Adresse: Am Fort Konstantin, 56075 Koblenz
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Kompliment
rheinnixe (13.04.2008)
Führung über Fort Konstantin
Die VHS bildet uns diese Woche ganz ungemein! Gestern war nun eine Führung über Fort Konstantin, das ein kleiner Teil der preußischen Festungsanlage Koblenz ist, dran.
Zum Erhalt und Wiederaufbau hat sich der Verein “Pro Konstantin e.V.” im Jahre 1993 gebildet. Und zwei Vorstandsmitglieder haben nun gestern die Führung übernommen. Da wir 24 Teilnehmer waren, haben sie die Gruppe in zwei Hälften geteilt, weil eine größere Menschenansammlung in den Kasematten stecken geblieben wäre.
Wir waren beeindruckt von dem, was die Vereinsmitglieder geleistet haben, natürlich auch mit Unterstützung heimischer Handwerksbetriebe, einer Arbeitsloseninitiative und der Stadt Koblenz. Wir sahen Bilder, wie das Fort vor 1993 aussah. Völlig überwuchert von Vegetation, überall Schrottanhäufungen und viel Feuchtigkeit in den unterirdischen Räumen.
Jetzt ist schon ein gepflegter Rasen im Innenbereich der Anlage, die Räume werden neu verputzt, mit Fenstern versehen - es ist eine Pracht! Langfristig soll das Fort wohl auch als Tagungs- und Veranstaltungsort hergerichtet werden. So lässt sich der Erhalt des Bauwerks dann eher finanzieren.
Die beiden Führer haben eine Stunde lang eine große Menge Wissen in verständlicher Art und Weise weitergegeben. Sie erzählten nicht nur die Geschichte des Forts, sondern - um den Zusammenhang verständlich zu machen - auch in groben Zügen die Entstehung der Stadt Koblenz und die gesamte Festungsanlage, zu der auch die bekannte Festung Ehrenbreitstein, Fort Asterstein, die Feste Kaiser Franz und die Neuendorfer Flesche gehören.
Besonders erstaunlich fand ich, dass das Fort nach dem 2. Weltkrieg als Notunterkunft für obdachlose Familien gedient hat und teilweise sogar noch bis Mitte der sechziger Jahre bewohnt war. Man, müssen die an Rheuma und Arthritis gelitten haben, bei dieser Kälte und Feuchtigkeit hinter den dicken Mauern!
Natürlich haben die Führer auch versucht, über das geschichtliche Interesse hinaus, Interesse an der Vereinsarbeit zu wecken und damit neue Mitglieder zu gewinnen. Ein Rentner zahlt einen Mitgliedsbeitrag von 12,00 EUR (normaler Beitrag: 19,00 €). Ich meine, das sollte es uns wert sein, um solche Kulturgüter zu erhalten. Und wer will, kann auch aktiv mithelfen, das Fort wieder zu einem Herzeigeprojekt zu machen.
Die Geschichte des Forts brauche ich hier wohl nicht wiederzugeben, denn die ist ja nachlesbar auf der Homepage. Aber ich kann allen Besuchern von Koblenz empfehlen, sich mal einer Führung hier anzuschließen. Das gilt natürlich auch für die anderen Teile der Befestigungsanlage. Es ist wirklich hochinteressant, auf diesen Spuren der Geschichte selbst einmal zu wandeln. Irgendwie fühlt man sich dann manchmal ganz furchtbar klein und unwichtig.
Und nicht zu vergessen: Der Blick von hier oben über die Stadt Koblenz ist sehr faszinierend. Wie klein so eine Lok plötzlich aussieht, wenn sie in den Bahnhof einfährt!
Stichworte denkmal, führung, fort, befestigungsanlage, pro-konstantin
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