Restaurant Biergarten Dorfschänke, Düsseldorf

Adresse: Alt-Niederkassel 49, Düsseldorf-Niederkassel , 40547 Düsseldorf

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Lenz

Kompliment Lenz (16.05.2008) 4

Die Dorfschänke, auf der gleichen Straße wie das Meuser im schönen linksrheinischen Düsseldorfer Stadtteil Niederkassel, ist vor allem bei schönem Wetter einen Besuch wert. Es gibt da einen fantastischen Biergarten, nicht zu groß um sich zu verlieren und nicht zu klein um keinen Platz mehr zu erhaschen. 180 schöne Biergartenstühle an geschmackvoll präparierten Tischen. Und über allem thront eine prächtige Kastanie und zu der kommen wir gleich, nämlich zu den „herabfallenden Gegenständen“.

Wie bitte??

Im Winter ist die Dorfschänke ganz ordentlich. Da sitzt man drinnen und mir scheint, es ist von der Ausstattung her etwas moderner geworden. Ganz früher war die Dorfschänke nämlich ein Lokal, so wie es das Schützenherz sich wünscht. Mit Vitrinen inklusive Schützenfahnen und so was allem. Niederkassel wurde dominiert von Schützenkompanien und anderen Einheimischen. Dazu gehörte auch der Pfarrer der nahen Kirchgemeinde und ich habe mit ihm manch leckeres Gläschen getrunken. Er war und ist ein Mann von Welt. Nun wird die Dorfschänke immer mehr okkupiert von fremdem Gesocks. Schicken, zumeist jugendlichen Besuchern halt. Das hat aber Vorteile. Die Küche ist mit der neuen Zielgruppe jugendlicher geworden. Will sagen leichter. Statt schwerem Sauerbraten gibt es nun Geflügel mit Salat. Den Sauerbraten gibt es zwar immer noch, aber er wird moderner angerichtet.

Die Kastanie, ein Geschenk des Himmels. Das was herunterfällt auch

Da es nicht Winter ist, sondern ein fröhliches Mailüftchen die Wange streichelt, gehen wir nach draußen in den Biergarten. Bitte schön Platz zu nehmen, der Kellner ist gleich da. Das stimmt wirklich. Auch bei großem Andrang wird man schnell bedient. Mit etwas Glück – und das hat man immer – von einem smarten, auf dem Kopf kahlrasierten Kellner. Sie wissen schon, diese stromlinienförmigen Jungs. Oder sogar von einer bezaubernden jungen Dame. Der Kluge hat sich schon zumindest ein Getränk ausgeguckt und vielleicht etwas Feines von der Tafel. An der Theke draußen lehnt eine Tafel mit den aktuellen Gerichten. Neuerdings liegen auf den Tischen auch Karten aus. Für Kurzsichtige oder solche, die sich nicht den Hals verrenken wollen. Das lohnt sich eher bei den attraktiven Gästen, in meinem Fall den Frauen. Oder den Hunden. Neulich habe ich einen Köter, direkt eingeflogen aus Spanien kennengelernt. Einen wahren Señor oder Don. Aus Alicante. Wahrscheinlich blaublütig.

Nun zum Essen und Trinken: Die Website zeigt die Speise- und Getränkekarte, deswegen beschränke ich mich hier auf meine Favoriten: Rostbeef „kalt“ mit kleinem Salat, Bratkartoffeln und Remouladensauce. Gebratene Poulardenbrust mit Rosmarinjus, Rahmwirsing und Drillingen. Düsseldorfer Senfrostbraten mit Schupfnudeln und feinem Gemüse. Gut bürgerlich vom Ansatz her, aber leicht vom der Darreichung. Getränke? Diebels Alt (kann man trinken), Maisel´s Hefeweizen (schon besser). Ein Grauburgunder aus der Pfalz oder ein Sauvignon Blanc aus Spanien wenn Sie Weißwein mögen. Oder, und jetzt kommst, einfach eine Riesenapfelschorle. Ich mag die. Zisch und weg.

Unsere Erna – verfressen und verdauungstechnisch gesund

Und jetzt kommst gleich nochmals: Der Biergarten der Dorfschänke hat eine Spezialität. Irgendwo prangt ein gelbes Schild mit der Aufschrift: „Achtung! Gefahr durch herabfallende Gegenstände“. Und klein und handgeschrieben darunter: „Sitzen unter den Bäumen auf eigene Gefahr“. Seit Jahr und Tag dachte ich nun, das wären die rabiaten Nachbarn. Nein, es sind Geschöpfe des Himmels. Des Herrn. Fette Tauben, die in der Kastanie ihr Unwesen treiben. Dekadent und vollgefressen und erleichterungsbedürftig. An diesem schönen Maientag geschah etwas, was nach meiner späteren mathematischen Berechnung den Wahrscheinlichkeitsfaktor pro Sekunde und Tisch von 1:10.000 hat. Oder ein Fall für die Chaosforschung ist. Grüne prächtige Vogelsch… zierte meines Nachbars Hemd und Hose. Was für ein Glückspilz. Ich habe mich gleich an ihn rangemacht und ihn gedrängt, meinen Lottoschein abzugeben. Falls ich den Jackpot knacke, lade ich alle Tauben Niederkassels zu einer Portion Snickers ein. Und den Pfarrer mit dazu.

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