Kompliment
Edweisch (04.03.2008)
"Ich will es nie wiedersehen", hatte voller Entsetzen Eliza Gontard ausgerufen, als sie 1991 das erste Mal seit 1945 das verfallene Schloss wiedersah. Sie ist die Mutter des jetzigen Schlossherren und war hier oft als Kind gewesen. Das alte Haus war in einem trostlosen Zustand. Der Regen schlug von den Resten der Regenrinnen direkt an die Wände. An der Gartenseite war kein einziges der alten Fenster mehr da, im Teich lag der Abfall und der Durchblick war durch ein Pappelwäldchen verstellt.
"Die Mauern stehen sprachlos und kahl" - so dichtete einst Friedrich Hölderlin. Zu Hölderlin hatten die Gontards, seit 1899 auf Stechau ansässig, eine besondere Beziehung. Susette Gontard, war um 1800 Hölderlins Diotima gewesen und aus dieser schöpferischen und zugleich unerfüllten Liebe speist sich sein Werk.
Warum kaufte nun 1992 Herr Dr. Khadjavi-Gontard das Schloss mit Land und Wald dazu? Er ist ein Nachfahre der Familie Gontard mütterlicherseits, mit persischen Wurzeln väterlicherseits und als Rechtsanwalt seit jahrzehnten in München verwurzelt, jemand, der schon nicht mehr in Stechau geboren werden konnte. Warum kein Traum am Mittelmeer oder der Sehnsucht Hölderlins näher in Griechenland?
Warum diese Mühen der Restaurierung und auch eine Stele für Hölderlin und Diotima in weißem Marmor auf der Halbinsel im Teich.
Als Antwort wieder ein Vers:" Es irrt der Zwist den Guten nicht den Sinn" - auch von Hölderlin.
Stichworte
an, hölderlin, erinnert
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