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Prato di Sant' Agostino, Siena

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von Matthias16
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Matthias16

Mainz

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Beitrag zu Prato di Sant' Agostino vom 21 Februar 2008

Der Prato die Sant' Agostino ist eigentlich nichts Besonderes: Der Vorplatz der Kirche Sant'Agostino, mit Bäumen bestanden, ein paar Bänken, ein paar Spielgeräten, einer Telefonzelle, einem Wasserhahn. Das ganze liegt auf einer kleinen Terrasse vor den alten Stadttoren der alten, inneren Stadtmauer, wenn man sich über das Mäuerchen der Terasse lehnt sieht man einen einen asphaltierten Platz über den der Weg zur Unimensa führt, dahinter ein Kirchlein mit einem Brunnen.

Den Tag über nehmen ihn die verschiedenen Generationen der Anwohner in Beschlag: Zuerst kommen die ganz Kleinen mit ihren Müttern, später die Schulkinder, noch später die Jugendlichen auf ihren Motorini. Dazwischen sieht man immer wieder Touristen (zumindest die hartnäckigeren unter ihnen) auf dem Weg nach Sant'Agostino, die Werke von Lorenzetti, Perugino und Sodoma zu bewundern.

Im Spätsommer wurden hier schon Zelte aufgestellt und eine Tanzfläche, für eine Festa dell'Unità, wenn ich mich recht erinnere, wo einem zum ersten Mal aus einem Fritto Misto der Arm eines Polpo entgegenwinkte, kein kraftloses, verkümmertes Ärmchen wie bei den Calamari, sondern ein dicker, kraftvoller Fangarm mit deutlich sichtbaren Saugnäpfen, der einen herausforderte, ob man wohl Manns genug sei, so etwas herunterzubringen. Er verlor.

Zieht der Herbst ins Land, so hallen die Mauern wider vom Rollen der Trommeln: Die jungen Tamburi und Alfieri, Trommler und Fahnenträger der Onda-Contrade üben für die nächsten Umgänge und vielleicht, eines Tages, für den großen Auftritt auf dem Campo.

Einmal (oder auch Zwei- oder kein Mal, wie das Losglück es will),
befindet sich hier der Nabel der Welt (oder zumindest des Onda-Viertels): Dann sieht man von seinem Logen-Platz an der Balustrade, wie sich der himmelblau und weiß geschmückte Platz vor dem Oratorium der Onda langsam füllt. Mitglieder der Contrade und auch einige Touristen warten darauf, daß ein Pferd, ach was, daß das Pferd, von dem heute alles abhängt, aus dem alten Stadttor auftaucht, um im Oratorium gesegnet zu werden. Ja, im Oratorium, denn heute, da das Pferd die Farben der Contrade trägt, geht es mit dem Rest der Contrade hinein in das Kirchlein, wo der Kaplan der Contrade Gottes Segen für Roß und Reiter, vor allem aber den Sieg für die Contrade erbittet. Sein Auftrag an das Tier ist eindeutig: "Geh' und kehr als Sieger heim!"

Das Pferd, gefolgt von der Menge, zieht los zur Piazza, zu siegen oder auf ein nächstes Mal zu hoffen und zurück bleibt ein Platz, der davon träumt, wieder einmal das Te Deum des Siegers zu hören...

Moe Ganz hervorragend geschrieben, das hab ich richtig gern gelesen :)
Danke.

hyke NOSTALGIA!

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