Liebe Bräute,
aus meiner Sicht ist das Ganze so gelaufen:
Ich habe mir echt Mühe gegeben diese Braut so glücklich wie möglich zu machen: Ich habe ihr vorher gesagt, dass das bei uns erblickte Traumkleid “Safir” nicht jedem steht, und dass sie es wahrscheinlich an sich nicht mögen wird. Es hat einen luftigen Tüllrock, der vorne knielang und hinten bodenlang ist. Er macht kurze Beine sieht daher nur mit extrem hohen Absätzen gut aus.
Um der Braut eine vergebliche Anreise nach Hamburg zu ersparen, habe ich ihr angeboten das Kleid per Post zuzusenden. Also habe ich das Kleid, das eines unserer Ausstellungsstücke ist, gewaschen, geglättet, verpackt und versandt.
Beim Waschen veränderte sich der Look des Rocks. Er verlor sein tuffige Leichtigkeit und sah verfilzt und müde aus. Ich musste ihn aufarbeiten, damit er wieder wie das Original aussah.
Als die Braut mir das Kleid zurückschickte und ich es auspackte, sah der Rock wieder genau wie nach der Wäsche aus!!! Mein erster Gedanke war, dass die Braut den Rock zur Hochzeit getragen und dann gewaschen hat. Ich fühlte Cinderella als kostenlosen Verleihservice mißbraucht!
So eine Unverschämtheit mochte ich einer mir unbekannten Person aber nicht unterstellen, also habe ich ihr nicht die Verleihgebühr von 380€ in Rechnung gestellt, sondern nur die 35€ Kosten des Aufarbeitens – wobei ich auch hier gespart habe. Den Rock sorgfältig aufzuarbeiten wäre bedeutend teurer gewesen.
Im darauf folgenden Mailkontakt habe ich der Braut sogar angeboten, dass ich die Kosten selber trage, wenn sie mir nur nachweist, dass sie noch nicht geheiratet hat. Auf diesen Vorschlag ist sie nicht eingegangen.
Ich habe also Zeit, Mühe und Vertrauen in diese Braut investiert und einen Schlag ins Gesicht zurückbekommen. Schade.
Susanne
Deutsch





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