Kompliment
Edweisch (01.03.2008) •••••5
An der Kleinen Elster zwischen Pießig und Münchhausen steht seit mehr als 300 Jahren eine Wassermühle. Bis 1958 wurde hier Getreide gemahlen und Holz gesägt: Das jetzige Mühlengebäude stammt aus dem Jahre 1820 und enthält die Mahlgänge und die Wohnung des Müllers, das daneben stehende Sägewerk wurde 1840 erbaut und verdeckt das große Mühlenrad.
Die Elster ist hier zu einem Teich angestaut. Seit einigen Sommern bleibt der Teich immer wieder trocken, ist deshalb auch nicht mehr so fischreich wie früher, erzählt Ursula Ratzsch. Sie ist die Tochter von Richard Beyer, der seit 1903 in der Mühle arbeitete und was sie erzählt, hat sie selbst als Kind erlebt:
Früher stand dem Müller das Elsterwasser mehrmals im Jahr bis an das Haus heran. Im März 1941 taute es spät und heftig, das Eis brach und der Weg zwischen Teich und Mühle war wieder einmal überflutet. Die Wassermassen mit den Eisschollen drückten auf die Stauanlagen. Plötzlich gab es einen großen Krach. Das hölzerne Wehr, 30 Schritt von der Mühle entfernt, war gebrochen, Wasser und Eisschollen schossen hindurch und überfluteten die Elsterwiesen. Der Teich war bald leer, der Weg von der Mühle war wieder frei und die Mühle selbst ohne weiteren Schaden geblieben. Das Wehr aber wurde in Beton und Eisen neu errichtet. Der Müller vermerkte es auf der Oberkante der Seitenwand: "R. B. 16.10.1941". Das kann man heute noch dort lesen
Stichworte
wassermühle, altes handwerk
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