Adresse: Marktstraße 60, 60388 Frankfurt am Main
Stichworte gemütlich hessisch nichtraucher traditionell urig
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Wortteufel (18.03.2008)
Hessische Küche. Ehrlich, fair, gemütlich! Ein rustikales Gasthaus im Kneipenstil mit einem entspannten, netten Team.
Mit gewissen Erwartungen fuhren wir zum Goldenen Engel nach Bergen-Enkheim, schließlich macht der Wirt auf seinem Blog Appetit auf seine hessische Küche.
Wir wurden nicht enttäuscht: im Goldenen Engel gibt es leckere hessische und frankfurterische Gerichte, traditionell, wiederentdeckt und lecker interpretiert.
Für den kleinen Hunger (oder auch den großen, je nachdem, wie viele man bestellt) gibt es die Deckelcher, “Frankfurter Tapas”, “oft kopiert und nie erreicht”, erfunden vom Wirt. Was Frankfurter Tapas sind? Kleine Apfelweinbrote mit Belag nach Wahl: 3, 5 oder 7 Deckelchen zum Beispiel belegt mit Blutwurst, Presskopf, Handkäs, Schinken, Mett oder anderen Leckereien. Echt und herzlich. Verziert mit Zwiebelchen, Senf oder Apfelstücken. Und wirklich lecker!
Wir nahmen sieben Stück für Zwei als Vorspeise. Als Appetizer.
Und wir hätten noch viel mehr davon essen können. Einfach gut.
Aber wir hatten ja noch mehr bestellt: Lammragout mit Pürree (handgestampft) und Pilzen sowie Roastbeefstreifen in Ingwer-Senf-Sahne-Sauce auf Pürree. Ehrliche Küche. Handfest und sättigend, wirklich lecker und interessant gewürzt.
Die Portionen waren reichlich. Nicht nur vom Pürree, auch vom Fleisch hatten wir beide viel auf dem Teller. Das Lammragout von der Tageskarte war zart, lecker und leicht scharf. Die Roasbeefstreifen in der Inger-Senf-Sauce war ebenso zart und super interessant im Geschmack. Wirklich begeisternd.
Die Karte im Goldenen Engel ist klein, aber fein. Es gibt regionale Spezialitäten, die auch wirklich aus der Region kommen und nicht nur so heißen. Vom Fleisch bis zu den Getränken wird Wert auf die hiesigen Anbieter gelegt und auf den Tisch kommt nur das, was der Wirt auch wirklich für gut befindet. Auf Nachfrage gibt der Wirt auch seine Quellen preis und erklärt seine “Philosophie” ;)
Sonntags ist Bratentag (ich glaube für 12,50 Euro) mit Braten wie nach Omas Rezept.
Im Goldenen Engel kann man aber auch sehr schön sitzen und reden. Keine Musik sorgt für eine penetrante Geräuschkulisse, sondern die Gespräche der anderen Gäste tragen die Stimmung. Man fühlt sich wohl.
Der Goldene Engel wurde scheinbar übernommen und “aufgehübscht”. Der alte Charme eines Gasthauses wurde erhalten, viel Holz, alte Bilder, charmante Details wie Kerzenleuchter und Wandtafeln. Rustikale Tische und Stühle, die wirklich gemütlich wirken und aussehen und nicht den Charme von Massenware verströmen.
Auch hier ist der Goldene Engel also ehrlich, traditionell, heimatverbunden und modern. Man hat den Eindruck, hier wurde mit viel Liebe zum Detail Altes modernisiert ohne zu künsteln.
Der Goldene Engel ist einfach urig, gemütlich und doch jung. Und das Essen wirklich gut.
Ab und zu scheint es Livemusik zu geben, jedenfalls verheißen die Plakate sowas…
Fazit: Absolut empfehlenswert. Und für Hessen und Frankfurter, Liebhaber der hessischen Lebensart und Küche sowie alle, die gesellige Stunden in toller Atmosphäre mögen ein absolutes MUSS!
Hingehen.
PS: Noch schnell hinterher. Das Lammragout kostete 8,50 Euro, das Beef mit Pürree 9 Euro. Die sieben Deckelchen (hätten eigentlich als Mahlzeit gereicht ;) ) 8 Euro. Der 0,25 sauergespritzte Herkert lag bei 1,40. Die naturtrübe Apfelsaftschorle ebenso. Also ein super Preis-Leistungsverhältnis. Es lohnt übrigens ein Blick auf die Schnapskarte! Sehr lecker Stöffsche.
Ach, und: nur Nichtraucher. Raucher müssen raus.
Stichworte nichtraucher, gemütlich, urig, traditionell, hessisch
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