von der anderen Seite aus erfolgt. Das Anfang der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts solide gebaute King David hat aber nicht nur den Anschlag überstanden sondern auch die folgenden, schweren Zeiten. Inzwischen ist es wieder das mit Abstand beste Hotel in Jerusalem. Berühmte Politiker und Diplomaten steigen hier ab, wenn sie die heilige Stadt besuchen. Möglicherweise glaubt man, dass eine Bombe nicht zweimal an derselben Stelle einschlägt. Aber vielleicht ist ja auch nur die Qualität des Hotels daran schuld. Jedenfalls sollte man als Gast darauf vorbereitet sein, dass Gruppen von ca. zwanzig Männern in schwarzen Anzügen mit robustem Auftreten das Hotel extrem schnell durchqueren, so schnell, dass man den Prominenten in der Mitte kaum bemerken kann. Auch arabische Gäste sind hier übrigens nicht fremd.
Das Frühstück ist hier großartig. Man hat die Wahl zwischen englischen Speisen (ja, fett wie sonst was), einem kontinentaleuropäischen Frühstück wie wir es kennen und orientalischen Spezialitäten. Frischgepresster Orangensaft ist hier selbstverständlich. Aber auch das Essen, die Bar und der Kuchen ist hier großartig. Der Service kann auch mal etwas arrogant wirken, aber wenn man selbst freundlich ist, sind es die Angestelten dann auch. Und dann gibt es nette Überraschungen und kleine Extras.
Ich würde empfehlen, den Aufpreis für den “Old City View” zu zahlen und sich ein Zimmer mit Blick auf die Altstadt und den Berg Zion zu leisten. Man hat dann nicht nur einen wunderbaren Blick auf das Jaffator, einen weitereren, historisch sehr spannenden Ort, sondern man hat auch ein Fenster in Richtung des wunderbaren Gartens des Hotels mit dem Pool. Jerusalem ist als Stadt unglaublich spannend. Aber es ist ein riesiger Steinhaufen in einer kargen Gebirgslandschaft. Der Garten des Hotels ist allerdings wunderbar grün, auch im Sommer mit genug Schatten. Man kann sich hier besser erholen als an jedem Strand.
Meine Begleiterin und ich haben den Aufenthalt hier sehr genossen. Trotzdem oder vielleicht auch gerade weil wir wussten, welche Geschichte dieser Ort bereits hinter sich hat.
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