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Kompliment moritaganaki (21.04.2008) 5

da mußte nun also erstmal ein platz für die »neue musik« in hamburg angelegt werden …
interessant! scheinbar hat sie hier noch keinen. oder besser gesagt, sie hatte mal einen. nun hat sie ihn nicht mehr.

in einer stadt, die laut städtemarketing »musikstadt hamburg» genannt werden möchte ist das doch ein armutszeugnis, oder? gab es bis vor zwei jahren noch zumindest EIN ambitioniertes fest der neuen musik: das hamburger musikfest unter dem damaligen musikalischen direktor ingo metzmacher, gibt es nun höchstens noch die »ostertöne« der simone young. in diesem sehr zusammengestrichenen festival kontrastieren beispiele neuerer musik die werke des hamburger komponisten johannes brahms. das ist zwar beachtenswert und sicher eine bereicherung des hamburger musiklebens aber eben doch ein rückschritt für die zeitgenössische musik.
waren die vorangegangenen programme der musikfeste noch wahre orte des entdeckens - nicht selten auch anstrengende übungen in geduld und konzentration der zuhörer - sind die ostertöne nun zeitlich wie programmatisch auf das nicht sehr experimentierfreudige und ausdauernde hamburger publikum zugeschnitten.
aber das war ja abzusehen.

jahrelange querelen mit geldgebern und dem hamburger kultursenat haben ingo metzmacher wohl schließlich resignieren lassen. ein so anspruchsvolles programm (siehe die links am ende dieses beitrags) mit langen musiknächten zu weitgreifenden themen wie zum beispiel »welt - raum« und »zeit«, sowie parallelen filmveranstaltungen hat in hamburg scheinbar kein publikum und deshalb kein geld.
und - folgerichtig fürs hamburger kulturverständnis - deshalb auch keinen platz.

das letzte musikfest 2004 (mit solchen höhepunkten wie nonos »prometeo« markus stockhausen und den swingle singers (yeah!):-)) dauerte schon nur noch 24 stunden.
und das wars jetzt?

ich bin wirklich gespannt ob hamburg in der lage ist aus der ›not‹ die elbphilharmonie ›füllen‹ zu müssen auch eine tugend macht. oder ob hamburg weiterhin provinz in sachen neuer musik bleibt.

natürlich darf am schluß nicht ein fetter hinweis auf das zweite standbein neuer musik in hamburg fehlen: das ensemble resonanz. jedes konzert (in der kleinen laeiszhalle) eine offenbarung … wie sagt man so schön: die letzte cola in der wüste.-))

http://www.hamburg.de/Behoerden/Pressestelle/Meldungen/ta…

http://www.abendblatt.de/daten/2003/09/12/207078.html

http://www.abendblatt.de/daten/2004/09/09/338462.html

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