15.02.2008
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Also das mit den Japanern und dem Sex, das verstehe ich nicht wirklich. Also geht man hier nach Gion, in das japanische Äquivalent eines Rotlichtviertels, erst einmal wegen der Häuser. Genauer: Wegen deren Architektur. Denn die meisten historischen Holzhäuser in Japans Städten haben den Krieg nicht überlebt. Es gibt also nur wenige Orte, in denen man eine klassisch japanische Stadt aus der Edo-Zeit noch erleben kann. Hier ist einer davon. Es gibt keine Hochhäuser. Hier ist alles aus Holz und in der Regel nur zwei Stockwerke hoch. Dazwischen gibt es dann schöne, enge Gassen und gelegentlich einen romatischen, kleinen Kanal, fast wie in Venedig.
Es lohnt sich, bei Gelegenheit einen Blick in eine offene Tür zu werfen. Leider stehen die Türen allerdings selten offen, eigentlich nur dann, wenn eine größere Männergruppe gerade ein Haus betritt. Dann kann man einen Augenblick lang einen Blick in eine Welt werfen, die so gar nicht zu den alten Holzfassaden passen will. Feinstes, modernes Innendesign. Teilweise sind die Häuser komplett entkernt und dann modern wieder aufgebaut. Manchmal ist es auch ganz klassisch japanisch, wie in einem guten Ryokan. Aber kein einziges Mal habe ich einen Touristen eines dieser aufwendigen Häuser betreten sehen. Man ist offensichtlich auf einheimische Großverdiener spezialisiert.
Auf der Straße sieht man junge, eher kleine Männer in schwarzen Anzügen. Sieht harmlos aus, ist es aber nicht. Japaner haben vor diesen Typen jedenfalls Respekt, wohl auch weil diese in der Regel in Gruppen auftreten. Gelegentlich gibt es auf den Straßen dann sehr schöne Frauen mit älteren Männern. Und dann gibt es auch noch die Geishas, die die Herren wohl doch eher mit Kunst als mit Körper erfreuen. Wie das mit den Geishas wirklich funktioniert, lässt sich beobachten, wenn man am Ufer des Stadtflusses Kamo-gawa entlang geht und einen Blick auf die Terassen der Häuser am Ufer wirft. Dort sieht man dann Geishas und ältere Damen im Kimono, die auf japanisch mit Herren kommunizieren, wobei viel gelacht wird. Man hat Spaß miteinander. Ganz ohne körperliche Liebe. Ein faszinierendes Konzept.
Überhaupt scheint das Nachtleben hier nicht nach Klichees organisiert zu sein. Doch leider hat man als Tourist und Westler kaum eine Chance, hier wirklich Teilnehmer zu sein. Man bleibt mangels Wissen und Sprachkenntnissen auf die Rolle des Beobachters beschränkt. Aber selbst das kann manchmal sehr spannend sein.
Stichworte
japan, kyoto, geishas, gion, freudenhäuser
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