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Kompliment Landstreichler (19.03.2008) 5

Der Fairness halber eine Information vorab: Dieser Beitrag fußt auf einer Reise im November 1997. Natürlich habe ich den Bericht um aktuelle Informationen ergänzt. Wen es dennoch stört, der braucht ja nicht zu bewerten und darf mich zusätzlich gerne in den Kommentaren kritisieren



Kaikoura ist eine Landzunge im Nordosten der Südinsel Neuseelands. Direkt vor Kaikoura fällt der Meeresboden des Pazifiks im “Kaikoura Canyon” auf ca. 2km Tiefe ab. Dies, und das ganzjährig gute Futterangebot lockt Pottwale und auch andere Meeresäuger in direkte Küstennähe. Das war das Glück des Volkes Kata Kuri auf Kaikoura. Denn als es im Jahr 1987 der Neuseeländischen Wirtschaft nicht so gut ging, bekamen dies die Maori, auch hier , besonders stark zu spüren. Aus der wirtschaftlichen Not heraus gründeten Sie damals das Unternehmen Whale Watch, mit dem sie nun eine gut florierende zentrale Touristenattraktion betreiben.

In Neuseeland kann man für viele Attraktionen ein Heidengeld ausgeben. Unser Budget war dann doch beschränkt. Wir verzichteten daher darauf mit dem Hubschrauber auf einen Gletscher zu fliegen (das machten wir per pedes) oder uns aus selbigem samt Bunjee-Seil zu stürzen (das trauten wir uns eh nicht). Das Whale-Watching aber, war einer der Punkte, die wir unbedingt wahrnehmen wollten.

Wir trafen also in dem wunderbaren Flecken Kaikoura ein. Die Nordseite der Landzunge bildet einen Strand an den der Pazik brandet. Eingerahmt wird das Ganze von dem Panorama der angrenzenden Berge. Zunächst buchten wir über die Tourist Info unsere Bed & Breakfast Unterkunft mit genau diesem Panorama. Außerdem besuchten wir das Whale Watch Gebäude und buchten eine Tour zwei Tage später (eine längerfristige Vorbuchung - z.B. eine Woche im Voraus - ist sinnvoll). Den verbleibenden Tag konnten wir wunderbar mit einer kleinen Wanderung am Berghang und dem Besuch der Neuseeländischen Seebären an der Spitze der Landzunge verbringen . (Mensch haben die einen Mund/Maulgeruch!)

Am Tag der Tour gab es dann eine kleine Überraschung. Der Katamaran, welcher für unsere Tour vorgesehen war, hatte einen technischen Defekt, daher wurde unsere Tour auf zwei Schlauchboote aufgeteilt. Natürlich nicht irgendwelche Schlauchboote. Diese hatten immerhin einen Aluminiumboden und waren mit zwei 140PS Motoren ausgestattet. Der Komfort war leicht eingeschränkt, da die Boote während der Tour auch mit fröhlichen 28Knoten über die Pazifische Dünung hüpften. Und wer springt, der landet auch, und zwar etwas härter. Es sei aber darauf hingewiesen, daß Whale Watch inzwischen über erkleckliche vier Katamarane verfügt. Daher darf eine Tour auf den Schlauchbooten aktuell kaum noch erhofft werden.

Der Weg in das Gebiet der Wale war nicht weit: Ca. 1sm vor der Küste Kaikouras liegt der “Kaikoura Canyon”. Hier besteht die Chance einen der Pottwale beim Atmen oder Schlafen an der Oberfläche anzutreffen. Um die Wale aufzuspüren stellen die Guides zwischendurch die Motoren ab und hören mit einem Unterwassermikrophon die Gegend ab. Dies gemeinsam mit der Auskunft von Kollegen und Erfahrungswerten ermöglicht es die Wale recht zuverlässig aufzuspüren. Ist der Wal grob lokalisiert, dann ist ein schnelles Schiff von Vorteil, denn der Wal (wenn er nicht schläft) liegt nicht all zu lange an der Oberfläche bis er wieder abtaucht um Calamari non-fritti zu vertilgen.

Wir hatten Glück und trafen auf unserer Tour nacheinander auf drei Pottwale. Die Guides gehen bei der Annäherung natürlich vorsichtig vor. Näher als 50m darf man an das Tier nicht heran. Wobei, wenn das Tier oder das Boot etwas näher zusammentreiben auch nicht extra wieder der Motor angelassen wird um Abstand zu schaffen. Pottwale sind mit 20m natürlich nicht unbedingt klein, doch ein Großteil liegt stets unter Wasser. Dennoch ist es wirklich ein ganz besonderes Erlebnis sich so einem Koloß zu nähern. Insbesondere der Augenblick, wenn der Wal abtaucht und seine riesige Fluke in den Himmel streckt ist unvergeßlich.

Die Tour dauerte ungefähr 2 1/2 Stunden, es mögen auch drei gewesen sein. Gegen Ende der Tour verging für mich die Zeit noch langsamer, da die unvergeßlichen Erlebnisse mit meinem Harndrang konkurrieren mußten. Die Sprünge über die Wellen halfen da auch nicht wirklich. Die aktuellen Katamarane besitzen übrigens eine Toilette. Das nur am Rande erwähnt.

Wir fuhren nun wieder zurück in flachere Gewässer und trafen dort auf einige Dutzend Schwarzdelphine. Wie es Delphine gerne machen, schwammen auch hier einige mit dem Boot mit, um das Boot herum und unter ihm hindurch. Ein toller Anblick.

Die Tour neigte sich nun dem Ende zu, wir liefen in den Hafen ein. Dort endlich fand ich dann eine Toilette ;–)



Je nach Saison und Glück kann man auch andere Tiere beim Whalewatching erspähen. Orcas werden ab und an gesichtet und selbst Blauwale sind saisonabhängig vor Ort. Das Whale Watching per Schiff ist nicht die einzige Möglichkeit vor Ort den Seetieren näher zu kommen. Ebenso können per Kleinflugzeug und Hubschrauber Touren unternommen werden, wobei hier auch eine Mindestflughöhe eingehalten werden muß. Für Delphinfreunde gibt es die Möglichkeit, im Rahmen einer Tour den Tieren im Neoprenanzug im Pazifik schwimmend näherzukommen.

Die aktuellen Preise (2008)
Bis 30.09.: 130$ Nz = ca. 67 EUR
Ab 01.10.: 140$ Nz = ca. 72 EUR
Kinder (3-15): 60$ Nz = ca. 31 EUR

Dies wie gesagt, für eine Tour von ca. 2 1/2h. Es gibt keine Garantie, daß Wale gesichtet werden, aber aktuell werden 80% des Preises bei Nichterfolg zurückerstattet.

Die Anschrift:
Whale Watch, Railway Station Road, Kaikoura, South Island, New Zealand

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