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Tintin oder Tim und Struppi
Ottignies-Louvain-la-Neuve
- Adresse:
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Grand´ Place, Hergé Museum, 1348 Ottignies-Louvain-la-Neuve
- Kontakt:
- Geöffnet:
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Eröffnung 2009
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1 Beitrag zum Platz "Tintin oder Tim und Struppi" auf Deutsch
Tintin und seine Freunde gehören mit Sicherheit zu den interessantesten Figuren fantastischer Welten nach den frühen Meisterwerken Alice im Wunderland (Erstveröffentlichung 1865) und Alice hinter den Spiegeln (Erstveröffentlichung 1871) des britischen Mathematikers und Schriftstellers Charles Lutwidge Dodgson, besser bekannt unter seinem Pseudonym Lewis Caroll, und vor der späteren Comicserie Fritz the Cat des Amerikaners Robert Crumb aus den Neunzehnhundertsechzigern. Natürlich höre ich den Aufschrei: Mickey Mouse, Asterix & Co. und andere Zong-Helden habe ich bewusst ignoriert, weil genug Wirbel um sie gemacht wurde und sie mich schon als Kind nicht besonders interessierten. Tintin ist außerdem vom Zeichenstil her immer noch sehr modern, also zeitlos.

Die Drucktechnik des groben Rasterpunkts vom Comics hat Künstler wie Roy Lichtenstein inspiriert
Der Schöpfer von „Les aventures de Tintin“ war der Belgier Georges Remi, genannt Hergé, der von 1907 bis 1983 lebte und schon ab 1929 bis an sein Lebensende an der Figur des rasenden Reporters schrieb und zeichnete. Seinen vierundzwanzigsten Comicband konnte er leider nicht mehr vollenden, aber mit seinen Erzählungen inspirierte er immerhin Künstler wie Steven Spielberg und Andy Warhol und erfreute zig Kinder- und kindliche Herzen. Mal ehrlich, seine liebenswerten und smarten Hauptfiguren Tim und Struppi, der cholerische und ewig schlecht gelaunte Kapitän Haddock, der spleenige und geniale Professor Bienlein, die zur Mimikry neigenden Detektive Schulze und Schultze, der penetrante Versicherungsvertreter Fridolin Kiesewetter und andere gäben das Arsenal für die schönsten Figuren von Werbekampagnen ab. Nicht als Figuren an sich – das wäre zu platt – , aber als Matrix für diese.
Nehmen wir Tim und Struppi: Ein Mann mit seinem Hund ist so ziemlich das schönste Stereotyp, das man sich denken kann. Freundschaft zwischen unterschiedlichen Gattungen. Ein Mann, ein Hund. Großartig. David Ogilvy hatte damals für Carioca Rum den schachspielenden Mann mit seinem schachspielenden Hund entwickelt. Und viele weitere skurrile Motive mit den beiden. Die britische Agentur Lowe Howard-Spink kreierte reizende Motive von Mann mit Hund für Heineken. Echte Brüller. Ein Traum von mir war es, einen jungen Mann mit seinem lustigen Köter durch Virginia streifen zu lassen. Für eine Zigarettenmarke, die mehrheitlich Virginia-Tabak enthält. Die Heimat und die Hersteller des guten Tabaks zeigen. Heritage nennt man das. Die Motive mit fantastisch knorrigen Tabakbauern, viel Sonne und Staub waren hinreißend, haben aber Herrn Schulemann von Reynolds nicht gefallen. Das bedeutet aber nicht, dass das Klischee von Mann mit Hund nicht funktionieren würde. Bei Tintin funktioniert es großartig.
Nehmen wir Professor Bienlein: Ein verrückter Professor ist immer attraktiv. Für alle möglichen Produkte, vom Wasserbett bis zum Klospüler. Oder nehmen wir Schulze und Schultze: Was gibt es schöneres als ein Pärchen, dessen Akteure sich zum Verwechseln ähnlich sehen, aber nicht ganz ähnlich sind. Die gute alte Procter-&-Gamble-Technik des Site by Site wäre weniger dämlich, weil lustig. Was ich mit alledem sagen will, es gibt Archetypen, die im kollektiven Unterbewusstsein angesiedelt sind und deren Urbilder alle rühren. Für alle durch ihre Eigenschaften faszinierend sind. Nicht nur für Kinder, sondern für so ziemlich alle Menschen. Und deswegen funktioniert das gut gemachte Key-Visual oder das Testimonial in der Werbung und deswegen funktionieren auch gut gemachte Märchen.

Lärmendes Beiwerk werden Sie bei Tintin nicht finden. Aber geheimnisvolles Abenteuer
Die Geschichten um Tintin sind Märchen. Großartige. Es ist eine fantastische Welt. Wer erinnert sich nicht an „Die schwarze Insel“? Auch heute noch. An „Der geheimnisvolle Stern“, an „Der Sonnentempel“, an „Die Juwelen der Sängerin“? Es sind alles Abenteuer, die wir auch heute noch gerne bestehen würden, vielleicht in einer moderneren Fassung, aber ganz bestimmt. Mit allen relevanten Versatzstücken. Es sind Geschichten, die wir in uns tragen und von denen es kein Entrinnen gibt. Hergé war sich dessen bewusst. Deswegen ist Tintin so schön.
P. S. Das Hergé Museum wird im Parc de la Source gebaut werden. Da ich auf Google Maps diesen Platz nicht finde, habe ich den Grand´ Place, angeblich nur wenige Schritte davon entfernt, angegeben. Das Bild des Architekturmodells finden Sie in der Kommentarleiste.
Deutsch

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Und du sagst gar nichts über die Architektur des Museé Hergé? Das wundert mich aber. Architekt ist Christian de Portzamparc, der auch die französische Botschaft in Berlin entworfen hat. Auf seiner (leider im vermaledeiten Flash-Format gestalteten) Homepage kann man einen Entwurf finden, unter Projets -> Grands Bâtiments.
Ein zerlesener »Fritz the Cat« steht auch noch zwischen meinen Büchern ;-)
@Zorroalf, danke für deine ergänzende Information und zu deinem Statement zum Kult-Klassikers.
@buchstäblich, demnächst komme ich zu dir “lümmeln”, wenn es da so kinderfreundlich ist.
@vilmos, danke dir herzlich für die beiden schönen Bilder. Ich wollte welche im Bildteil mit einer erklärenden Unterzeile laden. Aber da warst du wieder mal schneller als ich. Ich sollte wohl meinen Arbeitsplatz wieder ins Haus verlegen. Da geht es fixer.
Ach lecker! Und das Wetter ist natürlich ebenso hervorragend wie hier.
Dürfte ich auch im gegrillten Kartoffelsalat lümmeln? Ohne Tim und Struppi?
@Lenz, mal wieder eine tolle Fleißarbeit und das per W-Lan im Cafe oder wie?
@ottogang, du darfst bestimmt und hast es ja nicht weit. Ich war nicht im Café, aber auf dem Balkon. Leider blendet jetzt die Abendsonne zu sehr. Also rein zum Kartoffelsalat mit Böhnchen und Geflügel.
Und ich kenne Tim und Struppi nicht! Muss mir das jetzt peinlich sein? Natürlich, schon gehört davon, aber nie gelesen. Jetzt habt Ihr mich neugierig gemacht. Muss mir unbedingt mal eine Ausgabe besorgen oder auch zu buchstäblich reisen.
Ich glaube, mein Vater hatte Comics in unserem Zuhause verboten. Ob nun alle oder nur Micky Mouse, weiß ich nicht mehr. Micky Mouse, wovon mein Bruder eine riesige Sammlung hatte, ging jedenfalls mal in einem Wutanfall in Flammen auf. Asterix und Obelix wurden später besser versteckt.
Ja, ich hatte eine schwere Kindheit!
Ach Rheinnixe, du hast mein volles Mitgefühl. Bücher- respektive Comicverbrennung? Lassen wir uns bei buchstäblich trösten. Und Rheinnixe, bring auch deine Schwester mit. :))
Da gab es früher so kleine, schmale Streifenhefte. Einer meiner Helden hieß Akim. Ist das noch jemandem bekannt?
Grüne Laterne sagt mir dagegen momentan nix. Bitte Erläuterung.
Ich erinnere mich neben »Akim« und »Prinz Eisenherz« auch an Heftchen mit dem Titel »Sigurd« (20 Pfg das Heftchen, wenn ich mich recht erinnere, entsprach dem Preis von vier Bildzeitungen oder vier Schokoküssen, die damals noch nicht diesen PC-Namen trugen), machten die Runde unter den Mitschülern an der Volksschule, unter der Bank, natürlich. Vieles davon wurde von einem Herren Hansrudi Wäscher gezeichnet.
Und mein Papa hat mir immer verboten, diese Dinger (Schundliteratur) zu lesen.
Aber klar, Sigurd, den gab es ja auch noch und wurde verschlungen.
Übrigens in dem Artikel über Akim, wird auch dieser Herr Wäscher erwähnt. Lies mal oben.
Schön, dass auch Prinz Eisenherz genannt wird. Die Ritter der Tafelrunde. Die Heftchen waren aber besser gezeichnet als die Filme. “Comic-In”? Finde ich gut.
Wie süß!
Gibt es eigentlich schon die Gruppe “Comic” ?
So richtig zum auslassen und in der Vergangenheit herumölen.
Darauf habe ich gewartet! Ein Beitrag zu meinen Lieblingshelden - Danke! Der muss natürlich in den Guide Bei_Helden_zu_Hause
Und ich halte “Tim in Tibet” weiterhin für Herges wichtigstes Buch…
Tim in Tibet ist auch schön. Und so aktuell.