Adresse: Salamanca
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Kompliment Karu (22.09.2008) •••••
Salamanca
Als ich das erste Mal in Madrid und damit auch zum ersten Mal in Spanien war, habe ich Feuer gefangen, wie man so sagt. Ich wollte mehr sehen und erfahren vom Land; zu allererst Salamanca, einfach nur, weil mir der Name so gut gefiel ohne etwas darüber zu wissen. Ich sah in Madrid die Hinweisschilder Richtung Salamanca und war von dem Namen bezaubert, war ganz sicher, dass sich eine zauberhafte Stadt hinter diesem Namen befinden müsse. Nach den 3 Tagen in Madrid stand fest, die nächste Reise würde dort beginnen.
Salamanca wirkt schon bei der Zufahrt aufgeräumt, es fehlen die hässlichen Gewerbegebiete, alles außen herum wirkt neu. Der Parador, in dem wir wohnen wollten, war leicht zu finden als ebenfalls neues Gebäude, mehrstöckig und auffällig in hellem und dunklem Stein gestaltet. Er liegt der Altstadt und der Kathedrale genau gegenüber auf der anderen Seite des Flusses Torme. Eine Fußgängerbrücke führt hinüber, die aus der Römerzeit stammt. Später erfuhren wir, dass sie wieder aufgebaut wurde, weil sie bei einem Hochwasser zerstört worden war.

Die alten Bauwerke der Universitätsstadt sind aus einem besonderen Stein, der je nach Tageslicht die Wirkung verändert und in der Abendsonne in einem beinahe unwirklichen Goldton schimmert. Die beiden Kathedralen aus dem 12. und 16. Jahrhundert überragen mit ihren Türmen die anderen mächtigen Bauwerke wie den Bischofspalast und die Universität.
Wir gerieten bei der ersten Überquerung der Brücke in einen Umzug von Abgesandten der Provinzen hinein, die in jeweils unterschiedliche, reich bestickte Gewänder gekleidet waren, angeführt von einem trommelnden und gleichzeitig Flöte spielenden Mann, ebenfalls in Tracht, mit Hut und oder Stirntuch. Die Frauen trugen Blumensträuße, bestickte Gewänder und Spitzentücher über dem Haar. Am nächsten Tag sahen wir, dass die Sträuße alle an einer Art Altarwand um eine Marienfigur herum drapiert worden ware, etwa vier Meter hoch und sechs Meter breit. Davor und auf dem Boden Blumenbogen und Körbe, so dass sich ein flirrend buntes Bild ergab. Die Madonnenfiguren innerhalb der Kathedralen haben mich besonders beeindruckt, sie sind lebensgroß und wirken, mit echtem Haar und Wimpern, gekleidet in kostbare Gewänder, mit Schmuck behangen und mit Gold umgeben. In vielen anderen Kirchen des Landes sollte ich noch solchen Madonnen begegnen. Davon aber später mehr.
Am nächsten Abend war die Innenstadt nicht weniger bevölkert, als zur Zeit des Festes. Gegen 23 Uhr wimmelte es auf der Plaza Mayor, die früher auch Stierkampfarena war, vor Menschen, Junge, Alte, kleine Kinder, in den Bars und Restaurants war kein Platz mehr frei. Das meiste spielte sich jedoch lautstark auf der Straße ab, alle schienen gleichzeitig zu reden. Die Spanier sprechen ohne Punkt und Komma, wie man so sagt, sie machen nicht die hilfreichen Dehnungspausen mit langezogenen äähhhhs wie die Italiener. Die Sprechgeschwindigkeit ist für einen Ausländer ohne Sprachkenntnisse schwindelerregend. Auch hatten wir den Eindruck, dass jeder jeden kennt in dieser Stadt. Am Mittag dagegen hatten wir himmlische Ruhe erlebt und den Platz beinahe für uns alleine, abgesehen von den paar Touristen. Die Plaza Mayor soll der schönste Platz Spaniens sein. Von denen, die ich gesehen habe, ist er es mit Sicherheit. Ich habe auch nicht erlebt, das Plätze in unserem Land in dieser Weise genutzt werden, zusammen zu stehen, zu reden, sich zu freuen, den Abend zu genießen, umgeben von einer prächtigen Architektur, die das Geschehen auf dem Platz zu schützen scheint.
In den autofreien Gassen geht es nicht weniger lebhaft zu. Es empfiehlt sich, die Spaziergänge durch das Universitätsviertel und um die Kathedralen herum sowie durch die Einkaufspassagen mehrmals zu machen, bei jeder Runde ist etwas Neues zu entdecken, immer mal wieder öffnet sich ein Innenhof mit phantasievollen Wasserspeichern, die sich gegen den blauen Himmel scharf abzeichnen, überall in den Fassaden lassen sich Figuren ausfindig machen, das Entdecken will kein Ende nehmen. Auf keinen Fall sollte man versäumen, das Jugendstil-Museum zu besuchen, in einer Seitengasse nahe der Kathedrale. Schon der Blick aus dem Garten auf den Fluss und durch die bunten Glasfenster auf die alten Hausfassaden ist es wert. Diese Stadt wird ihrem klangvollen Namen gerecht. Der Blick aus den Fenstern des Paradors auf die nächtlich beleuchtete Stadt ist das schönste Betthupferl, was sich denken lässt.
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