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Kompliment Christian Grauer (02.06.2008) 5

Herrlich! Auf einem Stück Halfpipe in leuchtendem Kies mit einem Glas Irgendwas in der Hand in der lauen Spätnachmittags-Sonne dösen, die vagen Geräusche von Metall schweißenden Künstlern im Hinterohr und an nichts denken müssen.

Erwachsene Kinder haben sich der brachliegenden Wagenhallen bemächtigt, alte Sofas und Kühlschränke hineingestellt und es so zu ihrem Baumhaus gemacht, wo weder Innenarchitekten noch Imagepfleger Zutritt haben. In einer Ecke der ausladenden Halle eine Bühne, in der anderen ein Tresen, dazwischen viel freie Fläche. Vereinzelt die Sofas und andere Sitzarrangements. Die Musik ist genauso gemischt und unprätentiös originell wie das Publikum.

Ich habe mich gleich beim ersten Besuch auf eine seltsam Art zuhause gefühlt in dieser rekultivierten Abrissromantik, die so ganz ohne Szenemief und antikonventionalistischen Elitarismus auskommt und nur sein will, was sie ist: ein institutionalisiertes Provisorium, ein kleines Paradies mitten in Stuttgart, zwischen Schrottplatz und Glaspalästen.

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Kompliment wortklauberin (01.11.2007) 5

Wer geistert so spät durch Nacht und Wind?
Es sind die Besucher der Wagenhallen - dem wunderbaren Schandfleck der Alternativkultur in Stuttgart. Vom Eckhartshaldenweg aus bedarf es ein wenig der Ortskenntnis, um die Stufen hinab zu dem ehemaligen Bahnausbesserungswerk zu finden. Und man sollte nie zu Konzertbesuchen Schuhe mit Absätzen tragen, wenn man durch Lehm und Schotter zum Eingang will. Vom Nordbahnhof aus muss man schon einen Kompass mitbringen, um an Tümpeln vorbei zum Mekka der Musik und Kunst zu pilgern. Die Wagenhallen sind als Veranstaltungsort ein Provisorium. Die Toiletten gleichen in ihrer Gemütlichkeit Dixiklos.

Und dennoch fünf Sterne?

JAAAAAA!

Es gibt kaum mehr Kultur ohne Kommerz, auch nicht in den Wagenhallen - und doch ist diese Location noch angenehm ungestyled. Im Publikum stehen gereifte Männer mit Vollbart und Parka ebenso wie Jungs im Wanderfleecehemd und schicke Frauen mit Seidenschal. Man muss nicht "in" sein, um sich hier wohlzufühlen - und auch das Programm bedient nicht den Mainstream, sondern Kultur aus allen Teilen der Welt. Im kleinen Saal fläzt man sich auf alte Sessel und Riesenkissen. Im großen Saal gibt es eine Bar. Es wird Bionade angeboten Latte macchiato und Cappuccino, Hefeweißbier, Tannenzäpfle - aber keine Snacks. Die Preise sind mit 2,5 bis drei Euro für's Bier fair.

Genießt die soziokulturelle Subkultur, solange es sie gibt!

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Kompliment Sarinchen (19.07.2007) 5

Warum nutzt man leerstehende Gebäude (die's ja bestimmt in JEDER Stadt gibt) eigentlich nicht öfter so? Die Künstler arbeiten da immerhin nicht nur, sondern sie leben auch da. Die meisten von denen könnten sich so wahrscheinlich kein Atelier leisten, selbst wenn sie so ne Art "Atelier-Gemeinschaft" bilden würden.
Und da seh ich jetzt (ganz entsetzt) im Blog der Frankfurter Rundschau, daß die Stadt das Projekt einstellen will!! Obwohl Stuttgart selbst Werbung dafür macht, daß sich die indiviuelle Szene in den Wagenhallen tummelt!!! Das ist doch echt mal ne RICHTIGE Sauerei, die da im Gange ist! Hier der Link, dann könnt ihr's euch selbst ansehen, ich find's unglaublich!
http://die-neue-fr.de/tour/?p=102

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User_star_grey 188
Benutzerfoto: polynaut

polynaut

Kompliment polynaut (09.08.2006) 5

Wer es etwas individueller mag und sich auch jenseits des Mainstreams zuhause fühlt, der sollte sich die Wagenhallen mal genauer anschauen. Die industriell geprägten Hallen bieten schon seit einiger Zeit allerlei Kultur- und Kunstschaffenden eine Plattform und vor allem auch so einiges an Platz. Von Konzerten über Theater, Performances, Parties und Ausstellungen ist hier einiges geboten. Im Sommer lässt es sich auch vor, bzw. hinter den Hallen gemütlich abhängen... Gastro sei Dank.

Ein aktuelles Programm gibts auf der Website...

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