Tattoos der Yakuza, Tokio

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Lenz

Schaffhausen

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Beitrag zu Tattoos der Yakuza vom 4 Mai 2008 (aktualisiert am 15 Mai 2008)

Wenn man über Tattoos spricht, kann man unmöglich die Ganzkörpertätowierungen der Yazuka ignorieren. Nun sollte man natürlich wissen, wer die Yakuza sind. Aufgeklärte werden hier schnell darüberlesen, andere interessiert es vielleicht. Als Yakuza bezeichnet man kriminelle Organisationen, die es seit Hunderten von Jahren in Japan gibt. Das Wort „Yakuza“ setzt sich aus den chinesischen Zahlen acht (ya), neun (ku) und drei (za) zusammen und diese Zahlenkombination 8-9-3 gilt bei dem ursprünglich aus China stammenden, aber auch in Japan beliebten Kartenspiel Hanafuda als völlig wertlos. Die Yakuza selbst sehen sich denn auch mit einem gewissen Stolz als „die Wertlosen“ der Gesellschaft an. Komisch. Das hat aber seinen Grund.

Yakuza Ganzkörpertätowierung

Während der Edo-Periode, in der die Yakuza sich gebildet haben, bestanden die verschiedenen Organisationen fast ausnahmslos aus Menschen „niederer Geburt“. Also aus Angehörigen der Kasten der Kaufleute, Handwerker und Bauern. Ganz im Gegensatz zu den Samurai, die von höherer Abstammung waren und das Kriegshandwerk edelmütig ausführten. Die Yakuza galten damals als die „Robin Hoods“ Japans und das erklärt den frühzeitigen Stolz. Irgendwann mal verloren die Samurai durch die pax Tokugawa ihre Daseinsberechtigung als Krieger und sie wurden Ordnungshüter. Die Yakuza entwickelten sich immer mehr zu kriminellen Vereinigungen, Banden oder japanisch „kumi“ genannt. Samurai und Yakuza, die Guten und die Bösen also.

Heute gibt es in Japan drei große Yakuza-Gruppen: die Sumiyoshi-kai (vormals Sumiyoshi-rengo), die Inagawa-kai, beide mit Sitz in Tokio, sowie die zahlenmäßig größte Gruppierung Yamaguchi-gumi, deren Einfluss sich auf das Gebiet um Kobe und Osaka erstreckt. Traditionell sind sie auch in Thailand und Südkorea vertreten. Stützpunkte haben sie aber auch in Hawaii, San Francisco und selbst in New York, Amsterdam und Paris.

Die Yakuza sind streng hierarchisch organisiert. An der Spitze eines Netzwerkes steht der „ojabun“ (jap. Vater), vergleichbar mit dem Paten bei der Mafia. Darunter gibt es die „kobun“, die Söhne. Unter Yakuza gilt ein Oyabun auch als „einer, der über den Wolken lebt“, eine Metapher, die von westlichen Experten als Synonym für Unantastbarkeit interpretiert wird. Yakuza pflegen ein aufwändiges Aufnahmeritual, bei dem traditionelle Kleidung getragen wird und der zukünftige Kobun seinem Oyabun Treue und Loyalität bis in den Tod zu schwören hat. Die Yakuza sprechen eine eigene Berufssprache und sind traditionell prächtig tätowiert.

Detail einer Armtätowierung

Wikipedia schreibt dazu. “Yakuza verwenden seit Hunderten von Jahren großflächige Tätowierungen als Ausdruck der Gruppenzugehörigkeit, aber auch um sich als ranghöheres Individuum zu kennzeichnen. Nicht selten gaben sich Bauern und Handwerker bei ihrem Eintritt in die Yakuza neue und kriegerisch klingende Namen wie Tiger und Kranich, neun Drachen, tobender Sturm usw., die sie dann in dieser Form auf Rücken oder Brust bildlich darstellen ließen. Zusätzlich wurden oft noch ausschweifende und künstlerische Verzierungen angebracht, nicht selten wurde alles bis auf Kopf, Hände, Füße und Genitalbereich mit Mustern versehen. Auch heute noch sind Tätowierungen in Japan direkt mit den Yakuza assoziiert, weshalb Tätowierten der Zutritt zu öffentlichen Badeanstalten meist untersagt ist. Tatsächlich aber verliert die Tätowierung bei den Yakuza an Bedeutung, seit die Organisationen verboten wurden.“ Statt einer detaillierten Beschreibung der Motive empfehle ich Ihnen die fantasievollen Bilder im Anhang.

Da seit 1993 die Zugehörigkeit zu einer „kumi“ in Japan strafbar ist, verschwindet der Yazuka immer mehr aus der Öffentlichkeit. Trotzdem sind einige Gruppen und Banden nur oberflächlich getarnt in Telefonbüchern etwa von Tokio und Osaka verzeichnet. Ihr Geschäft ist der Menschenhandel, die Prostitution, das Glückspiel, die Schutzgelderpressung und die Einflussnahme auf Politik und Wirtschaft. Die schönen Tattoos sind nicht mehr in Mode oder werden modisch okkupiert. Auch die traditionelle Hierarchie hat sich verändert. Ein schönes Beispiel dafür gibt der fabelhafte Film Black Rain von Ridley Scott, der auch so unterschiedlich schöne Filme wie „Blade Runner“ und „Thelma & Louise“ gemacht hat. Den Trailer zu „Black Rain“ finden Sie hier.

Lenz @buchstäblich, ich musste erst mal nachschauen, was Yoghurtgums sind. Ah, die gibt es von Katjes. Deine Idee finde ich fantastisch, weil wir mehrere Zielgruppen auf einen Ganzkörperpudelyoghurtschlag erreichen. Und wenn ich endlich meine Tattoos verbraten könnte, wäre mir das recht.

Lenz Ach, bei mir ist alles möglich. Ich habe doch schon zujas Muffin-Rezepte falsch verstanden und Gummibärchen im Backofen verbrutzelt.

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