Das Restaurant wurde auf eine Empfehlung hin besucht. Es sollte ein Italiener sein, warum nicht einmal in einem anderen Stadtteil als üblich? Reudnitz ist bisher nicht gerade für seine Gastro-Szene bekannt, aber eine Chance hatte das Anna Rosa auf jeden Fall verdient. Angekommen im gemütlich-rustikalen Haus wurde uns prompt ein Tisch zugewiesen und eine Karte in die Hand gedrückt. Keine Frage nach einem Getränkewunsch, aber das ist ja auch nicht überall üblich. Die Getränkeauswahl laut Karte ist überschaubar. Die Wahl fiel auf den Hauswein (0,5l für 8,70 Euro, kam schnell in Keramikbechern, Qualität ok). Die abwechslungsreiche Vorspeisenplatte war optisch und geschmacklich sehr gut und machte Lust auf Mehr. Die zwei Pasta-Gerichte enttäuschten jedoch. Dies insbesondere, da sich die "Pappardelle mit Scampis und einer Riesengarnele in zarter Weißweinsauce" (14,90) als schlichte Tomaten-Pasta mit einer Meeresfrüchte-Mischung inkl. einem seitlich liegenden geschälten Garnelchen entpuppte. Da eine andere Position der Karte dem recht nahe kam, wurde die (deutsche) Kellnerin unverzüglich befragt. Kann ja in der Hektik mal vorkkommen. Diese bestritt jedoch hartnäckig eine Verwechslung, dies sei alles exakt in der Karte so beschrieben - welche wir uns schließlich mit seltsamerweise anderem Ergebnis zeigen ließen und das Essen entsprechend zurückgaben. Der (ebenfalls deutsche) Koch war zu keiner Lösung bereit. Tenor: "Sie haben ja bereits die Scampis gegessen!", "Womit soll ich denn jetzt kochen?", "Ist falsch aufgeschrieben!".
Hungrig und mit einem wahrscheinlich viel zu großzügigem Pauschalbetrag auf dem Tisch (für das bisher Verspeiste, inkl. einem Anteil für die mißratene Lieferung) verließen wir enttäuscht den Laden. Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Mit jährlich gut einhundert geschäftlich und privat veranlassten Restaurantbesuchen von Kantine bis Exklusiv sind wir durchaus verschiedene Stilrichtungen, Ansichten und Qualitäten gewöhnt und können uns damit immer arangieren. Aber bei höflichen Fragen und Bitten vom Personal gemaßregelt zu werden? Das haben wir hier das erste Mal erlebt und wollen dies definitiv nie wieder!
PS, für den Interessierten: Fragen Sie einmal einen echten Italiener, was er unter einem "Scampi" versteht! ;-)
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