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Stadtführung Hamburger Gassenhauer

Hamburg

Unterhaltsame Stadtführung durch Hamburgs Neustadt erwartet Sie hier! Kundenzitat: "Überraschend fand ich die Route, da kannte ich einiges gar nicht, ich war vorher noch nie auf ein Fleet, kleine historische Gassen."

Qype Advanced Insider 51K
Benutzerfoto: mostro

mostro

Kompliment mostro (19.03.2008) 4

Dass die Alster ein Fluß ist, habe ich ja schon erläutert. Hier im Norden Hamburgs, zwischen Quelle und Mündung des Flüsschens, kann man im Naturschutzgebiet Duvenstedter Brook hervorragend am Wasser spazieren gehen.

Als Ausgangspunkt bietet sich der Mühlenteich im Wald an, hier gibt es Einkehrmöglichkeiten und Parkplätze in ausreichender Menge. Am Rand des kleinen Mühlenteiches beginnen Wanderwege in den Wald hinein – ich empfehle den Weg am alten Herrenhaus entlang. Hier ergibt sich sofort ein schöner Blick auf das hübsche Gebäude und das es umgebende Wasser, zwischen den Bäumen spiegelt sich alles wunderbar wider, vor allem bei Frühlingssonne. Durch mooriges Land zieht sich der Pfad – schnell erreicht man den Alsterlauf, der sich in Schleifen durch Auwiesen zieht. Anemonen bilden einen weißen Teppich, vereinzelt leuchten kleine gelbe Lilien auf, unten plätschert der Fluss um sandig-braune Windungen und die Böschung wird steiler. Seitlich beginnen saftige Weiden in frischem Grün, Blicke gehen in die Ferne, aber es gilt dem Wasser zu folgen.

Eine kleine Straße führt ein wenig weg vom Wasser, aber an der nächsten Kreuzung kann man nach rechts wieder zur Alster gehen – hier steht schon wieder eine Mühle. Man soll nicht sagen, unsere Vorfahren hätten die Wasserkraft nicht effektiv genutzt. Hier wurde unheimlich viel Kupfer verarbeitet, der anscheinend Wohlstand für die Besitzer erzeugte – hiervon zeugt der prachtvolle „Kupferhof, den man links auf einem kleinen Hügel aufblitzen sieht, auch dieses ein wunderbares Gebäude. Davor baumbestandene Wiesen, die sich sanft zum nächsten Mühlenteich (der natürlich Kupferteich heißt, wie jeder zweite Teich im Umland) hinab neigen, dicht bestanden mit leuchtenden Osterglocken, ein prachtvoller Anblick in der Frühlingssonne! Auf der anderen Straßenseite regierte hingegen die Armut: Der „Lange Jammer“ ist ein lang gezogenes Gebäude, die als Arbeiterunterkunft diente, als hier von Metallverarbeitung auf Weberei umgestellt wurde – auch Kinder waren hier beschäftigt und sicher nur knapp vor dem Verhungern… Die kleine Mühle schließlich ist zunächst gar nicht als solche zu erkennen. Das Fachwerkgebäude steht zwar am Ufer des Flusses, ein altes Wehr ist vorhanden, aber das Rad anscheinend über die Jahre abhanden gekommen, wie schade – dennoch rauscht und braust das Wasser hier weithin hörbar!

In engen Bögen führt die Straße in den Wald zurück. Hier kann man gleich über einen Pfad rechst abbiegen und über einen Waldweg, der netterweise „Katersteig“ heißt, am Alsterlauf abwärts über eine kleine Holzbrücke zum ersten Mühlenteich zurückkehren, alternativ aber auch eine größere Runde durch den Wald gehen, (wenn man mehr Kuchen essen will)…..

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