Kompliment
Cem Basman (29.02.2008)
Ich habe den grossen Fehler gemacht und vergangenes Jahr eine Internet-Domäne bei DENICdirect gekauft. DENICdirect ist ein Endkunden-Service der DENIC eG, einer Genossenschaft, die den Betrieb der zentralen Registrierungsstelle für die deutsche Top Level Domain .de durchführt. Gewissermassen die höchste deutsche Internetbehörde. Betonung liegt auf "Behörde".
Normalerweise sind nationale Internetprovider ihre Kunden. Sie hat aber auch einen Endkundenservice, DENICdirect eben. Der Name verführt. Eine Domäne dort "direkt" einzutragen kostet etwa das 10-20fache dessen, was es bei einem Tante-Emma-Provider kosten würde. Alles muss per Fax gemacht werden. Eine Webschnittstelle existiert nicht, eine Kommunikation per Telefon oder Mail ist nicht wirklich erwünscht. Hallo, wir haben das Internetzeitalter und das 21.Jahrhundert! Für eine einfache Nameserver-Änderung, die man ja dort nicht selber vornehmen darf, muss ein vierseitiges (vier!) Fax ausgefüllt und versendet werden. Kundenunfreundlicher kann man das nicht gestalten. Und so geht das in einer Reihe weiter...
Der einzige Schluss, den ich daraus ziehe ist, dass DENIC eG kein Endkundengeschäft wünscht. Dann frage ich mich, weshalb sie diesen Service überhaupt anbieten. Ehrlicher ist es, diesen Dienst sofort einzustellen und die Kunden freundlich aber direkt an die nationalen Provider zu empfehlen.
Mein Fazit: Es ist besonders peinlich und ärgerlich, wenn ausgerechnet der oberste deutsche Internethüter sich in dieser Art und Weise präsentiert. Die haben das Internet und das Web vollkommen verschlafen.
Das ist so 1996.
Stichworte
internet, behörde, de, domäne, kundenfeindlich
Kommentare (4)
Bedenklicher Inhalt?