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Wiener Caffeehaus am Hagenplatz von inesangelus
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Wiener Caffeehaus am Hagenplatz

Grunewald, Berlin

3 7 Beiträge

Berlins älteste Tortenmanufaktur, mit einem täglich frischem Angebot von mehr als 75 verschiedenen Konditoreiprodukten.
Adresse:

Hagenplatz 3, 14193 Berlin

Hierher mit Bus/Bahn

Kontakt:
030 89729360
E-Mail schreiben
WienerConditorei

www.wiener-conditorei.de

Geöffnet:
Mo - Sa: 9:00 - 18:00
So: geschlossen
Mo. - Sa.: 7:00 - 20:00 Uhr
Sonntag: 8:00 - 19:30 Uhr
Inhaber-Infos
  • Alkoholische Spezialitäten: Bier/Wein
  • Kreditkarte: Ja
  • W-LAN: Keine
  • Rauchen: Draussen
Nutzer-Infos
  • Preisklasse: Gehoben
  • Gruppen: Nein
  • Toiletten: Standard
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BeachMitte - Mitte
BeachMitte

Caroline-Michaelis-Str. 8, 10115 Berlin

4

Ist meine neue Lieblings - Strand - Bar in Berlin Mitte ! Nicht so überlaufen, gute Preise & man kan sich sportlich betätigen. Ist im Moment noch ein Geheimtip!

7 Beiträge zum Platz "Wiener Caffeehaus am Hagenplatz" auf Deutsch

Benutzerfoto: inesangelus
inesangelus
Magdeburg
4 Beiträge
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3 Sterne für Wiener Caffeehaus am Hagenplatz
Beitrag zu Wiener Caffeehaus am Hagenplatz vom 23 September 2011

Wir haben das Caffee – Haus im August besucht.
Bewusst wählten wir den erhöhten Innenraum des Caffees, um Platz zu nehmen. Von dort war eine gute Sicht nach draußen möglich, es war ruhig und sehr gemütlich, auf den großen Lederpolsterbänken.
Schönes Ambiente, ansprechende Dekoration…
Hatten bestellten ein Gourmetfrühstück für 2 Personen.

Nach einer längeren Wartezeit, da fast alle Tische besetzt, kam eine sehr nette Sevicekraft, nahm unsere Bestellung auf und nach wenigen Minuten stand der sehr gut und dampfende Espresso vor uns.

Keine bösen Blicke, verschränkten Arme oder Wortgefechte der Thekendamen, sie bedienten schnell und kompetent.
Sie hatten die ganze Zeit ein freundliches Lächeln auf den Lippen und einen Scherz für die Kunden übrig.

Das Frühstück war reichhaltig, abwechselungsreich und schmackhaft.
Über verschiedene Käsevariationen Wurst Konfitüren Obst und Salate, war für Jeden von uns etwas dabei. Einziger Kritikpunkt hier: nur 4 Brötchen…2 davon mit Körnern…und 2 kleine Croissants (man hätte ja an der Theke “Nachschub” kaufen können!
zum Frühstück gehörte auch ein Glas Orangensaft…

Alles in Allem war es ein sehr gemütlicher und erfreulicher Morgen, im Caffeehaus.
Auch das Preisniveau ist in Ordnung, das Frühstück war mehr als reichlich.

Auf dem Weg Richtung Toiletten, kommt man an einem Showroom vorbei, in dem die dort kreierten Kunstwerke gezeigt werden.
WC`s sehr sauber.

Parken kann man, bei etwas Glück, direkt vom Haus.
Manko:
dadurch sind die Außenplätze, in Abgasdunst gehüllt.

Wir würden dieses Haus* – ruhigen Gewissens weiter empfehlen.

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Benutzerfoto: dahlemdorf1
dahlemdorf1
Berlin
5 Beiträge
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4 Sterne für Wiener Caffeehaus am Hagenplatz
Beitrag zu Wiener Caffeehaus am Hagenplatz vom 29 Juli 2011

Meine Güte, was für eine Aufregung hier bei den Kommentaren, nur, weil ein paar Krümel irgendwo liegen bzw. irgendein 3-Sterne-Anspruch nicht bedient wird. Der Kuchen (+ total leckere Petit Fours u.ä.) ist sehr sehr gut, das Personal freundlich, es ist relaxed, wenns kalt ist, sind Deckchen da, das Frühstücksangebot ist o.k., man fühlt sich wohl, wir werden alle mal älter, ist doch nett dort.

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Benutzerfoto: peterreddig
peterreddig
3 Beiträge
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5 Sterne für Wiener Caffeehaus am Hagenplatz
Beitrag zu Wiener Caffeehaus am Hagenplatz vom 12 Juni 2011

ein schöner ort zum verweilen und rasten.auch für geschäftsgespräche sehr gut geeignet.mir gefallen auch die essenangebote sehr gut

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Benutzerfoto: kum_le
kum_le
Berlin
24 Beiträge
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4 Sterne für Wiener Caffeehaus am Hagenplatz
Beitrag zu Wiener Caffeehaus am Hagenplatz vom 23 Mai 2010

Nachdem pattyplex ja ganz schön vom Leder gezogen hat, wollen wir zur Ehrenrettung des Cafés auch mal etwas positives schreiben. Wir haben uns heute trotz der vernichtenden Kritik von pattyplex - oder vielleicht gerade deswegen - ins Wiener Caffeehaus am Hagenplatz begeben, weil wir zwei begeisterte Café-Trinker sind und für unser beider Leben gerne gepflegt ein gutes Stück Kuchen zu uns nehmen. Also wir waren ob der vorgenannten schlechten Kritik schon skeptisch, sind aber andererseits doch so offene Menschen, dass wir uns um größtmögliche Objektivität bemühten. Aber genug der Vorrede - unser Fazit: der Kuchen war wirklich ausgesprochen lecker und wir werden allein deshalb sicherlich wiederkommen, um weitere Leckereien auszuprobieren. Der Kaffee bzw. die Kaffeespezialitäten (1 x Cappuccino und 1 x Latte Macchiato) waren auch i.O. Zugegebenermaßen jetzt nicht herausragend, aber gut. Das einzige, was wir in einem Wiener Caféhaus erwartet hätten, wäre ein Glas Wasser zum Kaffee gewesen. Aber selbst dieses kleine Manko hat dem Gesamteindruck i.E. nicht wirklich geschadet. Die Bedienung war sehr freundlich und wer einen leicht schrulligen Charme mag, wird in diesem Caféhaus mit Sicherheit auf seine Kosten kommen. Alles in allem nicht ganz perfekt, aber was ist in dieser Welt schon perfekt. Wer Perfektion sucht, muss wohl runter von diesem Planeten und im Übrigen muss es ja auch immer noch ein paar Kleinigkeiten geben, an denen man - hier als das Caféhaus ;o) - arbeiten und sich verbessern kann. In diesem Sinne liebes Team des Wiener Caféhauses am Hagenplatz, lasst euch von schlechten Kritiken nicht unterkriegen und macht weiter so.

Kommentieren 2 Kommentare zu diesem Beitrag

  • Jannah, 23 Mai 2010:

    Schön, das nach 2 Jahren endlich jemand auf diei Kritik von Pattyplex reagiert hat...! :-)
    Und jetzt habe ich diesen Beitrag auch noch aus Versehen als lesenswert angeklickt :-(

  • Kommentar des Inhabers
    WienerConditorei, 12 August 2010:

    Vielen Dank, wir arbeiten fleissig dadran uns ständig zu verbessern! :)

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Benutzerfoto: Ruprecht Frieling
Ruprecht ...
Berlin
196 Beiträge
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2 Sterne für Wiener Caffeehaus am Hagenplatz
Beitrag zu Wiener Caffeehaus am Hagenplatz vom 7 Oktober 2009

Eigentlich nur vom Plädoyer pattyplexens angeregt, habe ich das Café besucht und eine "große" Tasse Schokolade und ein Stück Torte zu mir genommen. Der Kakao entsprach mit € 4,80 dem Preisniveau der Gegend, die sich durch zahllose Beauty-Institute und Consulting- Firmen definiert.
Zahllose Brösel am Boden lassen auf ein gut besuchtes Unternehmen schließen, etwa ein Drittel der rund 20 Tischchen waren besetzt. Das Tortenangebot ist umfangreich, die Qualität der von mir verspeisten Marzipantorte durchschnittlich.
Ein Combo lautfröhlicher Kaffeetanten macht die Beurteilung des aus Deckenlautsprechern rieselnden Musikgeknisters leider unmöglich.
Im Ergebnis kein Café, in das ich unbedingt noch einmal gehen muss.

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Benutzerfoto: Niclas Grabowski
Niclas Gr...
Berlin
580 Beiträge
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3 Sterne für Wiener Caffeehaus am Hagenplatz
Beitrag zu Wiener Caffeehaus am Hagenplatz vom 7 Juni 2009

Wann schreibt man auf Qype eigentlich besser einen Kommentar, und wann einen neuen Beitrag? War man selbst am Ort, liegt ein Beitrag wohl nahe. Will man ausschließlich etwas zum Text des Vorgängers sagen, so solle man besser einen Kommentar verfassen, oder?

Hier ist das für mich wohl ein Grenzfall. In dem beschriebenen Cafe war ich heute, und ich fand es etwas langweilig, aber nicht wirklich schlecht. Der Service war nett, es ergab sich ein Gespräch mit einer Dame am Nachbartisch, die über ihre 1,85 Meter große Tochter sprach und dabei durch ein perfektes Äußeres die Augen auf sich zog. Das Essen war einfach, das Eis hatte zu viel Sahne. Die Einrichtung simuliert Altbau in Neubau, was nie wirklich klappt. Das wars.

Liest man also den Bericht von pattyplex, kann man nicht umhin, ihr Plädoyer für frische Backwaren und handwerklich statt industriell gefertiges Essen viel wichtiger zu finden als dieses Cafe. pattyplex, ich kann da nur beipflichten. Und will auch nicht mehr hinzufügen. “Auf den Schultern von Giganten stehen wir, wenn wir heute etwas schreiben” sagte mal ein Prof an der Uni pathetisch, um uns zur Recherche in der vorhandenen Literatur zu bewegen, bevor wir den eigenen Senf in die Diplomarbeit schmeißen. Und so referenziere ich hier auf den vorstehenden Bericht und verneige mich.

Dennoch aber noch ein paar Worte zum Ort selbst. Hier war ich heute, weil ich nicht sehr weit entfernt lange Jahre glücklich gewohnt habe. Es ist eine schöne Gegend, leider auch eine teure Gegend, wenn man eine Wohnung kaufen will, dann muss man das mit dem hier Wohnen wohl doch irgendwie lassen. Und so wohnen hier vor allem die Mitglieder einer älteren Generation, die Karriere noch zu einem Zeitpunkt gemacht haben, in dem Steuern und Abgaben sowie eine unglaubliche Regelungsdichte für Unternehmer noch nicht die Laune vermiest haben. Das merkwürdige: Warum findet sich ausgerechnet in der Mitte einer Umgebung mit so vielen reichen Mitbürgern ein so durchschnittliches Cafe, welches dann auch noch so gut besucht ist?

Das ist vielleicht das wirkliche Rätsel um das Wiener Cafe am Hagenplatz, den Italiener nebenan und vielleicht auch das Reinhardts nicht viel weiter weg: Warum geht Wohlstand offensichtlich nicht mit kulinarischer Bildung einher? Oder bleibt den Einwohnern hier nach dem Erwerb der Immobilie für das Essen nichts mehr übrig?

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  • Auszeichnung für "Very Important Qyper", kurz "VIQs"
    evalotta, 29 Mai 2010:

    Probiere die Wiener Konditorei
    am Neu Westend, Reichsstr, Olympische, Preussenallee.

  • Auszeichnung für "Very Important Qyper", kurz "VIQs"
    evalotta, 29 Mai 2010:

    Probiere die Wiener Konditorei
    am Neu Westend, Reichsstr, Olympische, Preussenallee.

  • Niclas Grabowski, 29 Mai 2010:

    Da habe ich ja mal um die Ecke gewohnt. Fand es aber nicht so viel besser.

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Benutzerfoto: pattyplex
pattyplex
Berlin
13 Beiträge
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1 Stern für Wiener Caffeehaus am Hagenplatz
Beitrag zu Wiener Caffeehaus am Hagenplatz vom 27 Mai 2008

Könnt ihr euch noch erinnern wie es früher war? Als wir noch Kinder waren, roch es in Bäckereien wie im Schlaraffenland. In meiner Lieblingsbäckerei wurden wir Kinder immer mit offenen Armen empfangen, obwohl wir nie auch nur eine Schrippe gekauft haben. Eines Tages benötigten wir zur artgerechten Verpflegung einer vorher von uns zum Absturz gebrachten Honigbiene Kuchenkrümel und fragten diesbezüglich bei der kleinen Bäckerei um die Ecke an. Und wir bekamen… EINE RIESENGROSSE, RANDVOLL MIT DUFTENDEM SÜSSEN KUCHEN GEFÜLLTE BÄCKERTÜTE. Von diesem Tag an standen wir jeden Morgen in der kleinen Bäckerei um die Ecke und fragten nach Kuchenkrümeln.
Irgendwann hörten wir sogar auf, vorher Bienen zu massakrieren.

Heute, in fortgeschrittenem Alter, vermute ich natürlich, dass es sich dabei um den berüchtigten “Kuchen von gestern” gehandelt hat, dem man sein Alter aber definitiv nicht angemerkt hat, und da möchte ich nun eine Frage an euch richten: FINDET IHR NICHT AUCH, DASS HEUTZUTAGE ALLER KUCHEN VON GESTERN IST, aber zu Preisen von übermorgen, und dass der, von dem sie behaupten er SEI von gestern, mindestens eine Woche alt ist und nicht selten bereits Spuren von Schwarzschimmel aufweist? Damals jedenfalls gab es für mich keinen größeren Genuss, als in eine frische Schnecke zu beißen. Es gab eine so große Artenvielfalt bei Schnecken, dass man, wenn man wollte, jeden Tag des Monats in eine andere Köstlichkeit beißen konnte: Zuckerschnecken, Rosinenschnecken, Streuselschnecken, Quarkschnecken, Schnecken mit Pflaume, Schnecken mit Apfel und so weiter und so fort. Und was waren das für Geschmacksexplosionen! Der weiche, saftige Hefeteig, der durch leichtes Andrücken mit der Zunge so herrlich mit dem Zuckerguss am Gaumen kleben blieb. Die gekonnte Dosierung von Teig, Zucker und Zubehör und die außen leicht krosse Hülle mit dieser Füllung von fluffiger Konsistenz.

Habt ihr heute mal in einer Bäckerei nach einer frischen Schnecke gefragt? Es gehört mittlerweile für mich zu den gefürchtetsten Mutproben, in eine sogenannte “frische” Schnecke zu beißen. Zum einen hat scheinbar die Evolution alle Geschwister der Streuselschnecke in eine Sackgasse geführt (ich nehme an, dass es an der etwas aufwendigeren Fortpflanzung dieser Schneckenarten liegt. Wenn unsere altbekannte Berliner Zuckerschnecke noch “knet-roll-schneckwickel-beträufel” produziert wurde, die Rosinenschnecke gar “knet-rosineneinstreu-roll-schneckwickel-beträufel”, ist eine heutige Streuselschnecke extrem einfach zu produzieren: “auftau-liegenlass”). Dieses neuartige Produktionsverfahren der konfektionierten Massenschnecke zeichnet sich durch Eigenarten aus, die sie bis zum heutigen Tag nicht gerade zu einem beliebten Gebäckstück werden ließen: zum einen ist das Teil monsterschwer, weil allein das Pfund Zucker obendrauf ein enormes Gewicht hat. Zum anderen ist der Teig darunter zwar meistens nicht schimmelig, da er jeglicher Feuchtigkeit entbehrt, hat dafür aber die zähe Konsistenz von Kernleder (wenigstens krümelt er dadurch nicht!). Es scheint jedenfalls, dass, egal wie, die Schnecke frühestens eine Woche nach der Produktion auf dem Verkaufstisch landet, und zwar prinzipiell immer. Denn sonst müsste man ja zwischenzeitlich mal das Glück haben, ein frisches Exemplar zu erwischen.

Die absurdeste Bäckerei meines Umfeldes ist das vornehme weil teure Wiener Caffeehaus am Hagenplatz. Oh, nichts gegen die große Schwester am Roseneck, die ist prima. Aber dort am Hagenplatz herrscht Anarchie. Kommt man vor 9.00 Uhr morgens, schauen ein verschlafene Backwarenfrauen vorwurfsvoll an und beantworten den schüchternen Wunsch nach fünf Schrippen mit “Wissen Sie wie spät es ist? Wann sollen wir denn Ihrer Meinung nach aufstehen, um Ihre Schrippen zu backen?”. Kommt man allerdings nach 9.30, stehen die gleichen Verkäuferinnen mit verschränkten Armen vor einem und sagen: “Was glauben Sie eigentlich, wer wir sind? Sollen wir hier auf Vorrat backen und am Ende des Tages alles wegschmeißen, nur weil Sie nicht rechtzeitig aus den Federn kommen? Da müssen Sie eben zwei Tage vorher bescheid sagen, dass Sie JETZT noch Schrippen möchten. Dann könnten wir im Zweifel etwas zurücklegen.” Wir haben hier in Grunewald mittlerweile eine Bürgerinitiative gegen den WCN (Wiener-Caffeehaus-Nepp) gegründet und gehen geschlossen zur Araltankstelle, deren Brötchen immer duftig frisch sind. Dort kann es allerdings sonntags zu mehrstündigen Wartezeiten kommen.

Am schlimmsten finde ich aber, und vielleicht teilt Ihr meine Meinung, dass durch diese miesen Backwaren alle Schlechtigkeit der Gesellschaft nicht nur wachgerüttelt, sondern sogar gefördert wird: HABGIER, LÜGE UND SCHADENFREUDE.

HABGIER: durch Einsparmaßnahmen im Bäckergewerbe haben sich die günstigeren Mutanten explosionsartig vermehrt. Bäcker scheffeln durch diese SCHNECKEN, DIE AUS DER KÄLTE KOMMEN und pappige Retortenbrötchen Unsummen und gehen dann in Frührente oder kaufen Eisdielen oder so. ALLES AUF UNSERE, DES STEUERZAHLERS, KOSTEN!

LÜGE: erlebt es live und in Farbe! mit welch unverfrorener Dreistigkeit verkaufen uns grinsend verhärmte Bäckerinnen ebenso verhärmte Backwaren und beteuern dabei schlangenzüngig ihre Frische.

Und mit welcher SCHADENFREUDE schließlich registrieren sie unsere verzerrten Gesichter beim ersten Biss in dieses unsägliche Gemisch von alten Zutaten und Geschmacksverstärkern, die eben diese sogar noch betonen. Es scheint, als wollten sie sich rächen für all die Jahre des mühsamen Aufstehens zu “Gut-Bürgers-Schlafenszeiten” und für die Kerben, die dieser harte Lebenswandel in ihr Gesicht zu schlagen begonnen hat. Das ist sie: die Rache des Proletariats.

Ich bitte alle, die meine Gefühle nachvollziehen können: wählt mich, wählt die AASP (Anti Alte Schnecken Partei) und macht der grausamen Tierquälerei der Massenschneckenhaltung ein Ende! Die AASP hat es sich zur Aufgabe gemacht, die goldene Ära der Kuchenkrümel wieder auferstehen zu lassen. Das Recht jeden freien Bürgers auf frische Backwaren genießt bei uns oberste Priorität. HANDELT JETZT - bevor es zu spät und der Ruf der Streusel-Gebäck-Schnecke vollends ruiniert ist.

P.S.
Samstag vor zwei Wochen habe ich, dem entmutigenden Ambiente von Plastikbrezeln, Trockengräsern und Gelblichtklima zum Trotz, in einer kleinen Bäckerei bei Spandau von einem semmelblonden, rotbäckigen, jungen Bäckermädel, ohne Zweifel noch in der Ausbildung, eine Schnecke erworben. Den ersten Biss tätigte ich noch an der Theke und - ALLE ACHTUNG! Er bestätigte die vorherige haptische Investigation: köstlich frisch, etwa 4 Stunden alt, gerade lauwarm erkaltet und von atemberaubendem Geschmack. Direkt weiche Knie habe ich bekommen. Beim Zahlen fielen mir dann erste hämische Züge um die Mundwinkel der Jungbäckerin auf. Noch auf dem Weg nach draußen zog ich ein halbmeterlanges, semmelblondes Haar zwischen meinen Schneidezähnen hervor.
Wo soll das nur enden, frage ich euch?

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  • Labude, 27 Mai 2008:

    Es geht alles den Bach runter. Zum Glück, sonst könnten wir solch herrliche Verriss-Kolumnen nicht lesen. Ich bin begeistert.

  • vilmoskörte, 28 Mai 2008:

    Ich: “Ist das Brot von heute?”
    Semmelblonde Backwarenverkäuferin: “Nee, das ist von gestern. Wenn Sie das von heute haben wollen, müssen Sie morgen kommen!”

    Alt, aber treffend.

    Und: an jeder Ecke sprießen sie aus dem Boden: Backfabrik. Und sind ein großer Erfolg, immer voll. Die Kunden haben schon lange abgestimmt :-(

  • hotzenplotz, 4 Juni 2008:

    Jaaaaaa!

  • Lakritze, 4 Juni 2008:

    Das nennt man: Haare auf den Zähnen. Semmelblonde, halbmeterlange. :) Wo gibt’s mehr davon?

  • zuja, 4 Juni 2008:

    Genau so ist es!

  • Auszeichnung für "Very Important Qyper", kurz "VIQs"
    ottogang, 11 Juni 2008:

    Sehr anschaulich geschrieben.
    Ich bin auch immer noch auf der Suche nach einer richtig schönen Rosinenschnecke. Bisher war mir noch kein Erfolg beschieden, aber wenn ich Rentner bin, habe ich ja genug Zeit, zum Schnecken suchen.

  • Auszeichnung für "Very Important Qyper", kurz "VIQs"
    lokalreporter, 22 Juli 2008:

    ich meiner mir mich -> ein semmelblondes haar zwischen den schneidezähnen -> setzt persönlichen bezug, raffinierter absatz-krümel..

  • Kommentar des Inhabers
    WienerConditorei, 14 Mai 2010:

    Hallo Pattyplex,

    Habgier: eine Totsünde! Ich kann Ihnen versichern, dass unsere Schnecken ohne Sünden in die Welt gesetzt werden. Gefroren haben Sie bestimmt nicht, da sie nie einen Tiefkühler sehen und auch nicht als Teigling aus Bulgarien angeliefert werden.

    Wie unsere Streusel-, Rosinen- und Zuckerschnecken kommen alle Waren die Sie in unseren Verkaufsvitrinen finden aus eigener(!) Produktion. Zu diesem Zweck beschäftigen wir 20 durchaus fähige Konditoren und Bäcker die sich um die Aufzucht dieser seltenen Art kümmern. Wir achten besonders auf die wertvolle Fütterung und würden unseren Schnecken niemals Geschmacksverstärker oder Konservierungsstoffe vorsetzen; so etwas vertragen unsere kleinen Lieblinge zum Glück nicht! Einzig unsere Brötchen werden auf Grund der großen Menge angebacken, schockgefrostet und dann im Laden gebacken; der einzige Weg sie Ihnen warm und knusprig zu verkaufen. Daher backen wir (auch am späten Nachmittag) stündlich Brötchen.

    Ihre Kritik zu unserer Mitarbeiterin hat uns ein wenig geschockt! Ein solches Verhalten dulden wir unter keinen Umständen und möchte behaupten, dass es sich um einen Einzelfall handelt. Wir nehmen Ihre Kritik zu unserem Service auch gerne persönlich, bzw. am Telefon entgegen, um dann schnellst möglich handeln zu können.

    Vielleicht geben Sie uns noch einmal eine zweite Chance, niemand ist unfehlbar und wir versuchen unseren Service ständig zu verbessern. Vielleicht stellen Sie bei Ihrem nächsten Versuch ja fest, dass uns dies gelungen ist. Wir laden Sie auch gerne zu einer frischen "KindheitserinnerungsundtrotzdemfrischenStreuselschnecke" ein :)

    Wir freuen uns sehr auf Ihr Feedback, ihr Team der Wiener Conditorei!

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