Öffnungszeiten:
10:00 bis 17:00
Adresse: Puschkin (früher Zarskoje Selo), , Sankt-Petersburg
Tel: +49 812 465–2024
Website: www.tzar.ru/
Stichworte krieg palast russisch touristen völkerverständigung
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Kompliment Niclas Grabowski (14.05.2008) •••••
Manchmal ist man ohne Russischkenntnisse hier einfach aufgeschmissen. Als ein einheimisches Paar hier im Palast die Reiseführerin unserer Gruppe auf Russisch anschnauzte, diese das aber einfach ignorierte, war es ein Rätsel für mich. Aber glücklicherweise ist die Begleiterin des hier Schreibenden zweisprachig aufgewachsen und beherrscht diese nicht einfache Sprache fast so gut wie Deutsch. Und sie verstand daher, worum es bei dem kleinen Aufstand ging. Um uns, die Besucher aus dem fernen Deutschland. Die Reiseführerin, so das russische Paar, solle uns gefälligst sagen, was wir im Krieg hier alles angerichtet haben.
Der deutschen Wehrmacht ist es im Zweiten Weltkrieg nicht gelungen, St. Petersburg einzunehmen. Aber den wunderschönen Katharinenpalast, ca. 25 Kilometer südlich von St. Petersburg (damals Leningrad), den hatte man schon erreicht. Und als die deutschen Truppen dann abzogen, hat man kaum einen Stein auf dem anderen gelassen. Ein Schicksal, was auch noch weitere der wunderschönen Zarenpaläste in der Umgebung der Stadt getroffen hat. Hier im Katharinenpalast kam es wohl zum berühmesten Fall von Vandalismus. Denn hier befand sich das Original der Bernsteinzimmers, das beim Rückzug mitgenommen wurde. Nach wie vor ist es verschollen, wahrscheinlich verbrandt in den Ruinen des Stadtschlosses von Königsberg.
Heute kann man hier seit einigen Jahren immerhin eine Kopie sehen, die auch mit deutschen Geldern (der Ruhrgas AG) finanziert worden ist. Das Bernsteinzimmer könnte so gut als Symbol taugen für eine enge Beziehung mit Russland. Denn entstanden ist es ursprünglich in Preußen, bevor König Friedrich-Wilhelm es im frühen 18. Jahrhundert dem russischen Zaren Peter, dem Großen schenkte. Ein paar Jahre hing es wohl auch im Berliner Stadtschloss. Aber auch dieses ist ja inzwischen gesprengt.
Überraschenderweise erschien mir die Kopie des Bernsteinzimmers vor der Kulisse des wunderschönen Katharinenpalastes insgesamt doch etwas unterzugehen. Schon von außen ist es ein großartiges Ensemble, was sich hier bietet. Ich empfehle hier mal wieder, die SAT-Ansicht der nebenstehenden Karte zu nutzen, die durchaus schon eine Übersicht über den Palast, die Nebengebäude und den Park bietet. Auch die Bilder auf der Webseite (leider nur auf russisch) dürften für sich sprechen. Und die Wunder setzen sich im Innern des Gebäudes fort. Das Bernsteinzimmer ist nur ein Raum innerhalb einer Abfolge von Prunkräumen des Palastes, von denen jeder einzigartig entsprechend eines eigenen Konzeptes gestaltet ist. Und dann gibt es auch noch eines der eindrucksvollsten Treppenhäuser, die es so zu sehen gibt. Eine beeindruckende Aufbauleistung. Wirklich einen Besuch wert.
Ich konnte es nicht vermeiden, an die Diskussion um den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses zu denken, als ich hier zu Besuch war. Warum tun wir uns nur so schwer damit? Noch sind wir Deutschen wohl besser im Zerstören von Schlössern als im Aufbauen, oder?
Stichworte touristen, palast, russisch, sprache, krieg, wiederaufbau, völkerverständigung, bernsteinzimmer
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