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Stichworte geologen kaolinsand kliff limonitsandstein supfblutauge
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hafi46 (06.04.2008)
Sylter Wahrzeichen (2)
Das Morsum-Kliff
Über die Entstehung der Insel Sylt berichtete die Sage, das Riesenschiff “Manigfuald” sei bei den Dansbänken nahe Esbjerg gestrandet, der Kapitän sei von Bord gegangen um Hilfe zu holen, und auf seinem südlichen Weg durch das Wattenmeer habe er im zähen Schlick eine Schuhsohle verloren. So sei der Mittelteil von Sylt entstanden, der sichvon Westerland bis Nösse erstreckte. Das beweisen auch die friesische Sprache, in der Sohle und Sylt fast denselben Ausdruck haben: Sööl und Söl.
Die Geologen haben sich mit dieser Geschichte von der Landbildung Sylts nicht zufriedengegeben. Sie untersuchten die Insel dort, wo der Gerdboden seine Entstehungsgeschichte preisgibt, vor allem am Morsum-Kliff und am Roten Kliff bei Kampen. Nach den erdgeschichtlichen Forschungen der Geologen bestehen die Geestkörper der Insel aus drei Ablagerungen im Erdzeitalter des Tertiär (vor 60 Millionen Jahren), nämlich graublauem Glimmerton aus der Ur-Nordsee, rotbraun gefärbtem Limonitsansatein aus der Brandungszone des Meeres und weißen Kaolinsand als Transsportgut von Uraströmen. Während der Tertiärzeit in Mitteleuropa herrschte ein tropisches Klima. Dann kam es jedoch zu der Weltkatastrophe der Eiszeiten, deren Ursache bis heute nicht ganz geklärt ist. Die drei teriären Ablagerungen wurden während der Eiszeiten gefaltet und treten besonders deutlich am Morsum-Kliff, einem “Mekka der Geologen”, zutage. Nach dem Abschmelzen der Eiskappe war das Gebiet des heutigen Sylt noch ein Teil des im Teriär gebildeten Festlands. Wann Sylt zur Insel geworden ist, läßt sich mit Bestimmtheit nicht sagen. Die Geologen nehmen an, daß wahrscheinlich schon vor Christi Geburt Sylt vom Festland abgetrennt war.
Das Morsum-Kliff, etwa 1800 m breit und bis zu 21 m aufragend, ist seit 1923 Naturschutzgebiet (39 ha groß). Dazu gehört die anschließende Heide-Hochflähce mit bemerkenswerten Pflanzen wie Lungen-Enzian, Europäischer Ährenlilie und Sumpfblutauge. Das Kliff auf der Nösse-Halbinsel, dessen Farben weit über das Wattenmeer leuchten, gibt als Anschauungs- und Forschungsobjekt einen einmaligen Einblick in die Schichtenfolge des Tertiär. Die drei Formationen dieses Erdzeitalters (Glimmerton, Kaolinsand, Limonitsandstein) treten hier mehrfach auf. Der dunkelgraue Glimmerton ist die älteste Schicht aus der Miozänzeit des Teriär, in der die Braunkohle gebildet worden ist. Damals flutete im Raum von Sylt die Ur-Nordsee. In die letzte Periode der Tertiärzeit gehört die ockerfarbene bis braune Limonitsandstein als Flachwasserablagerung. Sowohl im Glimmerton als auch im Lemonitsandstein finden sich zahlreiche Versteinerungen der früheren Meerestierwelt. Dagegen ist der Kaolinsand frei von Versteinerungen.
Obwohl das Morsum-Kliff Naturschutzgebiet ist, wird dort leider immer wieder, dieSchutzbedürftigkeit der Natur missachtet. Viele Besucher bearbeiten die Kliffkante mit Spaten und Hammer, so daß der natürliche Abbau beschleunigt ist. Auch die Reiter richten auf der Heidefläche großen Schaden an. Deshalb bedarf es in Zukunft einer erhöhten Aufmerksamkeit und eines wirksameres Schutzes, damit die Urtümlichkeit dieses Teils der Insel erhalten bleibt.
Stichworte naturschutzgebiet, kliff, limonitsandstein, supfblutauge, geologen, esbjerg, kaolinsand, glimmerton
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