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Qype Advanced Insider 1953
Benutzerfoto: Labude

Labude

Kompliment Labude (09.07.2008) 4

Ich habe eine harte Woche hinter mir, denn mein Bruder hat mich besucht. Mit seinen Kindern. Und wie das so ist, wenn einen der kleine Bruder besucht, den man selten sieht, dann redet man bis tief in die Nacht. Und morgens ist man todmüde. Also, genauer gesagt, ich war todmüde und mein Bruder hat lange ausgeschlafen. Er hatte nämlich vorsorglich die Kinder wach gelassen, bis sie im Stehen eingeschlafen und umgefallen waren und sich widerstandslos ins Bett tragen ließen. Das wiederum führte dazu, dass die Kinder und der Bruder am nächsten Abend fit wie Bruce Willis in „Die Hard I“ war, bevor das mit der Entführung losging, was ihnen dann ermöglichte, noch länger wach zu bleiben, ergo am nächsten Tag noch länger zu schlafen und so weiter. Ich glaube, man nennt das „sich wechselseitig verstärkende Effekte“. Jedenfalls bin ich von Donnerstag auf Freitag dann gar nicht mehr ins Bett gegangen, danach im Büro dauernd mit der Stirn auf die Tastatur geschlagen, habe meine Sekretärin nicht wieder erkannt und bin dann endlich auf dem Heimweg an der Ampel am Großen Stern eingeschlafen. Nachdem mich die Polizei auf Drogenkonsum untersucht hatte und ich zu Hause angekommen bin, waren mein Bruder und die Kinder beim Frühstücken. Das Letzte, woran ich mich erinnere, bevor ich im Stehen eingeschlafen und umgefallen bin, war, dass mein Bruder mir erklärte, dass ich völlig veraltete und indiskutable elektronische Geräte hätte. Mein Fernseher sei mindestens 10 Jahre alt (er ist 15) und wann ich die olle Stereoanlage eigentlich zuletzt benutzt hätte (das war, glaube ich, 1996). Am allerdringendsten bräuchte ich einen 32 Zoll LCD-Flatscreen-Fernseher mit DVB-T, digitalem Soundeingang und mindestens drei weiteren Abkürzungen, an die ich mich nicht erinnere. Ich versuchte, zaghaft zu erwidern, dass ich da eher andere Prioritäten hätte und vielleicht eine Stunde in der Woche fernsehe, aber das hat er nicht wirklich akzeptiert.

Ich liebe meinen Bruder wirklich mit aller Bruderliebe, aber wir leben offensichtlich nach sehr unterschiedlichen Konzepten. Er kann beispielsweise an einem einzigen Abend zwei „Beck’s Ice“ und einen Liter Red Bull trinken und dazu zwei Tüten Chips essen. Ich könnte das nicht. Ich könnte an dem gleichen Abend, einen Espresso, einen Grappa und eine halbe Flasche Brunello trinken und dazu gegrillten Crottin de Chavignol sowie kurz gebratene Foie Gras essen. Er würde mir dann vorrechnen, dass man für den Gegenwert dieser Verpflegung praktisch einen 32 Zoll LCD-Flatscreen-Fernseher mit DVB-T, digitalem Soundeingang und mindestens drei weiteren Abkürzungen bekommt und verständnislos den Kopf schütteln. Er hätte auch kein Verständnis dafür, wenn ich jetzt behaupte, man solle ruhig 500 km fahren, um ein völlig unscheinbares Restaurant zu besuchen und Flunder zu essen.

Ich habe das heute gemacht. Ich bin um sechs aufgestanden (Sie können ermessen, was das nach dieser Woche bedeutet!) und nach Usedom gefahren. Dort war ich im „Zum Smutje“, das sich „Ihr Frischfisch-Lokal in Zinnowitz“ nennt und in der Nähe des abscheulichen Hotels Baltic liegt. Dort habe ich gegessen und bin ich wieder nach Hause gefahren. Gut, ich habe zwischendurch noch einen kurzen dienstlichen Termin erledigt, aber das ist jetzt nicht wichtig, denn ich würde es auch ohne diesen Termin sofort wieder tun. Es war die Scholle meines Lebens.

Genauer gesagt, waren es zwei Schollen und sie waren so frisch, dass sie noch ein bisschen mit dem Schwanz gezuckt haben. Sie waren perfekt gebraten und dazu gab es unfassbar leckeren, selbstgemachten Kartoffelsalat mit Radieschen und Äpfeln bis zum Abwinken. Einfache Dinge können so göttlich sein.

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Das Restaurant ist eingerichtet wie ein Wilmersdorfer Cafe aus den fünfziger Jahren. Der Altersdurchschnitt der Gäste lag – wie dort – etwa bei 92. Für fünf Personen hat das Essen mit Getränken und Kaffee unter 70 € gekostet und das müsste wegen Preisdumpings eigentlich verboten werden. Aber ich will mich nicht beschweren, weil die Bedienung auch noch ausgesprochen nett war und es zum Kaffee eine kleine Tafel Bitterschokolade gab.

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Kompliment hamburgerin55 (31.03.2008) 5

Schönes kleines Restaurant. Super Fischgerichte. Nettes Personal, flotte Bedienung. Besser Tisch reservieren. Immer wartende Gäste vor der Tür. Im Sommer ist es besser durch Terrasse. Sehr empfehlenswertes Lokal. Wird auch von den Einheimischen empfohlen.

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