Die wild ineinander verkeilten Gebäude des Architekten Priolo sind eine unmittelbare Fortsetzung seiner website, unruhig und nicht unbedingt einladend, länger zu verweilen.
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Villa Paul Lamers
Hafen, Düsseldorf
- Adresse:
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Speditionstraße 12, Medienmeile Hafen, 40221 Düsseldorf
- Kontakt:
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|
2 Beiträge zum Platz "Villa Paul Lamers" auf Deutsch
Das Grab der Familie Paul Lamers, nebst Ehefrau Emmy befindet sich – mit GPS verortet – auf dem Nordfriedhof:
Am Düsseldorfer Medienhafen erstaunt unter anderen Bauwerken der Hotel- und Bürokomplex „Dock 13“ des Architekten Alberto Priolo. Das heißt, seine „Internationale Architektur Werkstatt“ hat vorhandene Gebäude saniert, einer neuen Nutzung zugeführt und zusätzlich moderne Baukörper dazugefügt. Die Gebäudeansammlung an der Speditionstraße besteht aus einem Hotelneubau, einem 9-geschossigen Neubau mit Balkon- und Terrassenflächen, einer Jugendstilvilla sowie einem 11-geschossigen ehemaligen Speichergebäude mit imposantem Blick über das Hafenbecken. Ob das Ensemble ein gelungener Mix neuer Bauten und einem industriellen Flächendenkmal ist, ist für mich fraglich. Kurios ist das Ganze auf jeden Fall.
Da das Marriott-Hotel mit seinen 139 Zimmern nicht so interessant ist und der winkelförmige Neubau mit Büros auch nicht, konzentrieren wir uns hier auf die Umbauten der alten Bausubstanz, deren Flächen nun als Büro genutzt werden, respektive auf die vermutete Vergangenheit der alten Häuser. Das denkmalgeschützte Speichergebäude von 1938 aus schönem Backstein und die direkt danebenliegende Jugendstilvilla mit ziegelbraun abgesetzten Fensterlaibungen und anderen Verzierungen auf hellem Grund gehörten einst dem Unternehmer Paul Lamers. Über diesen tüchtigen Mann ist mir nicht viel bekannt, es ist aber durchaus vorstellbar, wie der Mann war. Er war ein Patriarch von echtem Schrot und Korn. Wenn in seine Silos Getreide angeliefert wurde, stand er im staubigen Gedränge und kontrollierte Lieferung für Lieferung. Auch wenn an der Getreideverladeanlage über den heute noch gut erhaltenen Getreideeinfülltrichter Ware in die Lastkähne verladen wurde, war er fürsorglich zur Stelle. Dass er seine Arbeiter liebte, wird auch heute noch durch ein Relief an der Unteransicht des Trichters klar. Es zeigt drei Hafenarbeiter, die über eine Planke Getreidesäcke an Land schleppen. Dass er seinen Arbeitern misstraute ist auch klar. Wer sonst setzt sein Eigenheim, die hochherrschaftliche Villa, gleich neben den Betrieb?
Nächtens muss er in seinem schönen Haus herumgelaufen sein und auf die Geräusche aus dem Getreidespeicher gelauscht haben. Vielleicht sagte er auch manchmal: „Hilde, ich muss mal rüber“ und kontrollierte seine Säcke und Körner. Aber auf jeden Fall stand er am geöffneten Fenster, zog tief die Nachtluft - vermischt mit dem Geruch von Getreidelagerhaus - ein und schaute auf das ruhige Hafenwasser. Das war Paul Lamers. Sein Häuschen steht heute genauso selbstverständlich wie er selbst immer war am Hafen und kümmert sich um nichts. Um gar nichts.
P. S. Der Link oben macht sie mit dem Büro „Internationale Architektur Werkstatt“ des Architekten Alberto Priolo bekannt. Über den Unternehmer und Speditionskaufmann Paul Lamers und seine Häuser gibt es nichts.
Kommentieren 20 Kommentare zu diesem Beitrag Alle anzeigen
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ottogang, 24 März 2008:
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rheinnixe, 24 März 2008:
Schön, wie Du Dich in Paul Lamers hineinfühlst! Die Vergangenheit wird zur lebendigen Gegenwart und Herrn Lamers hast Du damit ein amüsantes Denkmal gesetzt!
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Lenz, 24 März 2008:
Der Lamers könnte mein Urgroßvater sein. Ist er vielleicht auch. Oder Urur?
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FrauMüller, 25 März 2008:
lenz-lamers ! - klingt gut- *lach
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Lenz, 25 März 2008:
Werde mir jetzt Visitenkarten drucken lassen.
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FrauMüller, 25 März 2008:
au fein… und kommst Du dann auch zum Sommerstraich mit margie ??
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Lenz, 25 März 2008:
Als Lenz-Lamers? Als Trommler?
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FrauMüller, 25 März 2008:
aber sicher doch !-
bzw. bist Du nicht Piccolo ? -
meme, 26 März 2008:
@ottogang - die Website ist wirklich eine Katastrophe für müde PC-User - einzig die innenarchitektonischen Bilder gefallen mir ganz gut.
Dagegen ist der Beitrag ein lustvoller Lesegenuß - hoffentlich liest Herr Lamers aus dem Himmel mit, damit er auch noch bißchen Spaß an der Freud hat (oder ist das ein kölscher Spruch ?!?).
Zu den Häusern - nun ja - jedes für sich sicher wunderschön, besonders die alte Villa.
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Lenz, 26 März 2008:
@FrauMüller, leider schon wieder vergessen. Natürlich bin ich der mit dem Piccolo. Auch wenn ich in der Jugendriege des Turnvereins getrommelt habe. Und sonst später auch.
@meme, zu Internetauftritten sage ich nichts, ich sage ja auch nichts über Qype. Da bin ich zu sehr im Thema. Aber zu Herrn Lamers: Ich stelle ihn mir so vor, dass er jede Zeile von dir lustvoll goutiert und als Buchhalter sogar die Anschläge zählt. -
FrauMüller, 26 März 2008:
*lach
und Herr Lamers lächelt mit… -
Lenz, 26 März 2008:
Der von oben?
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FrauMüller, 26 März 2008:
na klar der von oben, wer sonst ??
Lenz-Lamers lächelt nicht, er grins breit…..... ;-)) -
Lenz, 26 März 2008:
Aber nicht breit wie eine Haubitze. Das ist er nämlich nicht.
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FrauMüller, 26 März 2008:
...nicht Haubitze, aber quietschvergnügt ob unseres Wortwechsels…
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Lenz, 26 März 2008:
))
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FrauMüller, 26 März 2008:
na, geht doch ;-))
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Lenz, 26 März 2008:
Und ob. ;))))))))))))))))))))))))))))
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RoLamers, 9 Juli 2008:
Hallo zusammen,
hier nun ein Kommentar von einem Lamers, zwar nicht von Paul, aber seinem Enkel. Sie haben sich wirklich sehr in meinen Grossvater hinein gedacht, bis auf eins, er hat unseren Mitarbeitern nicht misstraut. Es war früher einfach üblich dort zuwohnen wo man arbeitete. Er hat auch tatsächlich Nachts immer gehört ob die Maschinen richtig laufen oder ob Störungen auftraten.
Das Haus sah aber zu seiner Zeit noch deutlich anders aus, es hatte irgenwann mal seinen Giebel verloren und die oberste, heute moderne Etage hatte ein Flachhdach.
Vielen Dank für diesen netten Artikel.
R.Lamers
PS: Meine Grossmutter hiess nicht Hilde! ;-) -
Lenz, 9 Juli 2008:
Lieber Herr Lamers,
es freut mich außerordentlich, dass Sie sich auf diesen bescheidenen Beitrag zu einem meines Erachtens großen Mann und einem prächtigen Haus melden. Um ehrlich zu sein, ich habe zu diesem Beitrag kaum Informationen gefunden und deshalb etwas fantasiert. Ich habe die Geschichte so geschrieben, wie ich sie von einer ähnlichen Person aus meinem Heimatdorf in der Schweiz kenne. Da gab es einen Unternehmer, der ein klitzekleines Bisschen misstrauisch war. Nur ein wenig. Aber sehr tüchtig war er. Erfolgreich. Und da ist auch die Hilde zu finden.
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