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Stichworte architektur brückenkonstruktion diskothek 3001 port-event-center pumpenhäuschen
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Kompliment
Lenz (17.03.2008)
Das hätte sich das 1896 errichtete Pumpen- und Maschinenhäuschen selbst in den kühnsten Träumen nicht ausdenken können. Dass es mal so schön von einer modernen Konstruktion umgarnt wird. Die Rede ist vom denkmalgeschützten Kleinod und vom darüber gesetzten Port-Event-Center am Ende des Düsseldorfer Hafenbeckens. Im Volksmund oder bei Architekten auch Wolkenbügel genannt. Die Frage ist natürlich warum man so was macht. Das mit der Überbauung meine ich.
Fragen wir uns nicht und laben uns erst mal an diesem poetischen Begriff: Wolkenbügel. Der ist wunderschön. Natürlich hängt man Wolken nicht an Bügeln auf und der Begriff kommt wohl eher von der kühn schwebenden Konstruktion, die ganz leicht an El Lissitzkys 1924/25 entstandene Idee zu den acht horizontalen Wolkenkratzern erinnert. Die, die im revolutionären Moskau nie gebaut wurden. Das Port-Event-Center wurde aber gebaut, und zwar zwischen August 2000 und Sommer 2002. Vom Kölner Architekten Norbert Wansleben. Auf Initiative des Bauherren modernes düsseldorf.
Der Stadt ging es um ein Veranstaltungszentrum für Kultur und Musik. So steht erst mal hinter dem Maschinenhäuschen eine Halle von 2.000 Quadratmetern und 1.500 Besuchern da. Kultur bei Fuß. Für´s Fußvolk. Der Bauteil ist nämlich eine Diskothek mit Namen Disco 3001. Für die Ewigkeit. Darüber und über dem Maschinenhäuschen schweben tatsächlich drei Etagen Realität, leichte 800 Quadratmeter Büro und 800 Quadratmeter Wellness und Gastronomie. Die Befreiung von der Erdanziehung triumphiert. Dass sich der Wolkenbügel kühn über das Maschinenhäuschen Richtung Wasser reckt, stört dieses hoffentlich nicht. 50 Meter freitragende Überbauung sind schließlich auch kein Pappenstil. Überhaupt ist die an Brücken- oder Krankonstruktionen erinnernde Überbauung angenehm einfallsreich. Das mag man.
Das Pumpen- und Maschinenhäuschen selbst wurde keineswegs vergessen. Es hat ganz nette Mieter. Und diese, die von der Werbeagentur Ogilvy & Mather, werden es gerne hören. Nicht David Ogilvy, der hat sich schon 1999 verabschiedet und hört nun nur noch gelegentlich. Aber meine Freundin Charlotte. Die wird es gerne hören. Quicklebendig und der Agentur verbunden auf immer und ewig. Apropos Ogilvy: Ein Besuch bei Ogilvy Healthworld neulich hat mir da nicht nur philosophische Gespräche beschert, sondern auch die schönste atmosphärische Stimmung die man sich denken kann. Beim Verlassen des Gebäudes lag der dickste Nebel über dem Ort und der Wolkenbügel war noch geheimnisvoller. Weil er gar nicht da war.
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