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Beitrag zu Curry Baude vom 11 April 2013
Curry Baude. Curry BAUDE. Was zur Hölle ist eine Baude?? Gibt’s das Wort überhaupt? Ist das irgendein Ausdruck des Berliner Dialekts, der mir noch nicht über den Weg gelaufen ist? Ein Wortspiel, das ich nicht verstehe? Oder hat das Ganze gar keinen großen Hintergrund? Ich weiß es nicht.
Aber das beschäftigt mich schon, seit einige meiner werten Kontakte (ich erinnere mich an “WirEinmaligen” und den Underdog, möge er es gut haben im Qype-Himmel) diese “Baude” (ein wirklich hässliches Wort, Entschuldigung!) in ihren Beiträgen lobten und zwar bis über den grünen Klee.
Und das soll was heißen bei den beiden Genannten!
Also stand das Ding ab da auf meiner Liste. Und einen schönen Tages, während Kumpel M. auf der Arbeit versauerte, hab ich’s also mal ausprobiert. Also ab zur U/S Gesundbrunnen, ein Ort, der mir vorher als “der Arsch von Mitte” beschrieben wurde – das passt ganz gut.
Ich sehe viele, die offenbar hier “wohnen”, ich sehe stinkende Pfützen auf dem Boden, in die Ecke gereihert hat auch wer…eine Umgebung, in der ich nicht sein möchte. Und das soll was heißen.
Die “Baude” (brrrrrrrr!) ist dann recht schnell gefunden, aus dem U/S-Bahnhof heraus zu finden, war schwerer. Ein Aufzug mit den Gebrauchsspuren der letzten Nacht, die man mit allen Sinnen wahrnehmen konnte und der mir kurzzeitig den Appetit verdarb, war die Rettung.
Das verging aber schnell und ich stellte mich an die für die nachmittägliche Zeit verhältnismäßig lange Schlange – ein gutes Zeichen! – an.
Ich hatte vorher von unhygienischen Zuständen gelesen, kann ich nicht bestätigen. Ok, die Tische draußen hatten länger keinen Wischlappen mehr gesehen, aber dafür, daß die “Baude” (argh!!) direkt an einer mehrspurigen, vielbefahrenen Kreuzung liegt (ist also nix fürn erstes Date. Mit Reden und so. ;) ), offensichtlich sehr gut besucht wird und die Klientel in der Ecke doch ab und an “speziell” zu sein scheint, sind die Stehtische vollkommen in Ordnung. Auch die “Küche” machte auf mich einen ordentlichen Eindruck. nicht blitzeblank, aber auf keinen Fall dreckig oder unhygienisch. Wenn man nicht wegen nem Klecks Ketchup oder etwas verschütteter Cola auf der Tischplatte gleich weinen muss, das soll’s ja auch geben, dann passt das hier definitiv.
Auch die öfter erwähnte Unfreundlichkeit der Mitarbeiter habe ich nicht erlebt. Im Gegenteil, die Kerle dort waren sehr freundlich, sowas erwarte ich in Imbissen nie und in Berliner Imbissen schonmal gar nicht. Irritierend. Aber toll!
Ich hab die “Currywurst Spezial” bestellt, “spezial” ist daran die Soße mit Paprika und Mais, so in etwa wie bei einem Zigeunerschnitzel, dazu Pommes Mayo.
Leider ging bei der Lautstärke und der Hektik das “spezial” wohl unter, so bekam ich eine normale Curry. Fand ich nicht schlimm, wies aber grinsend darauf hin und okkupierte mir einen Tisch.
Die Fritten haben mir sehr gut geschmeckt, gut gewürzt, gern hätten sie noch länger in der Friteuse bleiben dürfen, aber da ich auf Angebranntes stehe und zB Pizzen in meinem Ofen immer fast in Briketts verwandele und mich dann drüber freue, dürften die Pommes für den Normalbürger hier perfekt sein. Geschmacklich echt prima! Selbiges gilt für die Mayo, allerdings fand ich die seltsam “flüssig”, keine Ahnung, was da los war. Wieder irritierend. Aber sie war lecker!
Die Wurst (mit Darm) fand ich ebenso prima, knackig, geschmacklich echt weit vorne. Ich gestehe, ich bin seit Jahren Fan der Konkurrenz-Wurst vom Mehringdamm, die mag ich richtig gern!…diese Wurst hier hat keinen Grund, sich zu verstecken. Wirklich gut! Chapeau!
Die normale Currysoße fand ich jetzt nicht herausragend, die war gut und lecker, aber nicht so besonders, wie andere User berichten. Geschmackssache eben.
Ich hab die Wurst verspeist und beobachte grad gedankenverloren die Menschen an der Fußgängerampel, da tippt mir jemand auf die Schulter.
Cheffe, der vorhin meine Bestellung aufnahm.
“Hier, guck mal, ich habe noch eine halbe Wurst für dich. Mit Spezialsoße, hab dich ja vorhin nicht richtig verstanden. Schenk ich dir!”…“Und dann kommst du immer wieder hier her wegen der Spezialsoße!” fügt er hinzu, grinst sich eins und geht wieder.
Und die Soße ist wirklich gut. Es passt zwar nicht mehr wirklich viel in meinen Fünftklässlermagen, aber einer geschenkten Wurst…Äääh, einem geschenkten Gaul, dem guckt man ja nicht ins Maul. Sagt das Sprichwort. Und Wurst, Gaul, Lasagne…ist doch alles der gleiche Mist, wissen wir doch seit (vor)letztem Monat.
Nachdem ich das Geschenk des Hauses mit der großartigen Soße verdrückt habe, schleppe ich mich zurück zu diesem gruseligen Bahnhof, entere den zugepissten Aufzug und bin dann froh, als irgendeine Bahn kommt. Da steig ich ein. Egal, wohin die fährt, hab ja ne Tageskarte, will nur weg von hier.
Gesundbrunnen, puh, der Bahnhof ist heftig. Und sieht mich nie wieder! Es sei denn, ich will zur “Baude” (grmpf!!). Denn zu der komm ich gern zurück!
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