Mein Lieblingsplatz Zu Guides hinzufügen Als E-mail versenden

Werben Sie hier mit einer Qype Premium Anzeige (mehr...)

Qype Advanced Insider 20K
Benutzerfoto: hafi46

hafi46

Kompliment hafi46 (07.04.2008) 5

Sylter Wahrzeichen (3)

Der Friesenwall

Ob in Kampen, Keitum, Braderup, überall begegnen wir dem Friesenwall, hinter dem sich die Häuser ducken. Wann die Urväter der Inselbevölkerung die ersten dieser Wälle geschichtet haben, vielleicht können uns die Ausgrabungen in Archsum auch darüber später einmal genaueren Aufschluss geben. Es scheint jedoch wahrscheinlich zu sein, daß schon die ersten Menschen, die sich auf dem Territorium des jetzigen Eilands ansiedelten, nicht ohne diesen wirkungsvollen Schutz gegen den Wind ausgekommen sind. Aus Erde geschüttet, mit steinernem Rückgrat. Steine waren keine Mangelware auf der Insel. Das Eis hatte sie in grauer Vorzeit hertransportiert. Noch in unserem Jahrhundert wurden sie in großen Mengen für diverser Zwecke geborgen. In der Nähe der Keitumer Kirche, in der Kampener Heide. Zwar hatten sie sich schon unter der Erde versteckt, aber bereits ein einziger Spatenstich genügte meist, sie wieder ans Tageslicht zu fördern.

Ein echter,. eben als Wahrzeichen der Insel anzusehender Friesenwall ist daran zu erkennen, daß er ohne Verwendung von Zement geschichtet ist. An der Oberfläche etwa 60 cm breit, verdickt er sich zur Sohle hin bis auf durchschnittlich das Doppelte. Er steht auch nie im rechten Winkel zur Straße, er weist Grundsachlich eine Neigung zwischen 70 und 80 Grad auf. Ihrer speziellen Eigenart wegen können Friesenwälle auf besondere Fundamente verzichten. Die unterste, aus größeren Blöcken bestehende Steinschicht ist jedoch normalerweise bis zu einem halben Meter tief im Erdreich verankert. Da ausnahmslos Natursteine verwendet werden, die in Form und Größe unterschiedlich sind, müssen die Zwischenräume ausgefüllt werden. Deshalb werden kleinere Steine, vor allem Grassodenbrocken, gleichsam als Keile und Mörtel dazwischengetrieben. Mit dem Ziel, eine möglichst gerade Oberfläche zu schaffen, die mit einem meterlangen Grassodenläufer belegt wird. Man holt ihn sich, bis zu 5 cm dick und etwa 25 cm breit, aus der Umgebung, wo sich die beste Gelegenheit zum Abstechen bietet. Zusammengerollt wird er zur Baustelle geschafft und dort wieder ausgebreitet. Alsdann schüttet man diese erste Schicht an der dem Haus zugekehrten Seite mit guten Mutterboden an und befestigt ihn mit quadratischen Grassoden. Nunmehr wird die zweite Schicht Steine auf den Sodenläufer gelegt.

Kleinere, da sich der Wall nach oben hin verjüngt. Alle Steine dieser zweiten Schicht sind nach links geneigt. Wieder “Verkeilung” mit Steinchen und Grassodenfitzen. Darüber ein zweiter meterlanger Grassodenläufer. Die nächste Steinschicht erhält eine Rechtsneigung. Und so weiter, bis die gewünschte Höhe des Walls erreicht ist. In der Regel geht man über fünf Schichten nicht hinaus. Und selbstverständlich wird jede weitere Schicht sofort an der Innenseite mit Mutterboden und Soldenquadraten gesichert. Den Abschluss bildet ein letzte Grassodenläufer. Einige Friesenwälle verraten ihre “Jugend”, da ihre oberen Steinschichten nicht abwechselnd nach links und rechts gerichtet sind.

Eine so sorgfältig gearbeitete Konstruktion müßte, so könnte man meinen, Jahrhunderte überdauern. Doch nur ein besonders fest gefügter und kräftig bewachsener Wall kommt wesentlich über das “biblische Alter” hinaus. In einem Haus, in dem die Kinder nach modernen Prinzipien erzogen werden, schon ganz und gar nicht…..

Stichworte , , ,

Kommentare (1) Bedenklicher Inhalt?

Schreibe einen Beitrag zu „Der Friesenwall”

  • Deine Wertung:
  • Wieviele Sterne?
Stichworte
Beliebte Stichworte: findlinge, fundamente, grassoden, häuserschutz

Youtube Video hinzufügen

Schreib einfach so, als würdest Du mit deinem besten Freund sprechen.
Bitte keinen Spam, keine Internetseiten, keine Eigenwerbung und keine Privatpersonen kommentieren.
Hier geht es zu unserem Verhaltenskodex.

Verzeichnis: # A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Diese Seite aufUser_language_en_icn EnglischUser_language_fr_icn Französisch ansehen