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Kirche St. Marien
Stralsund
- Adresse:
-
Neuer Markt, 18439 Stralsund
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|
4 Beiträge zum Platz "Kirche St. Marien" auf Deutsch
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Selten war ich von einem Sakralbau so beeindruckt wie von der St. Marienkirche in Stralsund.
Ich bin hinter einem älteren Ehepaar auf die Kirche zugegangen und noch bevor ich die riesige Eingangstür fotographieren konnte, hatte der Mann sie schon vor meiner Nase geschlossen. Also habe ich mich im Stillen herzlich bedankt und sie dann wieder aufgestämmt. Dabei ist mir Eines klar geworden: eine kleine Eingangstür hätte es wohl auch getan, ich gehe nicht davon aus, dass sie für riesige Senften gemacht worden ist. Der Mensch, der dieses Tor durchschreitet, fühlt sich auch in der heutigen Zeit noch unbedeutend und klein im Vergleich zu diesem Bauwerk (und der Gläubige sicher auch im Vergleich zu Gott). Die Vorhalle habe ich unbeachtet der Bistroartigen Tischkombinationen zur Rechten durchschritten und bin mit offenem Mund und gezücktem Fotoapparat in das Hauptschiff eingetreten.
Vor lauter Staunen habe ich ganz übersehen, dass es Führungen durch die Kirche gibt und so bin ich auf eigene Faust durch den Mittelgang vorbei am nimmer vollen Opferstock aus dem 18. Jahrhundert, dem herrlichen “Gott-Vater”-Leuchter von 1557 und dem derzeitig in Restauration befindlichen spätgotischem Marienkrönungsaltar aus dem späten 15. Jahrhundert.
Ich war so gefangen von den vielen Eindrücken, dass ich hier die Zeit komplett vergessen habe.
Fazit: immer wieder gern, beim nächsten Mal auf jeden Fall mit Führung und Turmbesteigung!!
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Sehr imposante Kirche, wirkt schon fast wie eine Burg. Dem vorherigen Beitrag ergänzend, kann ich nur die turmbesteigung empfehlen. Steiler aufstieg (für Kleinkinder unter 3 1/2 sicher kaum geeignet). Der Blick über die Stadt ist fantastisch. Aber wie geschrieben, vor steilen Treppen darf man keine scheu haben.
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Definitiv die schönste der drei großen Kirchen Stralsunds! Von außen wirkt das Gebäude auch neben dem Neuen Markt und den klein scheinenden Häusern erst einmal nur riesig und in den Details nicht so beeindruckend. Nach dem Eintreten aber staunt man sofort: Die erste Eingangshalle, das so genannte Querhaus, ist irrsinnig hoch aber im Verhältnis sehr kurz, an der Decke wunderbare Kassettenfächer, ein bißchen an gotische Deckenarbeiten in englischen Kathedralen erinnern, sehr fein und erhaben, dazu diese Höhe, die an unirdische Unendlichkeit gemahnt! Dahinter der dreifache Eingang in den Hauptraum, hier ausgewogenes Licht, keine Überladung mit Zierrat wie anderswo, sondern warmes Weiß von den Säulen zu den Seitenschiffen. Der Altar als prachtvoller Mittelpunkt. Und jeden Tag hört man hier wunderbare Orgelmusik von der riesigen und sehr schönen alten Orgel, die an sich schon einen Besuch lohnt...
St. Marien wurdezum Ende des 13. Jahrhunderts nach dem Vorbild der Lübecker Marienkirche (überwiegend aus rotem Backstein) erbaut, aber es wurden viele Elemente dem zum Erbauungszeitraum herrschenden Stil der Spätgotik angepasst: Strebebögen sind unter den Dächern der Seitenschiffe verborgen und die für den gotischen Baustil typischen Strebepfeiler sind bis kaum vorhanden, so entsteht die ungewöhnlich klare Linie des Baus, die durch den einfachen Chor noch verstärkt wird, auch das monumentale Querhaus gibt es so beim Vorbild in Lübeck nicht.
Im Jahr 1382 kam es aufgrund einer schlechten Befestigung des Fundamentes zu einem Einsturz des Kirchturms, dabei wurden von der ursprünglichen Kirche Chor und Anteile des Langhauses zerstört; man begann sofort mit einem Neubau, bereits 1416 wurde der Grundstein für den neuen "Westbau" gelegt, der aus einem hohen Mittelturm mit vier kleineren Treppentürme sowie zwei Seitenhallen besteht, und der auf 14 Meter hohen Pfeilern ruht. Für diese Konstruktion gibt es weder Vorbilder noch Folgebauten. Von 1475 bis 1485 wurde der Turm umgebaut, schon 1495 stürzte während eines starken Sturms sie sehr hohe (151 Meter) gotische Spitze herunter, sie wurde aber bald wieder auf den Turm gesetzt und sorgte dafür, dass das Bauwerk von 1625 bis 1647 das höchste Gebäude der Welt war. 1647 wurde die Spitze erneut durch einen Brand vernichtet, es folgte die heute sichtbare barocke Haube (1708 fertiggestellt).
Die abmessungen sind gewaltig: Die Kirche ist 100 Meter lang und im Mittelschiff 32,9 Meter hoch, der Innenraum ist fast 96 Meter lang und über 40 Meter breit.
Von der ursprünglichen reichen Innenausstattung ist leider nicht mehr viel zu sehen, da das meist in der Reformation und einem großen Stadtbrand im Jahre 1647 vernichtet wurde. In der Mitte des Chores befindet sich der Marienkrönungsaltar, der um 1498 angefertigt wurde, allerdings erst um 1970 aus Semlow hierher verlagert wurde. Außerdem sehenswert: gotische Malereien aus dem 15. Jahrhundert an den Arkadenbögen. Die Malereien stellen vermutlich Heilige dar. An der Westturmwand ein atypischer Kruzifix aus dem Jahr 1480: Jesus wird hier am Kreuz nicht hängend, sondern stehend dargestellt. Dazu zahlreiche Grabkapellen, eine geschnitzte Figurengruppe aus dem 15. Jahrhundert am nördlichen Ausgang und vieles mehr...
St. Marien lohnt wie gesagt wirklich einen Besuch!!!
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