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Kliniken im Theodor-Wenzel-Werk

Zehlendorf, Berlin

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6 Beiträge zum Platz "Kliniken im Theodor-Wenzel-Werk" auf Deutsch

Benutzerfoto: Kneifzange1962
Kneifzang...
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5 Sterne für Kliniken im Theodor-Wenzel-Werk
Beitrag zu Kliniken im Theodor-Wenzel-Werk vom 19 Dezember 2012
Ich war 1995 dort und muß sagen, das mir damals im TWW sehr gut geholfen wurde.

Ich suche noch Patienten die damals Februar und März 1995 dort stationiert waren.
H.Liebe... würde mich sehr freuen wenn du dich melden könntest.
Ich suche dich schon so lange.

LG Christiane
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in-dsign
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4 Sterne für Kliniken im Theodor-Wenzel-Werk
Beitrag zu Kliniken im Theodor-Wenzel-Werk vom 8 November 2012
Auch wenn Krankenhausaufenthalte in der Regel nicht soo schön sind, muss man in diesem Fall sagen, dass es trotzdem sehr nett war. Gutes Essen, entspannende Umgebung (bei der Gestaltung war jemand mit Herz und Geschmack dabei) ...
Allerdings hatte ich den Eindruck, dass die Ärzte völlig überlastet waren, was sicherlich dem allgemeinen "Zahn der Zeit" entspricht.
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Benutzerfoto: Struppi2008
Struppi2008
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1 Beitrag
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2 Sterne für Kliniken im Theodor-Wenzel-Werk
Beitrag zu Kliniken im Theodor-Wenzel-Werk vom 6 August 2012

Mein Aufenthalt auf der Station 8 (Psychosomatik) war 2010. Ich lag für 7 Wochen (statt 6 wegen 1 Woche Krankheit der Therapeutin) dort. Als ich in der Klinik ankam, war ich zunächst ganz zufrieden, was die Klinik und das Klinikgelände betraf. Weniger zufrieden war ich mit dem Essen, das sehr arm an Vitaminen, also Obst und Gemüse, war. Man liegt dort in einem 2-Bett-Zimmer. Wenn man sich nicht besonders mag, hat man Pech gehabt. Das soll man untereinander klären. Ein Zimmerwechsel kommt auch nach einer Aussprache nicht in Frage. Wenn die Bezugstherapeutin krank ist, hängt man ganz schön in der Luft, was die weitere therapeutische Arbeit betrifft. Zwar wurde ein Ersatzgespräch bei der zuständigen Oberärztin angeboten, aber die steht ja nicht drin, und es bringt nichts zur Vertiefung. D. h., es vergeht die Zeit, aber die innere Arbeit läuft nicht weiter, da in den anderen Therapien kein Bezug genommen wird zur einzeltherapeutischen Arbeit. Aber Menschen werden nun mal krank, das ist eben so. Ansonsten empfand ich die einzeltherapeutische Arbeit als angenehm und sinnvoll. Die Menge mit einem Gespräch wöchentlich entspricht auch dem Standard.

Mein erster großer Kritikpunkt betrifft die Gruppentherapie, die mehr als flach war!!! Die Therapeutin verhinderte nahezu kritische Auseinandersetzungen der Gruppenmitglieder untereinander. Viel lieber schien ihr, dass jeder sein Leidlied klagt. Aber das bringt zwar auch ein bisschen was (Katharsis), aber langfristig für die zwischenmenschliche Weiterentwicklung nur wenig. Da würde es doch um eine Auseinandersetzung der Gruppenmitglieder im Hier und Jetzt gehen, um mit Hilfe der Gruppe zu merken, wodurch man zwischenmenschliche Schwierigkeiten mit seinem eigenen Verhalten bzw. Symptome bei sich auslöst. Einmal war die Gruppentherapeutin (eine andere als die in der Einzeltherapie) krank, da gab es eine Vertretung. Dieser Therapeut führte und leitete die Gruppe schon besser. Aber das war ein einziges gutes Gruppengespräch in 7 Wochen!!!

Weitere Kritikpunkte sind die folgenden: Die Therapeuten kommen nicht der Aufklärungspflicht hinsichtlich der Diagnosen nach, obwohl das deren vorgeschriebene Pflicht ist. Außerdem wurden Diagnosen nicht nach dem für alle Ärzte und Therapeuten verbindlichen ICD-10-Katolog vergeben (und die geforderten Kriterien nicht mit den Symptomen des Patienten verglichen), sondern die Diagnosen wurden Pi mal Daumen vergeben. Ich hatte dann nach meiner Diagnose gefragt, woraufhin ich eine definitiv für mich nicht passende erfuhr. Die Therapeutin ließ sich dann Gott sei Dank noch auf eine wirklich passendere ein. Allerdings habe ich dann im Abschlussbericht (den ich von der Klinik nicht bekam) noch eine weitere Diagnose gelesen, bei der kein einziges Kriterium mit mir übereinstimmte. Als ich deswegen an die Klinik schrieb, kam die lapidare Antwort zurück, dass sie meinen Brief zur Kenntnis genommen haben… Aber was nützt mir das? Nun kursiert eine falsche Diagnose von mir im Kassensystem… Dieser Sachverhalt macht mich sehr ärgerlich, weil die Verantwortlichen anscheinend überhaupt nicht nachdenken, wie falsche Diagnosen dem Patienten schaden können.

Positiv habe ich das Pflegeteam erlebt. Die Schwestern waren alle sehr freundlich, zugewandt und hilfsbereit. Auch die rein ärztliche Betreuung empfand ich als freundlich und kompetent. Aber deswegen war ich eben nicht dort. Weiterhin hat meiner Meinung nach die physiotherapeutische Abteilung verbunden mit der Atemtherapie und dem Biofeedback gute und kompetente Arbeit geleistet und ist mir auch freundlich entgegen getreten. Ebenso positiv habe ich die Musiktherapie empfunden. In der Kunsttherapie habe ich auch ein bisschen Tiefe vermisst. Die Bilder wurden von den Mitpatienten angesehen, die ihre Meinung dazu äußerten. Das war sehr interessant. Allerdings hätte ich ein paar Deutungen und Anregungen von Seiten der Therapeutin als bereichernd für mich angesehen.

Insgesamt muss ich also sagen, dass ich bereue, mich für diese Klinik entschieden zu haben. Das hatte ich jedoch aufgrund des tiefenpsychologischen Behandlungskonzeptes. Ich hatte mir eine wirklich tief gehende psychotherapeutische Arbeit erhofft – leider vergeblich.

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Auszeichnung für "Very Important Qyper", kurz "VIQs" Benutzerfoto: Dada (Wide Lungenwurst Sot) Chuzpe (Neuss al forno er-Elle)
Dada (Wid...
Berlin
536 Beiträge
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1 Stern für Kliniken im Theodor-Wenzel-Werk
Beitrag zu Kliniken im Theodor-Wenzel-Werk vom 30 Mai 2011
(aktualisiert am 23 Februar 2012 )

Reise-Etappe 2 von 5…

Tja, gern hätte ich mich hier angeschlossen und 5 Sterne vergeben. Das kann ich leider nicht verantworten. Weshalb?

Nun – zuerst muss ich sagen, dass ich auf der Station 7 war, an die 3 Monate. Wie die Diagnose genau lautet, darüber wurde mit mir nicht weiter gesprochen. “Depression” ist dann der Verschlüsselungsbegriff für die Datenbank. Wie lange der Aufenthalt dauern würde, insbesondere nachdem ich dann schon ein paar Wochen dort war – keine Aussage. Dass nebenbei noch ein Familienleben, Arbeitsleben etc. läuft und die Finanzen zum Problem werden können. War kein Thema.

Zuerst ein paar positive Dinge: Die Umgebung und das Gelände sind wunderbar! Sie tragen ganz bestimmt zur Erholung bei. Auch einige Therapien (Gestaltung, Tanz, Qi Gong) waren hilfreich und unterstützend. Viele der Pflegerinnen und Pfleger auch. Danke dafür! Auch für den Umstand, dass ich nach Jahren zu dem Film Einer flog über das Kuckucksnest einen völlig neuen Bezug bekommen habe. Ehrlich. Grandios.

Womit ich dann aber auch am Ende der Aufzählung angekommen bin. Und das ist angesichts der Kosten, den mein Ausfall insgesamt mit sich brachte, grotesk.

Das Essen ist eine Katastrophe gewesen. Nein, ich bin kein Gourmet. Wer das nicht glaubt, möge Bewertungen von mir lesen. Hier ist sehr deutlich das Krankenhausmanagement zu erleben: Kostensenkung. Lieblos, freudlos, “convenience total”.

Die wöchentliche Kochgruppe war dagegen immer das Highlight. Hier konnten wir für 60 € (die bitte aus Kostengründen NICHT auszuschöpfen waren) für 25 Personen kochen (ja, richtig. 2,40€ pro Person). Vorspeise / Salat, Hauptgang und Nachtisch. Das war bei vorliegenden Kochkünsten fast immer gelungen.

Zum regulären Essen: Ich vermute stark, dass von den Entscheidern und Mitarbeitern so gut wie niemand dieses Essen zu sich nimmt. Eine Mitpatientin wurde nach ein paar Monaten auf ihren körperlichen Zustand angesprochen (Krämpfe, Kopfschmerzen etc.). Sie solle sich doch besser ernähren (Eine leitende Ärztin). “Das würde ich ja gern, aber ich habe kein Geld. Das Essen hier ist alles, was ich bekomme.” Mmmh. Sollte dies der Ärztin entgangen sein? Bestimmt nicht.

Ohnehin ist es mit der Fürsorge so eine Sache hier auf der Station 7. Eine Patientin bricht in Tränen aus – Eine andere Ärztin: “Ich bringe Sie auf ihr Zimmer.” Hmmm. Mal in den Arm nehmen? Trost spenden? Oder doch besser Tabletten und Tropfen?

Ein Therapeutenwechsel stößt an die Grenzen der Physik, wirklich! 3 ganze Diskussionsrunden à 1,5 Stunden mit allen Patienten der Station (26), der Stationsleitung, Ärztin, psychologischer Leitung zur Frage: “Warum kann es keinen Therapeutenwechsel geben?” Man soll sich wundern: Es wurde keine Antwort gegeben. Stattdessen (unfassbar dumpf!): “Was macht das jetzt mit ihnen?”

Zumal die Einzetherapie mit 1-2 Stunden pro Woche ohnehin schon sehr dünn ist (man bedenke: vollstationärer Aufenthalt! 24/7, die Ausgänge / Besuche zu Hause nicht mitgerechnet).

Leider waren außer des Pflegepersonals und der damaligen Stationsleitung irgendwie alle noch in ihrer therapeutischen Ausbildung. Das nenne ich verantwortungsvollen Umgang mit Menschen.

Ich habe in den 3 Monaten nicht einmal die Frage gehört: “xyz habe ich gehört. Habe ich das so richtig verstanden?” – eine grundlegende Fragetechnik in diesem Beruf, um sich zu vergewissern, ob man mit seinen Vorstellungen zum Patienten auf dem richtigen Weg ist.

Was genau dann all die dort Beschäftigten jeweils über Wochen in ihren Team-Meetings und Schicht-Übergaben über uns Patienten zu besprechen hatten – es wurde nich an uns zurückgespiegelt. Ich hätte mir sehr gewünscht, wenn einmal jemand gesagt hätte: “Wir glauben, dass Sie… Was meinen Sie dazu? Liegen wir da richtig?” Diese Art des Umgangs mit Menschen ist allerdings den Spöttern in Weiss nicht angeboren. Die Personen, die wirklich etwas “drauf” hatten, haben dann auch nicht mehr demonstrativ ihren weissen Oberliga-Kittel spazieren geführt. Mein Gott ist das durchschaubar! “Lasst mich durch, ich bin (wichtig!) Arzt!”

Sorry – das ist armseelig.

Der Begriff “Kundenorientierung” traf dann auch auf blankes Entsetzen und Unverständnis. Tja. Wer aber bitte zahlt denn den ganzen Aufzug dort? Und erwartet im Gegenzug hilfreiche Leistungen? Mal bei Wikipedia nachschauen, was einen Kunden ausmacht…

1 Woche dürfte pro Bett mit den vollen Infrastrukturkosten + Personal etc. ca. 2.000 – 2.500€ kosten. Sind zwischen 25.000 – 36.000€ Kosten für die Klinik bei 3 Monaten Aufenthalt. Dazu Krankentagegeld, waren nochmal für die gesamten 9 Monate 20.000€. zzgl. der großzügigen Ausgleichszahlung durch meinen Arbeitgeber (wir wären mit 3 Kindern und ohne Einkommen nämlich – schwupps – an der Armutsgrenze gelandet).

Was sollen uns diese Zahlen sagen? Nun, ganz einfach – die Klinik hat sich bei diesen Kosten, vom Fernbleiben der Familie und den Belastungen für die Ehefrau – verdammt noch mal zu kümmern und die Mittel reflektiert einzusetzen!

Wenn das Feedback kommt, dass bitte die lauten Schuhe auszuziehen sind, weil nahezu alle auf der Station Schlafstörungen haben – dann sollte das (wenn nicht schon aus eigenem Verständnis) umgesetzt werden. Pustekuchen.

Erholsamer Schlaf ist auch dank der katastrophalen Matrazen nicht machbar. Die Matrazen haben einen Schutzbezug, der Flüssigkeiten jeder Art vom Eindringen in den Schaumstoff abhält. Gute Idee eigentlich. Nur gab es in meiner Zeit keine Inkontinenzerscheinungen. Passt auch nicht ganz zur Station. Also war Schwitzen angesagt. So ein latentes, subtiles Schwitzen. Die kochbaren Bettdecken taten ihr übriges dazu. Nur die Patienten mit “Volldröhnung” konnten schlafen, wir anderen haben immer mehr Schlafstörungen bekommen. Absurd! Dabei hatte ich mich schon darauf gefreut, endlich mal wieder durchschlafen zu können – bei 3 kleinen Kindern zu Hause ein Geschenk!

Der ärztliche Klinikbetrieb geht scheinbar davon aus, dass alles, was getan wird, eine positive Wirkung auf die Patienten haben wird. Sonst würde man es ja nicht tun! Logisch. Das ist natürlich ein Witz. Schließlich gibt es – wo Licht, da auch Schatten – bei Medikamenten oftmals unerwünschte Nebenwirkungen. Weshalb nicht beim Verhalten und dessen Ergebnissen?

Auch witzig: eine Privatpatientin hatte aufgrund ihres Status’ folgende Mehrleistungen (im Vergleich zu den gesetzlich Versicherten): Eine 0,3-Liter Flasche stillen Mineralwassers, 1 Müsli-Riegel und eine Tageszeitung. Oh, ich vergass: 1 x pro Woche bat der Chefarzt um Audienz. Sie berichtete dann regelmäßig davon. Das war spannender als Fernsehen!!! Irgendwann kamen ihr Zweifel, ob sie als Studentin nicht besser den Tagessatz (40€) behalten sollte und dafür auf die Annehmlichkeiten verzichten. Wir haben sie darin bestärkt. Der erste Anlauf brachte sie geknickt zurück. Offensichtlich war ihr Wunsch nicht der Wunsch des Chefarztes gewesen.

Irgendwann wurde sie jedoch stärker und hat ihren Entschluss dann doch noch umgesetzt. Glückwunsch!

Entmündigung, Pathologisierung und gezieltes Ausblenden. Zum Teil waren die Aktionen durchschaubar wie Wasser. Nur der Oberarzt hatte das Rückgrat, Fehler einzugestehen und sich zu entschuldigen, wenn etwas für ihn nachvollziehbar unglücklich gelaufen war. Die anderen waren still oder haben weggeschaut. Oder mimisch zugestimmt.

Das Pflegepersonal war gegenüber den Ärzten machtlos. Das hätte ich auch nicht für möglich gehalten. In meinem Freundes- / Familienkreis habe ich 3 Psychater. Ich habe ihnen von meinen Erlebnissen erzählt. Kopfschütteln.

Ich frage mich heute, wer denn bitte die Therapeuten bzgl. ihrer Diagnosen überprüft? Im Team-Meeting geht es auch schon mal um Machtfragen, wer denn da die Hosen anhat, in der Abteilung. Das ist eigentlich ganz normal und menschlich. Nur – wenn angenommen ein Therapeut mit dem Patienten nicht klar kommt, nicht begreift, was vor sich geht – das ist ein Gesichtsverlust vor all den anderen. Da werden dann gemachte Fehler einfach nicht berichtet. Insbesondere, wenn man zu denen gehört, die sich besonders (lautstark) und prominent in der Klinik einen Namen machen wollen. Tja, was würde jemand tun, wenn dann das in der Therapie erlebte schwer greifbar wäre? Am Ende war niemand bei den Einzelsitzungen dabei. Käme es zu einer Gegenüberstellung der Aussagen – was glaubt ihr wohl, wem man glauben würde? Kuckucksnest, hallo?

Meine Gruppenerfahrungen waren auch grandios! 2 Therapeuten (ich meine noch in Ausbildung) führten die Sitzungen mit uns gemeinsam durch. Es gab tatsächlich Sitzungen, wo ausser einer Begrüßung und einer Verabschiedung KEIN Wort von den Therapeuten gesprochen wurde. Nicht eingegriffen. Nicht gelenkt. Als wir Patienten dann irgendwann darum baten, dass sie bitte mit ihrer Erfahrung und dem Wissen lenken sollten. Schweigen. Oder die Aussage “Wir sind ALLE Therapeuten.” Damit waren wir gemeint. Die Hilfesuchenden. Das war dann schon eine starke Nummer.

Regeln waren nur zum Einhalten da. Auf die Frage, weshalb denn in den Gruppensitzungen nichts getrunken werden dürfe – “Was glauben Sie?” Wieder nicht für voll genommen. Dabei hätte die einfache Erklärung, dass es die Vorstellung gibt, man würde dann aufkommende Gefühle buchstäblich wieder herunterschlucken durchaus verständlich. Es hätte vieles einfacher sein können.

Als ich dann einmal (nach meinem Aufenthalt in der Abteilung) in der Cafeteria auf eine therapierende Arztkraft traf und nach einer Begrüßung sagte, dass dies eine geringe Menge sei (es war kaum etwas auf dem Tablett), bekam ich die Gegenfrage, was das denn mit mir mache… Normalität ist etwas anderes.

Ich hatte sehr viel Hoffnung auf das TWW gesetzt, hatte schon einiges “investiert” um aus meiner Talfahrt wieder empor zu kommen. Hatte auf Ruhe gehofft, ankommen, aussprechen. Dachte, ich würde verstanden, man würde sich kümmern, interessieren. Die Pflegemannschaft tat dies, soweit es irgend wie ging. Die Therapeuten machten pünktlich Schluss. Auf die Minute. Dass Probleme und die Öffnung eines Menschen in einem Gespräch sich nicht nach der Uhrzeit richten – das ist dabei natürlich unerheblich.

Als ich einmal auf den für mich sehr wesentlichen Punkt kam, dass ich meinen im Kindesalter verlorenen Vater betrauere (was mir vorher nicht in den Sinn gekommen wäre) – ich habe es allen dort erzählt. Es war eine für mich wesentliche Entdeckung. Niemand hat das Thema anschließend aufgegriffen. Auch nicht auf direkten Hinweis von mir. Das ist absurd! Der Satz “Was macht das jetzt mit Ihnen?” – der wäre hier richtig gewesen. Chance verpasst.

Und wenn man sich überlegt, wie wenig Zeit die Therapeuten mit den Patienten pro Woche verbringen (1-2 Stunden + Visite durch den Oberarzt, ca. 5-15 Minuten), dann sind das … ich muss mal rechnen … 2% der verfügbaren Wachzeit für die Patienten (7 Tage, jeweils 8 Stunden Schlaf abgerechnet).

Und das führt mich zu etwas ganz spannendem: Während wir Patienten uns fast zu Tode gelangweilt haben, uns ausgetauscht haben, wer was gerade wieder erlebt hat, war das Team der Ärzte und Pfleger immer sehr geschäftig, beschäftigt, hektisch und aufgeregt. Es war ein wenig wie im Zoo oder Aquarium. Nur das die Zuschauer mit der vielen Zeit und Muße die Patienten waren. Schon enorm, was man dann alles an Erlebnissen mitbekommt. Und immer aus 1. Hand. Ich wette, dass die Abteilungsleitung nur Bruchteile davon teilen kannte. Sie haben definitif auch weniger Zeit dazu.

Zu ihrer Entschuldigung: Die Dokumentationspflichten sind auch absurd umfangreich. Da bleibt kaum Zeit für echten Kontakt. Das frustriert sicherlich auch einige der dort Arbeitenden. Das eingeführte “Qualitätsmanagement” – man möchte sich ja Management-seitig gut vermarkten können, um einen stetigen Patientenstrom und höhere Tagessätze erwirken zu können – ist ein Papiertiger vor dem Herrn. Die Güte der Dienstleistungen können vor allem die Patienten beurteilen, schließlich tun die Leistungen an ihnen die Wirkung.

Auch Klasse: Die Zustandsberichte, die für die Krankenkassen angefertigt werden müssen (Abfrage des Befindens) – 2 habe ich in 3 Monaten gemacht. 1 bei der Aufnahme, einen 2. irgendwann mittendrin. Die anderen – es muss meine ich wöchentlich oder zumindest 2-wöchentlich ausgefüllt werden – habe ich nie miterlebt. Die werden dann selbständig ausgefüllt. Toll!

Lustig auch: einige Pflegekräfte können nur eingeschränkt Deutsch. Das ist an sich kein Problem. Wird es aber, wenn es darum geht, sich zu unterhalten oder Feinheiten im Gespräch zu erkennen. Da ist die Muttersprache schon ein wichtiges Instrument für Vertrauensbildung und um Feinheiten im Gespräch mit den PatientInnen zu erfassen. Zumal dann auch mal Informationen zu anderen PatientInnen mündlich weitergegeben wurden oder falsche Medikamente verabreicht.

Kopfschütteln.

Das ist es, was bleibt. Und ich bin froh, dass ich da raus bin und meinen eigenen Weg gehen konnte.

Man stelle sich vor, man steht 19:58 vor einem Supermarkt. Man möchte noch schnell etwas besorgen aber die Tür geht nicht mehr auf. Hinter der Tür Kopfschütteln.

Was macht das jetzt mit einem? Ist man wegen des aufsteigenden Ärgers krank? Aber auch das Beispiel wurde nicht verstanden. Etwas mehr Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit das Normale vom Pathologischen zu trennen – mit gesundem Menschenverstand – das hätte ich mir gewünscht. Steht aber nicht im Portfolio.

Und etwas mehr Normalität und Menschsein. Aber wo wird das heute noch gelehrt?

Zuschriften bitte an die Redaktion.

Der Rechtsweg blablabla…

Und zu guter letzt: die Beschreibung steht nur für die Station 7 im Frühjahr 2010. Heute mag es anders sein. Was mich auch noch zu einem interessanten Phänomen bringt – die Fluktuation dort war schon atemberaubend. Jeder Arbeitgeber würde sich fragen, was denn bitte nicht in Ordnung ist im Betrieb, wenn ständig Mitarbeiter wechseln. Oder krank werden.

Es kommt noch ein Beitrag zur Tagesklinik des TWW. Dort war es bedeutend besser im Umgang mit uns Patienten.

Kommentieren 12 Kommentare zu diesem Beitrag Alle anzeigen

  • Auszeichnung für "Very Important Qyper", kurz "VIQs"
    Dada (Wide Lungenwurst Sot) Chuzpe (Neuss al forno er-Elle), 1 Juni 2011:

    Den Eindruck haben Teile derer, die sich darüber auszutauschen trauten, ebenso geteilt.

  • feedbäckerin, 1 Juni 2011:

    Ich bin von diesem Chef-Arzt echt schockiert:"Ich bin auf das Geld angewiesen, ich will doch in den Ski-Urlaub." Das kann doch nicht sein Ernst sein!

  • Auszeichnung für "Very Important Qyper", kurz "VIQs"
    Dada (Wide Lungenwurst Sot) Chuzpe (Neuss al forno er-Elle), 1 Juni 2011:

    Wenn klar ist, dass die Abrechnung eines Privatpatienten dem Abrechnenden einen direkten Vorteil bringt, schon. Vor allem, wenn man sich bereits an einen Lebensstil gewöhnt hat. Das ist nur menschlich.

  • leffi4, 1 Juni 2011:

    ich bin beeindruckt von diesem beitrag! +++ nicht zuletzt auch deswegen, weil ich seit einigen wochen regelmäßig ein ähnliches umfeld betrete +++ jetzt frage ich mich nur, was das mit mir macht?

  • Auszeichnung für "Very Important Qyper", kurz "VIQs"
    Dada (Wide Lungenwurst Sot) Chuzpe (Neuss al forno er-Elle), 6 Juni 2011:

    … das kann ich nicht sagen :-)
    Nicht jede Ähnlichkeit ist gleich förderlich oder hinderlich oder ansteckend.

    anders bei ehec.

    Viel Erfolg! Ich schreibe auch noch etwas zur Tagesklinik, vielleicht heute noch…

  • Auszeichnung für "Very Important Qyper", kurz "VIQs"
    Coloniaexpress, 8 Juni 2011:

    Vermutlich wäre die richtige Ansage "Sind wir nicht ALLE Patienten?" gewesen. Ich kann nur für mich persönlich hoffen, ein Zuschauer zu bleiben und nicht in solche Mühlen zu geraten.
    Ein wirklich beeindruckender Bericht, danke dafür!

  • Auszeichnung für "Very Important Qyper", kurz "VIQs"
    Dada (Wide Lungenwurst Sot) Chuzpe (Neuss al forno er-Elle), 8 Juni 2011:

    Och, immer wieder gern. Kein Problem. Mach's jut...

  • Bananenbier, 22 Juni 2011:

    ...mmh, immer wieder 3 monate (bei burndepriangst), is schon komisch und wofür? null zielstrebige heilung, vielmehr abstellgleis mit pillen, 3 mahlzeiten plus nachmittagskaffee (muckefuck) am tag und bastel- und sportstündlein. dazwischen ein-wort-gespräche voller desinteresse und immer wieder 'warten auf god-knows' (im schmierentheater). was hat man? wie lange dauert die gesundung? was kann man selbst noch tun? - keine antworten - aber auf jeden fall 3 monate, frei nach dem motto: 'hier warten sie gesund'

    muh

  • Auszeichnung für "Very Important Qyper", kurz "VIQs"
    Dada (Wide Lungenwurst Sot) Chuzpe (Neuss al forno er-Elle), 22 Juni 2011:

    Klingt so, als wäre a) der Text zu Deinem eigenen Erleben geworde, b) eigen Erlebtes zu eben Deinem Text mutiert oder c) auf der Weide ein Prion Herr Deines cerebralen Komplexes geworden.

    Such Dir was aus...

  • Bananenbier, 22 Juni 2011:

    mir ging es eher darum, dass es egal zu sein scheint, auf welcher depressivenstation man landet. es gibt eine art unausgesprochene goldene regel, dass man 3 monate hier verharren muss. es scheint die abrechnungsabhängig beste variante für die krankenhäuser zu sein. da die depressiven cash-cows eh nich aufmucken, kann man sie getrost melken bis der arbeitaufwand den ertrag übersteigt.
    (übrigens wäre c) mein favorit, wenn ich wählen könnte)

  • Auszeichnung für "Very Important Qyper", kurz "VIQs"
    Dada (Wide Lungenwurst Sot) Chuzpe (Neuss al forno er-Elle), 22 Juni 2011:

    :-) die 3-Monatsformel stimmt mich nachdenklich. Klingt sie doch zuerst einmal plausibel. Aber für eine klare Aussage ist der Apparat zu verschwiegen. Zuviele Interessen stehen auf dem Spiel...

  • apachee, 8 Juli 2012:

    yo, bei mir war es so … suchmaschine … “theodor wenzel werk apachee” mit ee!

    und ich möchte gern html benutzen qype!

    du bist zur funktion degvadiert und nützlich zur proletarisierung der gesellschaft

    aber mach dir selbst einen kopf : brauchst du eigene erfahrungen, oder bist du weise und lernst aus denen der anderen wenn stringent mitgeteilt???

    allein schon das schweigen, während ich mein tagebuch schreibe (und mehr bleibt ja nicht, so tief geht es runter!) auch hinsichtlich einer bulimikerin, das sagt schon alles

    geld abgefaßt, und es wird immer arme teufel geben, die da vollkommen naiv (unwissend im sinne von belehrbar) oder dumm (unwissend im sinne von unbelehrbar) dort vorstellig werden!!!!!

    und ein wesentliches vergaß ich: du gibst ohne das du es merkst, sehr sensible daten preis…arbeitgeber (den kriegen sich auch über die KK als SVträger), konfliktpartner, familie etc etc!!!!!!

    ich nutze wenn lieber die anonyme seel"sorge" 0800 (die ist abhörsicher!) oder deren emailangebot, ebenso anonym und abhörsicher!

    das ist kein schmarn, obwohl zufäälig auch gerade die meldedatenverkaufsnummer durch die presse geistert, die aber auch schon lange existiert

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Moellerin
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1 Stern für Kliniken im Theodor-Wenzel-Werk
Beitrag zu Kliniken im Theodor-Wenzel-Werk vom 8 Juli 2011

Hallo Zusammen,
ich habe vor in diese Klinik zu gehen. Beim Erst Gespräch hatte ich kein gutes Bauchgefühl, aber die Not zwingt mich nun, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen. Station 9B Soll es werden. ICH BITTE EUCH, mir zu Sagen:
IST ES WIRKLICH HILFE?
Ich wäre sehr dankbar, um Euren Rat. Ich habe soviel durch, habe Angst und das letzte was ich jetzt gebrauchen kann ist Ignoranz.
Vielen Dank
die Moellerin

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apolafsi
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Beitrag zu Kliniken im Theodor-Wenzel-Werk vom 21 September 2010

Diese Klinik verdient eine volle Punktzahl. Ich werde nicht das Essen in den Mittelpunkt rücken oder ähnliches.
Die Kompetenz der Ärzte überzeugte mich, endlich nach 5 Jahren wurde eine Diagnose gestellt. Warum landete ich nicht früher hier? Das ganze Haus strahlt eine große Freundlichkeit aus, Ärzte, Schwestern, Krankenpfleger usw.
nehmen ihren Beruf sehr genau.
Es gibt einen Andachtsraum und eine wunderschöne Umgebung.Ich fühlte mich hier sehr wohl und beginne nun einen neuen Lebensabschnitt.

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  • Auszeichnung für "Very Important Qyper", kurz "VIQs"
    Dada (Wide Lungenwurst Sot) Chuzpe (Neuss al forno er-Elle), 1 Juni 2011:

    MHallo, ich würde gern wissen, welche Station diese Erfahrung ermöglicht hat. Wäre das möglich? Ich habe wärend meines Aufenthaltes dort mitbekommen, dass die Qualität in den Abteilungen sehr unterschiedlich ist. Und die Abteilungen sich teilweise auch soetwas wie Konkurrenz machen.

    Freue mich auf eine Antwort.

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